„Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.“
(Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph)
Das Literatur-Blog zum Roman
„Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.“
(Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph)
Berlin ist voller Gedanken und die Gedanken sind voller Liebe

Hört ihr auch, wie ich, die Großstadt mit all ihren Stimmen? Hört ihr sie oder seht ihr sogar, die Gedanken, die sich säuselnd formieren und zu einer lieblichen Stimme im Großstadtherzen werden? Berlin ist voll davon, … voll von Stimmen, voll von jenen Gedanken, die sich von den Balkonen, von den Strandbars, von den Restaurants in den einzelnen Bezirken, von den einsamen Spaziergängern an der Spree oder aus irgendeiner Badewanne oder gar von der heimischen Couch formieren zum Flug. Voll von jenen menschlichen Gedanken, die in den Clubs allein oder zu zweit an der Bar stehen und Ausschau halten; auf ein Lächeln bevor sie weiter ziehen. Es sind Gedanken mit nur einem Ziel. Nach einer Weile immer gen Himmel fliegen und nach und nach auf weitere gleich gesinnte Gedanken stoßen. Da treffen sich der Gedanke einer Dame oder eines Herren, beide schieben still auf der Torstraße den Kinderwagen vor sich her oder einfach ein kleiner unverhoffter Gedanke von einer Person in der Warteschlange einer Kasse im Kaisers. Sie fliegen aus den Köpfen, aus der Wohnung, aus den Drehtüren des Hauptbahnhofs oder entschwirren nur so nebenbei so manchem Fahrradfahrer, der gerade am Hackeschen Markt vorbeifährt Richtung Friedrichshain. Gedanken nicht nur in Mitte, auch am Rand von Berlin, im Norden, im Süden, im Osten und Westen. Gedanken an jeder x-beliebigen Stelle mit nur einem Ziel, da hinzuziehen, wo die Großstadt voller Liebe ist. Wo ist das eigentlich? Sie ziehen über die Spree, drehen noch eine Runde um die Goldelse, irren vielleicht auch kurz durch die Hackeschen Höfe, schlängeln sich für eine Weile im Wirbel um den Fernsehturm und dann ahnungslos weiter durch den Tiergarten, bis sie da angelangen, wo Berlin voller Liebe und Hoffnung ist, da wo Berlin jeden einzelnen Gedanken anzieht wie einen Magneten.
Christopher Street Day 2010 in Berlin ohne Regenschirm
Zurücklehnen und „Rosenstolz“ – Liebe ist alles – hören, den Rest der Tasse Tee schlürfen. Das ist Berlin. Dabei wissen, dass da draußen jemand ist, der denselben Gedanken gerade hat und den man möglicherweise morgen am Alexanderplatz oder auf der Rolltreppe der S-Bahnstation Friedrichstraße trifft. Nur, und das ist ja das tragische an der Großstadt, die so voller Liebe ist, niemand weiß es genau, dass der- oder diejenige, die gerade in der S-Bahn Richtung Spandau neben einem sitzt, gestern den gleichen Gedanken von Liebe auf Berlin los gelassen hat. Hmmm, … und daraus entsteht ein ungewolltes kleines Durcheinander von „Kommen und Gehen“. Es trübt leicht die Intensität des reinen Gedanken innerhalb des liebevollen Augenblicks, der da von einem von dannen zieht. Der Mut für einen anderen Menschen das Herz zu öffnen verliert sich – zusehend. Ist das so? Großes Fragezeichen. … Am Wochenende vielleicht noch auf dem Christopher Street Day gewesen, wo die Gedanken vereinter oder unvereinter nur so davon folgen – weit und breit – kein Regenschirm in Sicht gewesen oder gar bei der Ü-30-Party im Club Goya Berlin. Egal wo, neben all dem Spaß, den wundervollen Eindrücken und der Hoffnung doch jemanden in die Augen zu blicken und ein Lächeln zu erhalten, welches alles im jetzigen Leben verändert, scheitert es oft daran, dass wir uns unter einem Regenschirm verstecken. Oh ja, einem richtigen oder einem imaginären Regenschirm. Regenschirm bleibt Regenschirm. Warum tragen wir einen Regenschirm mit uns? Sei es, weil wir wieder neuen Mut brauchen, weil gerade jemand gegangen ist. Sei es die Zeit, die wir brauchen, um zu erkennen, dass wir nicht allein sind in dieser großen Stadt – mitten in Berlin. Wer wird kommen und einen da treffen, wo die Gedanken längst verweilen? Wichtig ist es an die Liebe zu glauben und den Regenschirm auch mal in der Tasche zu lassen und nicht aufzuspannen; denn er nimmt uns die Sicht. Die Sicht nach oben.
… wundert sich über die Liebe
Zurücklehnen und „Element of Crime“, den Titelsong zum Film „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ hören und noch einmal tief durchatmen mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen, das wieder einem ernsten Gedanken und einem sehnenden Blick in den Berliner Abendhimmel weichen muss. Gedanken kommen und gehen, andere Dinge schieben sich in den Vordergrund und werden wichtiger. Doch der eine Gedanke, der da gen Himmel zieht, bleibt trotzdem lebendig und kommt immer wieder zurück. Leider … und es ist nur all zu wahr … kommen und gehen die Menschen im Namen der Liebe. Doch wie heißt es so schön: Wen man geht, kommt man irgendwo an. All diese Gedanken, von den Menschen, die diese Großstadt – unser gemeinsames Berlin – bewohnen, beleben, leiden, lachen und in ihr lieben… all ihre Gedanken treffen sich am Firmament des Berliner Himmels, genau in der Mitte und bilden eine unsichtbare Wolke geschaffen von einer Großstadt voller Liebe. In der die Menschen sich wünschen einen Partner zu haben, den sie auf gleicher Augenhöhe lieben können und von dem sie genauso geliebt werden; völlig egal wer wen liebt – Mann liebt Frau, Mann liebt Mann, Frau liebt Mann, Frau liebt Frau und ein jeder kann sagen: Ich liebe Dich. Alle Gedanken finden sich da oben am Berliner Himmel zusammen und ergeben eine reine Essenz von Sehnsucht, Leidenschaft und einer Portion Glück; Glück, das der ein oder die andere längst erfahren hat. Die wundervollen Gedanken verbinden sich mit den Wolken und wenn es regnet, dann regnet die Liebe auf unsere Stadt und trifft die Menschen wie der Pfeil Amors. Nur darf „Mann“ und „Frau“, während es regnet, sich eben nicht unter einem Regenschirm verstecken. Niemand muss sich hier verstecken! Denn für alle sind genügend Gedanken in einer Großstadt voller Liebe vorhanden. Hört ihr sie? Hört ihr auch, wie ich, die Großstadt mit all ihren Stimmen? – Es lebe und liebe Berlin und ich höre mir noch ein Lied an.
(Kolumne „Die Großstadt ist voller Liebe“ ehmals auf hauptstadtstudio.com)
Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.
(William Faulkner – amerikanischer Schriftsteller)
News aus dem IT-Bereich für IT-Experten
News-Tweets für IT-ler. QualityScope spricht nicht nur die Sprache der IT-Experten. Der IT-Personaldienstleister QualityScope GmbH twittert jetzt auch News aus dem IT-Bereich. Interessierte können auf twitter.com/QualityScope aktuelle Nachrichten aus dem World Wide Web in Kurzform nachlesen. Die Themenplatte fokussiert sich dabei auf die IT-Branche. In Arbeit ist auch ein Twitter in dem ausschließlich topaktuelle Vakanzen im IT-Sektor getwittert werden.
Social-Media – Twitter als Marketingkanal für IT-Themen und IT-Vakanzen
„Das Thema `Social Media` , die Interaktive-Repräsentanz von Unternehmen im Web, ist für uns nicht neu, aber ein doch etwas anderes Gebiet im IT-Bereich als die Vermittlung von IT-Experten wie Softwaretester und Programmierer für Java, PHP, .NET“, erklärt Geschäftsführer Rainer Haupt. „Aber diese Social-Media-Kanäle sind ja indirekt mit dem Aufgabenfeld der IT-Fachkräfte verknüpft. Wir sehen darin eine Möglichkeit unsere Dienstleistung zu promoten und interessante Fakten aus der IT-Branche zur Information und zum Diskurs bereit zu stellen. Primär sind wir jedoch Personalvermittler im IT-Sektor.“
Der Online-Stellenmarkt von QualityScope GmbH
Bei der IT-Stellenbesetzung ist QualityScope für zahlreiche Unternehmen ein verlässlicher Partner geworden. Mit Hauptsitz in Berlin greift der IT-Personaldienstleister auf jahrelange Erfahrung zurück. QualityScope bietet Bewerbern wie auch Unternehmen ein breites Dienstleistungsportfolio für den gesamten IT-Bereich an. So können IT-Fachkräfte auf dem Stellenmarkt von QualityScope Ausschau nach interessanten Vakanzen halten und sich direkt auf das passende Jobangebot bewerben. Aber auch eine Initiativbewerbung ohne explizit offene Stelle lohnt sich beim IT-Personalvermittler. Denn mehrfach werden IT-Jobangebote von Kunden an QualityScope exklusiv vergeben, die häufig nirgends ausgeschrieben werden. „Unsere Twitterpräsenz ist demnach eine zusätzliche Möglichkeit Jobangebote für IT-Fachkräfte direkt zu kommunizieren und passende Kandidaten zu rekrutieren“, erläutert Rainer Haupt; Geschäftsführer von QualityScope GmbH.
Pressemitteilung von Jens Böhme auf dem Portal http://www.online-artikel.de (Online PR-Portal – Socail Media News Releases – Public Relations Services): „IT-Twitter-News – Der IT-Personaldienstleister QualityScope GmbH twittert“. [Anmerkung: 25.06.2015 Link gelöscht, Artikel nicht mehr vorhanden]
http://www.qualityscope.de – Das Internetportal für IT-Personalvermittlung
Berlin, 20. April 2010 – Wer IT-Fachkräfte an Unternehmen vermittelt, muss die Sprache der IT-Experten sprechen. „Durch jahrelange Erfahrungen im Bereich der IT kennt die QualityScope GmbH die Anforderungen der Unternehmen im IT-Sektor und weiß worauf es bei einer Stellenausschreibung mit entsprechenden Anforderungen in der Branche ankommt“, erklärt Rainer Haupt, Geschäftsführer der QualityScope. „Beim Matching von Bewerber und Vakanz arbeiten Mitarbeiter des Unternehmens professionell mit Fachtermini und selektieren sorgfältig geeignete Kandidaten auf passende Vakanzen.“
Neuer Internetauftritt des Personaldienstleisters
Seit 1. April 2010 besitzt die QualityScope ein neues Gesicht im Internet. QualityScope steht für: Quality IT Recruitment – Ein Personaldienstleister spezialisiert auf den IT-Bereich. Im Jahr 2004 wurde das Unternehmen als Vertriebspartner für Software-Qualitätssicherungs-Lösungen der Unternehmen Siemens und T-Systems gegründet. Im Zuge eines Gesellschafterwechsels 2008 wurde das Kerngeschäft von QualityScope auf die Beschaffung und Vermittlung von IT-Experten beziehungsweise das Staffing von IT-Projekten konzentriert. Der Fokus Qualitätssicherung besteht weiterhin fort, hinzu kamen klassische IT-Bereiche wie Programmierung, Projektleitung, Datenmanagement und Administration.
Kerngeschäft der Personalvermittlung im IT-Bereich
Inzwischen ist QualityScope für zahlreiche Unternehmen ein verlässlicher Partner bei der IT-Stellenbesetzung geworden. Heute bietet es Bewerbern wie auch Unternehmen ein breites Dienstleistungsportfolio für den gesamten IT-Bereich an. So können sich IT-Fachkräfte auf der Homepage des IT-Personaldienstleisters auf dem IT-Stellenmarkt von QualityScope umschauen, ob ein für sie passendes Jobangebot ausgeschrieben steht. Sollte dies nicht der Fall sein, besteht für den Bewerber die Möglichkeit sich mit einer Initiativbewerbung auch ohne explizit offener Stelle in der Datenbank zu registrieren. Nach Absprache werden Mitarbeiter von QualityScope passende Bewerber mit entsprechenden Qualifikationen bei Kunden mit Vakanzen im IT-Bereich vorstellen. Diese Stellen werden häufig exklusiv vergeben und sind oftmals nirgends ausgeschrieben.
Kooperation mit dem Personaldienstleister http://www.persOrange.de
Durch die Kooperation mit dem Personaldienstleister persOrange hat das Unternehmen seit 2008 Zugriff auf ein professionelles und effizientes Bewerber-Management-System. Mit dieser Datenbank, in der sich über 35.000 Bewerber-Profile befinden, können Unternehmen Fachkräfte unterschiedlichster IT-Bereiche rekrutieren. Zu den Kunden von QualityScope zählt eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen und Konzerne. Bei einer Personalvermittlung kann zwischen Festanstellung oder flexiblen Arbeitszeitmodellen wie zum Beispiel dem Personalleasing gewählt werden. Ein Modell, das auch zunehmend in der IT geschätzt und angewandt wird. Darüber hinaus bietet Ihnen QualityScope zusätzliche Dienstleistungen rund um das Bewerbermanagement.
Pressemitteilung von Jens Böhme auf dem Social Media News-Portal http://www.online-artikel.de: „QualityScope GmbH spricht die Sprache der IT-Experten“ [Anmerkung: 25.06.2015 Link gelöscht, Artikel nicht mehr vorhanden]
„Wenn die Katze ein Pferd wäre, könnte man mit ihr auf Bäume reiten.“
(Heiner Geißler – deutscher Politiker / CDU)
Weitere Zitate auf diesem Blog:
Ausnahmezustand im RE 38328 der Deutschen Bahn. Berliner Besucher der Leipziger Buchmesse standen zusammengedrängt in den Waggons von Lutherstadt Wittenberg bis Berlin. Viehtransportähnliche Zustände – ein Potpourri der Emotionen für den, der dabei war. Eine zweidimensionale Messereportage von Horrorgestalten auf dem Weg zur Buchmesse und einem horrorwürdigen Horrortrip im Regional Express zurück nach Berlin.

Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Horrortrip der Dienstleistung was die Berliner Wochenendbesucher der Leipziger Buchmesse 2010 am Samstagabend mit der Deutschen Bahn erfuhren. Das Wörtchen “Horror” besitzt dabei im Kontext der Buchmesse eine Doppeldeutigkeit. Denn für Besucher der diesjährigen Buchmesse, die sonst nur das steife hochintellektuelle Ambiente kennen, waren diese sonderbaren Teilnehmer ein auflockerndes Highlight. Oft wurden die Verkleideten gefragt, warum sie denn so aussehen wie sie aussehen und was das für eine Veranstaltung sei. “Buchmesse”, wurde dann kurz am Leipziger Hauptbahnhof geantwortet. Wer mehr wissen wollte hakte nach und erhielt die Antwort “… und ein Treffen aller Manga-Fans und Fans von Rollenspielen. Man trifft sich und verkleidet sich als Charakter, der man gern sein möchte oder der man als Rollenspieler in der Comunity, halt in der Gemeinde ist.” So war es nicht verwunderlich, dass sich wie auf der Hinfahrt auch auf der Heimfahrt zurück nach Berlin verkleidete Jugendliche unterschiedlichen Alters in den Zügen befanden. Schon in Berlin am Hauptbahnhof sorgten sie für optische Aufregung unter den Bahnhofsbesuchern. Darunter wahre Horrorgestalten, die konträr gegenüber den doch zarten menschlichen Manga-Figuren standen. Ein einziges interessantes Sammelsurium menschlicher Verkleidungskunst. Wer hätte gedacht, dass Rollenspiele und japanische Comics, bekannt unter dem Begriff Manga so populär geworden sind?
Leipzig war wieder Treff für die Comic- und Fantasyszene
Die Buchmesse in Leipzig mit ihren besonderen Schwerpunkt “Comics in Leipzig” zu dem die Genre Manga, Fantasy und Rollenspiel zählen, gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen in Europa. Ganz oder nur teilweise comickünstlich überzogen verkleidet, präsentierte sich demnach so mancher Messebesucher. In erster Instanz waren diese angemalten und verkleideten Teilnehmer der erste Horrorfakt in der vorher erwähnten zweidimensionalen Betrachtung. Die hübschen und niedlichen Manga-Mädchen stehend dafür eher weniger in der Definition. Sie waren schick anzusehen. Zauberer in Roben und Uniformen, die gesichtet worden schon eher; natürlich mit viel Phantasie. Da wir jedoch von der Doppeldeutigkeit des Begriffes Horror auf der Buchmesse sprechen, müssen hier die wirklich üblen Gestalten erwähnt werden. Das waren furchtlose dahin schreitende Kämpfer, durchaus auch der ein oder andere Zauberer. Die Krönung für so manchen Besucher waren letztendlich maskentragende Unholde mit Keule oder Schwert in skurrilen bunt zusammengeschusterten Verkleidungen. Es wurden auch Axtträger gesichtet. Entweder blieb der Zuschauer fasziniert stehen oder er machte vorsichtshalber einen großen Bogen um die eine oder andere Fantasy- bzw. Horrorgestalt. Irgendwie eine ganze Reihe von Charakteren, denen man nicht im Dunklen begegnen möchte. Diese Besucher zeigten letztendlich dem verstaubten Establishment, dass man mit viel Phantasie so einiges kreieren und mit entsprechendem Know-how stylisch aufpeppen kann. Der ein oder andere Konzern beziehungsweise Verlag weiß in diesem Fall wo die Kaufkraft für seine Produkte daherkommt. Entsprechend sah der Durchschnittsmessebesucher mal mehr oder weniger professionelle Kunstwerke der Verkleidung. Obwohl völlig fremd, grüßten sich ähnliche Charaktere auf dem Weg zu den einzelnen Treffpunkten und Veranstaltungen auf der Messe. Für viele der extravaganten Messebesucher war Leipzig an diesem Tag der Fixpunkt der Phantasie, um Gleichgesinnte ihres Genres zu treffen. Diese Chance nutzten auch viele Hauptstädter.
Horrortrip mit Wochenendticket der Deutschen Bahn
Was am Ende des Tages folgte war eine fantastische und unglaubliche Horrorfahrt der Extraklasse mit der Deutschen Bahn zurück nach Berlin. Wer hätte das gedacht, dass die Berliner Besucher der Buchmesse im wahrsten Sinne die letzte der zweifache Begegnung mit diesem Genre “Unglaublich” über “völlig abgefahren” bis hin zu “der blanke Horror” noch vor sich hatten. Es bahnte sich eine mittlere bis größere Reisekatastrophe für alle Rückreisende nach Berlin an. Der Regional Express 38328 von Lutherstadt Wittenberg mit dem Ziel Berlin stand zwar pünktlich gegen 21:26 Uhr zur Abfahrt bereit, war aber schon ganz ordentlich mit Reisenden gefüllt. Als dann der Mob der Messebesucher, anders kann es fast nicht beschrieben werden, von einem Gleis zum anderen durch den Verbindungstunnel strömte, wurde der Zug mit jedem Fahrgast voller. Irgendwann platzte er förmlich aus den Nähten. Die Fahrgäste liefen von einer Waggontür zur nächsten und immer wieder gab es dasselbe Bild: Alle Plätze belegt. Fahrgäste standen oder saßen in den Gängen. An den Türen und den Eingangsbereichen drängten sich dicht an dicht Groß und Klein, Jung und Alt, Verkleidet und Unverkleidet. Es gab kaum mehr Platz für zusätzliche Fahrgäste. Selbst in der ersten Klasse wurde es zunehmend voller, bis auch diese überfüllt war.
Man muss sich in die Leute hinein versetzen, einige haben wegen zu hohem Fahrgast aufkommen schon am Morgen in den Bahnen gestanden; zum Teil die ganze Fahrt bis nach Leipzig. Nun ist so ein Messetag ist nicht unbedingt eine gemütliche Bootstour. Im Gegenteil, der Besucher möchte viel sehen, kennen lernen, sich informieren, kommunizieren, was letztendlich auch Verben wie “gehen”, “laufen”, “besichtigen”, “tragen”, “reden” und durchaus auch “eilen” impliziert. Eilen vor allem von Stand zu Stand. Für manch einen Berliner war da schon kräftemäßig der Ofen aus als der ersehnte Zug nach Hause anrollte. Den meisten Besuchern der Leipziger Buchmesse 2010 sah man gegen 18 Uhr als die Messestände einpackten die Strapaze förmlich an. Einfach nur nach Hause, lautete die Devise in den Köpfen der Menschen. Was zuvor eher optischer Natur war, aufgrund wirklich gruseliger Vertreter unter den Verkleideten, kam nun eine mit dem Regional Express einen neue Dimension.
Wochenendticket: „Dabei sein ist alles“ – Es ist kaum zu beschreiben …
Klaustrophobisch veranlagt durfte man da nicht sein. Zu den Toiletten gelangte man nur zum Teil oder überhaupt nicht. Wie auch? Es wäre eine Odyssee ohne Rückkehr gewesen. Denn wenn schon der Weg zum “Stillen Örtchen” nicht möglich ist, kommt es logischerweise erst gar nicht zu einem Rückweg. Und diesen menschensteinigen Weg, eher diese Mauer aus Menschen hätte kaum einer Bewältigen können ohne nicht mindestens einmal angenehm oder unangenehm anzuecken. Die Luft wurde immer dünner und die Gerüche derber. Da war so mancher froh, wenn sich die Türen zu seiner Seite öffneten an der er gerade gequetscht sein Zugdasein fristete. In den Waggons weiter hinten sah man vermeintliche Punks, die ihren Hunden, pferdeähnliche Geschöpfe, nach jedem Halt ebenfalls etwas Freiheit gaben. Sei es auch nur für wenige Sekunden. Bei solchen Zuständen jagt der Mensch gern seinen Hund vor die Tür.
Immer wieder gab es Diskussionen, dass es keine andere Alternative für Besitzer des Wochenendtickets gab, um nach Berlin zu gelangen. Angeblich der letzte Zug für jenes Angebot der Deutschen Bahn am Samstagabend. Die Gerüchteküche meinte sogar, dass es im letzten Jahr noch mehr Waggons bzw. zusätzliche Züge gegeben haben soll. Ob Wahrheit oder Lüge, in solcherlei Situation kochen die Emotionen der Menschen ihr eigens Süppchen und meistens viel zu hoch und letztendlich über. Es kann ihnen aber auch nicht verübelt werden. Einigermaßen glücklich durften sich jene fühlen, die einen Sitzplatz zur rechten Zeit ergattert hatten. Bei manchen saß die Liebste jedoch schon mit auf dem Schoß. Für alle anderen hieß es anderthalb Stunden stehen. Ob jung oder alt, mit oder ohne Krücke es machte keinen Unterschied. Wer nach Berlin wollte, musste in den sauren Apfel beißen und sich hinstellen, anstellen oder zum Teil an fremde Personen anlehnen. Es war ein zartes Band des kontrollierten Chaos welches drohte jederzeit zu zerreißen.
Neuer Messerekord auf der Leipziger Buchmesse 2010
Fahrgäste an den Zwischenstationen mussten weggeschickt werden. Ein junger Mann mit einem Fahrrad hatte einfach keine Chance mehr. Am Ende wurden nur noch die Stationen bis Berlin Hauptbahnhof gezählt. Andere wollten nach dem nur noch in den Berliner C-Bereich gelangen, vielleicht noch bis B? Einfach nur heraus aus dem Regional Express. Ab Berlin verließen nach und nach Fahrgäste den Zug. Das Wort “Südkreuz” war in aller Munde und stilisierte sich zu einem Mythos. Dort strömten dann die Menschen zum ersten Mal aus den Waggons. An ihren Gesichtern konnte man die Erleichterung, aber zum Teil auch Frust ablesen. Am Hauptbahnhof angelangt, strömte dann alles aus dem Zug. „Vielen Dank für die Horrorfahrt!“ schrie einer dem Schaffner entgegen, der verhalten aus dem Fenster lugte.
156.000 Menschen besuchten dieses Jahr die Leipziger Buchmesse, erneuter Messerekord. Da ist es anzunehmen, dass es im nächsten Jahr nicht weniger werden. In diesem Fall können die Berliner nur hoffen, dass dieser Fakt bis zum nächsten Jahr irgendwie Berücksichtigung in der Planung der Deutschen Bahn findet. Sonst könnte es glatt für die Berliner Besucher der Leipziger Buchmesse 2011 ein erneutes doppeltes Revival in Tatsachen von “Horror-Fantasy” geben.
(Artikel „Im Horrorzug nach Leipzig – Mit dem Regional Express 38328 von der Leipziger Buchmesse zurück in die Hauptstadt“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)
4. Tag im neuen Jahr – 2010 lernt laufen
„2010 – s’Jahr hat begonnen. Es gibt viel zu tun. Packen `wir` es an! Bin schon dabei und produziere neue Texte. Auf ein kreatives Jahr …“ So was twittert man eben mal, wenn die Woche beginnt und wenn das Neue Jahr 2010 angebrochen ist. Heute ist schon der 4. Januar und das Jahr 2010 hat schon laufen gelernt. Dabei wird es nicht bleiben, nur beim Laufen, das lehrt uns die Erfahrung und der Rückblick auf die vergangenen Jahre. Jeder Anfang ist schwer oder aber auch nur so leicht, wie es sich der Kreative, der Mensch selbst nun einmal gestaltet.
Was wird nicht alles darüber geschrieben; über den alljährlichen Jahresbeginn? Unmengen von Gedanken gibt es zu lesen. Da wird zumeist immer von „Guten Vorsätzen“ gesprochen und wie lange sie so halten können. Außerdem: Was nimmt sich der ein oder andere nicht alles vor? Zum Beispiel sich dieses Jahr weniger stressen zu lassen oder doch zwei Mal anstatt nur einmal in den Urlaub fahren? Einmal pünktlich zum Zahnarzt gehen, vielleicht die Arbeitstellte wechseln oder den eigenen Partner, wenn es schon nicht mit einem neuen Job klappt. Alles will man besser machen, alles will man besser haben. Von dem einen etwas weniger, von dem anderen etwas mehr und doch: Allet bleibt beim Altn. Warum nicht einmal nachschauen, was im letzten Jahr besonders gut gelungen ist und was am besten so bleiben kann. Unser eins hat sich letztes Jahr beim Fitnessstudio McFit angemeldet und kräftig in die Geräte gedrückt, das Laufband rotieren lassen und auf die Ernährung geachtet. Na Mensch, da haben wir doch was gefunden, was einfach so bleiben kann. Gibt es da noch mehr?
Der Kölner sagt: Et kütt, wie et kütt
Aber klar doch. Einfach mal zurück schauen, nicht glotzen, und das Gute eruieren. Da muss es doch noch viel mehr geben. Gibt es bestimmt! Schließlich hatte das Jahr ganze 365 Tage. Eine Menge Zeit sinnvolle Dinge zu tun bzw. Dinge zu finden, die mit dem Prädikat Daumen hoch betitelt werden können. Nicht nur für mich, sondern auch für die Welt. Jetzt drifte ich leicht ins heroische Samaritertum getreu nach dem Motto „für Alles und Jeden“ ab. Was an sich ja nicht schlecht ist, aber damit will ich hier nicht hausieren gehen. Nein, was ich meine: Jeder sollte zuerst einmal an sich denken, machen wir ja sowieso, das liegt in der Natur des Menschen und dann … dann kommt das Füreinander, so denke ich, automatisch. Einfach mal an sich denken, an das vergangene Jahr und das Positive heraus ziehen und dieses weiter am Leben halten. Das tut uns definitiv gut. Und was uns gut tut, geben wir auch locker flockig weiter. So haben wir einfach mal einen Engelskreislauf, statt den berühmt berüchtigten Teufelskreislauf, bei dem alles immer Schlimmer wird. Die positive Wirkung auf den Partner, die Familie, die Freunde, die Arbeitskollegen und die Mitmenschen im Allgemeinen bleibt nicht aus. Zu guter Letzt bekommen wir das, was wir ausstrahlen und unbewusst abgeben, auch wieder zurück. Ein Simples Ping-Pong-Spiel. Dabei haben wir nur an uns selbst und das vergangene Jahr gedacht. Tja, so lässt es sich den neuen Herausforderungen des Jahres 2010 schon viel besser gegenüber treten oder etwa nicht? „Et kütt, wie et kütt“. Genau das habe ich von meinem Kölner Freund gelernt. Gerade das macht uns Menschen ja auch wieder aus, dass wir anpassungsfähig sind. Rasend schnell erkennen wir, ob wir dem Laster ausweichen sollen, der gerade auf uns zu rast oder ob wir noch versteckte Gene alla HEROES in uns haben, die sich im Adrenalinrausch blitzschnell entfalten und wir dieses Automobilmonstrum mit dem kleinen Fingern über uns drüber nur mal so heben. ET KÜTT eben, WIE ET KÜTT.
Alles beim Alten – Packen wir es an!
Letztendlich bleibt alles beim Alten. Die „guten Vorsätze“ haben ihr Haltbarkeitsdatum, das irgendwann abläuft. Doch sehen wir es positiv im Sinne von Hermann Hesses: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Genau das trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf. Jedem Anfang, geht einem Ende voraus und dieser Anfang des Jahres 2010 lässt Altes einfach abschließen und Neues in Erwartung beginnen. Ein immer wiederkehrender Kreislauf, der seinen Sinn hat. Ein neues Zeitalter ist angebrochen. Im Großen wie im Kleinen tragen Neugier, Tatendrang, Gute Vorsätze und der neuerliche Griff zur Schokolade im Schrank (weil es einfach schmeckt und gut tut) zu ungeahnten Erlebnissen und Bewältigung jeglicher Hindernisse bei. Gott sei Dank hat auch das Jahr 2010 ganze 365 Tage, um etwas zu schaffen, was Sinnvolles zu leisten, sich Neuem zu widmen und uns selbst jederzeit etwas Gutes zu tun. Wir haben alle wieder ein Jahr uns neu zu orientieren, zu finden und am Ende des Jahres neu zu definieren. So bleibe ich gern für heute bei meinem Twitterspruch und zitiere aus dem Tweet: Packen wir es an! – Es gibt viel zu tun. – Auf ein kreatives Jahr. … und wenn wir den Laster mit dem kleinen Finger nicht über uns heben können, dann nehmen wir den Daumen ganz lässig noch mit dazu.
(Kolumne „2010 ein neues Jahr beginnt – Alles bleibt beim Alten oder doch nicht?“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)
