Die Farben der Moore – Moorgeschichten und Moorgedichte aus dem Nordwesten


Aktion der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V. wird bis 31. März 2026 verlängert

INFO: Ursprünglich war die Ausschreibung bis Ende Januar 2026 datiert und Autoren Autoren konnten Texte zum Thema „Die Farben der Moore“ einreichen. Schon letztes Jahr stand die Aktion und der Aufruf der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V. in der Rasteder Rundschau, Ebenso können Interessierte auch auf der eigenen Webseite des Vereins die Bedingungen und Infos nachlesen. Auf Anfrage beim Verein erfuhr ich, dass Publikmachen des Aufrufs ausdrücklich erwünscht ist!

Für alle Moorliebhaber und Kreative gibt es daher hier auf meinem Literatur-Blog | Der Tausendfüßler mehr Futter zu den Details.

Nachfolgend die Informationen aus dem Flyer Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V.:

  • Erzählen Sie uns eine Geschichte oder lassen Sie ein Gedicht sprechen über die Farben des Moores in Ihrer Region. Die Farbe kann auch verbunden sein mit einem Erlebnis, einer Erfahrung oder einer Erinnerung. Es kann eine bunte Zeitreise durch die Jahrzehnte oder ein Schlaglicht auf ein einzelnes, vielleicht einfarbiges Ereignis aus dem Moor sein. Erzählen Sie uns die Geschichte auf Ihre Weise.
  • Aus der Summe dieser Geschichten und Gedichte wollen wir etwas über die Vielfalt der Moorlandschaft in Ihrer Region erfahren, über deren Eigenheiten und die Veränderungen im Laufe der Zeit.
  • Geschichten können in Form von Erzählungen, Gedichten, Kurzgeschichten, Poetry Slams oder auch als Fotogeschichten eingebracht werden. Sie können visuelle Elemente enthalten, wie Fotos, Collagen, Zeichnungen oder Gemälde. Immer steht aber die Geschichte oder das Gedicht im Vordergrund.
  • Wir werden alle Einsendungen auf unserer Website (www.schutzgemeinschaft-laendlicher-raum.de) veröffentlichen. Die besten davon werden im Rahmen einer Lesung der Öffentlichkeit präsentiert. Wir behalten uns außerdem vor, die Geschichten, Gedichte und Darstellungen in einem Buch zu veröffentlichen.

Bedingungen

  • Die Geschichten/Gedichte sollen nicht länger als zwei Seiten (ca. 600 Wörter bzw. 4000 Zeichen mit Leerzeichen, Schriftgröße 12) sein. Jede/r kann maximal zwei Dinge einreichen. Mitmachen können alle von jung bis alt. Mit Ihrer Einsendung erklären Sie sich bereit, dass sie auf der Website der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West eingestellt wird. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2026.

Wertung

  • Eine unabhängige Fachjury bewertet die eingereichten Geschichten. Die Autoren und Autorinnen der besten Werke werden zur Lesung eingeladen und erhalten Gelegenheit, ihre Geschichte selbst vorzutragen.

Einsenden und Kontakt

  • Schicken Sie Ihre Moor-Geschichte per Mail an die Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V., c/o Dr. Heidy Wienekamp-Suhr, schutzgemeinschaft-nw@web.de. Eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Rückfragen unter Tel. 044027893 oder per E-Mail.
  • Die Farben der Moore Manchmal heißt es, Moore seien eintönig, langweilig und farblos. Wenn man aber genau hinschaut, sind Moore bunt. Nicht nur durch das Spiel der Jahreszeiten, das sich in einem Moorsee spiegeln kann, sondern auch im Detail. Denken Sie an die Balz des Moorfrosches in blau, an das knallige Rot der Preiselbeere oder das zarte Rosa der Heidekräuter. In welcher Farbe leuchtet das Moor für Sie? Können Sie das in Worte fassen, in eine Geschichte einweben oder in einem Gedicht zum Ausdruck bringen? Das wollen wir von Ihnen wissen.
  • Lassen Sie mit Ihrer Geschichte oder Ihrem Gedicht die Farben der Moore leuchten!

Mein literarischer Beitrag zum Aufruf – Ein Gedicht

Ich kenne die Moore und die Natur in der Region. Mindestens 2 Mal pro Woche fahre ich zum Beispiel durch die Wesermarsch und genieße die Landschaft und entdecke immer wieder heimische Tiere und so viele verschiedene Vogelarten. Animiert durch den Aufruf bin ich kreativ geworden und habe eine Gedicht verfasst. Dies habe ich bereits eingereicht und ich bin gespannt auf das Ergebnis des Aufrufes der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V.

So habe ich geschrieben:

„[…] … hiermit sende ich Ihnen mein heiteres Gedicht ‚Die Liebe im Moor‘ zur Einsendeaufforderung ‚Moorgeschichten und -gedichte‘ für die Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V. und zum diesjährigen Thema ‚Die Farben der Moore‘ zu.

Die Farbe der Liebe ist traditionell Rot, da sie Leidenschaft, Romantik, Verlangen und starke Emotionen symbolisiert. So geht es vielen Menschen auch beim Thema Natur und Moorlandschaft. Die Romantik und Leidenschaft zum Moor wird in diesem Gedicht ein wenig anderes dargestellt und lässt zur Interpretation viel Spielraum. […]“

1. Fassung handschriftliches Manuskript Moorgedicht Jens Böhme
Bild: 1. Fassung – handschriftliches Manuskript – Moorgedicht von Jens Böhme

Endfassung des Moorgedichtes und Original:

Rastede, 7. Dezember 2025

Die Liebe im Moor

von Jens Böhme

Einst versank ein adretter Mann im Moor,
von ihm heraus schaute nur noch ein Ohr.
Er war ein gar neugierig-törichter Tor,
kam ab vom Weg, sah keine sichere Spur.

Eine Frau namens Käthe mit roter Trompete,
gewahr ihm und formte ein Seil aus Knete.
Zog den grünen Moor-Mann heraus und zählte,
eins-zwei-drei, das Mannsbild laut krakeelte.

Beide vom Moor ganz besudelt,
die Trompete farbenfroh dudelt!
Mann und Frau sind verliebäugelt,
Moorgeflimmer, das leise säuselt.
Erzählt von gefährlichen Wegen im Moor,
manchmal bringen sie die Liebe hervor.

(Titelbild: Mit freundlicher Genehmigung aus dem Flyer der Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V.)

Weihnachtsgedicht

Jens Böhme

Weihnachtsgedicht,
Engelsgesicht,
frohe Kunde,
liebliche Stunde.

Winterzeit,
seid bereit!
Allein, gemeinsam
oder zu zweit.
Das Leben zu atmen,
daran zu erstarken.
Sich selbst zu besinnen,
erwärmen von Innen.

Es ist vollbracht,
es ist Weihnachtstag!

Rastede, 14.12.2022

Weihnachtsbild vom Basar des Förderverein Feldmäuse e.V.

Kriegslied – Gedicht von Matthias Claudius

Kriegslied

Matthias Claudius

’s ist Krieg! ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagnen zu mir kämen,
Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
Verstümmelt und halb tot
Im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten
In ihrer Todesnot?

Wenn tausend tausend Väter, Mütter, Bräute,
So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammleten, und mir zu Ehren krähten
Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
Nicht schuld daran zu sein!2

Doch Friede schaffen, Fried’ im Land’ und Meere:
Das wäre Freude nun!
Ihr Fürsten, ach! wenn’s irgend möglich wäre!!
Was könnt Ihr Größers thun?

Warum befindet sich dieses Gedicht hier auf meinem Blog?

Trauriger Grund: Dieses Gedicht ist trotz seines Alters aktueller denn je!

(nachfolgender Inhalt zum Dialog zwischen Kurt Krömer mit Dr. Jakob Hein paraphrasiert)

Ich schaute mir eine Folge Chez Krömer mit Dr. Jakob Hein (Chez Krömer – Zu Gast: Psychiater Dr. Jakob Hein (S06/E06) an und beide kamen während des Interviews (für Kenner und Liebhaber der Sendung auch „Verhör“ genannt) auf folgende Frage zu sprechen: (ab Minute 16:24)

„Wie erkläre ich meinen Kindern, was Krieg ist, dass es Krieg wieder oder immer noch gibt?“.

Eine echt gute Frage! Herr Hein meinte: „So ehrlich wie man kann. Und man kann erklären, dass man es selber nicht versteht.“ Er bringt während dessen das Gedicht von Matthias Claudius an und meint, „… es ist irgendwie vollkommen absurd!“

Ich habe mir daraufhin das Gedicht angeschaut und durchgelesen.

Das Gedicht „Kriegslied“ beeindruckt mich und zeigt die Absurdität des Krieges!

Wenn das Gedicht auch in einem anderen historischen und kriegerischen Kontext erschaffen wurde, so bleibt es doch aktuell.

Näheres zur Historie des Gedichtes hier: REINHARD GÖRISCH – „’s ist leider Krieg“ – Das „Kriegslied“ von Matthias Claudius – in Kriegs- und anderen Zeiten. Stationen seiner Wirkungsgeschichte

UND mal ganz ehrlich! Ist es nicht Aufgabe der Fürsten (heute Präsidenten, Kanzler, Autokraten, Diktatoren – allen oberen Verantwortlichen und Mächtigen > Mann wie Frau) dafür zu sorgen, dass es den Menschen gut geht?

Gedichte für Claqueure – Texte von Liebe, Lust und Leben

Über 500-Seiten dick! – „Gedichte für Clauqueure – Gedichte von Liebe, Lust und Leben“ von Jens Böhme

Eine lyrische Chronologie von Gedichten, Fragmenten, Texten!

Die ersten Gedichte und Texte entstanden irgendwann nach dem Mauerfall als ich mich das erste Mal verliebte.

Die Teenagerzeit, meine Jugendjahre in den 90ern, war ein spannende und turbulente Zeit. Smartphones gab es noch nicht, wenn man jemanden toll fand, schrieb man auch schon mal einen Zettel bzw. einen Brief. Die Neunziger Jahre waren eine Zeit voller Überraschungen, vor allem was geschichtliche Ereignisse anbelangt, aber auch, was die Entdeckung der eigenen Gefühle sowie der „Lust“ betraf. So ist es nicht verwunderlich, dass meine ersten Schriften eher einfacher Natur sind. Die aus meiner Sicht wichtigsten Texte, mit denen ich auch schöne Erinnerungen verbinde, gehören zu meiner chronologischen Auswahl dazu. In meiner Jugend- und Studienzeit in Meißen und Dresden entstanden dann weitere Gedichte, Fragmente, Texte jeglicher Art und unterschiedlicher Stiele. Es gab Zeiten mit großer Produktion und Zeiten, in denen ich gar nichts oder weniger aufschrieb. Irgendwann ging ich dann nach Berlin und in 16 Jahren Berliner Zeit erlebte ich eine Menge. Daher gibt es aus dieser Zeit ebenso viel an Texten im Buch zu lesen. Am Ende folgten dann die neuesten Texte aus meiner neuen Wahlheimat Rastede im Ammerland. Da ich stets auch die Orte der Textentstehung mit datiert habe, kann der Leser zusätzlich auch verschiedenste Reiseorte in Deutschland und der Welt nachvollziehen. Vielleicht war der ein oder andere auch schon einmal da, wo ich schon war? Überall gab es die Möglichkeit etwas zu notieren oder zu sinnieren. Immer dann, wenn mir danach der Sinn stand etwas aufzuschreiben und mich die Muse in heimischen Gefilden oder in der Ferne küsste.

Neugierig geworden? Klickt auf das Bild!

„Gedichte für Claqueure“ bei bod.de als Paperback, quasi für das Bücherregal und den haptischen Genuss, aber auch als eBook bestellbar (ISBN-13: 9783748141785).

  • Klappentext: Dieses Buch ist ein Sammelsurium an Texten aus unterschiedlichen Lebensabschnitten und in den verschiedensten Lebenslagen – meines bisherigen Lebens. Es enthält Lyrik, Fragmente und textliche Experimente aus über 20 Jahren. Da die Texte chronologisch aufgeführt werden, kann der Leser bestimmte geschichtliche Ereignisse wiedererkennen sowie den ein oder anderen Einfluss anderer Autoren und Stile entdecken. Viel Spaß beim Lesen!
Gedichte für Claqueure - Texte von Liebe, Lust und Leben von Jens Böhme
Gedichte für Claqueure – Texte von Liebe, Lust und Leben von Jens Böhme

*eBook für den Kindle Gedichte für Claqueure für 4,99 EUR

Weitere Veröffentlichungen

Kategorien auf dem Literaturblog – Der Tausendfüßler

Frühlingsgedicht von Sebastian Gottschall

Frühlingsgedicht von Sebastian Gottschall*

Ein Zirbit froh vom Baum her zirpt,
es drosselt die Amsel auf dem Ast.
Frohgemut wird hier gewirkt,
damit der Klang zur Jahreszeit passt.

Die Sonne zeigt wieder länger ihr Gesicht,
Wärme durchdringt die Leiber.
Der Winter ist nun entwischt,
doch hinterlässt er keine Neider.

Die Blüten öffnen ihre zarten Knospen,
die bunten Wiesen sind ein Segen,
dieses Glück wird niemanden was kosten,
nur den Mann aus Schnee das Leben.

Frühling ist’s in meinem Revier,
da gibt es kein Entrinnen,
da freut sich Pflanze, Mensch und Tier
und alle tanzen wie von Sinnen.

Essen, 06.05.2014

(*Dieses Gedicht stammt aus dem kreativen Nachlass meines besten Freundes, der im August 2016 an Krebs verstorben ist.)

Noch ein Gedicht von Sebastian:

Wer mehr lesen will: So lange er lebte – Texte meines besten Freundes

Sein letztes Gedicht

Ein letztes Gedicht – Sein letztes Gedicht

Im Laufe der Zeit
ging es bergab.
Jetzt ist es soweit,
jetzt wird‘s langsam knapp.

Sebastian Gottschall*

Bild meines besten Freundes bei einer Fotosession 1996
Bild meines besten Freundes bei einer Fotosession 1996

In Gedenken an meinen besten Freund. Du wirst mir fehlen …

(*Dieses Gedicht stammt aus dem kreativen Nachlass meines besten Freundes, der im August 2016 an Krebs verstorben ist.)

Gedicht – Liebe zum Leben von Jens Böhme

Die „Liebe zum Leben“ – ein kleiner lyrischer Gedanke von Jens Böhme

Liebe zum Leben

Blinzelnd der Blick ins Licht,

lächelnd gehalten das Gesicht,

ist mit kräftigem Schlag in der Brust,

die Liebe zum Leben –

berauschende Lust.

(Ein Gedicht vom 31. Oktober 2005, Berlin)

Weitere Gedichte auf diesem Blog:

Hier geht es zur Kategorie Lyrik: alle Gedichte auf einem Blick

TEXAS POEM – Eine Poskarte aus Texas Austin mit Gedicht

Gedicht von Jens Böhme – Austin (Texas) 17. April 2013

Vorderseite Postkarte aus Texas USA
Postkarte aus Texas Austin (USA) – Vorderseite
Rückseite Postkarte aus Texas Austin USA mit Gedicht TEXAS POEM
Postkarte aus Texas Austin (USA) Rückseite mit Gedicht TEXAS POEM

TEXAS POEM

Das Leben lebt sich geradeaus,

immer nach vorn,

niemals zurück.

Für jeden Schritt gibt’s Applaus,

es trötet ein Horn,

mit Dir sei das Glück.

(Gedicht von Jens Böhme, Austin April 2013)

Für die Leser der englischen Sprache hier die Übersetzung:

1. Wörtliche Übersetzung (nah am Original) | Literal translation (close to the original)*

TEXAS POEM

Life moves straightforward,
always ahead,
never back.
For every step there is applause,
a horn is blown,
may luck be with you.


2. Poetische Übersetzung mit Reim | Poetic translation with rhyme*

TEXAS POEM

Life walks a line that’s straight and true,
always ahead,
never askew.
For every step, the trumpets play,
cheering your path
along the way.


3. „Texas Spirit“-Variante | „Texas Spirit“ variant*

TEXAS POEM

Life rides on like a long dirt trail,
headin‘ west,
no lookin‘ back.
Each bold step leaves a cowboy tale,
horns will blast –
you’re on the right track.

(*Übersetzungshilfe/Translation help: ChatGPT)

  • Anmerkung: Es steht jedem Leser dieser Zeilen frei in den Kommentaren eine bessere Übersetzung vorzuschlagen.

Mehr Gedichte von Jens Böhme: „Gedichte für Claqueure -Texte von Liebe, Lust und Leben

(Artikel aktualisiert 30.03.2025)

Herr mit Lyriksammlung in der S-Bahn Berlin – Ein Obdachloser zitiert

Bettler in der Berliner S-Bahn mit ausgewählten Gedichten

Es ist schon ein Weilchen her, aber der Vierzeiler eines Obdachlosen, der in der S-Bahn zwischen Warschauer Straße und Hauptbahnhof mitfuhr, geht mir einach nicht mehr aus dem Kopf. Hab im Stillen interessiert gelauscht und mir das letzte seiner Gedicht im Handy notiert. Warum? Nun, weil mir dieser Vierzeiler ein Lächeln auf die Lippen zauberte und irgendwie lustig, irgendwie … peppig klang; trotz leichter melancholischer Note.

Ich saß so da, in der vollen S-Bahn und hörte einen Mann vor sich hinbrabbeln. Es war ein älterer Mann, ein Obdachloser aus Berlin, der für zwei Stationen hintereinander weg Sprüche, Gedichte und kleine Anekdoten rezitierte. Er war nicht gut anzusehen, aber das hat ja nichts zu sagen und wir wissen alle, dass das Leben auf der Straße mit Sicherheit kein Ponyhof ist. Ich glaube, die wenigsten Mitfahrer haben genau hingehört. Wenn sie es denn getan hätten, dann wäre wohl auch dieses kleine lyrische Gedicht am Ende an ihre Ohren gedrungen und hätte ein Lächeln über ihre Lippen gezaubert – so wie bei mir.

Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe?

Angeblich soll das Gedicht, der Spruch, dieser lustige Kalauer in der S-Bahn am Feierabend von Johann Wolfgang von Goethe sein. Irgendetwas in dieser Richtung hatte der obdachlose Mann am Ende noch in seinen Bart gemurmelt. Sollte ich bei der Recherche danach fündig werden zu welchem Autor der Vierzeiler wirklich gehört, werde ich dies im Kommentar vermerken. Möglicherweise ist das Gedicht ja auch der Kreativität des Obdachlosen entsprungen? Die Leser meines Blogs, die den lyrischen Text erkennen und zuordnen können, sind herzlich aufgefordert das Geheimnis um dieses Gedicht zu lüften. Vielen Dank und nun viel Spaß beim Lesen …

Der Vierzeiler des Obdachlosen

„Man müsste noch mal 20 sein,

verliebt und blonde Locken,

dann dürft die Butter auch mal ranzig sein,

und der Toast schmeckt auch mal trocken.“

Wenn die Liebe geht … – Ein Vierzeiler von Bertolt Brecht

Bertolt Brecht über die Liebe

Wenn die Liebe geht, dann geht sie. Dies ist traurig, tragisch und ein schlechter Traum für einen der liebt oder liebte. Eine zuvor bestehende Konstellationen im Universum wird durch einen Urknall neu formiert. Die Teilchen, die Sterne stauben auseinander und plötzlich steht die Frage im Raum:

Wo ist mein Stern geblieben?

Wo der Liebesstern geblieben ist, das kann ich leider auch nicht beantworten. Das traurig-tragisch Schöne aber daran ist jedoch, dass die Liebe im gleichen Atemzug „wenn sie geht“ auch irgendwo wieder ankommt. Zumindest behauptet das der deutsche Dramatiker, Librettist und Lyriker Bertolt Brecht.

Rosa Baumblüten
Rosa Baumblüten im Frühling

Ein wunderschöner Vierzeiler von Bertolt Brecht, den ich letzte Woche beim Schmöckern wieder entdeckt habe:

Und das Lächeln, das mir galt,
gilt nun einem andern.
Konnt ich’s nicht behalten halt
Muß ich’s lassen wandern.

(Bertolt Brecht Lektüre für Minuten, Aus seinen Stücken, Gedichten, Schriften und autobiografischen Texten, S. 42, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1998.)

(Artikel aktualisiert 18.05.2025)

Gedicht: Was bleibt zurück?

© by Jens Böhme - Cuba
© by Jens Böhme – CUBA IMPRESSION

Was bleibt zurück?

Wie weit muss ich reisen,

um zu erkennen,

dass Heimatspeisen,

besser schmecken.

Wie weit muss ich reisen,

wie weit denn noch,

um zu erkennen,

dass die Liebe,

das Herz,

zu Hause hockt.

Jens Böhme (2001)

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑