Eigentlich hätte ich ja heute das Vorabexemplar meines Buches erhalten sollen, um alles zu checken und um dann mein „Okay“ für die Freigabe zum Druck zu geben. Aber der Briefkasten war leer. Ich bin extra zweimal zum Briefkasten gegangen. Felsenfest habe ich damit gerechnet, dass ich heute das erste Buch meines Liebesromans – wenn auch nur den Prototyp – in den Händen zu halten. Frau L. vom Verlag meinte am Mittwoch, dass ich an diesem Tag mit der Sendung rechnen könnte. Also hatte ich mich auch geistig auf den heutigen Mittwoch eingeschossen. Natürlich weiß ich, dass nicht immer alles auf den Tag, die Stunde, ja auf die Sekunde genau terminiert oder versprochen werden kann. Auch wenn wir alle das immer gern so hätten. Insbesondere bei so einer zu erwartenden Sendung wie das Vorabexemplar meines Romans. Also heißt es noch einmal eine Nacht schlafen und dann mit großer Erwartung erneut zum Briefkasten gehen.
Ich fühle mich im Moment wie damals als Kind zu Weihnachten oder vor dem Geburtstag: Ich kann es kaum Erwarten …
Berlin, 7. Mai 2009
Yeahhh … heute habe ich das Buch endlich im Briefkasten gehabt – den Prototypen meines ersten Romans. Erst als ich wieder in der Wohnung war, habe ich die Büchersendung hastig ausgepackt und das Büchlein bewundert. Auf dem Sofa in meinem Zimmer bin ich dann wild ins Blättern geraten und habe mir alles genau angeschaut. Mit einem himmlischen Glücksgefühl, konnte ich dann entspannt realisieren, dass es jetzt den Roman „Der Tausendfüßler“ wahrhaftig gibt.
Nach dem Check und der Druckfreigabe warte ich nun auf die Bestätigung, dass ich meine angeforderten Autorenexemplare erhalte und die ISBN-Nummer (Internationale Standardbuchnummer) frei geschaltet wird. Erst dann kann der Roman bei mir persönlich, in den Buchhandlungen oder über den Verlag bestellt werden.
Was bedeutet eigentlich die Abkürzung ISBN?
ISBN ist die – Internationale Standardbuchnummer –
Die ISBN-Nummer dient zur eindeutigen Kennzeichnung von Büchern und anderen selbstständigen Veröffentlichungen mit redaktionellem Anteil, wie zum Beispiel Multimedia-Produkten.
ISBN-Nummern werden überwiegend in Warenwirtschaftssystemen des Buchhandels eingesetzt. Auch viele Bibliotheken verwenden die Nummern für die Bestellsysteme und die bibliotheksübergreifenden Kataloge.
Berlin, 8. Mai 2009
Nein, ich habe nicht geträumt. Jetzt hat sich die ausgedachte und nach und nach entwickelte Geschichte in einem handfesten Buch tatsächlich materialisiert. Auch am Morgen nach Erhalt des Vorabexemplares war das Buch immer noch fassbar! Und dies wird es mit Sicherheit auch bleiben – haptisch existent. „Ick freu mir!“ würde der Berliner sagen.
So und nicht anders sieht der Roman „Der Tausendfüßler“ im Buchumschlaglayout aus. Das Layout gefällt mir außerordentlich und ich denke, dass das Bild wie die Faust aufs Auge auch zum Titel und zum Inhalt passt. Es gab lange Diskussionen in unserer WG in Berlin und bei meinen Freunden, welches Bild am geeignetsten sei. Zwischen zwei Foto-Varianten in unterschiedlichen Farbvariationen mussten wir uns bzw. ich mich am Ende entscheiden.
Bild: Buchumschlaglayout – Der Tausendfüßler
Das Endprodukt im Layout übertraf meine Vorstellungen und ich bin hoch erfreut es nun präsentieren zu können.
Info und Anmerkung des Autors: Den Roman gibt es nicht mehr mit dieser Covergestaltung wie hier im Bericht. Der Liebesroman hat nach der 2. Auflage im Verlag BoD eine neues Layout – quasi ein neues frisches Cover-Kleid.
Als ich die erste Seite des Romans schrieb, damals ein Experiment mit Feder & Tinte auf einem exquisiten Block aus Edelleinen, hatte der Beginn etwas Kafkasches. Oder sagen wir, ich war von Franz Kafka inspiriert worden. So schrieb ich in alter Romancier-Manier die ersten Zeilen eines Textes und wollte eigentlich nur eine Kurzgeschichte zum Besten geben. Gleichzeitig wollte ich die Technik des Schreibens mit Feder & Tinte ausprobieren. In Abständen tauchte ich die Metallfeder – das Set war ein Geburtstagsgeschenk 1999 – in das Tintenglas. Immer dann, wenn ich wieder Lust hatte mich dieser kreativen Schreibweise zu bedienen, schrieb ich an dem Text weiter und er wuchs und wuchs und er wuchs immer mehr an. Es wurden immer mehr Seiten und der ganze Block füllte sich allmählich. Ich kaufte mir daraufhin einen zweiten Schreibblock. (Info: Bilder von diesen beschrieben Seiten mit Tinte sind hier im Blog auch zu erspähen.)
Notebook versus Schreibgerät
Bild: Tintenfleck
Da sich die Geschichte arg vergrößerte und sie mit der 1. Seite im Stiele Kafkas – wie es mir anfangs vorkam (zudem hatte ich als Poster über meinem Schreibtisch die 1. Seite vom handgeschriebenen Roman „Der Prozess“ von Kafka) – nichts mehr zu tun hatte, sattelte ich um auf den eigenen Laptop. Die Niederschrift mit dem Notebook ging schneller und strapazierte meine Hand weniger, denn ich musste bis zum Wechsel schon recht ordentlich mit der Feder aufdrücken. Vor allem, wenn die Tinte wieder zur Neige ging, floss die Buchstabensaft nicht mehr so leicht auf das Blatt Papier in jenem Edelleinenblock. Außerdem bestand jedes Mal Gefahr, dass sich die Schrift viel zu dickflüssig generierte oder aber die Feder schlichtweg kleckste, wenn ich vorzeitig erneute Tinte der Feder zugeführt hätte.
Bild: Edelleinen – Briefalux
Es ging also weiter. Der Roman bekam Gestalt und irgendwann musste ich mir in Abständen eindeutig überlegen, wie es mit der Geschichte weiter geht bzw. wo es eigentlich hingehen soll. Am Anfang habe ich einfach nur geschrieben. Hier und da entstanden handschriftliche Fragmente, die ich auch außerhalb der Wohnung in Cafés, in Pausen, auf Bänken im Park, im Zug auf Reisen usw. notierte. Manchmal durchaus mehr als eine Seite, ein anderes Mal war es wiederum nur eine Dialogsequenz, die ich mit nach Hause brachte.
Der Protagonist Conrad Wipp
Nach etwas mehr als 30 Seiten zeichnete sich das Dilemma des Protagonisten Conrad Wipp ab – Conrad kränkelte seelisch an zwischenmenschlicher Kommunikation – und lebte seit einiger Zeit bis zum Beginn der Geschichte im 1. Kapitel ein zurück gezogenes von der Gesellschaft entferntes Leben. Meine Figur, so kam es mir in den Sinn, soll am Anfang in seinem Dilemma vorgestellt werden und während des Romans eine Entwicklung vollziehen (Art eines Entwicklungsromans). Conrad Wipp sollte eine Charakterentwicklung mit einem abwechslungsreichen Plot im Hintergrund, einer spannenden und unterhaltsamen Liebesgeschichte durchlaufen. Ich denke, es ist mir gelungen und die Geschichte nimmt von Seite zu Seite mehr Gestalt an und mehr an Fahrt auf. In die heutige moderne Zeit eingebettet bekam die Hauptfigur Conrad Wipp somit ein passendes modernes Umfeld in dem er sich entwickeln kann. Ob er es nun schafft oder nicht, verrate ich selbstverständlich nicht hier, sondern dem Leser oder der Leserin nur im Buch.
Wie entstand die Idee den Romantitel „Der Tausendfüßler“ zu benutzen?
Sicherlich hört und liest man als Leser oft, dass es einen sogenannten Arbeitstitel gibt, den der Autor während des Schreibens benutzt. Manchmal bleibt er dann als richtiger Titel so stehen, aber oft wird dann ein marketingträchtiger Name durch den Verlag gesucht oder aber der Autor findet am Ende dann doch noch einen treffenderen – oftmals kürzeren – Titel. Genau dann, wenn er einen göttlichen Überblick über die fertige Geschichte hat. Irgendwann musste und wollte ich auch einen Arbeitstitel benutzen und da öffnete mir ein Interview aus dem Buch „Nicht nur freche Sprüche“ von Gregor Gysi(Hrsg.: von Jürgen Reents und Hanno Harnisch, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1998) die Augen.
Ich habe nie einen Kurs besucht oder Bücher über richtiges Reden studiert. Mir hat mal jemand seine Magisterarbeit zugeschickt, in der er meinen Redestil analysiert hat, Verben, Substantive und Satzlängen abgezählt. Habe ich bis Seite fünf gelesen und dann zurückgeschickt mit einem netten Brief.
Was stand da drin?
Daß ich die Arbeit leider nicht lesen könne, weil ich sonst das Reden verlerne. Wenn ein Tausendfüßler darüber nachdächte, wie er geht, würde er sämtliche Beine verknoten.
In diesem Moment hatte ich meinen Titel und die perfekte Situationsbeschreibung wie es meinem Protagonisten Conrad Wipp im Roman ergeht. „Der Tausendfüßler“ mit dem bildhaften Vergleich der verknoteten Beine, der darauffolgenden Lähmung und Unbeweglichkeit, passte zur Hemmung, Lähmung und Unbeweglichkeit der Kommunikation von Conrad Wipp, wie die Faust aufs Auge. Geboren war nicht nur der Arbeitstitel, sondern der letztendlich feststehend Titel des Romans DER TAUSENDFÜSSLER.
Gestern (Montag) habe ich alle Daten in einer 6 MB großen E-Mail an Frau L. gesendet. Darin befindlich war das komplett korrigierte Manuskript „Der Tausendfüßler“. Außerdem noch mit dabei befand sich das endgültige Coverbild (ich hoffe, ich habe das richtige Bild gewählt, lasst Euch überraschen), der Klappentext und diverse andere relevante Daten zur Buchproduktion.
Jeder Autor braucht ein Foto für das Buch oder etwa nicht?
Autorenfoto – Jens Böhme
Zuvor jedoch, im Laufe des Vormittags, nach einem Frühstück mit selbst gemachtem Rührei, habe ich von einer Fotografin zu Hause ein entsprechendes Autorenfoto für das Buch knipsen lassen. Dieses Autorenbild – ganz klassisch – vor meiner kleinen heimischen Bibliothek. Mit dem Bild bin ich sehr zufrieden und wir mussten uns am Ende zwischen zwei Favoriten entscheiden. Letztendlich haben wir jenes ohne Denkerpose (dieses gibt es erst im Buch zu sehen) genommen. Auch alle anwesenden in unserer Berliner WG haben das auserwählte Bild als das Bessere mit einem Fingerzeig attestiert.
Im Anschluss habe ich dann die schon vorbereitete Kurzvita unter das Bild gefügt und gleich hinter den Manuskripttext eingefügt. Seitdem warte ich auf einen Rückruf vom Verlag, um Details zur Produktion zu klären. Vor allem was das Layout betrifft, da muss noch die direkte Vorstellung des Machbaren abgeglichen werden.
Es bleibt spannend!
Andere Artikel zur Entstehung und Veröffentlichung des Romans „Der Tausendfüßler“:
Habe gestern das von mir überprüfte Manuskript meines Romans „Der Tausendfüßler“ mit den vorgenommenen Änderungen der Lektorin zu Frau L. vom Verlag geschickt. Die Lektorin hat professionelle Arbeit geleistet und ich bin zufrieden und sehr froh mich für eine solche Vorgehensweise entschieden zu haben. Wie vermutet, wurden doch noch einige Korrekturen am Manuskript vorgenommen; vor allem formal. Jene Endfassung, die ich jetzt zurück gesendet habe, betrifft nur noch wenige Änderungen, die wiederum mir aufgefallen sind. Die Lektorin soll diese nur noch einmal checken. Das Ganze wird sicherlich kein großer Aufwand mehr sein. Und dann …
… steht die Endfassung für das Buch
Auch habe ich gestern die letzte und 2. Rate von 512,60 € der Kosten für das „Korrektorat“ des Verlages angewiesen (siehe auch Artikel: Über Geld redet man nicht). Nun kann es endlich losgehen – ab mit dem Manuskript in die Buchproduktion. Ich denke, Ende der Woche oder vielleicht Anfang nächster Woche kann der Autorenvertrag unterschrieben werden. Dann wird das ganze Buch wieder etwas fassbarer durch die Kalkulationen des Verlages (Seitenanzahl, Verkaufspreis, Buchlayout etc.pp.).
Das richtige Cover für das Buch „Der Tausendfüßler“
Im Moment beschäftige ich mich mit dem Finden eines passenden Covers. Ich habe dahingehend auch schon etwas in Aussicht, möchte aber dazu noch nichts Konkretes sagen. Die Entscheidung für ein Buch-Cover habe ich noch nicht endgültig getroffen. Ich empfinde die Wahl eines Buchcovers als sehr schwierig, da ich bei dieser Entscheidung an so viel denken muss. Wie zum Beispiel: Ist dies die passende Farbe? Sagt das Bild auch wirklich aus worin es in dem Buch geht oder muss es das eigentlich gar nicht? Soll das Cover-Bild unbedingt etwas mit dem Titel „Der Tausendfüßler“ zu tun haben oder kann es auch ein anderes Bild sein? Soll es ein Bild sein, welches zur Story, zum Liebesroman oder auch nur zum Protagonisten passt? Fragen über Fragen!
Ein wirklich diffiziles Pflaster … doch kommt Zeit, kommt Rat.
Frage an den Blogleser: Muss das Bild unbedingt etwas mit dem Buchtitel zu tun haben oder kann dieser auch andere Assoziationen hervorrufen? Ist man enttäuscht, wenn der Klappentext etwas anderes mitteilt als das Cover oder ist dies gerade interessant im Zusammenspiel mit Titel, Buchcover und dem auf der Rückseite stehenden Klappentext?
Montag: Das komplette Manuskript „Der Tausendfüßler“ ist überarbeitet
Erst nach 22 Uhr habe ich am Montagabend in den digitalen Briefkasten schauen können. Neben anderen Korrespondenzen konnte ich so noch zu später Stunde einen kurzen Blick auf das komplett lektorierte Manuskript werfen. Wirklich nur einen kurzen Blick, denn anschließend bin ich auch schon todmüde ins Bett gefallen.
Dienstag: Anruf bei Frau L.
Ein paar Fragen gibt es immer. Vor allem wollte ich von Frau L. wissen, wie es jetzt weiter geht. Jetzt, da alles unter Dach und Fach ist; was das Lektorat betrifft. Sie meinte: Ich muss nur noch einmal komplett darüber schauen, ob ich mit allen Änderungen einverstanden bin. Wenn ja, bleibt die Endfassung meines Textes so, wie ich sie bekommen habe. Dann soll ich alles so wieder zum Verlag zurück senden. Sollte ich doch noch etwas ändern wollen, dann ist diese Version, in der die neuesten Korrekturen vorgenommen wurden, die „Topversion“ für den Druck.
Mittwoch: Ziel gesteckt
Ich habe mir das Ziel gesetzt mit der Überprüfung des korrigierten Textes bis Sonntag fertig zu sein, damit ich dann nächste Woche die ersten Produktionsgespräche führen und der Autorenvertrag im Detail geklärt werden kann. Auch zum Buch-Cover habe ich mir schon Gedanken gemacht und eine Künstlerin getroffen, die eventuell das Cover erstellt.
Donnerstag: Montag ist „eigentlich“ SCHONTAG
Heute ist nicht viel passiert. Ich habe viel zu lange geschlafen und bin ehrlich gesagt nicht so richtig in die Gänge gekommen. Das nächste Etappenziel ist aber immer noch präsent und begleitet mich den ganzen Tag über in meinen Gedanken. Ich bin schon sehr neugierig auf den Text. Habe aber noch nicht angefangen, da es noch einige andere Dinge zu erledigen gab.
Freitag: Die ersten Seiten
Habe mit der Begutachtung des gelieferten Textes angefangen. Über das Wochenende möchte ich alles geschafft haben. Schließlich möchte ich endlich das Gefühl spüren wieder mein eigenes Buch in den Händen halten zu können.
Wir befinden uns in der 12. Kalenderwoche. Am Donnerstag erhielt ich per E-Mail einen Teil der ersten Version des korrigierten Manuskriptes. Die Korrektur erfolgte digital und die Veränderungen bzw. die Veränderungsvorschläge sahen sehr übersichtlich aus. Entweder ich habe in Microsoft Word diese Bearbeitungsvariante noch nicht entdeckt oder aber die Lektorin hat ein spezielles Programm dafür benutzt, um die Änderungen so dazustellen wie ich sie jetzt vor mir habe. Nun, das bekomme ich sicherlich noch raus. Bevor ich etwas am Text ändere, soll ich noch warten bis das Manuskript vollständig von ihr korrigiert wurde. Da die Änderungen schon Bestandteil der endkorrigierten Fassungen sind, wie ich erfuhr. Erste dann erst soll ich mich an das fertig korrigierte Manuskript setzen und noch einmal mit den Augen des Autors über den Text fegen und alles Unstimmige ausmerzen. Ich rechne mit der vollen Korrektur des Textes Ende nächster Woche. Ich lass mich überraschen!
Einer Ansprechpartnerin beim Verlag habe ich noch schnell geklärt, dass der Name der Buchhändlerin nicht Mira – wie es unwissentlich als Arbeitstitel durch die Lektorin im gesamten Text geändert wurde -, sondern Miria heißen soll. Miria Marck ist die Dame in die sich der Protagonist Conrad Wipp verliebt. Zum Glück erledigt die Lektorin die Richtigstellung gleich mit und ich bin froh darüber, dass auch dieses Problem aufgefallen ist und geklärt wurde. Ich weiß auch nicht, wie Mira in den Text gekommen ist? Entweder ich habe aus Versehen ein paar Mal das „i“ vergessen oder die Rechtschreibprüfung von Word hat irgendetwas umformatiert, was nicht formatiert werden sollte. Wer weiß es?
Außerdem: Meine Frage an den Leser und die Leserin des Autoren-Blogs – wo hätte denn der Leser seine Lieblingspräferenz im Namen – bei Mira oder bei Miria? Das würde mich echt einmal interessieren!
Ich sitze wie auf heißen Kohlen. Jeden Tag denke ich an die Lektorin und frage mich, wann sie wohl mit dem Manuskript fertig sein wird? Schaue auf den Kalender und male mir in Gedanken schon den Tag aus, welcher es frühestens sein könnte, um eine erste Nachricht von ihr zu erhalten. Dann frage ich mich: Wie viel muss ich wohl noch verändern bzw. auf wie vielen Seiten hat sich möglicherweise der berühmtberüchtigte Fehlerteufel* eingeschlichen und sein rechtschreib-grammatikalisches Unwesen getrieben?
Wer weiß, wer weiß es? Selbst mit Hilfe der Word-Rechtschreibprüfung habe ich bei der letzten Überarbeitung und bei denen davor immer wieder etwas Neues entdeckt, was es galt zu berichtigen bzw. was nicht so ganz stimmig war. Doch genau dafür ist so ein Lektorat eben da, – ohne die so genannte Betriebsblindheit – eben unabhängig und kritisch mit dem Text des Autors umzugehen. Das geht nicht von heute auf morgen, das braucht auch seine Zeit und das muss ich wohl oder übel auch anerkennen.
Trotzdem sehne ich die E-Mail mit dem korrigierten Text herbei, so dass es endlich vorwärts gehen kann.
*Bedeutung: imaginäre, als heimtückisch-listig vorgestellte Macht, der man die Schuld an den trotz aller Sorgfalt auftretenden Fehlern gibt (duden.de)
Voraussichtlich in der 12. Kalenderwoche wird das Korrektorat abgeschlossen sein, steht in der E-Mail von Frau L. und ich erhalte die Prüfdatei des Romans von der Lektorin. Dies wird dann in der Woche zum 16. März 2009 passieren; wenn ich mich nicht verrechnet habe. Ich bin jetzt schon ganz gespannt auf den weiteren Verlauf und hoffe, dass sich die Änderungsvorschläge in Grenzen halten.
Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat
Das Korrektorat
Korrektorat: Hier geht es um die reine Sprachkorrektur. Geprüft werden Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Typografie. Der Textinhalt bleibt unangetastet.
Das Lektorat
Lektorat: Geht einen Schritt weiter. Zusätzlich zum Korrektorat wird hier auch Stil, Ausdruck, Verständlichkeit und Logik geprüft. Oft gibt es auch inhaltliche Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge.
Kurz gesagt: → Korrektorat = Form → Lektorat = Form + Inhalt/Stil
Bis dahin habe ich Zeit an einem weiteren Manuskriptprojekt zu arbeiten (Ideen gibt es ja genug und ein-zwei fertige und halbfertige Manuskripte liegen auch schon in der Schublade) und relativ zeitnah eine erste Leseprobe des Romans „Der Tausendfüßler“ hier zu platzieren.
Es macht wahrscheinlich Sinn das erste Kapitel des Romans zu präsentieren oder ein spannende Szene aus der Mitte der Geschichte? Zudem überlege ich auch noch, ob ich eine extra Hauptkategorie in meinem Literatur-Blog dafür anlege oder aber diese Leseprobe als einen ganzen Artikel poste?
Eine eigene Seite im Blog dafür anzulegen, wird sicherlich benutzerfreundlicher sein.
Mal überlegen …
(Artikel aktualisiert 16.04.2025)
Weitere Artikel zur Entstehung und rund um den Roman „Der Tausendfüßler“:
Oh doch! Über Geld wird doch andauernd gesprochen. In der Politik zum Beispiel über die Steuern; das „Haushaltsgeld“. In der Wirtschaft über die Milliardenpakete, die an die Banken gehen und beim Kneipenbesuch nebenan über die Bierpreise. Egal wohin man heute schaut, man muss wissen:
„Was kostet die Welt?“
Kennt Ihr den schon? – Ein ironisches Sprichwort
„Egal! Was kostet die Welt?“ – voll Euphorisch gefragt.
Ganz ehrlich! Überall ist das Thema Finanzen präsent, so auch in Kunst und Kultur. Denn von Luft und Liebe allein kann der Mensch nicht leben – zumindest nicht dauerhaft.
Manuskriptseite in Tinte
Ein Blick auf die Finanzen
Da dies das Blog zum Roman ist, möchte ich natürlich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Ich möchte hier den Prozess des Manuskriptes zum fertigen Roman darlegen und dazu gehört nun mal auch die finanzielle Seite des Projektes. Sozusagen eine Buch-Bilanz für all diejenigen, die wissen wollen was am Ende bei der Publikationsvariante „Book-on-demand“ unterm Strich investiert wurde. Ich hoffe damit auch anderen Autoren, vor allem auch Hobbyautoren, einen kleinen Einblick zu geben und zu zeigen mit welch pekuniärem Einsatz man rechnen sollte und an welchen Kriterien sich das festmacht.
Gestern wurde von meinem Konto die erste Rate von 512,60 € an den Lektoratsservice des Verlages abgebucht. Das Lektorat – hier Korrektorat genannt –, kostet insgesamt ganze 1.025,20 €. Diese Summe wurde nach Absprache in 2 gleiche Teile gestückelt. Der erste Teil zu Beginn, also wenn die Lektorin mit der Korrektor los legt und der zweite Teil, wenn sie mit dem Text komplett fertig ist und mir anschließend das Manuskript zurück schickt. Dann liegt es wiederum an mir, den Text gegen zu lesen und die vorgeschlagenen Korrektoren zu ändern und mögliche Ungereimtheiten, sowie Redundanzen auszumerzen. Ist dann das Manuskript soweit zum Druck bereit, wird ein Prototyp erstellt und es geht in die Produktion. Dazwischen jedoch muss noch das Buchcover bestimmt werden. Für die tatsächliche Produktion, wo dann Seitenanzahl, Verkaufspreis, Cover, Klappentext etc.pp. fest steht, muss ich dann noch einmal in den Finanztopf greifen. Dazu detaillierte Informationen, wenn es soweit ist.
Wichtig ist, dass der Text am Ende Qualität hat. Aus diesem Grund habe ich mich für ein professionelles Lektorat entschieden. Denn nur Qualität überzeugt letztendlich den Leser und dafür steht wiederum der Lektor, der sich objektiv mit dem Text auseinander setzt.
Die erste E-Mail, die ich heute empfing, war eine nun wirklich verspätete Absage einer Literaturagentur. Klar, manche Dinge brauchen eben Zeit; nicht nur Zeit zum Lesen, auch Zeit zur Entscheidung. Das räume ich natürlich jeder Agentur, jedem Lektor und auch jedem Sachbearbeiter einer literaturfremden Angelegenheit ein.
Bei ungefähr sechs Literaturagenturen hatte ich im Vorfeld vorsichtig angefragt. Zwei haben sich überhaupt nicht gemeldet. Drei haben abgesagt und mit einer Literatur-Agentur war ich übereingekommen, erst noch einmal das Manuskript zu überarbeiten und es ihnen danach noch einmal erneut zu zusenden. Von letzterer Aktion und einer größeren Überarbeitung habe ich dann abgesehen.
Vielleicht sollte ich eine Liste jener Literaturagenturen erstellen, die so unprofessionell sind, sich nicht einmal zurück zu melden? Um andere Autoren wirksam zu warnen, so dass diese nicht unnötige Zeit in solch ein Agenturverhalten zu investieren. Mal sehen? (Okay, da spricht die Frustration aus mir, ich gebe es zu.)
Die Vermutung
Zudem fällt mir auf – auch aus Gesprächen mit anderen Autoren -, dass die Sichtung des Manuskriptes entweder so schnell geht und ich den Verdacht hege, dass die Texte kaum oder gar nicht gelesen worden sind. Oder aber! Es wurde ein eigens dafür abberufener Billigpraktikant dafür eingestellt, der nach einem ebenso flüchtigen Blick, sich nach extrem langer Zeit – nach viel zu langer Zeit – irgendwann bequemt – dann noch eine Absage zu senden. Höflichkeitshalber versteht sich! Eine professionelle Absage oder ein passendes Feedback, dass der Text erst einmal angekommen ist, denke ich, kann ein jeder Autor mit Sicherheit verlangen. (Nachtrag 18.01.2026: Heutzutage gibt es auf den Webseiten der Verlage oder Literaturagenturen fast standartmäßig Hinweise auf was bei einer Manuskripteinsendung zu achten ist bzw. das unaufgeforderte eingesendete Manuskripte ohne Absprache leider nicht bearbeitet werden können. Oft auch die Bitte, dass der Autor vorher genau recherchieren soll, ob der eigene Titel ins Verlagsprogramm passt. Mit der heutigen Möglichkeit von Book on Demand und Selfpublishing stehen den Autoren in den 2020er Jahren weitere Möglichkeiten und Plattformen bereit ein Buch zu veröffentlichen.)
Alles & Nichts
Enttäuscht über jene Absage bin ich ehrlich gesagt nicht; vielleicht ein bisschen, okay, aber mehr auch nicht. Wer sich so lange Zeit lässt, ist an einer wirklichen Zusammenarbeit nicht interessiert, vermute ich mal. Und wie sagt man so schön: Keine Antwort ist auch eine Antwort! Also war mir die Antwort irgendwann schon klar.
Außerdem habe ich längst einen anderen Weg gefunden mein Buch zu publizieren. Zwar lese ich immer jede Zeile genau, um auch zwischen den Zeilen zu erfahren, woran es denn gelegen haben könnte, doch bleibt mir die Erleuchtung oft verborgen. Und irgendetwas in einen Satz hinein zu interpretieren, kann man für gewöhnlich alles & nichts.
Bei meinem nächsten Buch, an dem ich gerade schreibe, werde ich jedenfalls differenzierter vorgehen.