„Alle guten Dinge sind drei!“ lautet ein bekanntes Sprichwort. Um ein Zeichen – wenn auch nur ein kleines Zeichen – zu setzen, habe ich gestern 3 EURO an die Wikipedia gespendet. Es ist eine symbolische Spende, doch wenn alle Wikipedianutzer nur einen kleinen Betrag zur Wikipedia-Enzyklopädie spenden würden (bei 450 Millionen Menschen die Wikipedia im Monat nutzen), dann wäre die Spendenkampagne in einer Stunde vorbei. So lautet es zumindest im Aufruf von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und vielen anderen Autoren, die sich für die Unabhängigkeit des Lexikons einsetzen.
Nummer fünf in der Welt – die Webseite Wikipedia
Wikipedia ist die Nr. 5 der am häufigsten besuchten Webseiten der Welt und dafür fallen Kosten für Technik, Infrastruktur, Personal und Unterstützung der Autoren an. Es wird betont, dass keine kommerziellen Interessen verfolgt werden und das Ziel „freier Zugang zum Wissen“ ist. Damit auch zukünftig keine Werbebanner zu sehen sind und das „freie Wissen“ fundiert digital-lexikalisch sowie unverfälscht allen zur Verfügung steht, auch ein Beitrag in Form eines Artikels auf meinem Blog.
Nachdem ich mein Knöpfen gedrückt habe, lautete mein publiziertes Statement:
Wikipediakampagne Spendenaufruf Screenshot
„10:27 Uhr / Jens Böhme / Berlin / 3,00 / Ich finde die Die und das Univesum von Wikipedia fantastisch. Nutze Wikipedia täglich, habe selbst einen Autoren-Account und stehe für ‚freies Wissen für alle Menschen‘ unter der Beachtung der Urheberrechte und fundierter Recherche. Da jede Spende hilft, hier meine Spende: ‚Aller guten Dinge sind drei.‘ “
Es ist interessant zu lesen, was andere Menschen über die Wikipedia denken. Und es ist wahr: Wer hätte vor ca. 10 Jahren gedacht, dass sich daraus eine wirkliche nutzbare Enzyklopädie entwickelt, die von allen Menschen gefüttert, quasi mitgestaltet und genutzt werden kann. Hoffen wir, dass es so bleibt!
Helmut Kraussers neuer Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“ handelt von einem Zwillingspaar, das gegensätzlicher nicht hätte sein können. Obwohl, wie Krausser nach der Lesung erklärt, beide Protagonisten alle Chancen, Möglichkeiten und Voraussetzungen in gleicher Art und Weise haben, entwickeln sie sich in unterschiedliche Richtungen. Genau darum geht es Krausser, „die Welten zweier Brüder zu schildern, die vom Genpool, vom sozialen Hintergrund nicht gleicher hätten sein können, sich aber doch beide auf so unterschiedlicher Art und Weise entwickeln.“ Mit Helmut Kraussers neuem Roman, erschienen im DuMont Bucherlag, taucht der Leser ab in die dreißiger Jahre, nach Berlin, nach Paris und Barcelona. „Alltag und Abgründe einer Epoche“, heißt es auf dem Schutzumschlag und wer Kraussers Romane kennt, weiß, dass der Autor von „Einsamkeit, Sex und Mitleid“ oder „Die Kartongeschichte“ nichts auslässt und es hier thematisch direkt in den Alltag, aber insbesondere auch ins Fleischliche, ins Triebhafte geht.
Lesung in der Buchhandlung Stadtlichter in Berlin Kreuzberg
Buchhandlung Stadtlichter in Berlin Kreuzberg
Die kleine aber feine – Buchhandlung Stadtlichter – auf der Bürknerstrasse 1 nahe dem Maybachufer in Kreuzberg hatte zur Buchpremiere am 15.09.2012 von „Nicht ganz schlechte Menschen“ geladen. Karten waren rar und schnell weg, da schließlich anders als bei den „großen Ketten“ nur begrenzter Platz zur Verfügung stand. Kurz vor 20 Uhr traf der Schriftsteller Helmut Krausser ein und dann ging es auch schon los. Er setze sich in Front vors Mikrofon, würde ca. 50 Minuten lesen und stünde anschließend für Fragen und das Signieren der Bücher bereit. Genauso gestaltete sich die Lesung auch. Sein Schreibstil ist intellektuell und detailreich und seine Lesestimme sowie der Rhythmus passten zur Atmosphäre in der Buchhandlung, um die Geschichte hörbar zu formen. Ein zwei Unterbrechungen gab es von nachfolgenden Besuchern, die das Publikum mit einem Schmunzeln wahrnahm und der Autor selbst mit galanter Gelassenheit; zumindest wirkte es so.
Interessantes zur Entstehung des Romans
Nach der Lesung kam es dann zu Fragen und dabei erläuterte Helmut Krausser auch wie es zur Entstehung des Romans kam. Eine Frage lautete:
Wie entstand der Roman?
Nicht ganz schlechte Menschen – Roman von Helmut Krausser – Eintrittskarte der Buchpremiere
Krausser antwortete, dass für ihn das Thema schon Mitte der 90er Jahre aktuell war. „Ich wollte eigentlich keine Romane schreiben, die so viele Seiten haben.“ Aber, der grobe Plan kam dann eigentlich mit einem Gedicht. Mit einem Gedicht hat alles angefangen, betonte er. Dieses Gedicht hatte ihn derart inspiriert, dass Krausser sich gleichzeitig die Frage stellte, was wohl aus ihm in den 30er Jahren geworden wäre. „Irgendetwas Rotes oder Braunes“, konstatierte er. „Was ich geworden wäre, das hätte dann sicherlich die Lektüre entschieden.“ Später traf er dann auf der Buchmesse in Paris 2001 Elodie Bouchard, die Tochter von Luc Bouchard. Und dieser gab an den jüdischen Attentäter Herschel Grünspan persönlich gekannt zu haben. (Herschel verübte 1938 in Paris ein Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath. Dieser erlag 2 Tage später seinen Verletzungen und die Tat diente dem nationalsozialistischen Regime als Vorwand für die antijüdischen Novemberpogrome 1938. Quelle: wikipedi.de) Beim Gespräch mit Luc Bouchard erfuhr er so einiges „[…] über ein anrüchiges Hotel, von seinem Elsässer Chef, von zwei deutschen Brüdern, die Max und Karl geheißen hätten, […]“.* Auch wenn Krausser von diesen beiden Brüdern nichts weiter als dieser Fakt bekannt war, fand er dies hochinteressant und so „… hatte ich einen Matrix-Filmstoff“. Er gibt zudem an, dass beide Charaktere zum Teil auch Projektionen seiner unterschiedlichen Lebensphasen sind. Außerdem hat sich Krausser sehr bei Kollegen bedankt, vor allem bei George Orwell und dessen Erfahrungen an der Front von Huesca.
Weiterhin interessant am Roman von „Nicht ganz schlechte Menschen“ ist, dass es Abschnitte gibt, die in einer anderen Schriftart dargestellt sind; so genannte geschichtliche Infoblöcke. Dies hat den Grund, dass der Schriftsteller Helmut Krausser nicht mit dem Thema Nationalsozialismus langweilen wollte. Wer will kann diese Infoblöcke quasi überspringen. „Für den ‚belesenen Leser‘ habe ich versucht auch Kleinigkeiten, also bestimmte Details über diese Zeit zusammen zu tragen wie z.B. das es im Juni zwischen der SA und der Polizei eine bestimmte Schlacht gab oder dass im März 33 preußische Schüler, die nicht mehr versetzt werden konnten, doch noch versetzt werden konnten, wenn sie der Hitlerjugend beitraten.“ Der Leser kann also gespannt auf weitere Details im Roman sein und sich geradeweg mit dem Zwillingspaar Max und Karl auf die Reise zweier Leben begeben, die trotz aller Gleichheit letztendlich doch sehr unterschiedlich sein wird.
Es folgen …
Interview-Fragen aus dem Publikum am Ende der Buchpremiere
Arbeiten Sie an mehreren Büchern gleichzeitig oder nur an einem?
Helmut Krausser: Ich arbeite stets an mehreren, aber leidenschaftlich nur an einem. Manche Themen verschwinden, andere Themen brauchen, um sich zu konkretisieren.
Schreiben Sie eigentlich täglich?
Helmut Krausser: Diesen Sommer ehrlich gesagt noch gar nichts Großes. Ansonsten schreibe ich von Mitternacht bis 2 Uhr.
Was ist Ihr Hauptantrieb zu schreiben?
Helmut Krausser: Geld und Frauen. (spontane Antwort, lacht) Scherz bei Seite. Ich musste früher viele Hausaufgaben machen, musste viel sitzen und auch viel schreiben und irgendwie hat sich das so fortgesetzt und ist zur Sucht geworden.
Haben Sie auch Protagonistinnen?
Helmut Krausser: (überlegt kurz) Ja, doch … die ‚Kartongeschichte‘, da ist eine Protagonistin. Außerdem im Roman ‚Die letzten schönen Tage‘. Okay dies ist jetzt eher eine Dreiergeschichte, also drei Protagonisten kann man sagen. Aber, da spielt auch eine Protagonistin mit. (kurze Pause) Dreiergeschichte, ich stehe auf Dreier-Kombinationen!
* Helmut Krausser: Nicht ganz schlechte Menschen, Nachbemerkung S. 575, DuMont Bucherlag 2012.
Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph, Autor und Schullehrer (geboren 22.02.1788 in Danzig, gestorben 21. September 1860 in Frankfurt am Main).
Wieder ein Thema, das den Roman „Der Tausendfüßler“ tangiert. Es geht um Beine, genauer gesagt um Füße und hier gelangen wir ad hoc zum Tausendfüßlerund zur griechischen Mythologie.
Das Rätsel der Sphinx – Auf dem Blog „Der Tausendfüßler“
Der Titel des Buches „Der Tausendfüßler“ hat eine Geschichte, natürlich nicht so ein uralte Geschichte wie die der Sphinx, aber der Titel sowie die eigenartige Gedankenwelt des Protagonisten Conrad Wipp gleicht dem eines Tausendfüßlers. Genau so sieht sich Conrad auch selbst: Tausend Füße – tausend Gedanken! Und er versucht sein Leben und die Liebe in den Griff zu bekommen. Ob er es schafft und was er im Alltag durchstehen muss, nun, lest selbst! Hier folgt erst einmal das „Rätsel der Sphinx“:
Das „Rätsel der Sphinx“ aus der Ödipus-Saga
Das „Rätsel der Sphinx“ stammt aus der Ödipus-Sage der griechischen Mythologie. Einst belagerte die Sphinx die Stadt Theben. Sie gab den vorüber kommenden Thebanern ein Rätsel auf. Wer das Rätsel falsch beantwortete, verlor sein Leben und wurde gefressen. Ödipus war der einzige, der ihr entkommen konnte.
Das Rätsel der Sphinx lautete:
„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig. Von allen Geschöpfen wechselt es allein mit der Zahl seiner Füße; aber eben wenn es die meisten Füße bewegt, sind Kraft und Schnelligkeit seiner Glieder ihm am geringsten.“
Ödipus’ richtige Antwort war:
„Du meinst den Menschen, der am Morgen seines Lebens, solange er ein Kind ist, auf zwei Füßen und zwei Händen kriecht. Ist er stark geworden, geht er am Mittag seines Lebens auf zwei Füßen, am Lebensabend, als Greis, bedarf er der Stütze und nimmt den Stab als dritten Fuß zu Hilfe.“
Aus Scham und Verzweiflung stürzte sich die Sphinx in den Tod. Durch Ödipus kam es zur Befreiung Thebens und er erhielt Iokaste, die Witwe des Königs Laios, zu seiner Ehefrau. Zusammen herrschten sie über Themen ohne das Ödipus wusste, dass es sich bei Iokaste um seine Mutter handelte. Ebenso wenig wusste er von seinem Vater, den er selbst vor Jahren in einem Streit getötet hatte. Zwar löste Ödipus das Rätsel der Sphinx, jedoch das eigentliche Rätsel seiner Existenz blieb ihm verborgen. Dies jedenfalls warf der Seher Teiresias in Sophokles Drama „König Ödipus“ vor.
(Quelle: wikipedia.de)
Das moderne Rätsel der Tausendfüßler-Sphinx
Da es hier um Füße geht, wie der Titel des Artikels schon sagt und es gerade einen kurzen Abstecher in die griechische Mythologie gab, gibt es jetzt hier auch das „Moderne Rätsel“ der Sphinx. Etwas abgewandelt und abgeschaut, aber durchaus mit einem Augenzwinkern zu sehen, ist mir spontan ein kleiner Reim eingefallen. Sicherlich nicht die große Dichtkunst, sondern eher dazu dienlich, um den Informationsgehalt zum „Rätsel der Sphinx“ mit einer Tausendfüßler-Pointe abzurunden; zumal die Thematik ja wie die Faust aufs Auge passt.
Es folgt das „Moderne Rätsel der Sphinx“:
„Wer krabbelt und bleibt,
zu Beginn sowie am Ende der Zeit?
Wer denkt zu viel,
aber mit Stil?
Wer wird uns begrüßen,
auf seinen tausend Füßen,
wenn wir ihn sehen – da draußen,
auf seinen Füßen, es sind gar tausend?“
(Auflösung unter dem Artikel in Spiegelschrift oder einfach ins Kommentarfeld posten. :-) …)
INTERESSANT – Eine Frage von der Duden-Sphinx:
Wie lautet die Mehrzahl von Sphinx?
Habe ich mich jetzt mit dieser Frage als „Duden-Sphinx“ geoutet? Nein, aber es ist doch immer wieder ein Rätsel wie so manches Wort in der Mehrzahl geschrieben wird. Hier kommt die Auflösung:
Es ist – Sphinx, die (Wortart: Substantiv, feminin)
Mehrzahl Sphinx: Sphinxe, Sphingen
(Nur für den ägyptologischen Gebrauch kennt der Duden im Deutschen neben dem normalen Plural „Sphinxe“ auch den Plural „Sphingen“.)
Bedeutung: Ungeheuer in Gestalt eines geflügelten Löwen mit Frauenkopf, das jeden Vorüberkommenden verschlingt, der sein ihm aufgegebenes Rätsel nicht lösen kann. Die Chephrenpyramide in Gizeh ist die am ältesten erhaltenen Sphinx (siehe auch Bild). In der archäologischen und ägyptologischen Fachsprache findet zudem oft die Verwendung des maskulinen Artikels statt, was aber grammatikalisch nicht korrekt ist.
1}Sphinx, die; – (geflügelter Löwe mit Frauenkopf in der griechischen Sage; Sinnbild des Rätselhaften)
2}Sphinx, die; -, -e, in der archäolog. Fachspr. meist der; -, Plur. -e und Sphingen (ägyptisches Steinbild in Löwengestalt, meist mit Männerkopf; Symbol des Sonnengottes oder des Königs)
Bettler in der Berliner S-Bahn mit ausgewählten Gedichten
Es ist schon ein Weilchen her, aber der Vierzeiler eines Obdachlosen, der in der S-Bahn zwischen Warschauer Straße und Hauptbahnhof mitfuhr, geht mir einach nicht mehr aus dem Kopf. Hab im Stillen interessiert gelauscht und mir das letzte seiner Gedicht im Handy notiert. Warum? Nun, weil mir dieser Vierzeiler ein Lächeln auf die Lippen zauberte und irgendwie lustig, irgendwie … peppig klang; trotz leichter melancholischer Note.
Ich saß so da, in der vollen S-Bahn und hörte einen Mann vor sich hinbrabbeln. Es war ein älterer Mann, ein Obdachloser aus Berlin, der für zwei Stationen hintereinander weg Sprüche, Gedichte und kleine Anekdoten rezitierte. Er war nicht gut anzusehen, aber das hat ja nichts zu sagen und wir wissen alle, dass das Leben auf der Straße mit Sicherheit kein Ponyhof ist. Ich glaube, die wenigsten Mitfahrer haben genau hingehört. Wenn sie es denn getan hätten, dann wäre wohl auch dieses kleine lyrische Gedicht am Ende an ihre Ohren gedrungen und hätte ein Lächeln über ihre Lippen gezaubert – so wie bei mir.
Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe?
Angeblich soll das Gedicht, der Spruch, dieser lustige Kalauer in der S-Bahn am Feierabend von Johann Wolfgang von Goethe sein. Irgendetwas in dieser Richtung hatte der obdachlose Mann am Ende noch in seinen Bart gemurmelt. Sollte ich bei der Recherche danach fündig werden zu welchem Autor der Vierzeiler wirklich gehört, werde ich dies im Kommentar vermerken. Möglicherweise ist das Gedicht ja auch der Kreativität des Obdachlosen entsprungen? Die Leser meines Blogs, die den lyrischen Text erkennen und zuordnen können, sind herzlich aufgefordert das Geheimnis um dieses Gedicht zu lüften. Vielen Dank und nun viel Spaß beim Lesen …
Alexanderplatz. Touristen über Touristen. Der Berliner erkennt sie, vor allem auch auf der Rolltreppe. Alexanderplatz, am frühen Abend, lassen wir es 18:45 Uhr sein. Auf der Rollstreppe stehend, höre ich die S-Bahn einfahren. Als Berliner kennt man das Geräusch und weiß: Jetzt habe ich nur noch ein kurzes Intervall, um diese S-Bahn noch zu bekommen. … Hmmm, ist meine S-Bahn, auf meiner Seite, denke ich und es stehen so ein-zwei-drei Pärchengrüppchen vor mir. Die Hälfte mit Sicherheit Touristen. Geht ja nix vorwärts hier. Die stehen dann nebeneinander, kucken hier, schauen da, unterhalten sich entspannt. Der Berliner hat stattdessen „Hummeln im Arsch“. Die Rolltreppe rollt, doch nicht schnell genug. Ich dämmere leicht auf der linken Seite und würde gern vorbei, weil ich nicht auf die nächste S-Bahn warten will. Obwohl, das muss ich mal sagen, die S-Bahnen vom Alexanderplatz im 3 bis 5 Minuten-Takt in der Hauptzeit des Pendelverkehrs fahren. Schon ne tolle Leistung! … Sagste was, denke ich, aber beschließe keinen Stress zu machen. Eine Sekunde später, erschallt es von einem Typen von der Mitte der Rolltreppe, total laut und völlig rotzig:
„Kommt macht hinne, wir haben nich alle hier Urlaup!“
Urlaub wurde dabei mit einem harten „p“ ausgesprochen, um der Dringlichkeit Ausdruck zu verleihen. Ist irgendwie ein ungeschriebenes Rolltreppen-Gesetz in der Hauptstadt: Rechts stehen, links gehen! Das lernt der Berlinbesucher relativ schnell. Manchmal durch „Entschuldigen Sie bitte!“ oder eben durch die wahre „Berliner Schnauze“.
Zeichen auf der Berliner Rolltreppe – Eines fehlt: Nicht nebeneinander stehen! ;-)
„Kommt macht hinne, wir haben nich alle hier Urlaup!“
So stand ich dann doch noch rechtzeitig in meiner S-Bahn Richtung Hauptbahnhof an der Tür. Die rote Signallampe leuchtete und der bekannte S-Bahn-Ton ertönte. Ich schaute hinaus und grinste den Nich-Alle-Hier-Urlaup-Typen an, der es auch noch huschend in den Nachbarwaggon schaffte. Der wunderte sich bloß im Vorbeihuschen warum ich ihn so angrinste.
Denn: Für ne richtsche Berliner Schnauze war dit wohl ne janz normalä Ansache.
„Alle Jahre wieder …“ am Valentinstag und kurz davor dieselben Fragen. „Sag mal, macht ihr was?“ oder „Schenkst Du Deiner Freundin was?“
14. Februar Valentinstag Herz Liebesschloss – Blog Der Tausendfüßler
Die Medien machen jedes Jahr „den Tag der Liebenden“ nur all zu gern publik und die Wirtschaft wirft gleichzeitig ihre Marketingexperten ins Feld der Liebe, die dann versuchen so viel wie möglich Liebessaft in Form von pekuniären Errungenschaften (sprich: hart verdientem Geld) aus dem Arbeitsleben, den Liebenden aus dem Kreuz zu leiern. Die Blumenindustrie ist hier ganz vorn mit dabei!
Tag der Liebenden – Valentinstag mit Blumen und Süßigkeiten
Okay, ganz so düster und unromantisch muss der Tag ja nun nicht gesehen werden. Er soll ja eigentlich ein Tag der Liebe und der Freude sein. Das am 14. Februar der Tag der Liebenden gefeiert wird, ist an sich keine schlechte Sache. Wie alle Feste, sind sie dazu da, sich zu erinnern, gemeinsam zu erinnern, sich auszudrücken und kund zu tun. Und: Eben gemeinsam etwas zu unternehmen. Am Valentinstag schenken sich Liebende oder Menschen, die sich einfach nur lieben und mögen, Blumen und kleine Geschenke der Aufmerksamkeit. Oft erhält der ein oder die andere ein Präsent, eine Karte oder eine Nachricht von einem Menschen von dem es nicht erwartet wird oder der einem einfach nur sagt: Schön das es dich gibt! Das ist grundsätzlich eine feine Sache! Klar, man(n) und auch Frau muss nicht alles mitmachen und ein liebevoller Kuss mit einem Lächeln und einer entsprechenden Umarmung sagt oft mehr als tausend Blumen und hunderte Geschenke.
Hättet Ihr das gewusst?
Am 14. Februar ist übrigens auch WELT-Mettbrötchen-TAG
Der Ursprung des Valentinstages liegt schon länger zurück. Er ist auf einen oder mehrere christliche Märtyrer mit dem Namen Valentin zurück zu führen. Vorwiegend wird hier von Valentin von Terini und Valentin von Viterbo gesprochen. Valentin, wer es auch immer gewesen sein möge, wurde enthauptet, weil dieser Valentin als einfacher Priester Liebespaare trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. nach christlichem Ritus getraut hatte. Dafür wurde Valentin von Terni am 14. Februar 269 hingerichtet. Wenn man sich nun vorstellt, dass die Liebenden eine Enthauptung feiern, dann ist das schon etwas grotesk. Natürlich wird hier nicht die Enthauptung gefeiert, sondern die guten Taten, die Valentin von Terni gemacht hat. Nämlich – den Liebenden zu helfen! Aber wie aus allen Tragödien kann daraus ja auch etwas Gutes entstehen – eben der VALENTINSTAG der Liebenden.
Der Valentinstag in Deutschland
Populär wurde der 14. Februar – „Der Valentinstag“ – erst nach dem zweiten Weltkrieg. In Deutschland selbst vor allem mit dem Handel von Blumen durch die hiesigen Blumenhändler und der Süßwarenindustrie. 1950 veranstaltete man in der Stadt Nürnberg den ersten „Valentinsball“. Ja, auch so etwas gibt es.
Valentinstag, White Day und Black Day und die Liebesschlösser in Köln
Habt ihr das gewusst? Es gibt einen „White Day“ in Japan. Die Frauen beschenken die Männer mit Schokolade und erhalten dann einen Monat später, genau am 14. März als Gegengeschenk „weiße Schokolade“. Südkorea geht da noch einen Tick weiter und begeht den „Black Day“. Wer am Valentinstag sowie am White Day leer ausgegangen ist, betrauert dies am 14. April und isst Nudeln mit schwarzer Soße – das Gericht nennt sich: Jajangmyeon. Im Land des Sambas Brasilien wird der Valentinstag am 12. Juni gefeiert und im gelobten Land Johann Wolfgang von Goethe, da wo Shakespeares „Romeo und Julia“ balkontechnisch zu Hause sind, in Italien, da treffen sich Liebespaare an diesem Tag zum Beispiel an Brücken. Diese oder andere Gegenstände (wie beispielsweise Fahrradständer) werden dann zweckentfremdet und es werden Liebesschlösser angebracht.
Valentinstag – Kölner Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke in Köln – Blog Der Tausendfüßler
In Deutschland ist vor allem eine der Kölner Brücken, die Hohenzollernbrücke, dafür sehr bekannt, dass sie voller Schlösser hängt. Laut eines Artikels von koeln.de (2011) sollen sich mit der Weile 40.000 Paare mit einem Liebesschloss auf dieser Brücke in Köln ihre ewige Treue geschworen haben. In Berlin begann diese Art des Brauchtums im Jahr 2010, vor allem an der Oberbaumbrücke, Modersohnbrücke, Admiralsbrücke, etc. Im Sommer 2011 wurden jedoch von Amtswegen diese Schlösser wieder entfernt (wohl wegen der Statik und der Historie der Brücken). Jetzt könnten alle Valentinstag-Fans unken: Da muss wohl ein neuer Märtyrer her? Aber das ist wieder ein anderes Thema.
Heute jedenfalls ist der 14. Februar und es ist Valentinstag. Genießt den Tag und habt Euch lieb!
„Berge“ – Was für ein Band-Name? Da gibt es viele Assoziationen, die einem ad hoc einfallen.
Legt man die CD des Albums „Keine Spur“ in die Anlage ein und hört der Berliner Band Berge zu, dann ist es als würde der Hörer auf dem Berg stehen und mit ihnen zusammen ins Leben schauen. So von oben herab, über den Dingen mit einer elfenbeinturmartigen spritzigen Melancholie oder einfach in Metamorphose zusammen mit dem „Berg“ – mittendrin im Leben -, begleitet der Hörer die Band mit ihren deutschen Texten, die mal heiter-fröhlich, aber auch nachdenklich-tiefsinnig sind. Zu hören ist das Ganze melodische Potpourri des Lebens von rechts und von links sowie auch von vorn und von hinter dem „Berge“.
Berge, dass sind die Künstler Marianne Neumann und Rocco Horn und die Musiker um sie herum. Sie nennen sich selbst „moderne Großstadthippies“. Mit ihnen zusammen beginnen Zuhörer zu träumen und reihen sich als Beobachter mit ihnen zusammen in den kreativen Reigen der Melodie ein. Und die Texte, die erzählen ihre eigenen Geschichten …
„Vor uns die Sinnflut“ – Das 2. Album der Band Berge
Mit der Veröffentlichung der Single „Meer aus Farben“ im Oktober 2011 gab es schon einmal einen Vorgeschmack auf das zweite Album der Band. „Vor uns die Sinnflut“ lautet der zukünftige Titel und zusammen mit seinen Fans will Berge das neue Album endlich auf die Beine stellen. Da Berge unabhängig von einer Plattenfirma und mit völlig künstlerischer Freiheit an ihrem Album arbeiten wollen, haben sie eigens dafür ein Projekt auf der Plattform SellaBand.de ins Leben gerufen. Was ist SellaBand? SellaBand – Fans investieren in die Band … und bei Berge erhalten sie auch was zurück.
Crowdfunding-Aktion zur Realisierung des 2. Albums auf SellaBand
Die Band Berge bittet ihre Fans um finanzielle Unterstützung und zwar mit Hilfe einer Crowdfunding-Aktion. Ziel ist es 10.000 Euro zusammen zu bekommen. Am Ende steht dann das neue, das 2. Album der Berliner Band Berge „Vor uns die Sinnflut“ mit 12 Popsongs. Mit 10 Euro ist man dabei, natürlich kann auch mehr in die Band investiert werden und der Fan bekommt neben den neuen Liedern als Dankeschön noch einiges mehr zurück wie z.B. freier Eintritt zu den Konzerten und kostenlose Downloads der Lieder. Die Band kann sogar im Studio besucht werden und außerdem gibt es CDs und Merchandise-Pakete u.v.a.m.
Bei der Marke 3.000 Euro gibt es ein Online-Akustikkonzert via ustream.tv für alle Seallaband-Believer. Dies ist schon mal ein schöner Vorgeschmack auf das Album. Derzeit befinden sich Berge im Studio und arbeiten mit Gastmusikern intensiv an ihrem neuen Album.
Die Berliner Band Berge
Wer mehr über die Band erfahren will, braucht einfach nur auf die Homepage der Berliner Band Berge zu gehen. Auf dieser erfahren Fans und Interessierte alles über die Band und können sich alle vorhandenen Videos in Ruhe anschauen. Sogleich erhalten die Leser des Berge Blogs einen Einblick in das Bandleben sowie Informationen zu bisherigen wie auch zukünftigen Projekten.
Meer aus Farben – Berge – Bildquelle hoertberge.de
Wem die Philosophie und die Musik der Band Berge gefällt und den tatkräftigen Geist abseits großer Plattenbosse und Mainstream unterstützen will, der hat jederzeit die Möglichkeit auf seine Weise am 2. Album „Vor uns die Sinnflut“ mitzuwirken. Wir können also gespannt sein auf die kreative Flut voller Sinn im 2. Album der Band Berge „Vor uns die Sinnflut“.