Frau und Mann liegen gemütlich in der Badewanne. Die Frau liest ein Buch, der Mann interessiert sich nicht wirklich für Literatur und wenn, dann doch eher für technische Fachbücher. Die Frau ist gerade in das Buch von Daniel Kehlmann „Die Vermessung der Welt“ vertieft, während der Mann gedankenverloren die entspannte Atmosphäre der Badewanne genießt.
Nach ca. zehn Minuten fällt der Blick des Mannes auf den Buchtitel.
Mann: Hey Du?
Frau: Ja?
Mann: Sag mal … seit wann interessierst Du Dich eigentlich für Landkunde und Geografie?
Frau: Typisch. Das ist mal wieder typisch. (sie schüttelt den Kopf und liest grinsend weiter)
Bei genauerer Betrachtung ist Daniel Kehlmanns Roman dann doch wohl kein Schulbuch im Sinne klassischer Geografie.
„Welttag des Buches – Hier. Und überall“ lautet das Motto der Buchbranche
Am 23. April ist „Welttag des Buches“. Für die Liebhaber von Literatur, von Büchern jeglicher Art und Weise ist dieser Tag denkwürdig und voller Aktionen. Auf der Webseite welttag-des-buches.de (siehe unten weiterführende Links) kann jeder Neugierige mehr dazu erfahren.
Verlage, Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen feiern den UNESCO-Welttag des Buches; selbstverständlich auch Autoren. Auf der 28. Generalkonferenz der UNESCO im Jahr 1995 wurde dieser Tag festgesetzt. Er fällt gleichzeitig auf den Todestag von William Shakespeare (23. April 1616) und Miguel de Cervantes Saavedra (23. April 1616) und besitzt damit eine fundamentale Bedeutung, die auch das Urheberrecht berührt. Für Autoren, die all ihre Arbeitskraft und Leidenschaft in die Entstehung eines Werkes stecken, ist dieser Fakt besonders wichtig, da sie Urheber ihrer Werke sind und davon leben müssen.
Im Jahr 2010: Unter anderem startete der Börsenverein des Deutschen Buchhandels(Link nicht mehr gültig) und die Stiftung Lesen(Link nicht mehr gültig) zum „Welttag des Buches“ im Jahr 2010 eine übergreifende Dachkampagne. Es wurden zahlreiche Angebote, die das Lesen betreffen, miteinander verbunden. Neben Frankfurter Buchmesse und Leipziger Buchmesse wird an keinem anderen Tag im Jahr so viel über Bücher in den Medien berichtet.
Rauchige Stimme, immer einen „juten Spruch uf Laga“, sowie Lieder und Geschichten aus dem Alltag, so kennt man Toni Mahoni. Als ehemaliger Videobloggerbei spreeblick.com können Fans seine neuesten Kommentare auf seiner Homepage tonimahoni.com (Link nicht mehr aktuell 08.02.2026) verfolgen.
Nach der Vorstellung seines Debütromans „Gebratene Störche“ am 22.02.2010 im Berliner Kaufhaus Dussmann legt Toni Mahoni nach. In Folge seinem ersten Album „Allet Is Eins“ stellt er nun im BKA-Theater (Mehringdamm 34, Berlin-Kreuzberg) zusammen mit seiner Band am 26.02.2010 seine neue CD „Irgendwat Is Immer“ vor. Dies ist gleichzeitig auch der Tourneestart des Künstlers Toni Mahoni.
Kurz gefragt: Hobbyautor Jens Böhme und sein neues Werk
Bild: Jens Böhme – Der Tausendfüßler
Der Autor und ehemalige Schüler des Franziskaneum Jens Böhme hat gut ein Jahrzehnt nach seinem Debüt nachgelegt. WochenKurier sprach mit dem 31-Jährigen über sein neues Werk, das er selbst als Dienstag-Abend-Liebesgeschichte bezeichnet.
MEISSEN. Sie leben seit knapp sechs Jahren in Berlin. Welchen Bezug haben Sie noch zu Meißen – ihrer Heimat?
Meine Familie und Freunde wohnen hier, deshalb bin ich öfter zu Besuch.
Wie wird man eigentlich Schriftsteller?
Bei mir hat es angefangen mit Liebesgedichten und Kurzgeschichten während meiner Schulzeit. Es folgten erste Veröffentlichung und Lesungen.
Bei Literaturfest waren Sie gar nicht.
Das stimmt. Ich wäre gern dabei gewesen, hatte aber beruflich zu tun. Vielleicht klappts ja nächstes Jahr.
Also ist das Schreiben nach wie vor Hobby?
Ja. Leben kann ich davon nicht. Wenn am Ende eine Null steht, bin ich zufrieden.
Womit verdienen Sie dann ihr Geld?
Ich bin in der Medienbranche tätig. Das war übrigens auch ein Grund, warum ich nach Berlin gegangen bin.
Ihr Liebesroman trägt den Titel „Der Tausendfüßler“. Worum geht’s?
Der Roman dreht sich um einen Schriftsteller, der den Lebensmut verloren hat und zurückgezogen lebt. Als er die Buchhändlerin Miria kennen lernt, verändert sich sein Leben gewaltig. Man könnte sage, es ist eine `Sat.1-Dienstag-Abend-Liebesgeschichte`, allerdings mit mehr Tiefgang, Humor und unheimlichen Begebenheiten.
Sie haben ihr Werk über die „Book on Demand Variante“ veröffentlicht. Warum?
Es ist gerade für Nachwuchs-Autoren eine gute Möglichkeit, etwas ohne riesige finanzielle Belastungen zu veröffentlichen und das schon bei einer Auflage ab 30 Stück. Dabei kann das Buch bei entsprechender Nachfrage auch vervielfältigt werden. Die Auflage ist also unbegrenzt.
Viele erfolgreiche Autoren haben klein angefangen. Was glauben Sie, gibt es ein Erfolgsrezept?
Ich denke Kontinuität ist sehr wichtig. Viele Autoren beginnen stark und lassen dann genauso stark nach. Als Schriftsteller brauchst Du viel Puste.
Wenn ein Obdachloser in der Berliner U-Bahn eine Rede hält
Berlin, 16. Februar 2007
„[…] Fuhr ich doch Richtung Kochstraße in der U-Bahn unter der Friedrichstraße, um dort Sushi zu holen für den gemeinsamen Abend in unserer WG.
Steigt doch zwei Stationen vorher wieder ein Obdachloser in den Waggon ein und beginnt seine Rede. Schon als ich ihn einsteigen sah, dachte ich mir genervt:
‚Jetzt geht schon wieder die alte Leier los.‘
Doch es kam anders als gedacht!
Nach dem typischem ‚Hallo, ich …‚, ging er witzig über zu ‚… ich nehme auch Diamanten, Brillanten, Aktienpapiere, Kreditkarten …‘ Die Leute in deren Gesichter ich das Gleiche las, was ich zuvor dachte, fingen an zu grinsen. ‚Ein bisschen Spaß muss sein‘, fuhr er fort, ‚unterstützten Sie meine ICH-AG. Angie, unsere Angie, mit der ich gestern noch telefoniert habe, macht das auch …‘
Einige der Leute mussten daraufhin richtig lachen, aber leider gab keiner von ihnen etwas. Ich muss gestehen, ich auch nicht. Bin derzeit zu knapp bei Kasse, um hier und da den Fragenden etwas zu geben und ich hatte auch just in diesem Moment kein Kleingeld dabei. Die „Angie“ ist sicherlich nicht – knapp bei Kasse –, obwohl sie ja den begehrtesten ICH-AG-Job in Deutschland hat, den es zu vergeben gibt:
Nämlich ‚Bunte-Kanzlerin‘ … wie der Obdachlose noch am Schluss erwähnte bevor er uns dann wieder verließ. […]“
Jens Böhme – Auszug aus den Tagebüchern meines Lebens
(Artikel aktualisiert 21.03.2026)
Hier gibt es mehr Infos über das Tagebuchschreiben und auch Bildern von meinen Tagebüchern:
Das Interview zum Roman „Der Tausendfüßler“ mit Jens Böhme
Jens Böhme – Der Tausendfüßler
Letzte Woche besuchte ich wieder meine Heimat Meißen. In erster Linie zu Besuch bei meiner Mutter, die ich hiermit herzlichst grüße! Ein anderer Grund war ein Interview-Termin beim ansässigen Wochenkurier im Vorfeld des Meißner Literaturfestes. Zusammen mit einem Journalisten wollte ich über das Romanprojekt den Roman „Der Tausendfüßler“ sprechen vorstellen und das Buch vorstellen.
Da die Online-Medien oft etwas schneller sind als das Printmedium habe ich jetzt schon ein Interview für die interessierten Leser meines Romans parat. Das Interview erschien im Wochenkurier am 16. Juni 2009. Komplett zu lesen unter nachfolgendem Link:
Anmerkung des Autors zum Link „Interview mit Jens Böhme im Wochenkurier “ (7. Juli 2009):
Leider ist der Link zum Interview im Wochenkurier nur für einen begrenzten Zeitraum aktiv gewesen. Es gibt aktuell kein Archiv und seit letzter Woche verweist dieser nur auf die Startseite vom WochenKurier. In Kürze folgt das Interview in einem neuen Artikel als Posting oder Scan. Ich bitte um etwas Geduld für den interessierten Leser. (JB)
So und nicht anders sieht der Roman „Der Tausendfüßler“ im Buchumschlaglayout aus. Das Layout gefällt mir außerordentlich und ich denke, dass das Bild wie die Faust aufs Auge auch zum Titel und zum Inhalt passt. Es gab lange Diskussionen in unserer WG in Berlin und bei meinen Freunden, welches Bild am geeignetsten sei. Zwischen zwei Foto-Varianten in unterschiedlichen Farbvariationen mussten wir uns bzw. ich mich am Ende entscheiden.
Bild: Buchumschlaglayout – Der Tausendfüßler
Das Endprodukt im Layout übertraf meine Vorstellungen und ich bin hoch erfreut es nun präsentieren zu können.
Info und Anmerkung des Autors: Den Roman gibt es nicht mehr mit dieser Covergestaltung wie hier im Bericht. Der Liebesroman hat nach der 2. Auflage im Verlag BoD eine neues Layout – quasi ein neues frisches Cover-Kleid.
Na da bin ich mal gespannt, ob ich eines davon abbekomme? Das wäre was!
Welches Stück – das ist hier die Frage?
(Ergänzung 05.02.02026) Es gibt nach meiner Recherche zwei Bücher mit dem Titel „Die Versuchsperson“. Einmal nur mit dem Untertitel „Stück“ und einmal mit dem Untertitel „Harmonie – Stücke“. Welches von beiden nun die Auflage mit den 5.000 Stück ist, konnte ich nicht ermitteln? Ich habe das Gefühl ich bin hier irgendwem auf den Leim gegangen. Wenn es nicht gar eine Zeitungsente ist; in diesem Fall wohl auch eine Verlagsente, wenn es denn vom Verlag in erster Instanz damals so gesteuert wurde? In keiner meiner Recherchen komme ich wieder auf diese Meldung. Vielleicht sollte ich einmal eines dieser Large Language Models (einen der bekannten ChatBots) fragen und das Netz durchforsten lassen? Eines meiner Schlagwörter von damals im System lautet immer „Berliner Morgenpost“. Das legt nahe, dass der Tag dafür steht, dass die Meldung von diesem Printmedium ausging. Versuche ich über die Suchmaschine den Artikel darüber zu finden, erhalte ich hier ebenso keine Info mehr dazu. Es bleibt spannend! Sobald ich Aufklärung geben kann, werde ich das hier im Blog-Artikel notieren. Nichtsdestotrotz gibt es nachfolgend mehr Infos zum Inhalt der beiden Theaterstücke von Siegfried Lenz. (Siehe auch Editorische Anmerkung am Artikel-Ende.)
Hier jedenfalls erst einmal die beiden Stücke bei denen es sich möglicherweise um diese Auflage handelt:
Zum Inhalt – Die Versuchsperson – Stück
„Schauplatz ist eine Buchhandlung, die Helden des Stücks sind Menschen, die sich mit Büchern und ihren Autoren umgeben. »Die Versuchsperson« handelt von nichts Geringerem als von der Wirkungsmächtigkeit der Bücher, beweist das nahezu Gesetzgeberische, das von der Literatur ausgeht, direkt oder indirekt. Neben der spannenden und amüsanten dramatischen Handlung bietet Siegfried Lenz en passant einen Streifzug durch die großen Werke der Weltliteratur.“ (Klappentext: Siegfried Lenz – Die Versuchsperson – Stück)
„Guntram, Marie, Dirk und Alf leben, nicht konfliktfrei und notorisch unterfinanziert, in einer Studenten-WG. Eine lukrative Einnahme quelle scheint sich aufzutun, als Oskar, der Onkel von Alf, der WG ein Geschäft anbietet: Seine Firma arbeite an einem neuen Medikament. ‚Harmonie‘, so der Name des Medikaments, könne in der Wohngemeinschaft doch vielversprechend auf seine Wirksamkeit getestet werden. Die Studenten willigen ein.“ (Quelle: buecher.de)
Genre: Drama/Lyrik – Modernes Theater
Über den Autor
„Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, gestorben 2014 in Hamburg, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Seit seinem Debütroman Es waren Habichte in der Luft von 1951 veröffentlichte er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Mit den masurischen Geschichten So zärtlich war Suleyken hatte er 1955 seinen ersten großen Erfolg, Sein Werk ist geprägt von der Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (z. B. Der Mann im Strom, 1957, oder Brot und Spiele, 1959) und mit dem Nationalsozialismus bzw. seiner Aufarbeitung. Zu Lenz’ größtem Erfolg wurde der 1968 erschienene Roman Deutschstunde. Bis heute ist die Geschichte eines Polizisten, der im Nationalsozialismus das Malverbot seines Freundes überwacht, eine bestechende Entlarvung eines pervertierten Pflichtgefühls. Das Buch wurde verfilmt, avancierte zur Pflichtlektüre an Schulen und war international ein großer Erfolg. Der Deutschstunde folgten viele weitere große Romane (Das Vorbild, 1973, Heimatmuseum, 1978, Der Verlust, 1981, Exerzierplatz, 1985, Die Auflehnung, 1994, Landesbühne, 2009), welche Siegfried Lenz neben Schriftstellern wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser zu einem der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren machte. Sein zweiter Roman Der Überläufer erschien postum im Jahr 2016 und wurde ein großer Erfolg. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Gerhart-Hauptmann-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009.“ (Quelle: amazon.de)
Verlag Hoffmann & Campe Verlag
Mehr Informationen zu Auflage – auf der Homepage vom Hoffmann & Campe Verlag (Link nicht mehr vorhanden). Lenz veröffentlichte alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag.
Im ursprünglichen Beitrag wird auf eine angebliche Literatur-Kurzmeldung der Berliner Morgenpost aus dem Frühjahr 2009 verwiesen, nach der Siegfried Lenz’ Theaterstück „Die Versuchsperson“ (Hoffmann und Campe, 2009) in einer Erstauflage von rund 5.000 Exemplaren erschienen sein soll. Der betreffende Zeitungsartikel ist heute online nicht mehr zugänglich und konnte bislang nur indirekt über den zeitnahen Blogeintrag vom Mai 2009 nachgewiesen werden. Eine unabhängige Bestätigung der genannten Auflagenhöhe in frei verfügbaren Quellen liegt derzeit nicht vor.
Als ich die erste Seite des Romans schrieb, damals ein Experiment mit Feder & Tinte auf einem exquisiten Block aus Edelleinen, hatte der Beginn etwas Kafkasches. Oder sagen wir, ich war von Franz Kafka inspiriert worden. So schrieb ich in alter Romancier-Manier die ersten Zeilen eines Textes und wollte eigentlich nur eine Kurzgeschichte zum Besten geben. Gleichzeitig wollte ich die Technik des Schreibens mit Feder & Tinte ausprobieren. In Abständen tauchte ich die Metallfeder – das Set war ein Geburtstagsgeschenk 1999 – in das Tintenglas. Immer dann, wenn ich wieder Lust hatte mich dieser kreativen Schreibweise zu bedienen, schrieb ich an dem Text weiter und er wuchs und wuchs und er wuchs immer mehr an. Es wurden immer mehr Seiten und der ganze Block füllte sich allmählich. Ich kaufte mir daraufhin einen zweiten Schreibblock. (Info: Bilder von diesen beschrieben Seiten mit Tinte sind hier im Blog auch zu erspähen.)
Notebook versus Schreibgerät
Bild: Tintenfleck
Da sich die Geschichte arg vergrößerte und sie mit der 1. Seite im Stiele Kafkas – wie es mir anfangs vorkam (zudem hatte ich als Poster über meinem Schreibtisch die 1. Seite vom handgeschriebenen Roman „Der Prozess“ von Kafka) – nichts mehr zu tun hatte, sattelte ich um auf den eigenen Laptop. Die Niederschrift mit dem Notebook ging schneller und strapazierte meine Hand weniger, denn ich musste bis zum Wechsel schon recht ordentlich mit der Feder aufdrücken. Vor allem, wenn die Tinte wieder zur Neige ging, floss die Buchstabensaft nicht mehr so leicht auf das Blatt Papier in jenem Edelleinenblock. Außerdem bestand jedes Mal Gefahr, dass sich die Schrift viel zu dickflüssig generierte oder aber die Feder schlichtweg kleckste, wenn ich vorzeitig erneute Tinte der Feder zugeführt hätte.
Bild: Edelleinen – Briefalux
Es ging also weiter. Der Roman bekam Gestalt und irgendwann musste ich mir in Abständen eindeutig überlegen, wie es mit der Geschichte weiter geht bzw. wo es eigentlich hingehen soll. Am Anfang habe ich einfach nur geschrieben. Hier und da entstanden handschriftliche Fragmente, die ich auch außerhalb der Wohnung in Cafés, in Pausen, auf Bänken im Park, im Zug auf Reisen usw. notierte. Manchmal durchaus mehr als eine Seite, ein anderes Mal war es wiederum nur eine Dialogsequenz, die ich mit nach Hause brachte.
Der Protagonist Conrad Wipp
Nach etwas mehr als 30 Seiten zeichnete sich das Dilemma des Protagonisten Conrad Wipp ab – Conrad kränkelte seelisch an zwischenmenschlicher Kommunikation – und lebte seit einiger Zeit bis zum Beginn der Geschichte im 1. Kapitel ein zurück gezogenes von der Gesellschaft entferntes Leben. Meine Figur, so kam es mir in den Sinn, soll am Anfang in seinem Dilemma vorgestellt werden und während des Romans eine Entwicklung vollziehen (Art eines Entwicklungsromans). Conrad Wipp sollte eine Charakterentwicklung mit einem abwechslungsreichen Plot im Hintergrund, einer spannenden und unterhaltsamen Liebesgeschichte durchlaufen. Ich denke, es ist mir gelungen und die Geschichte nimmt von Seite zu Seite mehr Gestalt an und mehr an Fahrt auf. In die heutige moderne Zeit eingebettet bekam die Hauptfigur Conrad Wipp somit ein passendes modernes Umfeld in dem er sich entwickeln kann. Ob er es nun schafft oder nicht, verrate ich selbstverständlich nicht hier, sondern dem Leser oder der Leserin nur im Buch.
Wie entstand die Idee den Romantitel „Der Tausendfüßler“ zu benutzen?
Sicherlich hört und liest man als Leser oft, dass es einen sogenannten Arbeitstitel gibt, den der Autor während des Schreibens benutzt. Manchmal bleibt er dann als richtiger Titel so stehen, aber oft wird dann ein marketingträchtiger Name durch den Verlag gesucht oder aber der Autor findet am Ende dann doch noch einen treffenderen – oftmals kürzeren – Titel. Genau dann, wenn er einen göttlichen Überblick über die fertige Geschichte hat. Irgendwann musste und wollte ich auch einen Arbeitstitel benutzen und da öffnete mir ein Interview aus dem Buch „Nicht nur freche Sprüche“ von Gregor Gysi(Hrsg.: von Jürgen Reents und Hanno Harnisch, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1998) die Augen.
Ich habe nie einen Kurs besucht oder Bücher über richtiges Reden studiert. Mir hat mal jemand seine Magisterarbeit zugeschickt, in der er meinen Redestil analysiert hat, Verben, Substantive und Satzlängen abgezählt. Habe ich bis Seite fünf gelesen und dann zurückgeschickt mit einem netten Brief.
Was stand da drin?
Daß ich die Arbeit leider nicht lesen könne, weil ich sonst das Reden verlerne. Wenn ein Tausendfüßler darüber nachdächte, wie er geht, würde er sämtliche Beine verknoten.
In diesem Moment hatte ich meinen Titel und die perfekte Situationsbeschreibung wie es meinem Protagonisten Conrad Wipp im Roman ergeht. „Der Tausendfüßler“ mit dem bildhaften Vergleich der verknoteten Beine, der darauffolgenden Lähmung und Unbeweglichkeit, passte zur Hemmung, Lähmung und Unbeweglichkeit der Kommunikation von Conrad Wipp, wie die Faust aufs Auge. Geboren war nicht nur der Arbeitstitel, sondern der letztendlich feststehend Titel des Romans DER TAUSENDFÜSSLER.