Schulze gets the blues – Eine Begegnung mit Horst Krause

Der Kühlschrank war leer und ich war mit meinem Mitbewohner am Dienstag diese Woche bei Reichelt um die Ecke einkaufen. Reichelt ist ein Supermarkt an der Levetzowstraße nicht weit von meinem alten Kiez. In dieser Gegend habe ich ganze vier Jahre gewohnt und von da aus konnte man sogar sehr oft ein Blick auf die Goldelse werfen, die da oben auf der Siegessäule trohnt; je nachdem, wo man sich gerade im Kiez befand.

Im Supermarkt

An der Fleischtheke vorbei hatte ich von Sascha den Auftrag doch Hackepeter zu holen. Als ich dann knapp 500g bekommen hatte und nebenbei auf meinem Handy eine Notiz eintippte, kam mir im Gang ein Mann entgegen dem ich ausweichen musste. Ich sah kurz auf und … „Aber, … aber … aber das ist doch ‚Schulze gets the blues’“. Oder ist er es nicht?

„Hmm …“, dachte ich und war mir nicht sicher und ging weiter. Bei Sascha angekommen, erzählte ich ihm kurz von meiner Vermutung. Wir holten hier und da noch ein paar Waren ein und dann ging es Richtung Kasse.

Im Fahrstuhl

Da der Reichelt einen Fahrstuhl zur Tiefgarage besitzt und wir mit dem Auto unterwegs waren, mussten wir mit unserem Einkaufswagen eben diesen benutzen. Wie es der Zufall so will, schiebt doch tatsächlich „Schulze gets the blues“ den Einkaufswagen auch noch mit hinein. Ganz ehrlich – ich wäre nicht Jens, wenn ich nicht nachharken würde und nur stumm da stehen würde. Also fragte ich den Herrn Horst Krause, den Schauspieler, ob er es wirklich ist und er bejahte dies.

„Na also“, dachte ich und lächelte Herrn Krause fröhlich zu und ein leider zu kurzes Schwätzchen ergab sich im Fahrstuhl. Sascha hörte gespannt zu.

Ein Foto

Schnappschuss
Schnappschuss

In der Tiefgarage angekommen, fragte ich Herrn Krause höflich, ob er denn nicht ein Foto mit mir machen möchte. Und siehe da, ohne mit der Wimper zu zucken und sehr heiter aufgelegt, gab er mir ein „Selbstverständlich!“ zurück. „Wie woll’n sie denn?“

„Na gleich hier, ganz unkompliziert. Von mir aus auch mit dem Einkaufswagen“, meinte ich.

So entstand das Bild mit dem Schauspieler Horst Krause und dem Einkaufswagen vor uns. Ich muss sagen, ich habe mich sehr gefreut Herrn Krause alias „Schulze“ im Film – Schulze gets the blues – getroffen zu haben. Ich wünschte ihm noch einen angenehmen Abend und bedankte mich. Zu Hause in der WG erzählten wir dann, beim vertilgen des Hackepeters auf einer „Stulle„, die überraschende Begegnung unserer Mitbewohnerin.

(Artikel aktualisiert 30.07.2025)

An einem Freitag – Der Roman „Der Tausendfüßler“ erblickt das Licht

An einem Freitag im Mai 2009 – „Der Tausendfüßler

Im Laufe des Donnerstags in der vergangenen Woche bekam ich endlich die lang ersehnte E-Mail von Frau L. meiner Betreuerin vom Verlag.

„Guten Tag Herr Böhme, der Buchbinder hat mich informiert, dass Ihre Autorenexemplare morgen ab 10 Uhr zur Abholung bereit stehen …“

Was für eine schöne Nachricht im Wonnemonat Mai 2009. Den Zuschuss für den Restbetrag meiner Autorenauflage hatte ich einen Tag zuvor schon angewiesen und mit jener freudigen Nachricht erst in der kommenden Woche gerechnet. Doch das es so schnell geht, überraschte mich. Ich habe sogleich beim Verlag angerufen und den Termin zur Abholung bestätigt. Da mir nun aber im Moment kein Auto zur Verfügung steht, musste ich schnell überlegen, wie ich die Kartons vom Verlag (Bezirk Mitte – Ortsteil: Gesundbrunnen) nach Hause transportieren kann. Die Aniko, eine gute Freundin von mir, hatte mir schon zugesagt, dass wir mit ihrem PKW jederzeit nach der Arbeit bis 18 Uhr zum Verlag düsen könnten. Nun war aber der nächste Tag – ein Freitag. Und Freitag gab es nur die Möglichkeit bis 16 Uhr die „heiße Ware“ abzuholen. Jeder wird mich sicherlich verstehen, dass ich es nach so langer Wartezeit einfach nicht erwarten konnte. Ich wollte definitiv am Freitag die Bücher in meinem trautem Heim haben.

Eine Sackkarre für die Bücher muss her

Eine Sackkarre

Also rief ich in spontan unseren Hausmeister im Wohnobjekt an, ob er denn nicht eine Sackkarre zur Verfügung hätte, die ich mir kurzfristig ausleihen dürfte. Und siehe da: In wenigen Minuten hatte ich am Freitagmorgen ein Transportmittel zur Verfügung. Vorher noch schnell bei meinem Zahnarzt (Baumschulenweg – Bezirk Treptow-Köpenick) vorbei geschaut und anschließend mit der zusammenklappbaren Sackkarre, sowie tauber Gesichtshälfte und einem reparierten Zahn, ab zum Verlag auf die Schwedenstraße in Berlin.

3 Kartons voller Romane

Genau 3 Kartons voller Romane und 50 Postkarten mit Cover und Bestelldaten warteten im Verlagsbereich auf mich. Freudestrahlend nahm ich die Bücher an und verpflichtete spontan Frau L. doch ein paar Fotos zu knipsen, um den Augenblick fest zu halten. Zwar war meine linke Gesichtshälfte taub und die Zunge von der Betäubung sehr schwer, aber ich denke die Freude kann man mir doch schon sehr ansehen.

Freude über die Bücher

Fragen zum Ablauf gibt es ja immer und so habe ich Frau L. noch ein wenig über dies & das gelöchert. Wann zum Beispiel die ISBN 978-3-86805-384-5 wirklich frei gegeben ist? Wie lange es dauert, dass der Roman bei LOB (Lehmanns Online-Bookshop), bei Amazon.de oder direkt beim Online-Bookshop des Verlages (Pro BUSINESS Online-Bookshop) bestellbar ist?

[Anmerkung: Im Zuge der strategischen Neuausrichtung des Verlages zwischen 2014 und 2017 wanderte der Fokus von der eigenen Verlagsplattform hin zu reinen B2B-Druckdienstleistungen, der Verlag existiert nicht mehr]

Auch hat mich interessiert, wann „Der Tausendfüßler“ im VLB (Liste der lieferbaren Bücher des Buchhandels) gemeldet sein wird? Einige Dinge, meinte Frau L., brauchen noch ca. 1-2 Wochen, dann sollte alles soweit durch sein. Aber Bestellungen können quasi jetzt schon beim Verlag eingehen, gab sie mir mit auf dem Weg.

„Der Tausendfüßler“ – Ein Liebesroman

Ich verabschiedete mich und in völliger Ruhe, super entspannt und äußerst glücklich fuhr ich mit den Büchern durch Berlin Mitte. Erst mit der U-Bahn Richtung Alex, dann über den Alexander Platz vorbei an der Berliner Weltzeituhr und weiter über Friedrichstraße zum Hauptbahnhof. Dort ausgestiegen, bin ich die letzten Meter mit der Sackkarre und den Kartons stolz, wie eine Mutter mit ihrem Kinderwagen und ihrem darin befindlichen Sprössling, nach Hause getingelt. Natürlich konnte ich die Kartons nicht einfach nur in die Ecke stellen. Nein, sie mussten sofort entleert werden. Also habe ich alle Bücher ausgepackt und auf einem Tisch im Flur akkurat aufeinander gestapelt. Die meisten Bücher blieben vorerst in der Schutzfolie verpackt. Aber das erste Dutzend trennte ich sofort von der Folie und fing an zu signieren; da ja schon einige Bestellungen im Vorfeld eingetroffen waren. Nachdem die ersten Bücher mit Widmung versehen waren, mussten diese nur noch versandfertig gemacht werden. Und dann …

… dann konnte „Der Tausendfüßler“ im wahrsten Sinne des Wortes nun endlich auf die Reise gehen. Geradewegs hin – auf den Weg zum Leser.

(Artikel aktualisiert 09.02.2026)

Gedicht: Dialog mit der Liebe – Jens Böhme auf dem Zeilensurfer

Mein Text auf dem Zeilensurfer – Das Gedicht: Dialog mit der Liebe

Dialog mit der Liebe

Wieder einmal war ich am Boden
– mit dem Herzen.

Als mich die Liebe fragte:
„Und, mein Junge? Soll ich
Dir helfen? …
Es liegt in meiner Macht.“

Antwortete ich mit zwei
Buchstaben:
„NEIN.“

Das Gedicht „Dialog mit der Liebe“ zu lesen auf zeilensufer.de. (Leider gibt es diese Seite nicht mehr – Stand: 13.02.2014)

Das lange Warten hat ein Ende

Berlin, 6. Mai 2009

Eigentlich hätte ich ja heute den Prototypen erhalten sollen, um alles zu checken und um dann mein „Okay“ für die Freigabe zum Druck zu geben. Aber der Briefkasten war leer. Ich bin extra zweimal zum Briefkasten gegangen. Felsenfest habe ich damit gerechnet das erste Buch – wenn auch nur den Prototypen – heute in der Hand zu halten. Frau L. vom Verlag meinte Mittwoch. Also hatte ich mich auch geistig auf Mittwoch eingeschossen. Natürlich weiß ich, dass nicht immer alles auf den Tag, die Stunde, ja auf die Sekunde genau terminiert oder versprochen werden kann. Auch wenn wir das immer gern so hätten. Also heißt es noch einmal eine Nacht schlafen und dann mit großer Erwartung erneut zum Briefkasten gehen.

Ich fühle mich im Moment wie damals als Kind zu Weihnachten oder vor dem Geburtstag: Ich kann es kaum Erwarten …

Berlin, 7. Mai 2009

Cover - Der Tausendfüßler
Cover

Yeahhh … heute habe ich ihn endlich im Briefkasten gehabt – den Prototypen. Erst als ich wieder in der Wohnung war, habe ich die Büchersendung hastig ausgepackt und das Büchlein bewundert. Auf dem Sofa in meinem Zimmer bin ich dann wild ins Blättern geraten und habe mir alles genau angeschaut. Mit einem himmlischen Glücksgefühl, konnte ich dann entspannt realisieren, dass es jetzt den Roman „Der Tausendfüßler“ wahrhaftig gibt.

Nach dem Check und der Druckfreigabe warte ich nun auf die Bestätigung, dass ich meine Autorenexemplare erhalte und die ISBN-Nummer frei geschaltet ist. Erst dann kann der Roman bei mir, in den Buchhandlungen oder über den Verlag bestellt werden.

Berlin, 8. Mai 2009

Nein, ich habe nicht geträumt. Jetzt hat sich die Geschichte in einem handfesten Buch tatsächlich materialisiert. Auch am Morgen nach Erhalt des Prototypen war das Buch immer noch fassbar … und dies wird es mit Sicherheit auch bleiben. „Ick freu mir!“ würde der Berliner sagen.

Der Tausendfüßler von Jens Böhme – Roman-Layout des Buchumschlags

Umschlagcover - Der Tausendfüßler
Buchumschlaglayout – Der Tausendfüßler

Umschlaggestaltung – Der Tausendfüßler

So und nicht anders sieht der Roman im Buchumschlaglayout aus. Das Layout gefällt mir außerordentlich und ich denke, dass das Bild wie die Faust aufs Auge auch zum Titel und zum Inhalt passt. Es gab lange Diskussionen in unserer WG und bei meinen Freunden, welches Bild am geeigneten sei.  Zwischen zwei Varianten in unterschiedlichen Variationen mussten wir  uns bzw. ich mich entscheiden.

Das Endprodukt im Layout übertraf meine Vorstellungen und ich bin hoch erfreut es nun präsentieren zu können.

Siegfried Lenz – Die Versuchsperson

Kurzinformation – Literatur-Kuriositäten

  1. Die Versuchsperson von Siegfried Lenz – Nur 5.000 Exemplare!
    1. Welches Stück – das ist hier die Frage?
      1. Zum Inhalt – Die Versuchsperson – Stück
      2. Zum Inhalt – Die Versuchsperson – Harmonie – Stücke
    2. Über den Autor
    3. Verlag Hoffmann & Campe Verlag
      1. Editorische Anmerkung (2026):

Die Versuchsperson von Siegfried Lenz – Nur 5.000 Exemplare!

Die Information ist zwar jetzt schon eine Woche alt, aber ich finde sie immer noch erwähnenswert und das Thema sehr interessant: Angeblich soll es von Siegfried Lenz neuem Buch „Die Versuchsperson“ (Theaterstück über die Macht von Büchern) nur 5.000 Exemplare geben, berichtete die Berliner Morgenpost am 27. April 2009.

Na da bin ich mal gespannt, ob ich eines davon abbekomme? Das wäre was!

Welches Stück – das ist hier die Frage?

(Ergänzung 05.02.02026) Es gibt nach meiner Recherche zwei Bücher mit dem Titel „Die Versuchsperson“. Einmal nur mit dem Untertitel „Stück“ und einmal mit dem Untertitel „Harmonie – Stücke“. Welches von beiden nun die Auflage mit den 5.000 Stück ist, konnte ich nicht ermitteln? Ich habe das Gefühl ich bin hier irgendwem auf den Leim gegangen. Wenn es nicht gar eine Zeitungsente ist; in diesem Fall wohl auch eine Verlagsente, wenn es denn vom Verlag in erster Instanz damals so gesteuert wurde? In keiner meiner Recherchen komme ich wieder auf diese Meldung. Vielleicht sollte ich einmal eines dieser Large Language Models (einen der bekannten ChatBots) fragen und das Netz durchforsten lassen? Eines meiner Schlagwörter von damals im System lautet immer „Berliner Morgenpost“. Das legt nahe, dass der Tag dafür steht, dass die Meldung von diesem Printmedium ausging. Versuche ich über die Suchmaschine den Artikel darüber zu finden, erhalte ich hier ebenso keine Info mehr dazu. Es bleibt spannend! Sobald ich Aufklärung geben kann, werde ich das hier im Blog-Artikel notieren. Nichtsdestotrotz gibt es nachfolgend mehr Infos zum Inhalt der beiden Theaterstücke von Siegfried Lenz. (Siehe auch Editorische Anmerkung am Artikel-Ende.)

Hier jedenfalls erst einmal die beiden Stücke bei denen es sich möglicherweise um diese Auflage handelt:

Zum Inhalt – Die Versuchsperson – Stück

„Schauplatz ist eine Buchhandlung, die Helden des Stücks sind Menschen, die sich mit Büchern und ihren Autoren umgeben. »Die Versuchsperson« handelt von nichts Geringerem als von der Wirkungsmächtigkeit der Bücher, beweist das nahezu Gesetzgeberische, das von der Literatur ausgeht, direkt oder indirekt. Neben der spannenden und amüsanten dramatischen Handlung bietet Siegfried Lenz en passant einen Streifzug durch die großen Werke der Weltliteratur.“ (Klappentext: Siegfried Lenz – Die Versuchsperson – Stück)

Zum Inhalt – Die Versuchsperson – Harmonie – Stücke

„Guntram, Marie, Dirk und Alf leben, nicht konfliktfrei und notorisch unterfinanziert, in einer Studenten-WG. Eine lukrative Einnahme quelle scheint sich aufzutun, als Oskar, der Onkel von Alf, der WG ein Geschäft anbietet: Seine Firma arbeite an einem neuen Medikament. ‚Harmonie‘, so der Name des Medikaments, könne in der Wohngemeinschaft doch vielversprechend auf seine Wirksamkeit getestet werden. Die Studenten willigen ein.“ (Quelle: buecher.de)

  • Genre: Drama/Lyrik – Modernes Theater

Über den Autor

„Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, gestorben 2014 in Hamburg, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Seit seinem Debütroman Es waren Habichte in der Luft von 1951 veröffentlichte er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Mit den masurischen Geschichten So zärtlich war Suleyken hatte er 1955 seinen ersten großen Erfolg, Sein Werk ist geprägt von der Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (z. B. Der Mann im Strom, 1957, oder Brot und Spiele, 1959) und mit dem Nationalsozialismus bzw. seiner Aufarbeitung. Zu Lenz’ größtem Erfolg wurde der 1968 erschienene Roman Deutschstunde. Bis heute ist die Geschichte eines Polizisten, der im Nationalsozialismus das Malverbot seines Freundes überwacht, eine bestechende Entlarvung eines pervertierten Pflichtgefühls. Das Buch wurde verfilmt, avancierte zur Pflichtlektüre an Schulen und war international ein großer Erfolg. Der Deutschstunde folgten viele weitere große Romane (Das Vorbild, 1973, Heimatmuseum, 1978, Der Verlust, 1981, Exerzierplatz, 1985, Die Auflehnung, 1994, Landesbühne, 2009), welche Siegfried Lenz neben Schriftstellern wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser zu einem der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren machte. Sein zweiter Roman Der Überläufer erschien postum im Jahr 2016 und wurde ein großer Erfolg. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Gerhart-Hauptmann-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009.“ (Quelle: amazon.de)

Verlag Hoffmann & Campe Verlag

Mehr Informationen zu Auflage – auf der Homepage vom Hoffmann & Campe Verlag (Link nicht mehr vorhanden). Lenz veröffentlichte alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag.

Editorische Anmerkung (2026):

Im ursprünglichen Beitrag wird auf eine angebliche Literatur-Kurzmeldung der Berliner Morgenpost aus dem Frühjahr 2009 verwiesen, nach der Siegfried Lenz’ Theaterstück „Die Versuchsperson“ (Hoffmann und Campe, 2009) in einer Erstauflage von rund 5.000 Exemplaren erschienen sein soll. Der betreffende Zeitungsartikel ist heute online nicht mehr zugänglich und konnte bislang nur indirekt über den zeitnahen Blogeintrag vom Mai 2009 nachgewiesen werden. Eine unabhängige Bestätigung der genannten Auflagenhöhe in frei verfügbaren Quellen liegt derzeit nicht vor.

(Artikel aktualisieret 05.02.2026)

Wer hätte das gedacht: Weltlachtag

Der Weltlachtag

Heute war der Weltlachtag. Was heißt hier eigentlich „war“?

Wenn ich auf die Uhrzeit schaue, dann ist er immer noch; der Weltlachtag. Lachen soll ja bekanntlich Glückshormone freisetzen und auch die meisten Muskeln werden durchs Lachen bewegt. „Lachen befreit und lässt alles Negative hinaus gleiten“, sagte eine Dame in einem Interview im rbb-Fernsehen (Link nicht mehr vorhanden) zum heutigen Weltlachtag. Und da hat sie vollkommen Recht. Ich empfinde es genau so.

Wann ist eigentlich Welt-Lach-TAG?

  • Weltlach-Tag ist immer am ersten Sonntag im Mai!

„Die Idee stammt aus der Yoga-Lachbewegung, die weltweit in über 6.000 Lachclubs in mehr als 100 Ländern auf allen Kontinenten organisiert ist. Punkt 14:00 Uhr deutscher Zeit (12:00 GMT) wird dabei in Europa gemeinsam für eine Minute gelacht. […]“ (wikipedia.org)

Im Tiergarten zu Berlin sollen sich heute Grüppchen getroffen haben, die gemeinsam das Lachen zelebrierten. Hätte ich das gewusst, wäre ich bestimmt mit meinem Fahrrad zum Lachen dahin gefahren oder hätte es mir mal angeschaut und mich vom Lachen der Anderen anstecken lassen. Obwohl? Gelacht habe ich heute aber auch so schon … herzhaft.

In diesem Sinne liebe Leser – wer noch nicht schläft, kann sein Lachen am heutigen Tage noch zu diesem Weltlachtag beitragen.

(Artikel aktualisiert 19.02.2025)

Hintergrundbericht zur Entstehung des Romantitels „Der Tausendfüßler“

Mit Feder & Tinte

Feder & Tinte
Feder und Tinte

Als ich die erste Seite des Romans schrieb, damals ein Experiment mit Feder & Tinte auf einem exquisiten Block Edelleinen, hatte der Beginn etwas Kafkasches. Oder sagen wir, ich war von Franz Kafka inspiriert worden. So schrieb ich in alter Romanciermanier die ersten Zeilen und wollte eigentlich eine Kurzgeschichte zum Besten geben und gleichzeitig die Technik des Schreibens mit Feder & Tinte ausprobieren. In Abständen tauchte ich die Metallfeder – das Set war ein Geburtstagsgeschenk 1999 – in das Tintenglas. Immer dann, wenn ich wieder Lust hatte mich dieser kreativen Schreibweise zu bedienen, schrieb ich an dem Text weiter und er wuchs. Es wurden immer mehr Seiten und der ganze Block füllte sich allmählich. Ich kaufte mir daraufhin einen Zweiten. (Bilder von diesen beschrieben Seiten mit Tinte sind hier im Blog auch zu erspähen.)

Notebook versus Schreibgerät

Tintenfleck
Tintenfleck

Da sich die Geschichte jedoch arg vergrößerte und sie mit der 1. Seite im Stiele Kafkas – wie es mir vorkam (zudem hatte ich als Poster über meinem Schreibtisch die 1. Seite vom handgeschriebenen Roman „Der Prozess“) – nichts mehr zu tun hatte, sattelte ich um auf den heimischen Laptop. Das ging schneller und strapazierte meine Hand weniger, denn ich musste schon recht ordentlich mit der Feder aufdrücken. Vor allem wenn die Tinte wieder zur Neige ging, floss die Buchstabensaft nicht mehr so leicht auf das Blatt Papier. Denn hätte ich vorzeitig erneute Tinte der Feder zugeführt, bestand jederzeit die Gefahr, dass die Schrift sich viel zu dickflüssig generierte oder aber die Feder schlichtweg kleckste.

Edelleinen - Briefalux
Edelleinen – Briefalux

Es ging also weiter. Der Roman bekam Gestalt und irgendwann musste ich mir in Abständen eindeutig überlegen, wie es mit der Geschichte weiter geht bzw. wo es eigentlich hingehen soll. Am Anfang habe ich einfach nur geschrieben. Hier und da entstanden handschriftliche Fragmente, die ich auch außerhalb der Wohnung in Cafés, in Pausen, auf Bänken im Park, im Zug auf Reisen usw. notierte. Manchmal durchaus mehr als eine Seite, ein anderes Mal war es wiederum nur eine Dialogsequenz, die ich mit nach Hause brachte.

Der Protagonist Conrad Wipp

Nach etwas mehr als 30 Seiten zeichnete sich das Dilemma des Protagonisten Conrad Wipp ab – er krankt seelisch an zwischenmenschlicher Kommunikation – und lebte seit einiger Zeit bis zum Beginn der Geschichte im 1. Kapitel ein zurück gezogenes von der Gesellschaft entferntes Leben. Meine Figur, so kam es mir in den Sinn, soll am Anfang in seinem Dilemma vorgestellt werden und während des Romans eine Entwicklung vollziehen. Conrad Wipp sollte eine Charakterentwicklung mit einem abwechslungsreichen Plot im Hintergrund, einer spannenden und unterhaltsamen Liebesgeschichte durchlaufen. Ich denke, es ist mir gelungen und die Geschichte nimmt von Seite zu Seite mehr Gestalt an und mehr Fahrt auf. In die heutige moderne Zeit eingebettet bekam der Protagonist Conrad Wipp somit ein passendes modernes Umfeld in dem er sich entwickeln kann. Ob er es nun schafft oder nicht, verrate ich selbstverständlich nicht hier, sondern nur im Buch.

Der Tausendfüßler - Verknotete Füsse
Der Tausendfüßler – Verknotete Füsse

Wie entstand die Idee den Romantitel „Der Tausendfüßler“ zu benutzen?

Öfter hört man sicherlich, dass es einen Arbeitstitel gibt den der Autor während des Schreibens benutzt. Manchmal bleibt er dann als richtiger Titel so stehen, aber oft wird dann ein marketingträchtiger Name durch den Verlag gesucht oder aber der Autor findet am Ende dann doch noch einen treffenderen Titel. Genau dann, wenn er einen göttlichen Überblick über die fertige Geschichte hat. Irgendwann musste und wollte ich auch einen Arbeitstitel benutzen und da öffnete mir ein Interview aus dem Buch „Nicht nur freche Sprüche“ von Gregor Gysi (Hrsg.: von Jürgen Reents und Hanno Harnisch, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1998) die Augen.

Der Tausendfüßler

Eine Sequenz aus dem Interviewauszug mit Eva Gesine Baur mit der Überschrift „Noch nie Frau gewesen“ brachte es wahrlich auf den Punkt. Interviewsequenz – Gregor Gysi und Eva Gesine Baur

„[…]

Wer hat Ihnen das Reden beigebracht?

Ich habe nie einen Kurs besucht oder Bücher über richtiges Reden studiert. Mir hat mal jemand seine Magisterarbeit zugeschickt, in der er meinen Redestil analysiert hat, Verben, Substantive und Satzlängen abgezählt. Habe ich bis Seite fünf gelesen und dann zurückgeschickt mit einem netten Brief.

Was stand da drin?

Daß ich die Arbeit leider nicht lesen könne, weil ich sonst das Reden verlerne. Wenn ein Tausendfüßler darüber nachdächte, wie er geht, würde er sämtliche Beine verknoten.

[…]“

In diesem Moment hatte ich meinen Titel und die perfekte Situationsbeschreibung wie es meinem Protagonisten Conrad Wipp im Roman ergeht. „Der Tausendfüßler“ mit dem bildhaften Vergleich der verknoteten Beine, der Lähmung seiner Kommunikation passte wie die Faust aufs Auge. Geboren war nicht nur der Arbeitstitel, sondern der letztendlich feststehend Titel des Romans DER TAUSENDFÜSSLER.

Der Autorenvertrag

Durchgelesen, unterschrieben, eingetütet, zugeklebt und jetzt:

Jetzt ist er raus – der Autorenvertrag.

Gestern fand ich diesen zusammen mit der Auftragsbestätigung der Startauflage des Romans „Der Tausendfüßler“ in meiner Post. Da glänzten die Augen vor Freude. Heute auf dem Weg zum Rosa-Luxemburg-Platz werde ich den Autorenvertrag in den nächsten Briefkasten werfen, so dass er nächste Woche von der anderen Vertragpartei dem Verlag book-on-demand unterschrieben werden kann.

Mitte bzw. Ende nächster Woche, wurde mir von Frau L. gesagt, wird das Buchblocklayout fertig sein und ich weiß dann wie viel Seiten mein Roman nun wirklich haben wird. Momentan wurde er mit 400 Seiten – hochgerechnet – kalkuliert. Ich denke aber, dass es sich realistisch um eine Zahl handelt, die sich im Bereich zwischen 350-380 Seiten Taschenbuchformat einpendelt. Erst dann kann der endgültige Verkaufspreis festgelegt werden.

Als nächstes folgt dann Buchumschlagslayout. Nun denn, packen wir es an …

Der Berliner Fernsehturm – Turmschmuck

Bekritzelter Fernsehturm
Bekritzelter Fernsehturm

Die Sonne am Alexanderplatz schaffte es heute erneut ein Lächeln auf die Gesichter der Berliner zu zaubern. Der Berliner Fernsehturm selbst brachte das Staunen.

Am Vormittag konnte jeder sehen, der zufällig einen flüchtigen Blick auf den Fernsehturm warf, dass Fassadenkletterer wieder eine Botschaft anbrachten. Wer der Initiator hinter den unterschiedlich krakeligen Sprüchen an der Außenfassade des Turmes war, konnte zu diesem Zeitpunkt mit bloßem Auge noch nicht festgestellt werden. Erst am frühen Nachmittag als ich mit der S-Bahn vom Alexander Platz aus wieder nach Hause fuhr, sah ich vom Fensterplatz aus nur kurz, dass die Hauptstadtkampagne „be-Berlin“  (sei-Berlin) dahinter stecken muss. Ich hoffe, ich irre mich da nicht? Mal sehen was die hiesigen Tageszeitungen morgen dazu zu berichten haben. Die Idee jedenfalls finde ich originell. Da der Betrachter des oberen Bildes die mutigen Fassadenkletterer nicht genau sehen kann, gibt es auf dem nachfolgenden Bild eine heran gezoomte Nahaufnahme meiner kleinen Hosentaschen-Digicam (Samsung NV20).

Etwas mehr sollte hier nun zu erspähen sein …

Nahaufnahme - Arbeiten an der Fassade
Nahaufnahme - Gestaltung der Außenfassade

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