Zitate Bertolt Brecht

Zitate des Lyrikers und Dramatikers Bertolt Brecht

Bertolt Brecht (geborgen 10. Februar 1898 in Augsburg, gestorben 14. August 1956 in Berlin) war ein deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts.

„In der Kunst genießen die Menschen das Leben.“

„Fast immer, wenn einige Männer beisammensitzen, entsteht, durch Alkohol und Tabak übrigens sehr begünstigt, Literatur.“

„Nun, meine Herren – Kopf hoch! Wer noch nicht tot ist, lebt noch!“

„Und das Lächeln, das mir galt,

Gilt nun einem andern

Konnt ich’s nicht behalten halt

Muß ich’s lassen wandern.“

Fans der Sendung „Das literarische Quartett“ sind mit Sicherheit mit dem nachfolgenden Zitat von Bertolt Brecht vertraut. Denn am Ende jeder Sendung sagte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki:

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen

Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Weitere Zitate auf diesem Blog:

Ulla Hahn signiert – Leipziger Buchmesse Impressionen

Ulla Hahn signiert auf der Leipziger Buchmesse

Die Schriftstellerin Ulla Hahn gehört zu den wichtigsten deutschen Autoren. Besonders mit ihrem lyrischen Werk und ihren autobiographisch gefärbten Romanen hat sich die Autorin einen Namen gemacht. Nach der Lesung und dem Gespräch mit Lara Schützsack (Preisträgerin des Ulla-Hahn-Autorenpreis 2014) moderiert durch Maren Jungclaus signiert die Schriftstellerin am Stand vom LiteraturRat NRWEin Stück lebendige Poesie„.

Ulla Hahn signiert Leipziger Buchmesse
Schriftstellerin Ulla Hahn signiert auf Leipziger Buchmesse

Eine Auswahl von Büchern der Autorin Ulla Hahn:

Palindrome – Faszinierende Wortspielerei in der deutschen Sprache

  1. Was ist ein Palindrom?
  2. Unterschied zwischen Palindrom & Ambigramm
  3. Ein einfaches Palindrom
    1. Beispiele für ein Satz-Palindrom sind:
      1. Ein Satz-Palindrom, welches ich recht lustig finde:
      2. Längstes Palindrom, das ich finden konnte:

Was ist ein Palindrom?

„Hast Du schon gewusst, dass man Lagerregal von hinten wie vorn als Lagerregal lesen kann?“

l-a-g-e-r-e-g-a-l

Genauso verhält es sich mit dem Wort Rentner. RentneR – RentneR. Was für ein Spaß! Solche Wörter nennt man Palindrome vom griechischen in der Bedeutung „rückwärts laufend“. Sie können quasi von beiden Seiten gelesen werden und ergeben exakt dieselbe Zeichenkette.

Unterschied zwischen Palindrom & Ambigramm

Buchseite mit Ambigramm Illuminati
Ambigramm Illuminati

Vor dem Begriff Palindrom kannte ich zuerst den Begriff Ambigramm und das auch nur, weil ich 2003 den Roman von Dan Browns „Illuminati“ gelesen habe, wo im Buch geheimnisvolle Ambigramme dargestellt worden. Natürlich wusste ich schon vorher, dass es Buchstaben und Bilder gibt, die einen spiegelhaften, wenn nicht gar einen universellen Anspruch in Form eines Zeichens bzw. einer Buchstabenzeichenkette haben; ähnlich dem Unendlichkeitssymbol des berühmten Möbiusbandes, aber erst da lernte ich die Unterschiede und Besonderheiten der Begriffe kennen.

Möbiusband Möbiusschleife
Das Möbiusband

Das Möbiusband beispielsweise, welches nur eine Kante bzw. eine Fläche hat (es kann nicht zwischen unten und oben oder zwischen innen und außen unterschieden werden), ist für mich ebenso ein typisches Symbol für die Unendlichkeit wie es eben Ambigramme oder Palindrome sind. So kann ich bei einem Palindrom ewig von einer Seite zur anderen switchen und doch bleibt alles gleich – oder unendlich gleich.

Ein einfaches Palindrom

Ein einfaches Palindrom ist zum Beispiel das Wort EHE oder EBBE. Aber auch der Frauenname ANNA, wie die Band Freundeskreis schon richtig in ihrem Song A-N-N-A feststellte „… Du bist hinten wie vorne A-N-N-A …„. Und ein Beispiel für Männernamen-Palindrom wäre hier OTTO. Dagegen längere Wörter zu wissen und diese mal ganz so nebenbei zur Kenntnis zu bringen, kann schon eine coole Nummer sein. Überraschend und äußerst knifflig werden neben Ein-Wort-Palindromen gibt es hier die Satzpalindrome. Hier ist es schon etwas schwieriger welche zu entdecken, die zudem auch noch einen Sinn ergeben.

Beispiele für ein Satz-Palindrom sind:

  • Die Liebe ist Sieger; stets rege ist sie bei Leid.
  • Eine güldne, gute Tugend: Lüge nie!
  • Erika feuert nur untreue Fakire.
  • Ein Esel lese nie.
  • Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.
  • O Genie, der Herr ehre Dein Ego!
  • Trug Tim eine so helle Hose nie mit Gurt?

Gut über Sinn und Unsinn aufgeführter Satz-Palindrome kann man sich hier streiten. Der Interpretation sei hier freien Lauf gelassen. Aber überraschend ist es schon!
Hier ist ein Satzpalindrom, welches mir besonders gefällt:

  • Vitaler Nebel mit Sinn ist im Leben relativ!

Ein Satz-Palindrom, welches ich recht lustig finde:

  • Pils mit Bier treibt im Slip.

Längstes Palindrom, das ich finden konnte:

  • Geist ziert Leben, Mut hegt Siege, Beileid trägt belegbare Reue, Neid dient nie, nun eint Neid die Neuerer, abgelebt gärt die Liebe, Geist geht, umnebelt reizt Sieg.

Für Neugierige, die noch mehr Palindrome entdecken wollen, gibt es hier die Liste deutscher Palindrome:

Weitere interessante Artikel auf diesem Blog:

Buch-Tipp in eigener Sache: Hier kann der Roman „Der Tausendfüßler“ bestellt werden!

Zitat: Kurt Tucholsky

„Das Schönste am Sonntag ist der Samstagabend.“

(Kurt Tucholsky, 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg, deutscher Schriftsteller und Journalist, Literatur- und Theaterkritiker)

Kurt Tucholsky – Pseudonyme

Tucholsky schieb unter anderem unter den Pseudonymen: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel

Weitere interessante und lustige Zitate des Schriftsteller Kurt Tucholsky finden Leser im Tausendfüßler-Blog-Artikel:

Weitere Zitate auf diesem Blog:

Theaterstück „Oscar und Felix“ am Kurfürstendamm – Wilsberg lässt grüßen

Das seltsame Paar im 21. Jahrhundert heißt es auf der Seite vom Theater am Kurfürstendamm zum Bühnenstück. Und es stimmt!

Oscar und Felix sind zwei Männer, sie sind Freunde und nunmehr … nunmehr ohne Frauen. Geschieden, verlassen, verstoßen und eben … allein. Na – nicht ganz allein, da gibt es noch die Männerrunde, ein Pokerspielenden Freundeskreis voller illustrer Gestalten unterschiedlicher Männernaturen. Und so kommt es, dass der eine, der verlassen wurde zum bereits Verlassenen zieht und aus Freunden eben ein „seltsames Paar“ wird. So muss sich letztendlich auch die Pokerrunde einigen Veränderungen unterziehen.

Oscar und Felix Banner Theater am Kurfürstendamm
Oscar und Felix Banner Theater am Kurfürstendamm

Gleich zwei bekannte Schauspieler aus Wilsberg – Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Zwei Fliegen mit einer Klappe, dass ist hier die Filmklappe in Form des Theatervorhangs, der hier bei der aus der Komödie von Neil Simon (Deutsch von Michael Walter) aufgeht. Als Fan der ZDF-Krimi-Reihe Wilsberg, letzte Folge lieft erst kürzlich am letzten Wochenende und 4. Advent mit dem Titel „90 – 60 – 90“, wollte ich Leonard Lansink unbedingt einmal live sehen.

Georg Lansink spielt in diesem Stück den Oscar. Dieser lebt allein, ist notorisch Pleite (irgendwoher kennen wir das doch schon) und hat sich schon an das Singleleben – an sein Singlelebendasein – nach seiner Trennung von seiner Frau mehr oder weniger gewöhnt. Das nun beim Theaterstück „Oscar und Felix“ auch noch Manni („Manfred Reinhold Ferdinand“ die Filmfigur aus den ersten Wilsberg-Filmen) mitspielt, macht die Sache komplett. Heinrich Schafmeister übernahm den schauspielerischen Part von Felix. Und der ist nun wiederum gerade neu im Kampf mit sich selbst, der Liebe und der Umstände um das Verstehen, das er nun allein ist und verlassen wurde. Hinzu kommt der charakterliche Gegensatz: Oscar – chaotischer Sportreporter und nunmehr langjähriger Junggeselle vs. über-korrekter Felix und bisher langjähriger Ehemann.

Hier treffen sich zwei Wilsberg-Ikonen auf der Theaterbühne

Oscar und Felix Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister Plakat im Schaufenster Theater am Kurfürstendamm
Oscar und Felix Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister Plakat im Schaufenster Theater am Kurfürstendamm

Lansink und Schafmeister schaffen es zusammen mit ihren Kollegen auf den Brettern der Bühne ein unterhaltsames Theater zu fabrizieren, bei dem der Zuschauer wissen möchte, wo das Ganze am Ende hinführt. Von der Männerrunde lernt der Theaterbesucher, dass es Männern eben überhaupt nicht so leicht fällt, damit umzugehen, wenn einer der Freunde von der Liebe verlassen wird. Aber der Zuschauer lernt auch, wie man im Takt die Pokerkarten schlägt und den anderen erfolgreich in die Karten schaut. Der Auftritt der Damen in Gestalt von zwei heißblütigen Spanierinnen bringt dann noch zusätzlichen Schwung in die Pärchenkiste von Mann und Mann, Mann und Frau, Frau und Frau und überhaupt … ins alltägliche Single-Leben.

Oscar und Felix Theater am Kurfürstendamm Flyer
Oscar und Felix FLYER

Das Theaterstück „Oscar und Felix“

Wer das „seltsame Paar“ und Freunde-Duo „Oscar und Felix“ noch am Ku’damm live sehen möchte, sollte sich sputen. Die Vorstellungen laufen noch bis Ende Dezember im Theater am Kurfürstendamm. Als Wilsberg-Fan lohnt es sich doppelt!

  • Oscar und Felix – „Unter der Regie von Katja Wolff stehen Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Dietmar Pröll, Marcus Born, Joachim Kwasny, Mirjam Radovic und Amor Schumacher auf der Bühne. Für das Bühnenbild ist Jan Freese verantwortlich, für die Kostüme Heike Seidler.“

(Artikel aktualisiert 27.03.2025))

Das Franz Kafka Denkmal in Prag

Die Statue mit Franz Kafka

Franz Kafka Statue und Denkmal in Prag
Franz Kafka Denkmal in Prag

Wer war Franz Kafka?

Franz Kafka war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Er wurde am 3. Juli 1883 in Prag (Österreich-Ungarn) geboren und ist am † 3. Juni 1924 in Klosterneuburg-Kierling (Österreich) gestorben.

Kafka-Denkmal von Jaroslav Róna

„Die etwa drei Meter hohe Bronze-Statue von Bildhauer Jaroslav Rona zeigt einen körperlosen Mantel, auf dem eine kleine Figur reitet. Diese Szene schildert Kafka in seiner etwa 1903 entstandenen Novelle ‚Beschreibung eines Kampfes‘. […] Die Statue steht neben der Spanischen Synagoge im ehemaligen jüdischen Viertel der Moldau-Stadt, in dem Kafka einen großen Teil seines Lebens verbracht hatte.“ (welt.de / 03.12.2003)

Die Entdeckung des Tausendfüßlers – Überraschung im Antiquariat

Der Kriminalroman von Michael O. Güsten trägt denselben Buch-Titel: Der Tausendfüßler

Wir benutzen ja alle die gleichen Buchstaben und nutzen das deutsche Alphabet von A-Z. Dabei setzen wir die gleichen oder eben auch ganz unterschiedlichen Wörter zusammen, kreieren mitunter auch Neue, aber immer so, dass wir uns ausdrücken und untereinander verständigen können. Ausgehend von unserem erlernten ABC in der Grundschule hier in Deutschland, ist es uns zu eigen, dass wir somit auch unsere Geschichten erzählen, aufschreiben, … und auch publizieren können.

Wenn ein Buch den gleichen Titel trägt …

…, dann kann trotzdem eine ganz andere Geschichte dahinter stecken!

Das erfuhr ich bei einer Recherche nach diversen Buchtiteln auf der Webseite Booklooker. Durch Zufall bin ich auf einen Roman aufmerksam geworden, der den gleichen Buch-Titel trägt wie mein 2009 veröffentlichter Roman: Der Tausendfüßler. Okay, wenn man es genau nimmt, dann gibt es bei Güsten das „ss“ und bei mir das „ß“ im Tiernamen des Titels.

„Na Mensch, das ist ja spannend!“, dachte ich und begann anschließend nach dem Autor zu recherchieren. Ich wollte einfach mehr erfahren. Bei dem Buch handelte es sich um einen Kriminalroman von Michael O. Güsten aus dem Jahre 1968. Der Autorenname „Michael O. Güsten“ steht als Pseudonym für Alfred Antkowiak, der ein deutscher Verlagslektor und Schriftsteller aus der DDR war. Konnte ich relativ schnell bei Wikipedia in Erfahrung bringen. Erschienen ist das Buch beim „Mitteldeutscher Verlag Halle„.

Einen Klappentext hatte ich jedoch ad hoc nicht gefunden. Aber der Umstand, das ein Buch den gleichen Buchtitel trug wie mein Liebesroman, fand ich schon skurril. Ich wollte mehr über den Text erfahren. Neugierig wie ich war, und da ich sowieso gern Krimis lese, habe ich nicht lange gezögert und auch gleich online das Buche im Antiquariat An der Nikolaikirche in Leipzig bestellt. Der Buchpreis des anderen „Tausendfüßlers“ gestaltet sich zudem noch moderat.

Und so sieht das Cover des Romans im Vergleich zu meinem „Tausendfüßler“ aus:

 

Der Tausendfüßler Cover der Romane von Michael O. Güsten und Jens Böhme
Cover der Romane Der Tausendfüßler von Michael O. Güsten & Jens Böhme

Den Titel zu meinem Roman „Der Tausendfüßler“ hatte ich mir völlig unabhängig gewählt, ohne das Wissen, das schon ein Roman mit dieser Aufschrift existiert. In meinem Blog hatte ich zum Buch-Titel schon einmal einen Artikel dazu geschrieben:

Als das Buch dann in Berlin ankam, war ich voller Freude und habe mir als allererstes den Klappentext vorgenommen. Er klang ganz interessant, aber ob die Geschichte mich nun wirklich vom Hocker haut, werde ich erst nach der Lektüre wissen.

(Nachtrag 20.03.2025: Ich kann heute sagen, dass mir die Geschichte von Michael O. Güsten richtig Spaß gemacht hat zu lesen. Es gibt sogar noch einen Folge-Krimi, den ich mir auch bestellt und den ich gelesen habe. – „Die Liga der gelben Rose“)

„Der Tausendfüßler“ als Anlageobjekt?

Lustig! Und das muss ich noch erwähnen, wurde es dann noch zu nächtlicher Stunde, als ich etwas später Folgendes entdeckte. Mein Roman in einer unheimlichen Wertsteigerung vom normalen Bezugspreis von 11,80 EUR z. B. bei Amazon bis zu 199 EUR. Bei Booklooker hätte der Leser für ein Exemplar so viel an Geld hinblättern müssen. Okay, hier sollte der Leser kurz inne halten und überlegen, ob sich nicht die Investition in ein Exemplar lohnt?

verkehrt ausgewiesenes Coverbild vom Roman Der Tausendfüßler beim Buchhändler Booklooker
falsches Coverbild „Der Tausendfüßler“ bei booklooker.de

Natürlich weiß ich bzw. kann ich mir vorstellen, dass es sich hier sicherlich um ein automatisiertes Versehen bei der Preisgestaltung handelt. Ich nehme es mit Humor und sagte mir auch hier wieder: Diesen Fakt musst Du einfach bringen! Gesagt, getan – auch diese Begebenheit zur Story und zum Thema Buchtitel „Der Tausendfüßler“ findet hier Anklang. Und ich schwöre, hier ist nichts gephotoshopt – nur schnell ein Screenshot gemacht und fertig!

Eins noch zum Ende: Als Allerletztes sei hier noch kurz das Buch „Der Tausendfüßler – Heimat- und Sachunterricht 2. Schuljahr“ erwähnt. Auch diesen Buchtitel gibt es. Bei genauerer Recherche erkennt man jedoch, dass bei diesem Beispiel schon ein Untertitel auf dem Cover existiert, der von Schuljahr zu Schuljahr variiert. Jedenfalls auch hier ein neuer Namensvetter, gegebenenfalls entfernter Verwandter und nunmehr der Drilling in dieser Coverrunde.

Solltet Ihr – Werte Leser! – Weitere Bücher mit diesem Buch-Titel finden, dann einfach einmal posten. Ich bin gespannt …

(Artikel aktualisiert 20.03.2025)

Das Lessinghaus in Berlin – Zu Besuch im Berliner Nikolaiviertel

Gotthold Ephraim Lessing in Berlin

Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (22. Januar 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig) ist einer der bedeutendsten Dichter und Dramatiker der deutschen Aufklärung. Den meisten sicherlich bekannt aus dem Schulunterricht durch das Drama „Nathan der Weise“ und der darin vorkommenden Ringparabel.

Nach einem Besuch der Nikolaifestspiele entstanden folgende Bilder vom Lessinghaus in Berlin, einem rekonstruierten Bürgerhaus und einer der Sehenswürdigkeiten im Berliner Nikolaiviertel:

Lessings Haus in Berlin Nikolaiviertel Minna von Barnhelm
Erläuterungstafel zu Lessing an einem Haus im Berliner Nikolaiviertel

Tafelinschrift: Hier stand das Haus in dem LESSING 1765 MINNA von BARNHELM beendete – Die Stadt Berlin 1913

Nikolaiviertel Berlin Seitenansicht vom Lessinghaus
Seitenansicht des Lessinghauses im Berliner Nikolaiviertel

Vor dem Lessinghaus im Nikolaiviertel. Das Viertel befindet sich im mittelalterlichen Stadtkern Berlins. Der deutsche Dichter Lessing wohnte hier von 1752 bis 1775.

Frontansicht - Lessinghaus in Berlin Nikolaiviertel
Lessings Haus in Berlin – Frontansicht

Weitere der wohl bekanntesten Werke Lessings neben dem Lustspiel „Minna von Barnhelm“ sind zum Beispiel Nathan der Weise und Emilia Galotti.

Weitere Besuche von Literaturhäusern und Wohnhäusern bekannter Autoren in diesem Blog:

Was ist Scrapbooking? – Technik und Anwendung bei Scrapbooks

Was ist eigentlich Scrapbooking?

DEFINITION: Scrapbooking ist das Verzieren von Büchern mit Fotos und anderen Bildelementen. Die Fotos können mit anderen Fotos kombiniert werden. Dazu kann gemalt, gezeichnet oder einfach andere Elemente hinzugebastelt werden; ähnlich wie bei einer Collage.

  • Bei Wikipedia steht: „Scapbooking bezeichnet ein Bastel-Hobby. […]“

Ich denke: Scrapbooking ist weit mehr und kann durchaus noch andere Dimensionen „der Bearbeitung“ annehmen als es auf den ersten Blick erscheint.

Eine andere Art von Scrapbooking – Mach dieses Buch fertig!

Cover Mach das Buch fertig
Mach das Buch fertig Keri Smith (Cover)

Mach dieses Buch fertig“ – schon mal davon gehört, gelesen oder gar im wahrsten Sinne des Wortes: das Buch fertig gemacht? Der Titel und die Aufforderung kann jetzt eindeutig-zweideutig gesehen werden. Zum einen könnte dieser Satz als Ansporn für Autoren stehen, das Buch endlich fertig zu machen: quasi die Geschichte endlich zu beenden, einen Schlussstrich zu ziehen, das Wörtchen ENDE unter den letzten Satz zu setzen, um endlich ein fertiges Manuskript in den Händen zu halten, etc. oder aber im Ghetto-style sich mal so richtig am Buch auszulassen und das Buch platt zu machen, zu zerreißen, durchzustechen, Seiten zu verbrennen, ein Papier-(Opfer) zu haben, es einfach fix & fertig zu machen und dem Buch seinen ureigenen kreativen Stempel einzudrücken. (Bohh, was für ein Satz, aber alles drin.) Letzteres ist hier aber der Fall und dabei sollte nicht nur der Zerstörungswille am Buch (positiv formuliert: der Transformationsprozess des Buches), sondern eher die Kreativität am und im Buch im Vordergrund stehen.

Mit der Weile gibt es im Buchhandel einige Varianten der Bücher mit eben dieser Aufforderung „Mach dieses Buch fertig!“, die wohl bekanntesten Bücher dürften von Keri Smith sein, welche die kreative Ader des Buchbesitzers physisch wie psychisch herausfordern. Diese Art des SCRAPBOOKING ist für mich eindeutig die Extrem-Variante, da es hier nicht nur um die Bearbeitung des Buches geht, sondern hier vor der Beschädigung des Buches nicht halt gemacht wird. Gibt der Interessent auf YouTube das Wort „Scrapbooking“ ein, so erscheinen zahlreiche Videos zu dieser Thematik mit diversen Anleitungen und Experimenten von „Mach dieses Buch fertig.“

Scrapbooking bei Reisetagebüchern

Ich persönlich nutze die Technik des Scrapbookings oft bei Reisetagebüchern. In diese schreibe ich dann unterwegs Gedanken und Gedichte, Notizen zur Reise, Kostenkalkulationen (Zahlen hier und da) hinein und klebe auch mal die eine oder andere Eintrittskarte oder ortstypisches Verkehrsmittelticket mit ein. Auch Gegenstände wie eine hiesige Münze oder ein Grashalm wurden schon ins Buch geklebt. Es ist zwar schon ein Weilchen her, aber als ich meine alten Schulhefter bei einem neuerlichen Umzug einer „fast“ kompromisslosen Revision unterzogen habe, wurden alle lustigen Texte, Klausuren, Langeweile-Kritzelzeichnungen aus dem Unterreicht am Blattrand oder erinnerungswürdige Abschnitte in einem Blanko-Buch von Moleskine* integriert. Es entstand sozusagen ein Kollagenbuch der Erinnerung meiner Schulzeit.

Interessant – und auch eine Arte von Scrapbooking bei Cornelia Funke

Selbst Cornelia Funke (Autorin von Büchern wie der „Tintenherz Trilogie„, „Herr der Diebe„, „Reckless“ oder „Der Mondscheindrache„) hat in einer ihrer Lesungen Kindern erklärt wie sie ihre Skripte mit Hand schreibt und in diesen auch Fotos einklebt aus Publikationen, die so aussehen, wie sie sich die Figuren vorstellt. Sie nutzt als indirekt die Technik des Scrapbooking und des Baus einer Collage bei der Entstehung ihrer Bücher.

Es folgt der Ausschnitt aus dem Artikel „Cornelia Funke ermutigt junge Leser und Autoren“ hier auf dem Literatur-Blog – Der Tausendfüßler:

  • „[..] Frage zu Ihrer Art und Weise, wie sie (Cornelia Funke) schreibt: Mein Computer hat immer einen Namen: meiner heißt: Jack. Ich schreibe immer alle Skripte mit der Hand und übertrage dann die erste Fassung in den PC; da kann man dann viel gnadenloser korrigieren. In meinen Skripten klebe ich mir oft Fotos ein, damit ich mir vorstellen kann, wie eine Figur sein soll bzw. aussehen kann. Das kann zum Beispiel auch ein Schauspieler sein. […]“

Scrapbooking bei einem Lieblingsthema

Da mich das Thema Scrapbooking interessiert, bin ich drauf und dran nicht nur der Aufforderungen meines Geburtstagsgeschenks des Klassikers „Mach dieses Buch fertig“ zu folgen, sondern zusätzlich ein extra gezieltes Scrapbooking zu einem bestimmten Thema zu erstellen. In Gedanken denke ich da insbesondere an das Thema „Lieblingsautoren“. So plane ich meine am meisten gelesenen Autoren, eben meine Lieblingsautoren wie T. C. Boyle, Martin Walker, Martin Suter, Arto Paasilinna, etc., als thematischen Gegenstand zu nehmen. So soll alles, was ich in der Presse (Tageszeitungen und Magazine, vielleicht auch ein Flyer) finde, von Zitaten bis hin zu Bildern (Fotos -wenn vorhanden) verwendet werden. Einfach alles was ich von ihnen mit in meinem Buch einbauen möchte und bei dem ich danke, dass passt und sieht gut aus. … Na mal sehen, was daraus wird … Eine Fortsetzung des Artikels folgt dann bestimmt!

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Scrapbooking gemacht? Sitzt Ihr gerade selbst an einem bestimmten Thema? Nutzt die Kommentarfunktion und wir können uns hier austauschen.

Weitere interessante Artikel:

(Artikel aktualisiert 04.04.2025)

Zitate aus Kurt Tucholskys Roman „Schloß Gripsholm“

Schloss Gripsholm und Rheinsberg von Tucholsky

Eine Erzählung von Kurt Tucholsky besitzt den Titel „Rheinsberg – Ein Bilderbuch für Verliebte“ kurz: Rheinsberg. Mit diesem Text trat Tucholsky an die literarische Öffentlichkeit. Bisher nur als Publizist bekannt, vor allem unter seinen berühmten Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

Kleiner Reisetipp in Berlins Umgebung

Schloss Rheinsberg
Schloss Rheinsberg

Und weil wir gerade auf dem Weg vom Schloss-Hotel Gross Plasten nach Berlin waren und Zeit hatten, kam es letztes Jahr im Sommer zu einem kurzen Abstecher zu eben diesem berühmten Schloss in Rheinsberg. Nach einem Bummel durch das Schloss und die Umgebung war natürlich für mich Pflicht auch dem Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum einen Besuch abzustatten, wo Kurt Tucholskys Leben und Wirken ausführlich dokumentiert wird. So kaufte ich mir anschließend im Shop das Taschenbuch aus der Fischer Edition Schloss Gripsholm – Rheinsberg von Kurt Tucholsky und genoss die Lektüre. Ich begann nebenbei mir lustige, interessante und bissige Zitate zu notieren.

Zitate aus dem Text „Schloß Gripsholm

Schloss Rheinsberg - Kurt Tucholsky Literaturmuseum
Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg

Alle hier aufgeführten Zitate stammen aus: Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm – Rheinsberg, Fischer Taschenbuch Verlag, 2008.

„Ei ist Ei, sagte jener – und nahm das größte.“ (Seite 56)

„[…] ach du liebes Gottchen, behüte unser Lottchen, vor dem Hunger, Not und Sturm und vor dem bösen Hosenwurm. Amen.“ (Seite 25)

“Man kann den Hintern schminken, wie man will”, sagte Karlchen, „es wird kein ordentliches Gesicht daraus.“ (Seite 82)

„Ich lege meine Hand hinüber, auf die Schlafende. Sie seufzte leise und veränderte ihre Lage. Schön ist Beisammensein. Die Haut friert nicht. Alles ist leise und gut. Das Herz schlägt ruhig. Gute Nacht, Prinzessin.“ (Seite 37)

„Zwischen Bett und Tür überlegte ich, wie es doch zwischen Mann und Frau Morgen-Augenblicke gibt, da hat es sich mit der Liebe ausgeliebt. Sehr entscheidende Augenblicke – wenn die gut verlaufen, dann geht alles gut.“ (Seite 41)

„[…] Wie weit ist es von einem Mann zu einer Frau! Aber das ist schön, in eine Frau wie in ein Meer zu tauchen. Nicht denken … Viele von ihnen haben Brillen auf, sie haben es im eigentlichen Sinne des Wortes verlernt, Frau zu sein – und haben nur noch den dünnen Charme. Hol ihn der Teufel. Ja, wir wollen wohl ein bißchen viel: kluge Gespräche und Logik und gutes Aussehen und ein bißchen Treue und dann dieser nie zu unterdrückende Wunsch, von der Frau wie ein Beefsteak gefressen zu werden, daß die Kinnbacken krachen … […]“ (Seite 26)

„Whiskey macht sorgenfrei. Ich kann mir schon denken, daß sich damit einer zu Grunde richtet.“ (Seite 56)

„Die Stille wölbte sich über uns wie eine unendliche Kugel. In diesem Augenblick war jeder ganz allein, sie saß auf ihrem Frauenstern, und ich auf einem Männerplaneten. Nicht feindselig … aber weit, weit von einander fort.“ (Seite 61)

„Man denkt oft, die Liebe sei stärker als die Zeit. Aber immer ist die Zeit stärker als die Liebe.“ (Seite 67)

„Wenn einer nichts zu tun hat, dann holt er die anderen, und dann machen sie eine Konferenz.“ (Seite 87)

„Wer seine Braut zu seinem Weibe macht“, sagte Karlchen, „der soll auch sein Weib zu seiner Braut machen!“ (Seite 74)

„[…] Peter! Peter! Wie ist es mit dem Leben! Erzähl schnell, wie es mit dem Leben ist! Nein, jetzt sage nicht wieder deine unanständigen Wörter … die weiß ich allein. Wie ist es? Jetzt gleich will ich es wissen!“ – Ich so den bitteren Geschmack aus einem trockenen Zweig mit Fichtennadeln. „Erst habe ich gemerkt“, sagte ich, „wie es ist. Und dann habe ich verstanden, warum es so ist – und dann habe ich begriffen, warum es nicht anderes sein kann. Und doch möchte ich, daß es anders wird. Es ist eine Frage der Kraft. Wenn man sich selber treu bleibt …“ (Seite 44)

Zu guter Letzt eine Ansage als Zitat im Roman über Berlin:

„Immer ist etwas. Immer klopfen sie, oder sie machen Musik, immer bellt ein Hund, marschiert jemand über deiner Wohnung auf dem Kopf herum, klappen Fenster, schrillt ein Telephon – Gott schenke uns Augenlider.“ (Seite 56)

Mit Sicherheit lässt sich in diesem Text noch viel mehr entdecken, schaut einfach mal hinein oder lest die ganze Geschichte!

Weitere Zitate auf dem Literatur-Blog | Der Tausendfüßler:

(Artikel aktualisiert 05.04.2025)

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑