Bleistiftskizze – Rügen 1995

Ein Dachbodenfund aus dem Sammelsurium an Bildern aus der Jugend

Bleistiftskizze – Rügen 1995 – Jens Böhme

Tatsächlich existiert von diesem Bild nur noch eine Kopie, wie schade. Ich weiß nicht, wo das Original ist?

Die Freiheit der Jugend

Zuerst wollte ich im Titel noch den genauen Ort notieren. Aber so im Nachhinein bin ich mir nicht mehr zu hundert Prozent sicher, ob das Bild nun in Lobbe oder in Göhren auf der Insel Rügen entstanden ist. Mein erster Gedanke beim Wiedersehen der Skizze gehörte dem Örtchen Lobbe auf Rügen, denn da waren wir damals (zwei Pärchen) auf dem hiesigen Campingplatz, der nach Recherche heute noch existent ist. Wir verbrachten wie so oft, entweder mit vielen Freunden aus der Schule (der alten Clique“) oder eben in Pärchen die Ferienzeit auf den Campingplätzen auf Usedom, auf Rügen oder irgendwo anders an der Ostsee. Zu mehr reichte oft das Taschengeld nicht und es war eine Art von jugendlicher Freiheit und Unbekümmertheit, die der Sommer und der Urlaub ohne Eltern mit sich brachte. Als zweites kam mir der Gedanke, dass es auch das Örtchen Göhren sein könnte. Nach einer Recherche auf Google Maps tendiere ich aber sehr stark zu meinem ersten Gedanken und der Erinnerung an Lobbe.

Der Stumpf des Birnbaums in der Dorfkirche von Ribbeck

Ballade und Birnbaumstumpf-Bild

„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ ist eine Ballade des deutschen Schriftstellers Theodor Fontane aus dem Jahr 1889.

Stumpf des Birnbaums in der Dorfkirche von Ribbeck - Der Ribbeck-Birnbaum
Stumpf des Birnbaums in der Dorfkirche von Ribbeck – Der Ribbeck-Birnbaum

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Theodor Fontane

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab.«
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen »Jesus meine Zuversicht«,
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
»He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,
So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?«
Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Weitere Gedichte aus dem Blog:

Hier: Kategorie Lyrik

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Der Tausendfüßler (Liebesroman)

Ist dies der Anfang eines Kriminalromans?

Wie fange ich an einen Roman zu schreiben?

Aller Anfang ist schwer, sagt man … oder auch leicht – je nachdem. Die Frage „Wie fange ich einen Krimi an zu schreiben?“ beantwortete sich bei mir mit: einfach mal drauf los spinnen, denn ich habe da was im Kopf. Es war letzten Sommer und ich war gerade in Berlin unterwegs. Saß im Park am Nordbahnhof und sinnierte so vor mich hin. Plötzlich spann ich mir einen Anfang für einen Kriminalroman zusammen und auch schon einige Protagonisten kamen auf die geistige Bühne. „Mensch, das musst du aufschreiben!“, habe ich mir gedacht und manchmal hat man eben nur die Rückseite einer Webebroschüre von MARC O Polo für die Niederschrift. Ich kritzelte alsbald mit einem Kuli drauf los.

Ich muss gestehen, dass schon einige Ideen für neue Geschichten in der Schublade ruhen und einem einfach die Zeit fehlt, diese weiter zu verfolgen. Aber diesen Anfang, die Idee oder auch nur die Szene nicht aufzuschreiben und die Gunst der Stunde im kreativen Wahn zu nutzen, wäre äußerst schade. Oft passiert es, dass die Ideen, die sich so schon formierten, zu einem ganze Universum aufblasen, dann nur noch rudimentär – in einem Satz oder einem Wort – vorhanden sind und das Beste an der Idee letztlich wieder verschwunden ist.

Ob ich den nachfolgenden Text weiter verfolge, weiß ich nicht, aber ich könnte mir durchaus vorstellen hier einen kleinen Roman von 100 – 200 Seiten mit einem Detektiven oder einem Detektiv-Team zu kreieren. Noch ist nicht aller Tage Abend und die Idee, wie es weiter geht, ist auch schon da. Die grundsätzliche Frage ist, „Habe ich Zeit dafür und könnte die Story jemanden interessieren?“

Nun denn …

1. Seite handschriftlichen Krimi-Manuskript auf Rückseite einer Werbebroschüre
Anfang eines Kriminalromans

Das könnte der Anfang eines Kriminalromans sein:

Egon Marius Krämer hat nur ein Buch in seinem Leben geschrieben, dafür hat er aber den Literaturnobelpreis erhalten. Die Auflage seines ‚Buches und die nachfolgenden Auflagen konnten sich sehen lassen; auch die vielen Übersetzungen.
Es heißt, er habe nur 11 seiner Bücher signiert. Eines davon befindet sich im Museum für Literaturgeschichte in Berlin* und ein anderes in seinem Safe zu Hause.
Vier weitere der signierten Bücher gelten als verschollen oder zumindest: Unbekannt verblieben.
Zwei weitere Exemplare befinden sich bei Niklas Woodheimer, einem Internet Millionär, der eines der beiden Bücher für eine horrende Summe bei einer Ebay-Auktion im Internet ersteigert hatte, nach dem sich der Neffe von Krämer aus finanzieller Not ’notgedrungen‘ von seinem seltenen Exemplar trennen musste.
2,4 Millionen Euro erhielt er dafür von Woodheimer. Die Hälfte des Betrages, so wurde gemunkelt, hat er bereits wieder verspekuliert, da er als Spieler auf hohem Niveau nur die Börse als wahren Spielplatz mit Gewinnaussichten, quasi als Königsdisziplin, für echte Zocker hält. Das man da auch verlieren kann, scheint ihm nicht der Rede wert zu sein und gehört zum Spiel eben dazu.
Mandy Münch aus Meißen, der Stadt des Porzellans, besitzt ebenfalls ein Exemplar.
Das Spiel um sein Leben, scheint der Nobelpreisträger für Literatur Egon Marius Krämer jedenfalls verloren zu haben. Denn er liegt nun Tod auf dem Fußboden seiner Wohnung, exakt zwischen zwei symmetrisch aufgestapelten Türmen von Büchern. Es sind Exemplare seines eigenen Werkes.

(Artikel aktualisiert 21.03.2025)

Mit Hemingway in der Zeitschrift Tina

Fashion-Artikel „Liebling, dich geb‘ ich niemals her …“ in der Zeitschrift tina – Das Premium-Frauenmagazin (Nr. 26)

Hemingway T-Shirt und andere Lieblinge …

Jens Böhme Zeitschrift Tina Fasion Hemingway T-Shirt
Jens Böhme im Magazin tina

Text aus dem Artikel

„In dem Shirt fühle ich mich unbeschwert“

Vor Zwölf Jahren flog ich nach KUBA, um den Kopf frei zu bekommen. Meine damalige Freundin hatte mich verlassen. Da ich ein Fan von dem Schriftsteller Ernest Hemingway bin, besuchte ich in Havanna seine Lieblingsbar „El Floridita“. Die Lebensfreude dort war überwältigend. Die Einheimischen nahmen mich mit offenen Armen auf. Sie tanzten, lachten und quatschten. Das wirkte ansteckend. Prompt fühlte ich mich selbst ganz frei und unbeschwert. Als Andenken kaufte ich mir dieses T-Shirt mit Hemingway-Aufdruck. Ich habe es so oft getragen, dass es irgendwann ganz ausgeleiert war. Schon zweimal habe ich den Aufdruck auf ein neues Shirt nähen lassen. So begleitet es mich bis heute. Den Tipp mit dem Umnähen gab mir übrigens meine neue Freundin.“

Hier ein Hintergrundbericht zur Story aus diesem Blog: Veränderungsatelier BIS ES MIR VOM LEIBE FÄLLT: Ernest Hemingway – bis ER mir vom Leibe fällt

Ulla Hahn signiert – Leipziger Buchmesse Impressionen

Ulla Hahn signiert auf der Leipziger Buchmesse

Die Schriftstellerin Ulla Hahn gehört zu den wichtigsten deutschen Autoren. Besonders mit ihrem lyrischen Werk und ihren autobiographisch gefärbten Romanen hat sich die Autorin einen Namen gemacht. Nach der Lesung und dem Gespräch mit Lara Schützsack (Preisträgerin des Ulla-Hahn-Autorenpreis 2014) moderiert durch Maren Jungclaus signiert die Schriftstellerin am Stand vom LiteraturRat NRWEin Stück lebendige Poesie„.

Ulla Hahn signiert Leipziger Buchmesse
Schriftstellerin Ulla Hahn signiert auf Leipziger Buchmesse

Eine Auswahl von Büchern der Autorin Ulla Hahn:

Das Franz Kafka Denkmal in Prag

Die Statue mit Franz Kafka

Franz Kafka Statue und Denkmal in Prag
Franz Kafka Denkmal in Prag

Wer war Franz Kafka?

Franz Kafka war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Er wurde am 3. Juli 1883 in Prag (Österreich-Ungarn) geboren und ist am † 3. Juni 1924 in Klosterneuburg-Kierling (Österreich) gestorben.

Kafka-Denkmal von Jaroslav Róna

„Die etwa drei Meter hohe Bronze-Statue von Bildhauer Jaroslav Rona zeigt einen körperlosen Mantel, auf dem eine kleine Figur reitet. Diese Szene schildert Kafka in seiner etwa 1903 entstandenen Novelle ‚Beschreibung eines Kampfes‘. […] Die Statue steht neben der Spanischen Synagoge im ehemaligen jüdischen Viertel der Moldau-Stadt, in dem Kafka einen großen Teil seines Lebens verbracht hatte.“ (welt.de / 03.12.2003)

Das Lessinghaus in Berlin – Zu Besuch im Berliner Nikolaiviertel

Gotthold Ephraim Lessing in Berlin

Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (22. Januar 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig) ist einer der bedeutendsten Dichter und Dramatiker der deutschen Aufklärung. Den meisten sicherlich bekannt aus dem Schulunterricht durch das Drama „Nathan der Weise“ und der darin vorkommenden Ringparabel.

Nach einem Besuch der Nikolaifestspiele entstanden folgende Bilder vom Lessinghaus in Berlin, einem rekonstruierten Bürgerhaus und einer der Sehenswürdigkeiten im Berliner Nikolaiviertel:

Lessings Haus in Berlin Nikolaiviertel Minna von Barnhelm
Erläuterungstafel zu Lessing an einem Haus im Berliner Nikolaiviertel

Tafelinschrift: Hier stand das Haus in dem LESSING 1765 MINNA von BARNHELM beendete – Die Stadt Berlin 1913

Nikolaiviertel Berlin Seitenansicht vom Lessinghaus
Seitenansicht des Lessinghauses im Berliner Nikolaiviertel

Vor dem Lessinghaus im Nikolaiviertel. Das Viertel befindet sich im mittelalterlichen Stadtkern Berlins. Der deutsche Dichter Lessing wohnte hier von 1752 bis 1775.

Frontansicht - Lessinghaus in Berlin Nikolaiviertel
Lessings Haus in Berlin – Frontansicht

Weitere der wohl bekanntesten Werke Lessings neben dem Lustspiel „Minna von Barnhelm“ sind zum Beispiel Nathan der Weise und Emilia Galotti.

Weitere Besuche von Literaturhäusern und Wohnhäusern bekannter Autoren in diesem Blog:

Fritz Reuter-Denkmal vor dem Literaturmuseum in Stavenhagen

Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen – Das Denkmal des Schriftstellers Fritz Reuter

Vollständiger Name Fritz Reuters: Heinrich Ludwig Christian Friedrich Reuter (7. November 1810 in Stavenhagen – † 12. Juli 1874 in Eisenach)

Denkmal in Stavenhagen - Fritz Reuter vor dem Literaturmuseum
Denkmal des Schriftstellers Fritz Reuter in Stavenhagen

Spontaner Besuch im August letzten Jahres: Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen.

Auf den Spuren von Autoren

Liste von Schriftsteller-Museen in der Bundesrepublik: Literaturmuseen in Deutschland (Quelle: Wikipedia)

Schriftzug Fritz-Reuter-Literaturmuseum
Fritz-Reuter-Literaturmuseum

Raul Krauthausen und Jens Böhme

Raul Krauthausen und Jens Böhme in Berlin
Jens Böhme und Raul Krauthausen (v.l.n.r.) – Treffen auf der Dircksenstraße in Berlin

Unverhofft, kommt oft. Endlich hat es geklappt Raul Krauthausen „Hallo“ zu sagen. Auf der Dircksenstraße in Berlin habe ich ihn zufällig bei einem Filmdreh getroffen. Der Mitbegründer von sozialhelden.de hat auch ein interessantes Buch geschrieben mit dem Titel lautend: Dackdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive.

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