
Plattform für Autoren und Leser – Das Projekt und Forum „Buch auf Reisen“
Bookcrossing-Plattform „Buch auf Reisen“

Eine etwas andere Art des Bookcrossings hat der Autor Fred Lang ins Leben gerufen. Mit seiner Plattform „Buch auf Reisen“ möchte der Autoren (Kreative im Allgemeinen) und auch Lesern die Möglichkeit geben die eigenen Werke vorzustellen bzw. diese zu lesen und zu rezensieren. Es soll „Eine Leihbibliothek der ganz besonderen Art!“ sein, heißt es bei Fred Lang. Anders als beim Bookcrossing, wo Bücher einfach irgendwo (z.B. im Zug, auf einer Parkbank oder auf sonstigen öffentlichen Plätzen) abgelegt werden, mit dem Hinweis auf der ersten Seite des Buches den Weg auf bookcrossing.com zu registrieren, sollen bei „Buch auf Reisen“ Bücher, Anthologien, CDs und DVDs kostenfrei an interessierte Menschen verschickt werden. Was beim Bookcrossing schnell schief gehen kann, weil die Bücher an keinen Leser gelangen, verschüttet gehen oder für immer bei einem Finder verweilen, soll bei Fred Langs Forum „Buch auf Reisen“ anders sein. Hat der Empfänger und Leser das Buch durchgelesen, gibt er es direkt weiter in die Hände bzw. an den Briefkasten des nächsten Lesers. Dieser kennt das Prinzip von „Buch auf Reisen“ und wird es mit größter Wahrscheinlichkeit ebenso wieder auf Reisen zu einem involvierten Leser schicken. Somit ist die Reise eines Romans weitgehend abgesichert und der Autor kann Resonanz zu seinem Werk im Forum oder gar im Blog des jeweiligen Lesers erhalten.

„Der Tausenfüßler“ wieder auf Reisen
Als Fan vom „Bücher frei lassen„, „Bücher auf Reisen senden“ bzw. dem bekannten Bookcrossing habe ich auch wieder den Liebesroman „Der Tausendfüßler“ auf Reisen gesendet. Direkt an den Initiator des Forums „Buch auf Reisen“. Ich habe das Label eingeklebt und darunter folgenden Vorlagetext benutzt (ich habe ihn etwas an den Roman „Der Tausendfüßler“ angeglichen):
Liebe Leserin, lieber Leser!
Dieses Buch ist von mir als
„Leihgabe auf Zeit“ gedacht.
Bitte schicken Sie das Exemplar,
nachdem Sie es gelesen haben,
an Leser aus Ihrem Freundes-
und Bekanntenkreis weiter,
die über einen Internetzugang verfügen
und am Projekt „Buch auf Reisen“ mitmachen!
Auf Resonanz in Form eines kleinen Kommentars
auf „Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman“
sowie auf buchaufreisen.isthier.de oder
einer Rezension freue ich mich sehr …
Ich bin gespannt welche Reise der Roman und die Geschichte „des Tausendfüßlers“ um Conrad Wipp nehmen wird. Wer es liest und was er zu sagen hat. Viel Spaß beim Lesen!
Nachtrag zum Artikel (23.06.2015): Das Projekt „Buch auf Reisen“ existiert nicht mehr. Links wurde entfernt.
Weitere Artikel zum Thema „Bücher frei lassen“:
Das Zitat mit dem Leben und dem Radiergummi – Oskar Kokoschka
Zitat von Oskar Kokoschka
„Das Leben ist ein Zeichnen ohne die Korrekturmöglichkeiten des Radiergummis.“
(Oskar Kokoschka lebte von 1886-1980. Er war österreichischer Maler, Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne.)
Weitere Zitate auf diesem Blog:
Buchpremiere von Helmut Kraussers Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“ in der Buchhandlung Stadtlichter
Der Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“
Helmut Kraussers neuer Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“ handelt von einem Zwillingspaar, das gegensätzlicher nicht hätte sein können. Obwohl, wie Krausser nach der Lesung erklärt, beide Protagonisten alle Chancen, Möglichkeiten und Voraussetzungen in gleicher Art und Weise haben, entwickeln sie sich in unterschiedliche Richtungen. Genau darum geht es Krausser, „die Welten zweier Brüder zu schildern, die vom Genpool, vom sozialen Hintergrund nicht gleicher hätten sein können, sich aber doch beide auf so unterschiedlicher Art und Weise entwickeln.“ Mit Helmut Kraussers neuem Roman, erschienen im DuMont Bucherlag, taucht der Leser ab in die dreißiger Jahre, nach Berlin, nach Paris und Barcelona. „Alltag und Abgründe einer Epoche“, heißt es auf dem Schutzumschlag und wer Kraussers Romane kennt, weiß, dass der Autor von „Einsamkeit, Sex und Mitleid“ oder „Die Kartongeschichte“ nichts auslässt und es hier thematisch direkt in den Alltag, aber insbesondere auch ins Fleischliche, ins Triebhafte geht.
Lesung in der Buchhandlung Stadtlichter in Berlin Kreuzberg
Die kleine aber feine – Buchhandlung Stadtlichter – auf der Bürknerstrasse 1 nahe dem Maybachufer in Kreuzberg hatte zur Buchpremiere am 15.09.2012 von „Nicht ganz schlechte Menschen“ geladen. Karten waren rar und schnell weg, da schließlich anders als bei den „großen Ketten“ nur begrenzter Platz zur Verfügung stand. Kurz vor 20 Uhr traf der Schriftsteller Helmut Krausser ein und dann ging es auch schon los. Er setze sich in Front vors Mikrofon, würde ca. 50 Minuten lesen und stünde anschließend für Fragen und das Signieren der Bücher bereit. Genauso gestaltete sich die Lesung auch. Sein Schreibstil ist intellektuell und detailreich und seine Lesestimme sowie der Rhythmus passten zur Atmosphäre in der Buchhandlung, um die Geschichte hörbar zu formen. Ein zwei Unterbrechungen gab es von nachfolgenden Besuchern, die das Publikum mit einem Schmunzeln wahrnahm und der Autor selbst mit galanter Gelassenheit; zumindest wirkte es so.
Interessantes zur Entstehung des Romans
Nach der Lesung kam es dann zu Fragen und dabei erläuterte Helmut Krausser auch wie es zur Entstehung des Romans kam. Eine Frage lautete:
Wie entstand der Roman?
Krausser antwortete, dass für ihn das Thema schon Mitte der 90er Jahre aktuell war. „Ich wollte eigentlich keine Romane schreiben, die so viele Seiten haben.“ Aber, der grobe Plan kam dann eigentlich mit einem Gedicht. Mit einem Gedicht hat alles angefangen, betonte er. Dieses Gedicht hatte ihn derart inspiriert, dass Krausser sich gleichzeitig die Frage stellte, was wohl aus ihm in den 30er Jahren geworden wäre. „Irgendetwas Rotes oder Braunes“, konstatierte er. „Was ich geworden wäre, das hätte dann sicherlich die Lektüre entschieden.“ Später traf er dann auf der Buchmesse in Paris 2001 Elodie Bouchard, die Tochter von Luc Bouchard. Und dieser gab an den jüdischen Attentäter Herschel Grünspan persönlich gekannt zu haben. (Herschel verübte 1938 in Paris ein Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath. Dieser erlag 2 Tage später seinen Verletzungen und die Tat diente dem nationalsozialistischen Regime als Vorwand für die antijüdischen Novemberpogrome 1938. Quelle: wikipedi.de) Beim Gespräch mit Luc Bouchard erfuhr er so einiges „[…] über ein anrüchiges Hotel, von seinem Elsässer Chef, von zwei deutschen Brüdern, die Max und Karl geheißen hätten, […]“.* Auch wenn Krausser von diesen beiden Brüdern nichts weiter als dieser Fakt bekannt war, fand er dies hochinteressant und so „… hatte ich einen Matrix-Filmstoff“. Er gibt zudem an, dass beide Charaktere zum Teil auch Projektionen seiner unterschiedlichen Lebensphasen sind. Außerdem hat sich Krausser sehr bei Kollegen bedankt, vor allem bei George Orwell und dessen Erfahrungen an der Front von Huesca.
Weiterhin interessant am Roman von „Nicht ganz schlechte Menschen“ ist, dass es Abschnitte gibt, die in einer anderen Schriftart dargestellt sind; so genannte geschichtliche Infoblöcke. Dies hat den Grund, dass der Schriftsteller Helmut Krausser nicht mit dem Thema Nationalsozialismus langweilen wollte. Wer will kann diese Infoblöcke quasi überspringen. „Für den ‚belesenen Leser‘ habe ich versucht auch Kleinigkeiten, also bestimmte Details über diese Zeit zusammen zu tragen wie z.B. das es im Juni zwischen der SA und der Polizei eine bestimmte Schlacht gab oder dass im März 33 preußische Schüler, die nicht mehr versetzt werden konnten, doch noch versetzt werden konnten, wenn sie der Hitlerjugend beitraten.“ Der Leser kann also gespannt auf weitere Details im Roman sein und sich geradeweg mit dem Zwillingspaar Max und Karl auf die Reise zweier Leben begeben, die trotz aller Gleichheit letztendlich doch sehr unterschiedlich sein wird.
Es folgen …
Interview-Fragen aus dem Publikum am Ende der Buchpremiere
Arbeiten Sie an mehreren Büchern gleichzeitig oder nur an einem?
Helmut Krausser: Ich arbeite stets an mehreren, aber leidenschaftlich nur an einem. Manche Themen verschwinden, andere Themen brauchen, um sich zu konkretisieren.
Schreiben Sie eigentlich täglich?
Helmut Krausser: Diesen Sommer ehrlich gesagt noch gar nichts Großes. Ansonsten schreibe ich von Mitternacht bis 2 Uhr.
Was ist Ihr Hauptantrieb zu schreiben?
Helmut Krausser: Geld und Frauen. (spontane Antwort, lacht) Scherz bei Seite. Ich musste früher viele Hausaufgaben machen, musste viel sitzen und auch viel schreiben und irgendwie hat sich das so fortgesetzt und ist zur Sucht geworden.
Haben Sie auch Protagonistinnen?
Helmut Krausser: (überlegt kurz) Ja, doch … die ‚Kartongeschichte‘, da ist eine Protagonistin. Außerdem im Roman ‚Die letzten schönen Tage‘. Okay dies ist jetzt eher eine Dreiergeschichte, also drei Protagonisten kann man sagen. Aber, da spielt auch eine Protagonistin mit. (kurze Pause) Dreiergeschichte, ich stehe auf Dreier-Kombinationen!
* Helmut Krausser: Nicht ganz schlechte Menschen, Nachbemerkung S. 575, DuMont Bucherlag 2012.
- Weitere interessante Literatur-Artikel
Das Geburtshaus von Arthur Schopenhauer in Danzig
Wer war Arthur Schopenhauer?
Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, Autor und Schullehrer (geboren 22.02.1788 in Danzig, gestorben 21. September 1860 in Frankfurt am Main).
Er sah sich selbst als Schüler und Vollender Immanuel Kants und war beeinflusst von der Ideenlehre Platons. Er entwickelte den „Subjektiven Idealismus„.
Am Geburtshaus von Arthur Schopenhauer
Das Rätsel der Sphinx – Es geht um Füße
Wieder ein Thema, das den Roman „Der Tausendfüßler“ tangiert. Es geht um Beine, genauer gesagt um Füße und hier gelangen wir ad hoc zum Tausendfüßler und zur griechischen Mythologie.
Das Rätsel der Sphinx – Auf dem Blog „Der Tausendfüßler“
Der Titel des Buches „Der Tausendfüßler“ hat eine Geschichte, natürlich nicht so ein uralte Geschichte wie die der Sphinx, aber der Titel sowie die eigenartige Gedankenwelt des Protagonisten Conrad Wipp gleicht dem eines Tausendfüßlers. Genau so sieht sich Conrad auch selbst: Tausend Füße – tausend Gedanken! Und er versucht sein Leben und die Liebe in den Griff zu bekommen. Ob er es schafft und was er im Alltag durchstehen muss, nun, lest selbst! Hier folgt erst einmal das „Rätsel der Sphinx“:
Das „Rätsel der Sphinx“ aus der Ödipus-Saga
Das „Rätsel der Sphinx“ stammt aus der Ödipus-Sage der griechischen Mythologie. Einst belagerte die Sphinx die Stadt Theben. Sie gab den vorüber kommenden Thebanern ein Rätsel auf. Wer das Rätsel falsch beantwortete, verlor sein Leben und wurde gefressen. Ödipus war der einzige, der ihr entkommen konnte.
Das Rätsel der Sphinx lautete:
„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig. Von allen Geschöpfen wechselt es allein mit der Zahl seiner Füße; aber eben wenn es die meisten Füße bewegt, sind Kraft und Schnelligkeit seiner Glieder ihm am geringsten.“
Ödipus’ richtige Antwort war:
„Du meinst den Menschen, der am Morgen seines Lebens, solange er ein Kind ist, auf zwei Füßen und zwei Händen kriecht. Ist er stark geworden, geht er am Mittag seines Lebens auf zwei Füßen, am Lebensabend, als Greis, bedarf er der Stütze und nimmt den Stab als dritten Fuß zu Hilfe.“
Aus Scham und Verzweiflung stürzte sich die Sphinx in den Tod. Durch Ödipus kam es zur Befreiung Thebens und er erhielt Iokaste, die Witwe des Königs Laios, zu seiner Ehefrau. Zusammen herrschten sie über Themen ohne das Ödipus wusste, dass es sich bei Iokaste um seine Mutter handelte. Ebenso wenig wusste er von seinem Vater, den er selbst vor Jahren in einem Streit getötet hatte. Zwar löste Ödipus das Rätsel der Sphinx, jedoch das eigentliche Rätsel seiner Existenz blieb ihm verborgen. Dies jedenfalls warf der Seher Teiresias in Sophokles Drama „König Ödipus“ vor.
(Quelle: wikipedia.de)
Das moderne Rätsel der Tausendfüßler-Sphinx
Da es hier um Füße geht, wie der Titel des Artikels schon sagt und es gerade einen kurzen Abstecher in die griechische Mythologie gab, gibt es jetzt hier auch das „Moderne Rätsel“ der Sphinx. Etwas abgewandelt und abgeschaut, aber durchaus mit einem Augenzwinkern zu sehen, ist mir spontan ein kleiner Reim eingefallen. Sicherlich nicht die große Dichtkunst, sondern eher dazu dienlich, um den Informationsgehalt zum „Rätsel der Sphinx“ mit einer Tausendfüßler-Pointe abzurunden; zumal die Thematik ja wie die Faust aufs Auge passt.
Es folgt das „Moderne Rätsel der Sphinx“:
„Wer krabbelt und bleibt,
zu Beginn sowie am Ende der Zeit?
Wer denkt zu viel,
aber mit Stil?
Wer wird uns begrüßen,
auf seinen tausend Füßen,
wenn wir ihn sehen – da draußen,
auf seinen Füßen, es sind gar tausend?“
(Auflösung unter dem Artikel in Spiegelschrift oder einfach ins Kommentarfeld posten. :-) …)
INTERESSANT – Eine Frage von der Duden-Sphinx:
Wie lautet die Mehrzahl von Sphinx?
Habe ich mich jetzt mit dieser Frage als „Duden-Sphinx“ geoutet? Nein, aber es ist doch immer wieder ein Rätsel wie so manches Wort in der Mehrzahl geschrieben wird. Hier kommt die Auflösung:
Es ist – Sphinx, die (Wortart: Substantiv, feminin)
- Mehrzahl Sphinx: Sphinxe, Sphingen
(Nur für den ägyptologischen Gebrauch kennt der Duden im Deutschen neben dem normalen Plural „Sphinxe“ auch den Plural „Sphingen“.)
Bedeutung: Ungeheuer in Gestalt eines geflügelten Löwen mit Frauenkopf, das jeden Vorüberkommenden verschlingt, der sein ihm aufgegebenes Rätsel nicht lösen kann. Die Chephrenpyramide in Gizeh ist die am ältesten erhaltenen Sphinx (siehe auch Bild). In der archäologischen und ägyptologischen Fachsprache findet zudem oft die Verwendung des maskulinen Artikels statt, was aber grammatikalisch nicht korrekt ist.
1}Sphinx, die; – (geflügelter Löwe mit Frauenkopf in der griechischen Sage; Sinnbild des Rätselhaften)
2}Sphinx, die; -, -e, in der archäolog. Fachspr. meist der; -, Plur. -e und Sphingen (ägyptisches Steinbild in Löwengestalt, meist mit Männerkopf; Symbol des Sonnengottes oder des Königs)
(Quelle: Duden)
Auflösung des „Modernen Rätsels der Spinx“:
RELSSÜDNESUAT RED
(Artikel aktualisiert 18.03.2025)
Zitat Gerhard Schröder (SPD) im BILD-Interview
Zitat von Gerhard Schröder aus dem Interview in der BILD Jubiläumsausgabe 2012
„Es ist angenehmer sich ein bisschen zu streiten, ohne in Feindschaft zu verfallen, als wenn das Verhältnis so dahinplätschert.“
BILD-Teaser
„ER war der erste rot-grüne Kanzler. ER erfand die Agenda 2010 und verlor am Ende über diese wichtigen Reformen sein Amt: Gerhard Schröder (SPD), Regierungschef von 1998 – 2005. Keiner seiner Vorgänger rieb sich so kämpferisch an BILD wie er. Ein Gespräch über Macht, Schlagzeilen und BILD.“
(Quelle: „Warum braucht man zum Regieren BILD, BamS und Glotze, Herr Schröder?“, BILD Jubiläumsausgabe vom 23./24. Juni 2012, S. 2-3)
Herr mit Lyriksammlung in der S-Bahn Berlin – Ein Obdachloser zitiert
Bettler in der Berliner S-Bahn mit ausgewählten Gedichten
Es ist schon ein Weilchen her, aber der Vierzeiler eines Obdachlosen, der in der S-Bahn zwischen Warschauer Straße und Hauptbahnhof mitfuhr, geht mir einach nicht mehr aus dem Kopf. Hab im Stillen interessiert gelauscht und mir das letzte seiner Gedicht im Handy notiert. Warum? Nun, weil mir dieser Vierzeiler ein Lächeln auf die Lippen zauberte und irgendwie lustig, irgendwie … peppig klang; trotz leichter melancholischer Note.
Ich saß so da, in der vollen S-Bahn und hörte einen Mann vor sich hinbrabbeln. Es war ein älterer Mann, ein Obdachloser aus Berlin, der für zwei Stationen hintereinander weg Sprüche, Gedichte und kleine Anekdoten rezitierte. Er war nicht gut anzusehen, aber das hat ja nichts zu sagen und wir wissen alle, dass das Leben auf der Straße mit Sicherheit kein Ponyhof ist. Ich glaube, die wenigsten Mitfahrer haben genau hingehört. Wenn sie es denn getan hätten, dann wäre wohl auch dieses kleine lyrische Gedicht am Ende an ihre Ohren gedrungen und hätte ein Lächeln über ihre Lippen gezaubert – so wie bei mir.
Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe?
Angeblich soll das Gedicht, der Spruch, dieser lustige Kalauer in der S-Bahn am Feierabend von Johann Wolfgang von Goethe sein. Irgendetwas in dieser Richtung hatte der obdachlose Mann am Ende noch in seinen Bart gemurmelt. Sollte ich bei der Recherche danach fündig werden zu welchem Autor der Vierzeiler wirklich gehört, werde ich dies im Kommentar vermerken. Möglicherweise ist das Gedicht ja auch der Kreativität des Obdachlosen entsprungen? Die Leser meines Blogs, die den lyrischen Text erkennen und zuordnen können, sind herzlich aufgefordert das Geheimnis um dieses Gedicht zu lüften. Vielen Dank und nun viel Spaß beim Lesen …
Der Vierzeiler des Obdachlosen
„Man müsste noch mal 20 sein,
verliebt und blonde Locken,
dann dürft die Butter auch mal ranzig sein,
und der Toast schmeckt auch mal trocken.“
Pressestimmen zu T.C.Boyles Lesereise 2012 und neuem Roman von ihm „Wenn das Schlachten vorbei ist“
Lesereise des Schriftstellers T.C.Boyle
Nun ist sie vorbei, die Lesereise des Pop-Titanen der amerikanischen Literatur T.C.Boyle.
„Wenn das Schlachten vorbei ist“, ist Boyles neuester Roman. Dafür und „weil es mal wieder Zeit war“ (würde der Fan jetzt sagen) reiste Boyle 2012 durch Europa und stellte in seinen Lesungen die Thematik des Buches und sich selbst vor.
T.C.Boyle in Berlin – Volksbühne Berlin
Ich war live vor Ort auf der Lesung von Thomas Coraghessan Boyle in Berlin in der Volksbühne. Wer in Berlin dabei war oder eine der anderen Lesungen von ihm besucht hat, weiß, dass es immer eine fabelhafte Show mit ihm ist. Äußerst gut besucht von Fans beider Geschlechter und immer im Wechsel auf Englisch und – hierzulande – auf Deutsch durch einen Moderator. In Berlin fehlte dieser Wechsel leider, die Übersetzungen für das deutschsprachige Publikum lies arg zu wünschen übrig. Die Lesung war trotzdem sehr sehens- und hörenswert. Überraschend und interessant war dieses Mal der dritte Punkt im Triangel der Übersetzung. Auf der Bühne befanden sich zusätzlich Dolmetscher für Gehörlose, die den rezitierten Text sowie das Interview in der Gebärdensprache übersetzen. Zurückzuführen ist diese Besonderheit auf den Roman TALK TALK von Boyle aus dem Jahr 2006, wo er diese Thematik literarisch spannend verarbeitete.
Ein neuer Roman von Boyle ist schon wieder in Produktion
Während die Fans von T.C.Boyle noch am Lesen des neuen Romans „Wenn das Schlachten vorbei ist“ sind, ist ein weiterer Roman schon längst abgeschlossen, in Produktion und in Englisch erhältlich. Die Rede ist von „San Miguel“. Mit der Lektüre von „San Miguel“ auf Deutsch muss sich das Publikum hierzulande noch bis nächstes Jahr gedulden. Aber – Gott sei Dank! – haben wir ja für dieses Jahr aus der Boylschen Feder den Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ erst einmal zu lesen. Obwohl: Wenn der Roman verspricht, was Pressestimmen behaupten und bei dem was ich bei meinen bisher ersten 150 Seiten gelesen habe, dann ist das Lesevergnügen sicherlich nur kurz. Zu schnell liest sich aus Neugier, Spannung und stilistischem Lesegenus T.C.Boyles neuer Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“.
Pressestimmen zum Boyle-Roman
Die deutschsprachige Presse hat sich wieder mal überschlagen und überall im Netz sind größere oder kleinere Rezensionen zu seinem neuen Roman erschienen. Hier und da auch mal ein Video, wie z. B. „«Strassenliterat» T. C. Boyle“ (tagesanzeiger.ch – Video: Jan Derrer, Chantal Hebeisen – 10.05.2012) oder auch das hauseigene Video des Carl Hanser Verlags „T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist“ (siehe auch Blogartikel auf dem Tausendfüßler-Blog „Buchtrailer von T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist“).
Es folgt ein …
Kleines Konvolut an Rezensionen zu T.C.Boyles neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist„
handelsblatt.com
Rezension Boyle-Neuwerk – Töten, um zu überleben
„Darf man Tausende profane Organismen töten, nur um ein seltenes Tier vor dem Aussterben zu retten? Im neuen Roman des Autors T. C. Boyle geht es um die Frage, wie weit der Mensch beim Naturschutz gehen darf. Eine Kritik.“
von Thorsten Giersch 14.05.2012
fr-online.de
Schriftsteller T. C. Boyle
T. C. Boyle stellte in der ausverkauften Volksbühne seinen neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ vor.
Thorkit Treichel 07.04.2012
fr-online.de
Lesung in der Berliner Volksbühne
Ihre Fragen an T.C.Boyle
Das Gespräch führte Martin Scholz. 05.04.2012
taz.de
T. C. Boyle ist für seine literarische Liebe zu Umweltaktivisten, Marihuana und Hippies berühmt geworden. Wenn er die Bühne betritt, ist der Jubel groß.
von Susanne Messmer 07.05.2012
orf.at
T. C. Boyle auf Tour in Wien – Der Rockstar unter den Literaten
Er gehört zu den absoluter Vielschreibern seines Fachs, denn fast jedes Jahr publiziert der US-amerikanische Kultautor T. C. Boyle einen Roman oder eine Sammlung von Kurzgeschichten. …
von Christine Scheucher 02.05.2012
blick.ch
Bestseller-Autor T.C Boyle im Interview – «Beim Schreiben werde ich high»
Der schrägste Pop-Literat der Welt ist 63 Jahre alt, kämpft gegen den Sex und wäre gern wieder ein Baby.
Von Cinzia Venafro 11.05.2012
stuttgarter-zeitung.de
Begegnung mit T. C. Boyle
Von Ulla Hanselmann 02.06.2012
beobachter.ch
T. C. Boyle
«Ich wäre gern
spirituell»
Von Tatjana Stocker 31.06.2012
shz.de
HUSUMER NACHRICHTEN
Von Martin Schulte 31.06.2012
(INFO: Dieser Artikel wurde am 11.02.2025 überarbeitet und enthält Werbelinks.)
Anekdote: Berliner Schnauze auf der Rolltreppe am Alexanderplatz … „Kommt macht hinne …“
Auf der Rolltreppe in Berlin

Alexanderplatz. Touristen über Touristen. Der Berliner erkennt sie, vor allem auch auf der Rolltreppe. Alexanderplatz, am frühen Abend, lassen wir es 18:45 Uhr sein. Auf der Rollstreppe stehend, höre ich die S-Bahn einfahren. Als Berliner kennt man das Geräusch und weiß: Jetzt habe ich nur noch ein kurzes Intervall, um diese S-Bahn noch zu bekommen. … Hmmm, ist meine S-Bahn, auf meiner Seite, denke ich und es stehen so ein-zwei-drei Pärchengrüppchen vor mir. Die Hälfte mit Sicherheit Touristen. Geht ja nix vorwärts hier. Die stehen dann nebeneinander, kucken hier, schauen da, unterhalten sich entspannt. Der Berliner hat stattdessen „Hummeln im Arsch“. Die Rolltreppe rollt, doch nicht schnell genug. Ich dämmere leicht auf der linken Seite und würde gern vorbei, weil ich nicht auf die nächste S-Bahn warten will. Obwohl, das muss ich mal sagen, die S-Bahnen vom Alexanderplatz im 3 bis 5 Minuten-Takt in der Hauptzeit des Pendelverkehrs fahren. Schon ne tolle Leistung! … Sagste was, denke ich, aber beschließe keinen Stress zu machen. Eine Sekunde später, erschallt es von einem Typen von der Mitte der Rolltreppe, total laut und völlig rotzig:
„Kommt macht hinne, wir haben nich alle hier Urlaup!“
Urlaub wurde dabei mit einem harten „p“ ausgesprochen, um der Dringlichkeit Ausdruck zu verleihen. Ist irgendwie ein ungeschriebenes Rolltreppen-Gesetz in der Hauptstadt: Rechts stehen, links gehen! Das lernt der Berlinbesucher relativ schnell. Manchmal durch „Entschuldigen Sie bitte!“ oder eben durch die wahre „Berliner Schnauze“.

„Kommt macht hinne, wir haben nich alle hier Urlaup!“
So stand ich dann doch noch rechtzeitig in meiner S-Bahn Richtung Hauptbahnhof an der Tür. Die rote Signallampe leuchtete und der bekannte S-Bahn-Ton ertönte. Ich schaute hinaus und grinste den Nich-Alle-Hier-Urlaup-Typen an, der es auch noch huschend in den Nachbarwaggon schaffte. Der wunderte sich bloß im Vorbeihuschen warum ich ihn so angrinste.
Denn: Für ne richtsche Berliner Schnauze war dit wohl ne janz normalä Ansache.






