Das lange Warten hat ein Ende – Das Vorabexemplar

Meinen Roman „Der Tausendfüßler“ – gibt es jetzt als Prototyp

Berlin, 6. Mai 2009

Eigentlich hätte ich ja heute das Vorabexemplar meines Buches erhalten sollen, um alles zu checken und um dann mein „Okay“ für die Freigabe zum Druck zu geben. Aber der Briefkasten war leer. Ich bin extra zweimal zum Briefkasten gegangen. Felsenfest habe ich damit gerechnet, dass ich heute das erste Buch meines Liebesromans – wenn auch nur den Prototyp – in den Händen zu halten. Frau L. vom Verlag meinte am Mittwoch, dass ich an diesem Tag mit der Sendung rechnen könnte. Also hatte ich mich auch geistig auf den heutigen Mittwoch eingeschossen. Natürlich weiß ich, dass nicht immer alles auf den Tag, die Stunde, ja auf die Sekunde genau terminiert oder versprochen werden kann. Auch wenn wir alle das immer gern so hätten. Insbesondere bei so einer zu erwartenden Sendung wie das Vorabexemplar meines Romans. Also heißt es noch einmal eine Nacht schlafen und dann mit großer Erwartung erneut zum Briefkasten gehen.

Ich fühle mich im Moment wie damals als Kind zu Weihnachten oder vor dem Geburtstag: Ich kann es kaum Erwarten …

Berlin, 7. Mai 2009

Cover - Der Tausendfüßler

Yeahhh … heute habe ich das Buch endlich im Briefkasten gehabt – den Prototypen meines ersten Romans. Erst als ich wieder in der Wohnung war, habe ich die Büchersendung hastig ausgepackt und das Büchlein bewundert. Auf dem Sofa in meinem Zimmer bin ich dann wild ins Blättern geraten und habe mir alles genau angeschaut. Mit einem himmlischen Glücksgefühl, konnte ich dann entspannt realisieren, dass es jetzt den Roman „Der Tausendfüßler“ wahrhaftig gibt.

Nach dem Check und der Druckfreigabe warte ich nun auf die Bestätigung, dass ich meine angeforderten Autorenexemplare erhalte und die ISBN-Nummer (Internationale Standardbuchnummer) frei geschaltet wird. Erst dann kann der Roman bei mir persönlich, in den Buchhandlungen oder über den Verlag bestellt werden.

Was bedeutet eigentlich die Abkürzung ISBN?

  • ISBN ist die – Internationale Standardbuchnummer –
  • Die ISBN-Nummer dient zur eindeutigen Kennzeichnung von Büchern und anderen selbstständigen Veröffentlichungen mit redaktionellem Anteil, wie zum Beispiel Multimedia-Produkten.
  • ISBN-Nummern werden überwiegend in Warenwirtschaftssystemen des Buchhandels eingesetzt. Auch viele Bibliotheken verwenden die Nummern für die Bestellsysteme und die bibliotheksübergreifenden Kataloge.

Berlin, 8. Mai 2009

Nein, ich habe nicht geträumt. Jetzt hat sich die ausgedachte und nach und nach entwickelte Geschichte in einem handfesten Buch tatsächlich materialisiert. Auch am Morgen nach Erhalt des Vorabexemplares war das Buch immer noch fassbar! Und dies wird es mit Sicherheit auch bleiben – haptisch existent. „Ick freu mir!“ würde der Berliner sagen.

(Artikel aktualisiert 21.03.2026)

Mehr zum Roman „Der Tausendfüßler“:

Bücher von Jens Böhme:

Hintergrundbericht zur Entstehung des Romantitels „Der Tausendfüßler“

Mit Feder & Tinte – Ein Roman entsteht

Feder & Tinte
Feder und Tinte

Als ich die erste Seite des Romans schrieb, damals ein Experiment mit Feder & Tinte auf einem exquisiten Block aus Edelleinen, hatte der Beginn etwas Kafkasches. Oder sagen wir, ich war von Franz Kafka inspiriert worden. So schrieb ich in alter Romancier-Manier die ersten Zeilen eines Textes und wollte eigentlich nur eine Kurzgeschichte zum Besten geben. Gleichzeitig wollte ich die Technik des Schreibens mit Feder & Tinte ausprobieren. In Abständen tauchte ich die Metallfeder – das Set war ein Geburtstagsgeschenk 1999 – in das Tintenglas. Immer dann, wenn ich wieder Lust hatte mich dieser kreativen Schreibweise zu bedienen, schrieb ich an dem Text weiter und er wuchs und wuchs und er wuchs immer mehr an. Es wurden immer mehr Seiten und der ganze Block füllte sich allmählich. Ich kaufte mir daraufhin einen zweiten Schreibblock. (Info: Bilder von diesen beschrieben Seiten mit Tinte sind hier im Blog auch zu erspähen.)

Notebook versus Schreibgerät

Tintenfleck
Bild: Tintenfleck

Da sich die Geschichte arg vergrößerte und sie mit der 1. Seite im Stiele Kafkas – wie es mir anfangs vorkam (zudem hatte ich als Poster über meinem Schreibtisch die 1. Seite vom handgeschriebenen Roman „Der Prozess“ von Kafka) – nichts mehr zu tun hatte, sattelte ich um auf den eigenen Laptop. Die Niederschrift mit dem Notebook ging schneller und strapazierte meine Hand weniger, denn ich musste bis zum Wechsel schon recht ordentlich mit der Feder aufdrücken. Vor allem, wenn die Tinte wieder zur Neige ging, floss die Buchstabensaft nicht mehr so leicht auf das Blatt Papier in jenem Edelleinenblock. Außerdem bestand jedes Mal Gefahr, dass sich die Schrift viel zu dickflüssig generierte oder aber die Feder schlichtweg kleckste, wenn ich vorzeitig erneute Tinte der Feder zugeführt hätte.

Edelleinen - Briefalux
Bild: Edelleinen – Briefalux

Es ging also weiter. Der Roman bekam Gestalt und irgendwann musste ich mir in Abständen eindeutig überlegen, wie es mit der Geschichte weiter geht bzw. wo es eigentlich hingehen soll. Am Anfang habe ich einfach nur geschrieben. Hier und da entstanden handschriftliche Fragmente, die ich auch außerhalb der Wohnung in Cafés, in Pausen, auf Bänken im Park, im Zug auf Reisen usw. notierte. Manchmal durchaus mehr als eine Seite, ein anderes Mal war es wiederum nur eine Dialogsequenz, die ich mit nach Hause brachte.

Der Protagonist Conrad Wipp

Nach etwas mehr als 30 Seiten zeichnete sich das Dilemma des Protagonisten Conrad Wipp ab – Conrad kränkelte seelisch an zwischenmenschlicher Kommunikation – und lebte seit einiger Zeit bis zum Beginn der Geschichte im 1. Kapitel ein zurück gezogenes von der Gesellschaft entferntes Leben. Meine Figur, so kam es mir in den Sinn, soll am Anfang in seinem Dilemma vorgestellt werden und während des Romans eine Entwicklung vollziehen (Art eines Entwicklungsromans). Conrad Wipp sollte eine Charakterentwicklung mit einem abwechslungsreichen Plot im Hintergrund, einer spannenden und unterhaltsamen Liebesgeschichte durchlaufen. Ich denke, es ist mir gelungen und die Geschichte nimmt von Seite zu Seite mehr Gestalt an und mehr an Fahrt auf. In die heutige moderne Zeit eingebettet bekam die Hauptfigur Conrad Wipp somit ein passendes modernes Umfeld in dem er sich entwickeln kann. Ob er es nun schafft oder nicht, verrate ich selbstverständlich nicht hier, sondern dem Leser oder der Leserin nur im Buch.

Der Tausendfüßler - Verknotete Füsse
Bild: Der Tausendfüßler – Verknotete Füße

Wie entstand die Idee den Romantitel „Der Tausendfüßler“ zu benutzen?

Sicherlich hört und liest man als Leser oft, dass es einen sogenannten Arbeitstitel gibt, den der Autor während des Schreibens benutzt. Manchmal bleibt er dann als richtiger Titel so stehen, aber oft wird dann ein marketingträchtiger Name durch den Verlag gesucht oder aber der Autor findet am Ende dann doch noch einen treffenderen – oftmals kürzeren – Titel. Genau dann, wenn er einen göttlichen Überblick über die fertige Geschichte hat. Irgendwann musste und wollte ich auch einen Arbeitstitel benutzen und da öffnete mir ein Interview aus dem Buch „Nicht nur freche Sprüche“ von Gregor Gysi (Hrsg.: von Jürgen Reents und Hanno Harnisch, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1998) die Augen.

Eine Sequenz aus dem Interviewauszug mit Eva Gesine Baur und mit der Überschrift „Noch nie Frau gewesen“ brachte es wahrlich auf den Punkt.

Interviewsequenz – Eva Gesine Baur und Gregor Gysi:

„[…]

Wer hat Ihnen das Reden beigebracht?

Ich habe nie einen Kurs besucht oder Bücher über richtiges Reden studiert. Mir hat mal jemand seine Magisterarbeit zugeschickt, in der er meinen Redestil analysiert hat, Verben, Substantive und Satzlängen abgezählt. Habe ich bis Seite fünf gelesen und dann zurückgeschickt mit einem netten Brief.

Was stand da drin?

Daß ich die Arbeit leider nicht lesen könne, weil ich sonst das Reden verlerne. Wenn ein Tausendfüßler darüber nachdächte, wie er geht, würde er sämtliche Beine verknoten.

[…]“

In diesem Moment hatte ich meinen Titel und die perfekte Situationsbeschreibung wie es meinem Protagonisten Conrad Wipp im Roman ergeht. „Der Tausendfüßler“ mit dem bildhaften Vergleich der verknoteten Beine, der darauffolgenden Lähmung und Unbeweglichkeit, passte zur Hemmung, Lähmung und Unbeweglichkeit der Kommunikation von Conrad Wipp, wie die Faust aufs Auge. Geboren war nicht nur der Arbeitstitel, sondern der letztendlich feststehend Titel des Romans DER TAUSENDFÜSSLER.

(Artikel aktualisiert 17.03.2026)

Das Manuskript – Digitale Post von der Lektorin

Montag: Das komplette Manuskript „Der Tausendfüßler“ ist überarbeitet

Erst nach 22 Uhr habe ich am Montagabend in den digitalen Briefkasten schauen können. Neben anderen Korrespondenzen konnte ich so noch zu später Stunde einen kurzen Blick auf das komplett lektorierte Manuskript werfen. Wirklich nur einen kurzen Blick, denn anschließend bin ich auch schon todmüde ins Bett gefallen.

Dienstag: Anruf bei Frau L.

Ein paar Fragen gibt es immer. Vor allem wollte ich von Frau L. wissen, wie es jetzt weiter geht. Jetzt, da alles unter Dach und Fach ist; was das Lektorat betrifft. Sie meinte: Ich muss nur noch einmal komplett darüber schauen, ob ich mit allen Änderungen einverstanden bin. Wenn ja, bleibt die Endfassung meines Textes so, wie ich sie bekommen habe. Dann soll ich alles so wieder zum Verlag zurück senden. Sollte ich doch noch etwas ändern wollen, dann ist diese Version, in der die neuesten Korrekturen vorgenommen wurden, die „Topversion“ für den Druck.

Mittwoch: Ziel gesteckt

Ich habe mir das Ziel gesetzt mit der Überprüfung des korrigierten Textes bis Sonntag fertig zu sein, damit ich dann nächste Woche die ersten Produktionsgespräche führen und der Autorenvertrag im Detail geklärt werden kann. Auch zum Buch-Cover habe ich mir schon Gedanken gemacht und eine Künstlerin getroffen, die eventuell das Cover erstellt.

Donnerstag: Montag ist „eigentlich“ SCHONTAG

Heute ist nicht viel passiert. Ich habe viel zu lange geschlafen und bin ehrlich gesagt nicht so richtig in die Gänge gekommen. Das nächste Etappenziel ist aber immer noch präsent und begleitet mich den ganzen Tag über in meinen Gedanken. Ich bin schon sehr neugierig auf den Text. Habe aber noch nicht angefangen, da es noch einige andere Dinge zu erledigen gab.

Freitag: Die ersten Seiten

Habe mit der Begutachtung des gelieferten Textes angefangen. Über das Wochenende möchte ich alles geschafft haben. Schließlich möchte ich endlich das Gefühl spüren wieder mein eigenes Buch in den Händen halten zu können.

Also dann … pack ich’s an!

(Artikel aktualisiert 20.03.2026)

Bücher von Jens Böhme:

Wie auf heißen Kohlen sitzen – Ich warte, warte und warte …

Fehlerteufel und Lektorat

Ich sitze wie auf heißen Kohlen. Jeden Tag denke ich an die Lektorin und frage mich, wann sie wohl mit dem Manuskript fertig sein wird? Schaue auf den Kalender und male mir in Gedanken schon den Tag aus, welcher es frühestens sein könnte, um eine erste Nachricht von ihr zu erhalten. Dann frage ich mich: Wie viel muss ich wohl noch verändern bzw. auf wie vielen Seiten hat sich möglicherweise der berühmtberüchtigte Fehlerteufel* eingeschlichen und sein rechtschreib-grammatikalisches Unwesen getrieben?

Ausschluss der Betriebsblindheit

Wer weiß, wer weiß es? Selbst mit Hilfe der Word-Rechtschreibprüfung habe ich bei der letzten Überarbeitung und bei denen davor immer wieder etwas Neues entdeckt, was es galt zu berichtigen bzw. was nicht so ganz stimmig war. Doch genau dafür ist so ein Lektorat eben da, – ohne die so genannte Betriebsblindheit – eben unabhängig und kritisch mit dem Text des Autors umzugehen. Das geht nicht von heute auf morgen, das braucht auch seine Zeit und das muss ich wohl oder übel auch anerkennen.

Trotzdem sehne ich die E-Mail mit dem korrigierten Text herbei, so dass es endlich vorwärts gehen kann.

*Bedeutung: imaginäre, als heimtückisch-listig vorgestellte Macht, der man die Schuld an den trotz aller Sorgfalt auftretenden Fehlern gibt (duden.de)

Bücher von Jens Böhme:

(Artikel aktualisiert 30.01.2026)

Egal was passiert …

… ärgert Euch nicht, ärgert die andern!

Motto: Ärgert Euch nicht, ärgert die anderen.

Das ist kein Tausendfüßler
Bild: Das ist kein Tausendfüßler!

Eigentlich heißt ja der Spruch, den mir einmal ein Journalist bei meinem Volontariat bei einer Tageszeitung sagte: „Jens! Ärgere dich nicht, ärgere die anderen!“

Das war ein gut gemeinter Rat mit Schulterklopfer sich nicht über alles und jede Kleinigkeit zu ärgern. Es war eine Zeit, die gar nicht so einfach für mich war. Aber im Nachgang voller Erfahrungen und einem Abschnitt, der mich geprägt hat.

Es war ein gute gemeinter Rat zu erkennten, dass so viel im Leben passiert, was man nicht unmittelbar beeinflussen oder direkte ändern kann. Es lebt sich auch etwas entspannter, wenn man nicht „aus jeder Mücke einen Elefanten macht„. Und da haben wir schon wieder, die nächste Redewendung!

Bevor ich jetzt in eine endlose Schleife von weiteren Sprichwörtern, Zitaten, Anekdoten und Redewendungen verfalle, sage ich im positiven Sinne:

Ärgert Euch nicht, ärgert die anderen!

Nehmt es nicht so schwer und bleibt lieb bei allen Dingen, die macht!

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