Schon einmal Tagebuch geschrieben? Wenn ja, dann weißt du ja, dass auch diese Art des Schreibens Ausdauer benötigt. Zumindest braucht es Durchhaltevermögen und etwas Muse, wenn die Gedanken und Erlebnisse eines jeden Tages über einen längeren Zeitraum dokumentiert werden sollen. Mit dem 6-Minuten Tagebuch ist es etwas anders!
Ein Tagebuch für positives Denken
Ein Tagebuch zu führen, ist etwas Kreatives, etwas Dokumentarisches, aber in erster Instanz auch etwas sehr Persönliches. Wer es einmal ausprobiert hat, weiß, dass es einen langen Atem braucht und oft auch Zeit, um sich im herausfordernden Alltag hinzusetzen und den abgelaufenen Tag Revue passieren lassen. Oder auch einfach nur stichpunktartig die Gedanken und Erlebnisse von gestern nachzutragen. Manchmal sind es dann auch die Ereignisse von Vorgestern, von Vor-Vorgestern oder von Vor-Vor-Vorgestern; und wenn man etwas mehr hinterherhinkt, muss dann sogar die ganze Woche noch einmal durchdacht werden. Zumindest brauch der Tagebuchautor dann etwas mehr Zeit und ein gutes Gedächtnis; wenn er oder sie es ernst meint mit dem „Tagebuchschreiben“!
Ein Tagebuch ist auch ein Archiv, ein Zeitdokument – oft mit einem Datum versehen – von erlebten Tagesereignissen einer Person. Wenn Tagebücher Generationen überleben sind sie nicht nur Gedanken-Anker für sich selbst, sondern auch für die Kinder und Kindeskinder oder jene Menschen, die zu einem späteren Zeitpunkt ein aufrichtiges und neugieriges Interesse am Leben des Schreibers bzw. der Schreiberin haben. So schafft jeder seine eigenen und persönlichen Chroniken!
Ein Dachbodenfund aus dem Sammelsurium an Bildern aus der Jugend
Bleistiftskizze – Rügen 1995 – Jens Böhme
Tatsächlich existiert von diesem Bild nur noch eine Kopie, wie schade. Ich weiß nicht, wo das Original ist?
Die Freiheit der Jugend
Zuerst wollte ich im Titel noch den genauen Ort notieren. Aber so im Nachhinein bin ich mir nicht mehr zu hundert Prozent sicher, ob das Bild nun in Lobbe oder in Göhren auf der Insel Rügen entstanden ist. Mein erster Gedanke beim Wiedersehen der Skizze gehörte dem Örtchen Lobbe auf Rügen, denn da waren wir damals (zwei Pärchen) auf dem hiesigen Campingplatz, der nach Recherche heute noch existent ist. Wir verbrachten wie so oft, entweder mit vielen Freunden aus der Schule (der alten Clique“) oder eben in Pärchen die Ferienzeit auf den Campingplätzen auf Usedom, auf Rügen oder irgendwo anders an der Ostsee. Zu mehr reichte oft das Taschengeld nicht und es war eine Art von jugendlicher Freiheit und Unbekümmertheit, die der Sommer und der Urlaub ohne Eltern mit sich brachte. Als zweites kam mir der Gedanke, dass es auch das Örtchen Göhren sein könnte. Nach einer Recherche auf Google Maps tendiere ich aber sehr stark zu meinem ersten Gedanken und der Erinnerung an Lobbe.
Über 500-Seiten dick! – „Gedichte für Clauqueure – Gedichte von Liebe, Lust und Leben“ von Jens Böhme
Eine lyrische Chronologie von Gedichten, Fragmenten, Texten!
Die ersten Gedichte und Texte entstanden irgendwann nach dem Mauerfall als ich mich das erste Mal verliebte.
Die Teenagerzeit, meine Jugendjahre in den 90ern, war ein spannende und turbulente Zeit. Smartphones gab es noch nicht, wenn man jemanden toll fand, schrieb man auch schon mal einen Zettel bzw. einen Brief. Die Neunziger Jahre waren eine Zeit voller Überraschungen, vor allem was geschichtliche Ereignisse anbelangt, aber auch, was die Entdeckung der eigenen Gefühle sowie der „Lust“ betraf. So ist es nicht verwunderlich, dass meine ersten Schriften eher einfacher Natur sind. Die aus meiner Sicht wichtigsten Texte, mit denen ich auch schöne Erinnerungen verbinde, gehören zu meiner chronologischen Auswahl dazu. In meiner Jugend- und Studienzeit in Meißenund Dresdenentstanden dann weitere Gedichte, Fragmente, Texte jeglicher Art und unterschiedlicher Stiele. Es gab Zeiten mit großer Produktion und Zeiten, in denen ich gar nichts oder weniger aufschrieb. Irgendwann ging ich dann nach Berlinund in 16 Jahren Berliner Zeit erlebte ich eine Menge. Daher gibt es aus dieser Zeit ebenso viel an Texten im Buch zu lesen. Am Ende folgten dann die neuesten Texte aus meiner neuen Wahlheimat Rastedeim Ammerland. Da ich stets auch die Orte der Textentstehung mit datiert habe, kann der Leser zusätzlich auch verschiedenste Reiseorte in Deutschland und der Welt nachvollziehen. Vielleicht war der ein oder andere auch schon einmal da, wo ich schon war? Überall gab es die Möglichkeit etwas zu notieren oder zu sinnieren. Immer dann, wenn mir danach der Sinn stand etwas aufzuschreiben und mich die Muse in heimischen Gefilden oder in der Ferne küsste.
Klappentext:Dieses Buch ist ein Sammelsurium an Texten aus unterschiedlichen Lebensabschnitten und in den verschiedensten Lebenslagen – meines bisherigen Lebens. Es enthält Lyrik, Fragmente und textliche Experimente aus über 20 Jahren. Da die Texte chronologisch aufgeführt werden, kann der Leser bestimmte geschichtliche Ereignisse wiedererkennen sowie den ein oder anderen Einfluss anderer Autoren und Stile entdecken. Viel Spaß beim Lesen!
Gedichte für Claqueure – Texte von Liebe, Lust und Leben von Jens Böhme
Dieses Theaterstück habe ich Ende der 90er Jahre geschrieben. Da war ich allerdings noch recht jung und das Manuskript trug den Arbeitstitel „Am Neubaugebiet ist ein Park„. Da er einfach passt wie die Faust aufs Auge (manchmal geht es auch im Stück recht hart zur Sache), habe ich ihn auch so belassen.
Das Manuskript habe ich vor kurzem in digitaler Form in einem alten Ordner im Lotus SmartSuite-Dateiformat wieder gefunden und mir gedacht: Mensch Jens, einfach mal überarbeiten und veröffentlichen – ist doch eine schöne Liebesgeschichte. Zuallererst musste ich erst einmal das Format der Datei ändern, da Microsoft Word die alte Datei nicht öffnen konnte. War gar nicht so einfach, musste mich erst einmal im Netz diesbezüglich belesen. Wie es schien, war ich nicht allein mit dem Problem. Letztlich habe ich meinen Ur-alt-Rechner von einem Laptop wieder hochgefahren auf dem die Lotus-Software zum Glück noch installiert war. So konnte ich die alte unlesbare Datei zu Word konvertieren.
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion ist dies dann auch geschehen. Einmal überarbeitet und anschließend noch einmal von einer Kollegin Korrektur lesen lassen; die das Handwerk einer Lektorin super beherrscht. Ganze 92 Seiten dramatisches Textformat ist dabei heraus gekommen! Neben der Liebesgeschichte beinhaltet dieses Theaterstück, insbesondere geschrieben für das Jugendtheater, auch in Mitten der 90er Jahre alltägliche Probleme junger Menschen der damaligen Zeit, die irgendwo auch Thema meiner eigenen damaligen Jugendzeit der 90er Jahre waren.
Ist das Theaterstück zwar in den 90er Jahren angesiedelt, so ist das Thema doch irgendwie Evergreen-Content. Denn auch die Jugend der 2000er, 2010er und der 2020er Jahre wird die Sorgen und Nöten und auch Fragestellungen haben, die in diesem Theaterstück behandelt werden.
Aller Anfang ist schwer, sagt man … oder auch leicht – je nachdem. Die Frage „Wie fange ich einen Krimi an zu schreiben?“ beantwortete sich bei mir mit: einfach mal drauf los spinnen, denn ich habe da was im Kopf. Es war letzten Sommer und ich war gerade in Berlin unterwegs. Saß im Park am Nordbahnhof und sinnierte so vor mich hin. Plötzlich spann ich mir einen Anfang für einen Kriminalroman zusammen und auch schon einige Protagonisten kamen auf die geistige Bühne. „Mensch, das musst du aufschreiben!“, habe ich mir gedacht und manchmal hat man eben nur die Rückseite einer Webebroschüre von MARC O Polo für die Niederschrift. Ich kritzelte alsbald mit einem Kuli drauf los.
Ich muss gestehen, dass schon einige Ideen für neue Geschichten in der Schublade ruhen und einem einfach die Zeit fehlt, diese weiter zu verfolgen. Aber diesen Anfang, die Idee oder auch nur die Szene nicht aufzuschreiben und die Gunst der Stunde im kreativen Wahn zu nutzen, wäre äußerst schade. Oft passiert es, dass die Ideen, die sich so schon formierten, zu einem ganze Universum aufblasen, dann nur noch rudimentär – in einem Satz oder einem Wort – vorhanden sind und das Beste an der Idee letztlich wieder verschwunden ist.
Ob ich den nachfolgenden Text weiter verfolge, weiß ich nicht, aber ich könnte mir durchaus vorstellen hier einen kleinen Roman von 100 – 200 Seiten mit einem Detektiven oder einem Detektiv-Team zu kreieren. Noch ist nicht aller Tage Abend und die Idee, wie es weiter geht, ist auch schon da. Die grundsätzliche Frage ist, „Habe ich Zeit dafür und könnte die Story jemanden interessieren?“
Nun denn …
Anfang eines Kriminalromans
Das könnte der Anfang eines Kriminalromans sein:
Egon Marius Krämer hat nur ein Buch in seinem Leben geschrieben, dafür hat er aber den Literaturnobelpreis erhalten. Die Auflage seines ‚Buches und die nachfolgenden Auflagen konnten sich sehen lassen; auch die vielen Übersetzungen. Es heißt, er habe nur 11 seiner Bücher signiert. Eines davon befindet sich im Museum für Literaturgeschichte in Berlin* und ein anderes in seinem Safe zu Hause. Vier weitere der signierten Bücher gelten als verschollen oder zumindest: Unbekannt verblieben. Zwei weitere Exemplare befinden sich bei Niklas Woodheimer, einem Internet Millionär, der eines der beiden Bücher für eine horrende Summe bei einer Ebay-Auktion im Internet ersteigert hatte, nach dem sich der Neffe von Krämer aus finanzieller Not ’notgedrungen‘ von seinem seltenen Exemplar trennen musste. 2,4 Millionen Euro erhielt er dafür von Woodheimer. Die Hälfte des Betrages, so wurde gemunkelt, hat er bereits wieder verspekuliert, da er als Spieler auf hohem Niveau nur die Börse als wahren Spielplatz mit Gewinnaussichten, quasi als Königsdisziplin, für echte Zocker hält. Das man da auch verlieren kann, scheint ihm nicht der Rede wert zu sein und gehört zum Spiel eben dazu. Mandy Münch aus Meißen, der Stadt des Porzellans, besitzt ebenfalls ein Exemplar. Das Spiel um sein Leben, scheint der Nobelpreisträger für Literatur Egon Marius Krämer jedenfalls verloren zu haben. Denn er liegt nun Tod auf dem Fußboden seiner Wohnung, exakt zwischen zwei symmetrisch aufgestapelten Türmen von Büchern. Es sind Exemplare seines eigenen Werkes. …
*ausgedacht, das „Museum für Literaturgeschichte“ in Berlin gibt es nicht :-) In Berlin gibt es aber das: Literatur- & Kulturhäuser – „Wandeln Sie auf den Spuren von Brecht, Tucholsky und von Kleist„(visitberlin.de)
Life rides on like a long dirt trail, headin‘ west, no lookin‘ back. Each bold step leaves a cowboy tale, horns will blast – you’re on the right track.
(*Übersetzungshilfe/Translation help: ChatGPT)
Anmerkung: Es steht jedem Leser dieser Zeilen frei in den Kommentaren eine bessere Übersetzung vorzuschlagen.
Ernest Hemingway war 2003 mein Begleiter in Cuba. Okay, nicht persönlich, aber in Form des Buches „Haben und Nichthaben“ wandelte ich auf seinen Spuren in Havanna. Da lag es nicht fern, dass auch die Bar El Floridita kennen lernte. Und wo diese zu finden ist, ist auch die Bar La Bodegita Del Medio nicht weit davon entfernt.
My mojito in La Bodeguita – My daiquiri in El Floridita
T-Shirt Applikation Floridita Cuba
Getreu nach Hemigways Spruch „My mojito in La Bodeguita – My daiquiri in El Floridita“ habe ich allerhand in Havanna erlebt und diese Zeit in Cuba bleibt für mich einfach unvergesslich und äußerst prägend. Havanna, ist eine bezaubernde Stadt voller Musik, Tanz, Zigarren & Rum sowie sichtbarer Armut und dem Verfall preisgegebenen Häusern. Die Hauptstadt Cubas gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und das ist richtig so. Wer als Tourist, hochpolierte Bauten erwartet, ist hier falsch. In dieser Stadt ist die Zeit stehen geblieben, bröckelnde Fassaden in den das wahre Leben Cubas existiert und alte Autos gehören zum Stadtbild und … die karibische Temperaturen und dessen Flair in die Seele der Menschen – Hitze pur! Übrig geblieben von dieser Reise sind allerlei Erinnerungen, Fotos und diverse Mitbringsel sowie ein T-Shirt mit Hemingway-Motiv aus dem Restaurant & der Bar El Floridita.
10 Jahre ist es mittlerweile her, dass ich durch Cuba gereist bin und in den 10 Jahren habe ich das T-Shirt mit dem Hemingway-Motiv all zu gern getragen, bis es die letzten Jahre nur noch als Schlaf-T-Shirt fungierte. Es mir quasi: vom Leibe fiel. In der Öffentlichkeit tragen, konnte ich das Shirt nicht mehr. An manchen Stellen war es voller Löcher, ausgewaschen war es und ausgedehnt. Nur noch selten habe ich es benutzt, da es mir einfach zu schade war und ich es so lange wie möglich erhalten wollte. Dann erfuhr ich dieses Jahr vom Änderungsatelier „Bis es mir vom Leibe fällt“ in den Hackeschen Höfen in Berlin. „Hey Jens, hier kannst du doch dein T-Shirt wieder aufpolieren lassen“, wurde mir vorgeschlagen. „Die Designer machen da auch was völlig Neues draus, wenn du willst.“ Wie jetzt? Echt? Ich brauchte eine Nacht und mein Entschluss stand fest. Ich mach das einfach mal und probiere es aus. Vielleicht können die von „BIS ES MIR VOM LEIBE FÄLLT“ mein T-Shirt oder zumindest Hemingways Geist und meine Erinnerungen in Form meines Hemingway-T-Shirts an meine Zeit in Cuba retten?
Veränderungsatelier Bis-es-mir-vom-Leibe-fällt erhält den Bundespreis ECODESIGN 2012
Also begab ich mich Ende Oktober zu den Hackeschen Höfen und gab mein T-Shirt in vertrauensvolle Hände. Zuvor habe ich mir noch ein weises T-Shirt von Esprit gekauft, denn ein Grundgerüst von einem Kleidungstück wurde zur Verarbeitung benötigt. Welche Größe, Form und Farbe war mir selbst überlassen und da die Esprit-T-Shirts meiner Meinung nach am besten von allen die ich je probiert habe am Körper passen, habe ich mich für ein solches Blanko-Shirt entschieden. Nach einer Beratung und meinen schon vor sinnierten Wünschen erlangte ich mit der Designerin einen interessanten Kompromiss wie das neue T-Shirt – ein solches sollte es auch wieder sein – aussehen könnte. Die Anzahlung von etwas über 30 EURO habe ich sofort getätigt. Ein fairer Preis für ein T-Shirt, wenn ich überlege, dass ich ein Unikat in den Händen halten werde und mein Ernest Hemingway T-Shirt wieder tragbar ist. Vom heutigen Zeitpunkt aus wissentlich, dass das Veränderungsatelier Bis-es-mir-vom-Leibe-fällt sogar den Bundespreis ECODESIGN 2012 erhielt, war es die richtige Entscheidung.
T-Shirt mit Ernest Hemingway Motiv und El Floridita Applikation
Nach knapp 2 Wochen hatte ich mein T-Shirt mit neuem-alten Hemingway-Motiv wieder. Wie vereinbart wurde die Hauptapplikation ausgeschnitten, mit einem Hilfsstoff verbunden, da es schon sehr abgetragen und demzufolge dünn geworden war, und beides zusammen fest und sicher auf die Vorderseite genäht. Eine stylische Naht mit schwarzem Zwirn umrandete nun das Motiv. Auf den rechten kurzen Ärmel ließ ich mir in gleicher Verarbeitung das Emblem der Bar El Floridita nähen, sodass alle Applikationen gerettet wurden.
Hemingway ist tot, es lebe Hemingway!
Hemingway T-Shirt
Mein T-Shirt ist wieder tragbar und sieht echt tipptopp aus. Im Freundeskreis und bei den Kollegen auf Arbeit habe ich mit stolzgeschwellter T-Shirt-Brust davon erzählt und kann wahrhaftig behaupten: „vereinzigarten“ und umgestalten, das funktioniert bei den Designern von „Bis es mir vom Leibe fällt“.
Freiheit bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Für einen Schriftsteller bzw. einen Menschen, der gern schreiben möchte, ist das Freiheitsgefühl über das schreiben zu können, was einen bewegt. Und vor allem auch schreiben zu können, wenn man Lust und Muse hat. Sich einfach die Zeit nehmen zu können und am Buchprojekt bzw. am Text weiter zu schreiben, egal welche Jahreszeit oder Tageszeit ist. Aber mehr ehrlich, dass können die wenigsten Autoren. Wie die meisten Autoren muss auch ich einem ganz normalen Job nachgehen und mein Geld für Miete, Brot und Co. verdienen
Dieses Bild hier zeigt aber eine Zeit in der ich pure Freiheit spüre und eine wundervolle Zeit verbracht habe.
Jeden Tag ein paar Minuten für sich selbst
Mein Tipp: Versucht jeden Tag einmal 5-10 Minuten nur für Euch zu haben und in Gedanken frei zu sein. Augen zu und durchatmen, sich selbst spüren und das Leben wertschätzen! Manchmal reichen auch nur wenige Sekunden. Und das Gefühl das eigene ICH wahrzunehmen und einen sinnvollen Tag zu haben, kann sich schnell und nachhaltig einstellen. Probiert es aus!
Dies meinte mein Kollege am Tisch neben mir. „Echt?“ Antwortete ich, war erstaunt und vergewisserte mich im Online-Kalender meines PCs. Tatsächlich! Wieder einmal ein Freitag der 13.
Im Volksglauben gilt der Freitag der Dreizehnte als Unglückstag. Es wird angenommen, dass dieser Tag besonderes viel Unheil bereit hält und viele Dinge an diesem Tag schon ein schlechtes Omen besitzen. Aus diesem Grund werden bei einigen Menschen sogar Reise abgesagt oder Termin verschoben. So mach einer traut sich nicht einmal aus dem Bett bzw. bleibt für diesen Tag komplett zu Hause.
Ein kurioser Fakt: Laut Wikipedia schreiben sich an diesem Tag drei- bis fünfmal so viele Arbeitnehmer krank.
Triskaidekaphobie und Paraskavedekatriaphobie
Es gibt sogar eine Phobie die mit der Zahl 13. zu tun hat. Diese wird Triskaidekaphobiegenannt. Hat der Mensch direkt vor dem Kalendertag FREITAG DER 13. Angst, dann nennt man das Paraskavedekatriaphobie.
Da habe ich ja noch mal Glück gehabt!
Und nun zu mir! Meine Kollegin hat mich also auf einen Tag aufmerksam gemacht bei dem meine Mutter zum Beispiel – sie ist echt sehr abergläubisch – einen erhobenen Zeigefinger gehabt und vor diesem Tag gewarnt hätte. Natürlich habe ich mich oft gefragt: Ist der Tag jetzt gefährlich für mich? An vielen solchen Freitag der 13.-Tage habe ich daher aufgepasst, was alles so passiert und dass mir eben nichts Schlechtes passiert. Und was ist passiert?
FREITAG DER DREIZEHNTE – Was bedeutet er für mich?
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich an einem Freitag den 13. immer einen angenehmen Tag verbracht und empfinde diesen Tag auch eher als einen normalen Tag. Ich muss gestehen, dass ich sogar glaube an diesem Tag eher Glück zu haben. Denn ich bin ein überzeugter Anhänger der Theorie: „In allen Dingen immer antizyklisch handeln!“.
Daher ist meine Denkweise an einem Freitag den 13. eher auf Glück gerichtet und ich warte an einem solchen Tag auf das, was das Leben für mich interessantes bereithält.
Als ich heute am Morgen zwischen 5:30 Uhr und 6:30 Uhr wach war – übrigens gewollt – habe ich mich anschließend noch einmal für knapp 1½ Stunden wieder hingelegt und mir Ohropax in die Ohren gestopft. Den Wecker gestellt und bin wieder eingeschlafen. Normalerweise höre ich in diesem Zustand den Wecker immer, doch heute war es anders. Als ich kurz die Augen wieder aufmachte, gewahr ich, dass es über 10 Minuten drüber war. Der Wecker hat nicht geklingelt! Oh nein, dachte ich, was ist denn das? Schnurstraks bin ich aufgestanden, hatte aber noch ca. 18 Minuten Zeit bis zu meiner S-Bahn Richtung Warschauer Straße. Dann fiel mir noch ein, dass ich doch mein Fahrrad, mit dem ich sonst so ein paar Minuten bis Berlin Hauptbahnhof gut machen kann, eben an diesem Hauptbahnhof am Vorabend habe stehen lassen. Nein. Aber irgendwie, auch wenn der Wecker nicht klingelte und die Zeit mir im Nacken stand, habe ich dann doch alles noch rechtzeitig geschafft.
Und irgendwie, wenn auch etwas hektisch, war ich einigermaßen pünktlich auf Arbeit. Da kann ich nur sagen: Glück gehab! Schließlich hätte ich ja auch ganz genüsslich bis 11 Uhr schlafen können. Auch habe ich immer das Gefühl, ich sollte an diesem Tag – Freitag den 13. – Lotto spielen. Ob ich das heute noch hinbekomme, ist fraglich (na vielleicht kann ich ja die Zahlen wenigstens tippen)? Aber beim nächsten Mal, beim nächsten Freitag den Dreizehnten ist diese antizyklische Handlung ein „Muss“. Denn da, wo so viele Menschen ein negatives Gewicht sehen, so zum Freitag den 13., muss es auch einen positiven Ausgleich geben. Das Universum ist nun mal so gestrickt. Es gibt immer die andere Seite – der Macht, um mal im STAR WARS-Sinn zu sprechen. Daher bin ich, einmal schelmisch lächelnd bei dieser Aussage, grundlegend dafür, eben den Platz für diese „helle Seite der Macht“ zu beanspruchen. Wenn es sonst keiner tut, dann mach ich das eben.
Und gern gebe ich mit dieser Denkweise Anstoß mir zu folgen und es gleich zu tun. Versucht doch einmal an diesem Tag das Glück zu finden, zu entdecken, für Euch in Anspruch zu nehmen!
„Immer antizyklisch handeln!“
Einen wunderschönen Freitag den 13. wünsche ich Euch von Herzen … und immer daran denken: Antizyklisch handeln.
Auf Heimatbesuch vor einigen Tagen in Meißen. Es hat geschneit und der Blick von der Albrechtsburg in Meißen zeigte eine wunderschöne winterliche Kulisse. Es war bitterkalt, genau wie aktuell in Berlin. Überhaupt war es lange genug winterlich und die Temperaturen sehr ungemütlich. Es wird langsam Zeit für einen Wetterwechsel!
Meißen – Ein Wintermärchen im März
Aber wo ist der Frühling? Wer ihn findet, soll ihn festhalten und mir bescheid geben. Ich komme hinzu und überzeuge ihn gern mit, dass es endlich Zeit für seine Präsenz in unseren Gefilden ist.