Heimatbesuch mit Fummel

„Ich bin wieder hier, in meinem Revier …“

Es fühlt sich an wie April, obwohl noch März war. Ein bisschen Schnee, dann wieder etwas Regen. Am Morgen glaubte ich schon fast durch die strahlende Sonne sei der Frühling endgültig auf dem Vormarsch, aber dann bläst mir ein eisigkalter Wind ins Gesicht und die Wolkenformationen zeigen dem Betrachter immer wieder Unentschlossenheit in der Wolkendarstellung. Ob Berlin, Dresden oder Meißen, Petrus befindet sich momentan in jeder Stadt im Wetterwechselbad der Gefühle.

Ende letzter Woche stand ein kurzer Abstecher in die Heimat auf dem Plan. Zu Besuch bei Mutter’n, die Geburtstag feierte und das versprochene „Hallo“ bei Freunden. „Ich bin wieder hier, in meinem Revier …“, kommt mir dann das Lied von Marius Müller-Westernhagen bei jedem Besuch von neuem in den Sinn. Ich freue mich und staune, wie sich die Stadt Meißen – meine Heimatstadt – vor allem auch baulich verändert hat. Ansonsten bleibt wie so oft zumeist vieles beim Alten.

Bei einem Spaziergang zusammen mit meiner Mutter durch die Stadt kehrten wir auch bei einer bekannten Backwareninstitution (Konditorei Zieger) vor Ort ein, um einen Kaffee zu trinken und in stiller Atmosphäre zu entspannen. An den – Roten Stufen 5 – unterhalb der Albrechtsburg kann der Besucher sich laben; bevor es weiter hinauf zur Burg geht. Natürlich wusste ich auch, welch spezielles Gebäck es neben den schönen Törtchen hier zusätzlich zu kaufen gab: Die Meißner Fummel. Genau hier bei Konditorei Zieger vor dem Aufstieg zur berühmten Albrechtsburg zu Meißen kann der Besucher eine Original Meißner Fummel mit nach Hause nehmen.

Zur Geschichte der Meißner Fummel

… Der Kurier des Kurfürsten von Sachsen verkehrte regelmäßig zwischen Meißen und Dresden. Auf seinem Weg trank er gern einen Schluck des berühmten Meißner Weins, was ihn regelmäßig aus dem Sattel warf. Oft kam die Post lädiert in Dresden an und man vermutete, dass es am Meißner Wein lag. Um das Fehlverhalten nachweisen zu können, beauftragte der Kurfürst die Meißner Bäcker ein entsprechendes Gebäck zu erfinden. Dieses musste so filigran, so zerbrechlich sein, dass es bei der geringsten Erschütterung kaputt gehe. So entstanden die Meißner Fummel. Die einzelne Fummel wird aus einen einfachem Nudelteig hergestellt und hat keinen besonderen Geschmack. Sie zeichnet eine hauchdünne Schale aus. Dies in Form eines Hohlkörpers vergleichbar mit einem unregelmäßigen runden Luftballon.

Dieses Gebäck musste nun der Postreiter unversehrt in Empfang nehmen. Sollte der Reiter damit heil in Dresden ankommen, so wäre er über jeden Verdacht erhaben. War die Meißner Fummel jedoch zerbrochen, konnte der Kurier des Kurfürsten von Sachsen der Trinkerei überführt werden. Die Meißner Fummel ist so zart, dass man sich denken kann was geschah. …

Meine Meißner Fummel

Meißner Fummel
Meißner Fummel

Wenn ich stets Besuch von Freunden oder Bekannte in Meißen hatte, dann habe ich meine Freunde bei einem Spaziergang zur Burg immer zu dieser Konditorei geführt und eine original Meißner Fummel kaufen lassen, die sie dann in unversehrtem Zustand nach Hause bringen mussten. Na ja, zumindest zurück bis zu meiner Wohnung in Meißen. Aber manche Freunde stellten sich auch das Ziel die Meißner Fummel heil bis nach Hause in ihre Heimatstadt zu bringen.

Da ich dieses Mal selbst zu Besuch war, habe ich mir wieder einmal eine eigene Original Meißner Fummel gekauft. Als alter Meißner weiß ich natürlich, dass es sich nicht lohnt mit einer Fummel im Gepäck unterwegs Wein zu trinken. Dieses Mal habe ich meine Fummel heil nach Hause gebracht. Es gab aber auch schon andere – nun ja holprige – Heimwege!

(Artikel aktualisiert 17.05.2025)

1. Literaturfest in Meißen

Albrechtsburg - Eine Handysilhouette
Albrechtsburg – Eine Handysilhouette

Das Romantische lässt grüßen

Die Porzellanstadt Meißen, meine Heimatstadt, plant diesjährig erstmalig ein Literaturfest zu veranstalten. Dieses findet vom 11. bis 14. Juni 2009 unter der Schirmherrschaft des Kanzleramtsministers Dr. Thomas de Maizière (CDU) statt. Die Dresdner Werbeagentur Heimrich & Hannot befindet sich derzeit in der heißen Phase ein interessantes Programm passend zum Thema Mittelalter, Renaissance und Fantasy zusammen zu stellen. Die Stadt Meißen mit ihrer über tausendjährigen Geschichte, den engen Gassen, romantischen Schauplätzen und der Albrechtsburg, die über allem thront, passt da als Gastgeber wie die Faust aufs Auge.

Prominente Vorleser werden an vier bis fünf Orten mit entsprechender Atmosphäre Texte für alle Literaturbegeisterten präsentieren.

Mehr dazu unter: www.literaturfest-meissen.de

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