Auch das gibt es: 20 Jahre Mauerfall – Best of Twitter

Wer hätte das gedacht? – Gesammelte Tweets.

Die Mauer - Domino - Berliner Mauer - 20 Jahre Mauerfall
Domino - Berliner Mauer - 20 Jahre Mauerfall

Interessant zu lesen, die Twitter Hitliste auf schubladenschaf.de. Ich habe gestaunt & mich einmal umgesehen. Ab und zu auch einmal über so manchen Tweet geschmunzelt. War ja dabei – beim „Jubiläum 20 Jahre Mauerfall“ und „Best of Twitter“ bei schubladenschaf.de:

„Zur Feier des Tages hier eine kleine Übersicht zu schönen, lustigen oder interessanten Tweets zum Mauerfall“ (Zitat: schublandenschaf.de)

20 Jahre Mauerfall – Best of Twitter von www.schubladenschaf.de

20 Jahre Berliner Mauerfall - Jubiläum
20 Jahre Berliner Mauerfall - Jubiläum

Info: Zeitumstellung am 25. Oktober 2009 – Eine Stunde länger schlafen

Zeitumstellung – von Sommerzeit auf Winterzeit (Normalzeit)

Diese Nacht ist es wieder soweit.  Es findet eine neuerliche Zeitumstellung statt. Dieses mal können wir eine Stunde länger schlafen. Die Uhren werden um eine Stunde zurück gestellt, das passiert dann gegen 3 Uhr in der Nacht.

Wer mehr über die Zeitumstellung erfahren will, kann auf Zeitumstellung.de gehen.

ARBÖ-Checkliste, wo überall Uhren lauern, die bei der Zeitumstellung vergessen werden können.

Liebesroman von Audrey Niffenegger verfilmt: Die Frau des Zeitreisenden

„Die Frau des Zeitreisenden“ – Ein wundervoller Liebesroman

Jetzt ist er im Kino und wurde verfilmt. Ich habe den Roman von Audrey Niffenegger (540 Seiten) regelrecht verschlungen. Zudem liebe ich Geschichten und Filme von Zeitparadoxa und Zeitspringern, Zeitverschiebung- und Zeitphänomene im Allgemeinen. Wenn das Zeitspringen möglich wäre, ob nun gewollt und kontrolliert oder ungewollt und dem Zufall ergeben, wäre ich gern selbst ein Zeitspringer. Vielleicht lehne ich mich da auch zu weit hinaus, aber der Gedanke übt seinen besonderen Reiz auf mich aus und ich habe schön öfters behauptet: Ich würde sogar das Gefühl der Liebe aufgeben, um so etwas zu können. Doch was ist durch die Zeit springen zu können schon ohne die Liebe?

„Fast wie Benjamin Button …“ titelt welt-online

Die Headline zur Rezension auf welt-online zum Film lautet „Fast wie Benjamin Button: ‚Die Frau des Zeiteisenden’“. Ich sage: Nein. Auch wenn das Wörtchen „fast“ die Aussage enthemmt, so ist die Geschichte doch ein völlig andere. Ich möchte mich hier auch nur auf die Headline beziehen und dabei die literarischen Vorlangen im Blick haben. Beide Bücher habe ich gelesen, sowohl „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ von F. Scott Fitzgerald, wie auch „Die Frau des Zeitreisenden“ von Adrey Niffenegger. Schon allein die Tatsache das Benjamin Button auf der Zeitlinie bleibt und die Entwicklung vom Greis zum Säugling vollzieht, eben nur umgekehrt und Henry DeTamble wirklich durch die Zeit springt, trennt die Sphären der Geschichten deutlich voneinander. Interessant zu lesen ist die Rezension über den Kinofilm „Die Frau des Zeitreisenden“ von Hans-Georg Rodek auf welt-online trotzdem.

Der Kinofilm „Die Frau des Zeitreisenden“

Es war nur eine Frage der Zeit habe ich mir gedacht. So solch gutes Buch bleibt nicht unverfilmt. New Line Cinema verfilmte den Stoff dieser wundervollen Liebesgeschichte. Gespielt wird Henry DeTamble, der Zeitspringer, von Eric Bana; seine große Liebe Claire Abshire von der hübschen Rachel McAdams. Im englischen Originaltitel lautet der Liebesfilms: The Time Traveler’s Wife.

Da ich den Film noch nicht gesehen habe, kann ich abschließend zum Infotext nur sagen: Ist es sicherlich im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Frage „der Zeit“ bis ich selbst im Kino sitze und gespannt die Umsetzung des Romans auf die Leinwand verfolge.

Zum Inhalt des Romans „Die Frau des Zeitreisenden“ von Audrey Niffenegger

Trailer „Die Frau des Zeitreisenden“ auf der Webseite von http://wwws.warnerbros.de/timetravelerswife/

Hier geht es zur persönlichen Lesehitliste vom Autor des Liebesromans „Der Tausendfüßler“.

Theater des Westens: Musical „Der Schuh des Manitu“ – Sonderblutspendeaktion mit dem DRK-Blutspendedienst in Berlin

Blutsbruder im Theater des Westens gesucht

Die Darsteller der Show „Der Schuh des Manitu“ Abahachi (Mathias Schlung) und Ranger (Claus Biechele) werden persönlich zwischen 13-15 Uhr vor Ort im Theater des Westens zur Autorgrammstunde bitten. Stellvertretend für das gesamte Ensemble übernehmen die Hauptdarsteller zusammen mit dem DRK-Blutspendedienst die Patenschaft der Blutspendeaktion im Theater des Westens. Blutspender können sich mit den Blutsbrüdern fotografieren lassen und das signierte Foto mitnehmen.

Motto der Sonderblutspendeaktion: Blutspenden für Berliner Patienten

Das Motto der Blutspendeaktion lautet: Blutspenden für Berliner Patienten. Jeder Pikser kann bis zu drei Leben retten. Die DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) bietet zudem Gesundheitstests wie z.B. die Messung von Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck und Body Mass Index an.

50-Prozente-Rabattangebot für die Vorstellung „Der Schuh des Manitu“

Blutspender sind Lebensretter. Alle Lebensretter, die am 14. September im Theater des Westens Blut spenden, erhalten als Dankeschön von Stage Entertainment ein 50-Prozent-Rabattangebot. Dies gilt für die Vorstellungen des Musicals von „Der Schuh des Manitu“ bis 30. Dezember 2009. Für Blutspender, die am 14. September einen Neuspender mitbringen, spendiert der Partner der Sonderblutspendeaktion, die ibis Hotelgruppe, 100 Frühstücksgutscheine für zwei Personen. Außerdem erhalten von Fitness First alle „Blutsbrüder“ zusätzlich einen Tagetrainingsgutschein für zwei Personen. Ein persönlicher Trainer steht bei Einlösung des Gutscheins dem Interessierten zur Verfügung. Weiterhin kann im Theater des Westens der Blutspender zudem an einem Koordinationstraining teilnehmen.

Ganz wichtig: Den Personalausweis nicht vergessen!

Der Termin der Blutspendeaktion: Montag, 14. September von 12-19 Uhr, Theater des Westens, Kantstraße 12, 10623 Berlin

Der Autor Jens Böhme „zwitschert“ jetzt auch bei Twitter

twitter.com – Zwitschern auf dem Mikro-Blog

Mein erster Eintrag fand am 24. August 2009 statt. Seitdem sind schon 12 sogenannte „Tweets“ (von engl. to tweet = zwitschern) entstanden; teils mit Infos zu meinem Blog, zu Literatur oder auch mit einigen Nuancen aus dem privaten Aktions- und Meinungsbereich. Mit maximal 140 Zeichen muss der Nutzer sich kurz fassen können. Da ist mitunter Simplizität und Kreativität gefragt. Bei einem Verweis auf interessante Webseiten bzw. Beiträgen aus dem Netz hilft ein URL-Verkürzer wie tinyurl.com oder bit.ly. Ohne diese Hilfsmittel wird es schwierig, die meist ellenlangen URL’s und Seitenverweise zusätzlich einzubinden.

FOLLOWING und FOLLOWERS bei TWITTER

Twitter ist, seit es Twitter gibt, sicherlich mehr als nur ein Experiment –  eben ein neuer Kommunikationsweg. Für mich seit wenigen Wochen auch kein Experiment in diesem Sinne mehr, sondern schon ein neuer spannender Kommunikationskanal im Minniformat. Ich gebe zu, ich stehe am Anfang und lerne gerade in dieser Spähre laufen. Auch was die Anzahl meiner Followers anbelangt. Ein „Follower“ (engl. to follow = folgen) sind Leser, Interessiert & Neugierige, die dem Feed bze. Log (wie Logbuch) einer Person folgen. Je nach Intension wie viel getwittert wird, erfährt der Follower fast in Echtzeit was der Autor des Tweets gerade macht oder gemacht hat, was er für Gedanken hegt oder auch was er gedenkt zu machen. Vielmals werden News die gerade selbst eruiert worden oder aber die man von einem anderen Twitter-User bekommen hat ins Mikro-Tagebuch eingetragen. Demzufolgen kann Twitter ein sehr schnelles Medium für Neuigkeiten sein. Was jeder Einzelne preis gibt, muss auch jeder Einzelne selbst entscheiden. Aus diesem Grund wird auch die Relevanz der einzelnen Meldung stets davon abhängen ob es sich um belangloses oder brisantes Gezwitscher handelt.

Der Autor Jens Böhme ist jetzt auch dabei

Interessant ist es auch für mich jemanden zu folgen, den ich kenne. Erstens, um meine eigene Neugier zu befriedigen und zweitens, um eine weitere Möglichkeit zu haben in Kontakt zu bleiben. Kürzlich habe ich für diejenigen, die noch nicht bei twitter.com sind meinen News-Feed ins Blog  „dertausendfuesslerroman“ eingebunden. Einfach mal links bei „Jens Böhme Twitter“ schauen. Viel Spaß beim Lesen meines Mikro-Tagebuches.

Für alle anderen Interessierten, die mir gern über TWITTER direkt folgen möchten hier meine Twitter-Adresse:

https://twitter.com/jensboehme

skate by night BERLIN – Mehr als tausend Füße auf Rollen

Immer wieder Sonntags „skate by night„ in Berlin

Meine unverwüstlichen Inliner
Meine unverwüstlichen Inliner

Die letzten beiden Jahre völlig vernachlässigt, bin ich dieses Jahr erst Ende Juli wieder mit Leidenschaft zur skate by night in Berlin dazu gestoßen. So habe ich meine alten K2 Inliner auf Vordermann gebracht, angeschnallt und schon ging es ab zum Treffpunkt Alexander Platz. Es war eher Zufall als ich 2004 allein auf Skates durch Berlin düste und irgendwann an einem Sonntag am Brandenburger Tor ankam. Völlig überrascht so vielen Landsleuten auf Rollen zu begegnen, schloss ich mich dem Tross durch Berlin an. Damals war Balisto noch Sponsor, wenn ich mich recht erinnere. Von nun an wusste ich, dass ich nicht allein bin. Seitdem werde ich regelmäßig über einen sehr willkommenen E-Mail-Verteiler über Skateparaden, Skatenight und andere sportliche Aktivitäten im Inlineskate-Bereich informiert. Ich liebe es mich auf Rollen fortzubewegen und je nach Zeit und Konstitution nehme ich dann daran teil.

Im Vorfeld des Genusses auf Rollen durch Berlin

Bevor es losgeht und sich mehr als tausend Füße in Bewegungen setzten, tanzen die „Könner auf Rollen“ vor den Schaulustigen oder jenen, die es ihnen nach genügend Training bald gleichtun werden, zu peppiger Musik auf der Stelle oder um aufgestellte Hütchen. Ungefähr 19 Uhr treffen sich die Skater nach und nach am Treffpunkt, der auf der Hompepage von http://www.skatebynight.de bekannt gegeben wird. Start und Zielpunkt dieses Jahr ist immer der Alexander Platz direkt vorm Saturn. Ein symbolisches Startgeld von 2 € ist zu entrichten bevor es dann 20:30 Uhr losgeht. Für das Startgeld bekommt jeder Skater ein Bändchen an dessen Ende sich eine Nummer befindet. Diese Nummer kann beim Pausenpunkt, den es meistens auf der Hälfte der Strecke gibt, abgerissen werden und dafür erhält der Skater ein kleines Mineralwasser. Im Hochsommer ist dieses Etappenziel wie eine langersehnte Oase im Betonmeer. Ich selbst lechze dann förmlich nach Wasser und bin heilfroh, dass die Möglichkeit vom Veranstalter, die körpereigenen Wassertanks wieder aufzutanken, gegeben wird. Vielen Dank an die Organisatoren auch auf diesem Weg. Nicht nur für das Wasser, sondern auch für das Engagement dieses Erlebnis auf Rollen durch die Hauptstadt zu ermöglichen.

Schnappschuss von der Kreuzberg + Spreerunde - Na wo isser denn?
Schnappschuss von Bernhard Zwiebern bei der Kreuzberg + Spreerunde - Na wo isser denn?

Foto: Bernhard Zwiebern (gefunden in der Bilddatenbank von berlin/skatebynight.de/fotos)

Die „Flughafen Tour“ Tempelhof

Gestern beispielsweise ging es zum Flughafen Tempelhof, die so genannte „Flughafen Tour“ mit 18,7 km. Die Strecken sind aber durchaus auch länger wie z.B. die „Hellersdorf Skatenight“ vom 26.07.09 mit ganzen 31,7 km. Ein wenig Kondition sollte man da schon mitbringen. Mit Musik im Ohr, mein MP3-Player ist immer voll aufgeladen, skate ich zumeist gemütlich in der Menge zu meiner Lieblingsmusik. Mal schneller und mal langsamer ziehen dann die Häuserschluchten Berlins an mir vorbei. Immer wieder gibt es neue Impressionen von bekannten und unbekannten Gebäuden, von Skatern die mich begleiten oder von Menschen am Straßenrand, die vom Skaterfeld überrascht werden und erstaunt dem Spektakel nachschauen. Wenn man sich wie ich ab und an von ganz vorn nach hinten durchrollen lässt, um dann später wieder aufzuholen – wenn man die Puste noch hat –, dann erblickt man viele bekannte Gesichter. Auch wenn ich sie das ganze Jahr über nicht mehr sehe, so weiß ich doch jetzt schon „der oder die“ ist nächstes Jahr definitiv wieder dabei.

www.skatebynight.de – Es geht dem Ende zu, aber nur für dieses Jahr …

Ich bin bereit ...
Ich bin bereit ...

Leider neigt sich jeder Skatersommer einmal dem Ende zu. Am Sonntag dem 13.09.2009 ist der vorerst letzte Termin der „skate by night“ in Berlin. Laut Homepage das „Warm up for Marathon“. Mit Sicherheit werde ich alles daran geben und versuchen diesen Termin wahrzunehmen. Wann kann der Skater sonst zusammen mit der Berliner Polizei gefahrlos und legal auf den Straßen Berlins dahin brausen? So freue ich mich schon heute riesig auf die letzte „skate by night“-Veranstaltung in Berlin. Zusammen mit den anderen Rollbegeisterten werde ich über den Asphalt fliegen und mit einem Lächeln die verschiedenen Augenblicke und die Stadt auf Rollen genießen.

Die nächsten Termine bei skatebynight.de und der berlinparade.com:

skatebynight.de in Berlin, Sonntag 13. September 2009, „Warm up for Marathon“

berlinparade.com in Berlin, Freitag 18. September 2009, 20 Uhr

68er Spätlese – Das Kultstück von Johannes Galli im Galli Theater Berlin

  1. Intro zur „68er Spätlese“
  2. Das Kultstück „68er Spätlese“ von Johannes Galli
  3. Eve of Destruction von Barry Mc Guire & Angie von den Rolling Stones
  4. „Du hast ja Hufe!“ – Ein Problem der Männer
  5. Ein Besuch von „68er Spätlese“ im Galli Theater zu Berlin lohnt sich
Galli Theater - 68er Spätlese
Banner Galli Theater Berlin – 68er Spätlese

Intro zur „68er Spätlese

Es war und bleibt eine unvergessliche Überraschung, die mich ereilte, als uns mein Freund Sascha zu einem besonderen Abend einlud. Dass dieser Abend mich noch sehr unterhalten würde, ahnte ich bis dahin noch nicht. Er sagte nur: „Ich habe eine Überraschung für Euch, seid bitte alle um 20 Uhr bei mir. Wenn es Euch nicht gefällt, habt ihr Pech, aber verraten werde ich nichts.“ Die Damen waren nicht minder gespannt wie ich und harkten auf dem Weg zur Oranienburger Straße mitten im Herzen von Berlin andauernd nach: „Wohin geht es denn nun?“ Aber Sascha blieb hart.

Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten und wir uns im Tross anschließend in einen der Hinterhöfe zwischen dem ehemaligen Postfuhramt und der Neuen Synagoge begaben, genauer gesagt in die Heckmannhöfe, standen wir vor dem Galli Theater Berlin. In diesem Moment wusste ich, dass uns ein kultureller Abend bevor stand.

Das Kultstück „68er Spätlese“ von Johannes Galli

Galli Theater Berlin
Galli Theater Berlin

„68er Spätlese“ heißt das Theaterstück von Johannes Galli, welches in einer fast privaten Atmosphäre in den Räumen des Galli Theaters aufgeführt wurde. Es gab einige Sitzreihen mit ganz normalen Stühlen, die nahe der Bühne standen. Für einen Moment, bevor der Vorhang aufging, hatte ich kurz das Gefühl wieder im Schultheater zu sein. Ich empfand die Aura des Raumes als sehr angenehm und warmherzig. Als es dann losging, ein Drei-Mann-Theaterstück – genauer gesagt, gehörte zu den „drei Mann“ eine Dame dazu – ließ ich mich von der Atmosphäre und der Geschichte, die sich von Anfang an als spannend und gemütlich entfaltete, all zu gern fesseln.

Das Stück begann mit einem Wiedersehen in der Gegenwart der 80er Jahre. Zwei in die Jahre gekommene Freunde, Rollin und Eddy, trafen sich im ehemaligen Probe- und Musikkeller ihrer Jugend wieder. Es schloss sich ein Rückblick in die sich stufenweise vollziehende Entwicklung ihrer Jugendjahre mit zu sehr „gewünschtem Sex“, Liebe & Rock’n Roll an.  Die szenischen Interaktionen der Darsteller Rainer Eckhardt und Josef Stier waren ein spannendes Pantheon musikalisch-emotionaler Rückblicke in diese „damalige“ Zeit der 68-Jahre. Die Dialoge zwischen den Freunden und ihrer besten Freundin Susi gespielt von Marion Martinez, die immer wieder zu den Freunden die Stufen hinab in die verträumte Enklave des Musik- und Probekellers preschte, waren fortwährend mit dem zuckersüßen Esprit von herzergreifendem Humor gewürzt.

Eve of Destruction von Barry Mc Guire & Angie von den Rolling Stones

Rollin & Susi & Eddy
Rollin & Susi & Eddy

Mit eigenen Bildern der Träumerei, mit rebellischem Elan und mit allzeit neuen geistigem Verve brachte Susi, den andauernd der Mode und des politischen Zeitgeist hinterher laufenden Idealisten Rollin und Eddy, neuen Schwung in die verstaubte Kellerbude. Zwischendurch gab es immer wieder abwechslungsreiche Einspieler bekannter Hits von damals wie z.B. Eve of Destruction von Barry McGuire oder Angie von den Rolling Stones. All diese Lieder kamen von einem am Rande stehenden Schallplattenspieler, den sich die Jungs in ihrem Probekeller bei Muttern lauthals zur Unterstützung ihrer musikalischen Karriere zu Nutze machten. Mit entsprechend nonverbaler Unterhaltung gaben sie während die Ohrwürmer liefen ihr mimisch Bestes zur visuellen Unterhaltung. Doch es wurde auch live gesungen. So gestaltete sich auch das Zuschauen während der Gesangseinlage für das Publikum des Galli Theaters als amüsant und sehenswert. Jeder Besucher, der diese Musik kennt und mag, konnte sich sofort  in diese Zeit zurück versetzten oder in die Erinnerungen an jene Zeit schwelgen, die dieser oder jener Song bei ihm auslöste. So erging es zumindest mir; auch wenn ich nicht zur „68er Spätlese“ gehöre.

„Du hast ja Hufe!“ – Ein Problem der Männer

68er Spätlese
68er Spätlese *

Die zwei Freunde, Rollin und Eddy, die von ihrer Mentalität nicht unterschiedlicher hätte sein könnten, obwohl sie doch als Freunde am selben Strang zogen, setzten sich intensiv mit ihren Träumen von Musik und dem eigenen Verständnis des „Universum Frau“ in ihrem Rückzugsgebiet dem Probekeller auseinander. Der Probekeller avancierte unter anderem auch zum Keller auf Probe in Bezug auf die mehr oder weniger zaghaften Annährungsversuche der beiden Unentschlossenen im Verhältnis zu ihrer Freundin Susi. Für die beide auf ihre unbeholfene Art und Weise doch das Gleiche empfanden, nämlich mehr als nur ein bisschen Zuneigung. Auch fand ich dabei die Assoziation, die sich mir aufdrängte, gar nicht so schlecht: Und zwar jene, dass sich die Männer irgendwie in Angelegenheiten von Liebe & körperlicher Reize, neben allen Träumen, Sehnsüchten und der Leidenschaft zur Musik es einfach auch nicht so leicht im Techtelmechtel zwischen Mann und Frau haben. Das zeigte sich vor allem am Thema des „Hufproblems“ und zum anderen, dass sie irgendwie doch ständig versuchen den Frauen alles Recht zu machen, um in ihrer Gunst zu stehen. Doch auch hier gab es eindeutige Grenzen; die es natürlich auch geben sollte.

Dabei war die Quintessenz in Form der beiden Freunde Rollin und Eddy jene, dass die Frauen den Männern immer einen Schritt weit voraus waren. Möglicherweise ist dies sogar heute noch der Fall? Ehe die angehenden Männer den Nerv der Zeit folgen konnten und sich mit den neuen Tendenzen der Zeit auseinander setzten und endlich warm geworden waren, sind sie auch schon wieder dem Trend hinterher gelaufen. Die Sehnsucht nach körperlicher Nähe und dem bestimmten Gefühl im Herzen, welches hinaus wollte, beides blieb dabei auf der Strecke. Sicherlich nicht für immer, aber immer wieder. Trotzdem blieben die Freunde ihrer Musik und ihren Träumen treu, auch wenn es da unterschiedliche Ansichten gab, wann was gespielt werden sollte. Zwar hatten Rolling und Eddy in Sachen Frau, in Angelegenheiten der Schwärmerei und aktivem Buhlen auf der Bühne um die Fürsprache der Freundin Susi unterschiedliche Gebaren des Verhaltens, aber alles in allem war es ein faires Wechselspiel zwischen Mann-Frau-Frau-Mann und wieder Mann-Frau-Frau-Mann und wieder …

Ein Besuch von „68er Spätlese“ im Galli Theater zu Berlin lohnt sich

Vor dem Galli Theater Berlin
Vor dem Galli Theater Berlin

Die mimische Unterhaltung, die alle drei Freunde dem Publikum darboten, hat mich die ganze Zeit über köstlich unterhalten; auch wenn das Publikum bisweilen doch eher ruhig war. Dabei hätte man mit den Dreien lauthals mitsingen können. Ich jedenfalls tat es ein-zwei Mal.

Der bereits erwähnte Aspekt, der sich permanent durch das Theaterstück zog, war die Geschichte und der Satz „Du hast ja Hufe!“ Ein Brüller der Extraklasse, der mich immer wieder zum schmunzeln, wenn nicht gar zum lauten Lachen veranlasste. Was es damit genau auf sich hatte, verrate ich nicht, dazu sollte man das Stück live erleben. Nur soviel, mancher Mann hat es eben nicht leicht. Ansonsten kann ich sagen: Reingehen, die Geschichte genießen, das Ding mit „Mensch, Du hast ja Hufe!“ entdecken und sich vom Bühnenspiel der Darsteller, sowie der Musik einfach mitreisen lassen.

Ein Besuch im Galli Theater und dem Kultstück „68er Spätlese“ kann ich demnach nur empfehlen. Der Abend besaß eine gelungene Überraschung, sowie eine überraschend angenehme und unterhaltsame Vorstellung, die uns Sascha und die Schauspieler des Galli Theater boten.

(Artikel aktualisiert 09.05.2025)

Bild: Auszug Aufführungen – Galli Theater Berlin – Mai 2025 (Quelle: https://galli-berlin.de/)

  • Was mich noch reizt im Galli Theater Berlin zu sehen: Die Komödie „Männerschlussverkauf“ (Link leider nicht mehr aktuell, daher entfernt. Ich kann jedoch sagen, dass ich mir einige Zeit später das Theaterstück „Männerschlussverkauf“ auch angesehen habe. Es hat mich unterhalten und das Stück läuft auch heute noch. Stand: 09.05.2025)
  • Weiterhin im Septemer im Programm des Galli Theater: Die 7Typen Show (Link leider nicht mehr aktuell, daher entfernt. Das Stück „Die 7-Typen Show“ läuft auch heute noch. Stand: 09.05.2025)

Mehr Infos zum Galli Theater:

Theaterstück für Jugendliche von Jens Böhme:

„Am Neubaugebiet ist ein Park“ ist ein Theaterstück in zwei Akten. Am Schauplatz begegnen sich Gewinner und Verlierer – hier treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander, die sich verlieben, die sich streiten und oft dieselbe Frage stellen: Was wird mir die Zukunft bringen? Das Stück wurde 1999 verfasst, bezieht sich auf die Zeit Mitte der 90er Jahre und schlummerte bis 2017 in einer digitalen Schublade. Zukunftsangst, Arbeitslosigkeit, Beziehung und Liebe sind die Themen der vorwiegend jungen Leute in diesem Stück.“ (Klappentext)

*Foto mit freundlicher Genehmigung Galli Theater Berlin

(Artikel aktualisiert 09.05.2025)

Eine Eselsbrücke zur Zeitumstellung

Es ist wieder an der Zeit!

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Küchenuhr – Die Zeit läuft

Na so etwas? – Es wieder so weit. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes an der Zeit und an die Zeitumstellung zu denken.

Heute Nacht muss die Uhrzeit eine Stunde vorgestellt werden.

Der Unwissende fragt sich dann stets von Neuem: Muss ich nun die Zeiger vor oder zurückdrehen?

Vor kurzem erhielt ich von einer Bekannten eine interessante E-Mail in der sie allen Freunden eine super Eselsbrücke (einen Merkspruch) zur Zeitumstellung mitteilte. Ich glaube, wer sich diese Eselsbrücke  einmal richtig verinnerlicht hat, der wird sich „Zeit seines Lebens“ an die richtige Variante der Umstellung erinnern und anderen Rat geben können.

Die Eselsbrücke zur Zeitumstellung

„Im Frühling werden die Gartenstühle VOR das Haus gestellt und im Herbst werden die Gartenstühle wieder ZURÜCK ins Haus gestellt.“

Das bedeutet für uns, dass wir Sonntag, den 29. März 2009 (bzw. in jedem Frühjahr von Neuem) um 2 Uhr die Zeiger der Uhr um eine Stunde vorstellen. Für diejenigen, die viel wert auf ihre ordentliche Anzahl an Schlafstunden legen, heißt das leider eine Stunde weniger Schönheitsschlaf. Es werden die „Gartenstühle vor das Haus“ gestellt“.

Aber zum Glück ist ja der Tag der Zeitumstellung für die meisten Menschen ein regulärer Sonntag und dann wird halt eine Stunde später aufgestanden oder zeitiger ins Bett gegangen; wenn einem der Schönheitsschlaf wichtig ist.

Das Gleiche gilt dann natürlich für die Winterzeit. Nur in die andere Richtung! Hier wird die Uhrzeit eine Stunde zurück gedreht. Es werden also die „Gartenstühle zurück ins Haus“ gestellt.

(Artikel aktualisiert 27.01.2026)

Lesung von T.C. Boyle im Kino Babylon Mitte

Bayylon - Literatur Live T.C. Boyle
Babylon – Literatur Live T.C. Boyle

Prolog

Wie der Leser am gemeinsamen Foto mit T.C. Boyle erkennen kann, habe ich am Montag tatsächlich noch eine Karte für die Lesung bekommen. Ich hatte da so meine bedenken. Fünf Minuten vor 19 Uhr stand ich etwas gehetzt, aber glücklich vor Ort an der Kinokasse von Babylon Mitte. Zusätzlich hatte ich das zeitliche Glück und das Privileg T.C. Boyle als einer der Ersten und einer der Letzten in der Zeit seiner Lesung zu Gesicht zu bekommen; unabhängig von Veranstalter und Begleitung.

Denn nachdem ich meine Karte in der Hand hatte, ging ich noch für einige Minuten an die frische Luft. Stand entspannt und zugleich gespannt vor dem Kino als plötzlich ein Großraumtaxi an der Ecke hielt und der Autor selbst zusammen mit Herrn Eisermann genau aus diesem Taxi ausstieg. Gekleidet in schwarz mit einem großen schwarz-roten Schal trat Boyle auch schon dem ersten Fan entgegen und signierte bereitwillig eine Fotografie; wie ich mit etwas Abstand erkennen konnte. Andere wiederum hielten die 1. Buchseite eines schon bekannten Buches zum signieren hin. Zwar hatte ich meine Bücher ebenso zum signieren dabei, doch blieb ich lieber Beobachter der Szenerie und freute mich wie ein Groupie ihn live zu sehen. Ich versuchte hingegen aus einiger Entfernung ein Foto zu erhaschen, da ich aber Herrn Boyle nicht gleich zu Beginn mit einem Blitz nerven wollte, generierte meine „Digitalkamera für die Hosentasche“ ein völlig verschwommen, ein etwas surreales Bild.Sie schaffte es nicht den Augenblick scharf festzuhalten, was mich aber nicht ärgerte, denn der Abend lag ja noch vor mir.

Über 600 Besucher

Der Saal im Kino 1. füllte sich allmählich. Hier und da sah ich ein bekanntes Gesicht aus den Medien. Ich suchte mir, ohne zu drängeln, einen entspannten Sitzplatz in der 8. Reihe am äußersten linken Rand. Meine geliebten Bücher von Boyle stets am Mann und stolz diese hoffentlich alle signiert zu sehen. Auf dem Podium standen zwei bequeme Sessel, davor ein Tisch mit Getränken und zu ihrer rechten Seite ein Stehtisch dekoriert für den Autor als Sprachkanzel zum Lesen. Ein Kameramann befand sich ebenfalls vor Ort und ein Fotograf blitzte mit seiner Profikamera in Abständen und von unterschiedlichen Positionen Fotos während der ganzen Lesung, um das Ereignis zu dokumentieren. Mit der Zeit gab es schon keine Plätze mehr und die ersten Besucher mussten sich in den Balkon des Kinosaals begeben.

Es geht los …

Mit viertelstündiger Verspätung war es dann soweit. Wie aus dem Nichts über eine Treppe, die vom Bühnenkeller direkt auf die Bühne führte, stiegen der Autor T.C. Boyle und sein Dialogpartner David Eisermann vor das gespannte Publikum. Gleich zu Beginn machte Boyle sich über diesen Effekt „des Erscheines“, denn so sah es wirklich aus, lustig. Ein gekonnter Wortwitz und der Zuschauer lernte gleich die lockere und menschliche Art des Autors kennen. Diese so lockere und entspannte Art bekam man während der ganzen Lesung, die von Thalia-Buchhandlungen Berlin organisiert wurde, öfter noch zu hören.

Boyles Schuhe, sportlich im Aussehen und knallrot mit weis, waren ein Hingucker für sich. Eisermann und Boyle begannen nach kurzer Vorstellung und der Feststellung durch das Publikum, dass das Mikrofon von Herrn Eisermann nicht optimal eingestellt war, die Lesung im Charakter eines Podiumsgesprächs.

Drei gelesene Texte

Boyle berichtete ausführlich von der Idee und der Recherche zur Figur des Romans dem Protagonisten Frank Lloyd Wright, aber auch von seinem Haus, das eben von diesem Architekten erbaut wurde. Eisermann übersetzte zuweilen manche Passagen des Dialogs für die Zuhörer. Im Wechsel wurden anschließend ausgewählte Textauszüge aus dem neuen Buch „Die Frauen“ (erschienen beim Hanser Verlag) vorgelesen. Als erstes las Boyle eine Passage in englischer Fassung. Gern hat man ihm zugehört, da er effektvoll mit seiner Stimme spielt und den Text für alle sichtbar bei der Performance auf der Lesebühne lebt. Boyle bietet dem Betrachter eine schöne Show. Nach einem kurzen Plausch las Eisermann eine Passage, der die Unterhaltung interessant gestaltete und sich dezent zurück hielt, wenn Boyle eine seiner Anekdoten begann zu erzählen, die mit dem Text oder seiner Schriftstellerei zu tun hatten.

Zum Abschluss las noch einmal der Autor. Oft schaffte er es, dass die Zuhörer entzückt lachten. Nach ca. 1 ½ Stunden war der 1. Teil die öffentliche Lesung vorbei. Für den Fan, den Leser von Boyles Prosa und dem stolzen Besitzer des neuesten Werkes oder wie ich mehrerer Werke, begann nun der 2., der wesentlich aufregendere Teil der Lesung.

Das große Warten

Der Kopf der Warteschlange
Der Kopf der Warteschlange

Schon zu Anfang erklärte der Gastgerber „Herr Boyle werde jeden, wirklich jeden Signierwunsch bis zum Schluss erfüllen – bis der letzte gegangen ist.“ Auch wurde erwähnt, dass ein Signierstand auf Augenhöhe also vor dem Podium errichtet wird, da es der Wunsch von Herrn Boyle ist auf Augenhöhe mit den Menschen – dem Leser – zu stehen und mit ihnen in direktem Kontakt zu sprechen. Genau diese Einstellung macht ihn, trotz seiner enormen Popularität, so sympathisch. Außerdem muss man sich vor Augen führen, dass über 600 Personen im Kinosaal 1 anwesend waren und die Bekanntgabe der Lesung im Voraus, wie der Gastgeber erklärte, nicht über die Maße publik gemacht wurde; da man sonst an die Kapazitätsgrenzen der Räumlichkeit gestoßen wäre.

Wer glaubt, dass man sich einfach anstellt und das Buch signiert bekommt, der irrt. Boyle nimmt sich Zeit. Anstrengend ist so ein Marathon mit Sicherheit, aber er genoss sichtlich den Smalltalk mit den begeisterten Fans.

T.C. Boyle signiert
T.C. Boyle signiert

Ein kurzes Gespräch mit jedem, der sich darauf einließ, war in jedem Fall möglich. Natürlich gab es auch einige Wenige wie ich, die mehr als nur ein Buch zu signieren hatten. Der Lieblingsautor so nah und dann noch in Berlin, das muss ich nutzen. Ich hatte ganze 9 Bücher dabei, die neueste Publikation inbegriffen. Da ich wusste, dass es mehr als ein Weilchen dauern würde, hielt ich mich zurück und wartete den ersten Ansturm ab. Ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass T.C. Boyle bis zum letzen Besucher durchhielt. Der letzte, der nicht zum Trupp der Organisatoren gehörte, war nämlich ich. Ganze zwei Stunden dauerte es bis zum kurzen Gespräch mit ihm und der ersehnten Signatur in den mitgebrachten Büchern.

Smalltalk

„I hope for you, this is the last big bag“, und ich zeigte mit einer Miene der Entschuldigung auf meine Tüte mit meinen Büchern. “Is this okay?”

“Oh yes, it is okay.” Seine Antwort klang ehrlich.

“Realy.”

“Oh yes.” Dann konstatierte er noch mit einem schelmischen Grinsen. „Today are nine books, next time you bring only one book.“ Er grinste mich an und signierte die Bücher, die ihm reichte.

“Yes, I’ ll do so.” Ich grinste verlegen zurück.

“You said to the people that you would notbe hero, but for me you are a hero. If you stand here for 4 hours reading and talking, that’s why – you are a hero”, sagte ich anschließend mit einem ernsten, aber doch witzigen Unterton. Das sagte ich, weil er im Gespräch mit Eisermann erwähnte: Ich bin kein Held, ich bin wie jeder andere Mensch. Da schaute er mich an und begann zu lachen.

Nach einem kurzen Wortwechsel über die Schriftstellerei – ich erwähnte mein Buchprojekt und dass ich durch sein Leben und seine Werke stets inspiriert werde meine Schreiberei weiter zu führen und auch den Traum eines fertigen neuen Buches stets lebe – vergas ich doch glatt noch ein Erinnerungsfoto mit ihm zusammen zu knipsen. Er fragte mich, ob ich in Englisch oder Deutsch publiziere. Ich meinte sehr zurückhaltend: Oh nein, nur in Deutsch. Es ist mein neues Buchprojekt und ich bin noch lang nicht so populär wie er. Ich bin noch in der Phase, neben meinem kleinen Leserstamm, den ich durch das erste Buch habe, diesen Leserkreis auszubauen. Ich befinde mich als Autor in der Hoffnung viele Leser für mein neues Buch und meine Texte zu gewinnen. Boyle hörte mir zu und ermunterte mich immer weiter zu machen. Ich lächelte ihm zu und versicherte dies zu tun. Zugleich gestand ich ihm ein wenig aufgeregt zu sein und nicht sofort die passenden Vokabeln zur Hand zu haben.

Die Frauen - signiert
Die Frauen – signiert

Aber: „Alles in Ordnung, kein Problem“, meinte er entspannt und klopfte mir auf die Schulter. Dann verließ ich den Signiertisch. Ein Foto hatte ich immer noch nicht geknipst. Also wand ich mich noch einmal um und zeigte mit der Kamera in meiner Hand zu Herrn Boyle. Dieser signalisierte mir – ich solle noch mal zu ihm kommen. Das tat ich mit Vergnügen.

Epilog

Glücklich und zufrieden begab ich mich im Anschluss nach draußen. Vor dem Kino lehnte ich mich erst einmal an einen der Fahrradständer und lies die Eindrücke Revue passieren. Als ich mich nur kurz umdrehte, um auf die erleuchtete Volksbühne schräg gegenüber vom Kino zu schauen, sah ich durch Zufall, dass Boyle zusammen mit Eisermann und den Organisatoren ebenfalls die Lokalität verließ. Sie bogen rechts ab und verschwanden um die Ecke Richtung Volksbühne. Ich sah ihnen freudig nach und als ich niemanden mehr erkennen konnte, lief ich beschwingt zur S-Bahn am Alexanderplatz.

Ich muss schon sagen: Wenn man sein Idol trifft, dann ist man berauscht, dann ist man fasziniert, inspiriert und voller Phantasie. Ich habe den Augenblick sehr genossen und die Lesung in vielen Details genau wahrgenommen. Auch der 2. Teil war genauso interessant wie die Lesung selbst. Und irgendwie habe ich erkannt, dass ich auf simpelste Art an jenem Abend auch ein kleinwenig Groupie war.

(Mehr zum Inhalt des Buches und zur Lesung in Stuttgart unter http://www.swr.de von Franziska Roth.) [ehemaliger Inhalt unter „www.swr.de“ nicht mehr vorhanden – Stand: 01.07.2014]

1. Literaturfest in Meißen

Albrechtsburg - Eine Handysilhouette
Albrechtsburg – Eine Handysilhouette

Das Romantische lässt grüßen

Die Porzellanstadt Meißen, meine Heimatstadt, plant diesjährig erstmalig ein Literaturfest zu veranstalten. Dieses findet vom 11. bis 14. Juni 2009 unter der Schirmherrschaft des Kanzleramtsministers Dr. Thomas de Maizière (CDU) statt. Die Dresdner Werbeagentur Heimrich & Hannot befindet sich derzeit in der heißen Phase ein interessantes Programm passend zum Thema Mittelalter, Renaissance und Fantasy zusammen zu stellen. Die Stadt Meißen mit ihrer über tausendjährigen Geschichte, den engen Gassen, romantischen Schauplätzen und der Albrechtsburg, die über allem thront, passt da als Gastgeber wie die Faust aufs Auge.

Prominente Vorleser werden an vier bis fünf Orten mit entsprechender Atmosphäre Texte für alle Literaturbegeisterten präsentieren.

Mehr dazu unter: www.literaturfest-meissen.de

Das verlegerische Paradox

Von einem Wettbieten war die Rede gewesen

In letzter Zeit gab es einen regen Diskurs über exorbitante Autorenhonorare und der überhöhte Ankauf von Lizenzen von bekannten Autoren in Millionenhöhe. So hat zum Beispiel der S. Fischer Verlag für die Lizenzen des Buches „Das Spiel des Engels“ und drei weitere Kinderbücher von Carlos Ruiz Zafòn in Deutschland 3 Millionen Euro hingeblättert.

Das Paradox der verlegerischen und literarischen Investition

Es ist ein verlegerisches Paradox: Bekannte Autoren gelten gemeinhin als Zugpferde für die Verlage. Diese Schriftsteller ermöglichen große Auflagen, so dass es sich rechnet. Als Aushängeschilde und als ein Garant, um über mehrere Jahre in den schwarzen Zahlen zu wirtschaften, können diese Umsätze und Gewinne in andere Sparten das Verlages bzw. Autoren investiert werden.

Natürlich streicht „irgendwer“ auch das Geld ein ohne das es eine sinnvolle Investition in Mitarbeiter, Infrastruktur, IT, etc. gibt. Zurecht oder zu unrecht?

Mit diesem Geld – eben auch durch Einnahmen oder Ausgaben für Lizenzen – könnten aber auch unbekannte Autoren gefördert werden. Es gibt sicherlich Verlage, die den erwirtschafteten Gewinn in diese Nachwuchsförderung bzw. in die Subvention von unbekannten und neuen Autoren investieren. Eben in Bücher, die nicht so hoch performen, deren Bekanntheit auch nach einem gewissen Marketing-Budget nicht positiv aufwartet und Bücher, die eben aufgrund ihres Themas eher ein Nischendasein fristen.

Es gibt aber auch Investitionen von gigantischen Honoraren an eben jene Autoren-Zugpferde, die den „Normalo-Autor“ den Kopf schütteln lässt. Da wird einfach noch mehr in den „Goldesel“ reingepumpt oder auf den Zug aufgesprungen in der Hoffnung, dass für die Vorstände und Manager der Boni am Ende des Jahres auch passt.

Vielleicht muss man etwas differenzieren! Verlage, die Inhaber geführt sind, und bei denen eine Person – eine Familie – haftet und ins Risiko geht, denen ist natürlich der Gewinn gegönnt. Aber Autoren, die schon von ihrer Bekanntheit als Schriftsteller leben können, wie bei Fußballern immer noch mehr zu geben? Nun ja, irgendwo kommt dann die Frage auf: Macht das Sinn, ist das Gerecht und in welcher Welt leben wir?

Bei den Lizenzen profitieren natürlich immer viele Parteien. Die Anwälte für Urheberrecht wahrscheinlich mit am meisten. Der unbekannte Autor bleibt hier aber mit größter Wahrscheinlichkeit wieder auf der Strecke?

LITERATUR – Der Unvollendete (spiegel.de | 02.11.2008)
„[…] Tatsächlich haben sie nur drei Millionen Euro geboten – und damit gar nicht mehr als der düpierte Suhrkamp-Verlag. […]“

(Artikel aktualisiert 28.01.2026)

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