Buchpremiere von Helmut Kraussers Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“ in der Buchhandlung Stadtlichter

Der Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“

Helmut Kraussers neuer Roman „Nicht ganz schlechte Menschen“ handelt von einem Zwillingspaar, das gegensätzlicher nicht hätte sein können. Obwohl, wie Krausser nach der Lesung erklärt, beide Protagonisten alle Chancen, Möglichkeiten und Voraussetzungen in gleicher Art und Weise haben, entwickeln sie sich in unterschiedliche Richtungen. Genau darum geht es Krausser, „die Welten zweier Brüder zu schildern, die vom Genpool, vom sozialen Hintergrund  nicht gleicher hätten sein können, sich aber doch beide auf so unterschiedlicher Art und Weise entwickeln.“ Mit Helmut Kraussers neuem Roman, erschienen im DuMont Bucherlag, taucht der Leser ab in die dreißiger Jahre, nach Berlin, nach Paris und Barcelona. „Alltag und Abgründe einer Epoche“, heißt es auf dem Schutzumschlag und wer Kraussers Romane kennt, weiß, dass der Autor von „Einsamkeit, Sex und Mitleid“ oder „Die Kartongeschichte“ nichts auslässt und es hier thematisch direkt in den Alltag, aber insbesondere auch ins Fleischliche, ins Triebhafte geht.

Lesung in der Buchhandlung Stadtlichter in Berlin Kreuzberg

Buchhandlung Stadtlichter Berlin in Berlin Bezirk Kreuzberg - Flyer
Buchhandlung Stadtlichter in Berlin Kreuzberg

Die kleine aber feine – Buchhandlung Stadtlichter – auf der Bürknerstrasse 1 nahe dem Maybachufer in Kreuzberg hatte zur Buchpremiere am 15.09.2012 von „Nicht ganz schlechte Menschen“ geladen. Karten waren rar und schnell weg, da schließlich anders als bei den „großen Ketten“ nur begrenzter Platz zur Verfügung stand. Kurz vor 20 Uhr traf der Schriftsteller Helmut Krausser ein und dann ging es auch schon los. Er setze sich in Front vors Mikrofon, würde ca. 50 Minuten lesen und stünde anschließend für Fragen und das Signieren der Bücher bereit. Genauso gestaltete sich die Lesung auch. Sein Schreibstil ist intellektuell und detailreich und seine Lesestimme sowie der Rhythmus passten zur Atmosphäre in der Buchhandlung, um die Geschichte hörbar zu formen. Ein zwei Unterbrechungen gab es von nachfolgenden Besuchern, die das Publikum mit einem Schmunzeln wahrnahm und der Autor selbst mit galanter Gelassenheit; zumindest wirkte es so.

Interessantes zur Entstehung des Romans

Nach der Lesung kam es dann zu Fragen und dabei erläuterte Helmut Krausser auch wie es zur Entstehung des Romans kam. Eine Frage lautete:

Wie entstand der Roman?

Roman von Helmut Krausser - Nicht ganz schlechte Menschen - Buchpremiere
Nicht ganz schlechte Menschen – Roman von Helmut Krausser – Eintrittskarte der Buchpremiere

Krausser antwortete, dass für ihn das Thema schon Mitte der 90er Jahre aktuell war. „Ich wollte eigentlich keine Romane schreiben, die so viele Seiten haben.“ Aber, der grobe Plan kam dann eigentlich mit einem Gedicht. Mit einem Gedicht hat alles angefangen, betonte er. Dieses Gedicht hatte ihn derart inspiriert, dass Krausser sich gleichzeitig die Frage stellte, was wohl aus ihm in den 30er Jahren geworden wäre. „Irgendetwas Rotes oder Braunes“,  konstatierte er. „Was ich geworden wäre, das hätte dann sicherlich die Lektüre entschieden.“ Später traf er dann auf der Buchmesse in Paris 2001 Elodie Bouchard, die Tochter von Luc Bouchard. Und dieser gab an den jüdischen Attentäter Herschel Grünspan persönlich gekannt zu haben. (Herschel verübte 1938 in Paris ein Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath. Dieser erlag  2 Tage später seinen Verletzungen und die Tat diente dem nationalsozialistischen Regime als Vorwand für die antijüdischen Novemberpogrome 1938. Quelle: wikipedi.de) Beim Gespräch mit Luc Bouchard erfuhr er so einiges „[…] über ein anrüchiges Hotel, von seinem Elsässer Chef, von zwei deutschen Brüdern, die Max und Karl geheißen hätten, […]“.* Auch wenn Krausser von diesen beiden Brüdern nichts weiter als dieser Fakt bekannt war, fand er dies hochinteressant und so „… hatte ich einen Matrix-Filmstoff“. Er gibt zudem an, dass beide Charaktere zum Teil auch Projektionen seiner unterschiedlichen Lebensphasen sind. Außerdem hat sich Krausser sehr bei Kollegen bedankt, vor allem bei George Orwell und dessen Erfahrungen an der Front von Huesca.

Weiterhin interessant am Roman von „Nicht ganz schlechte Menschen“ ist, dass es Abschnitte gibt, die in einer anderen Schriftart dargestellt sind; so genannte geschichtliche Infoblöcke. Dies hat den Grund, dass der Schriftsteller Helmut Krausser nicht mit dem Thema Nationalsozialismus langweilen wollte. Wer will kann diese Infoblöcke quasi überspringen. „Für den ‚belesenen Leser‘ habe ich versucht auch Kleinigkeiten, also bestimmte Details über diese Zeit zusammen zu tragen wie z.B. das es im Juni zwischen der SA und der Polizei eine bestimmte Schlacht gab oder dass im März 33 preußische Schüler, die nicht mehr versetzt werden konnten, doch noch versetzt werden konnten, wenn sie der Hitlerjugend beitraten.“ Der Leser kann also gespannt auf weitere Details im Roman sein und sich geradeweg mit dem Zwillingspaar Max und Karl auf die Reise zweier Leben begeben, die trotz aller Gleichheit letztendlich doch sehr unterschiedlich sein wird.

Es folgen …

Interview-Fragen aus dem Publikum am Ende der Buchpremiere

Arbeiten Sie an mehreren Büchern gleichzeitig oder nur an einem?

Helmut Krausser: Ich arbeite stets an mehreren, aber leidenschaftlich nur an einem. Manche Themen verschwinden, andere Themen brauchen, um sich zu konkretisieren.

Schreiben Sie eigentlich täglich?

Helmut Krausser: Diesen Sommer ehrlich gesagt noch gar nichts Großes. Ansonsten schreibe ich von Mitternacht bis 2 Uhr.

Was ist Ihr Hauptantrieb zu schreiben?

Helmut Krausser: Geld und Frauen. (spontane Antwort, lacht) Scherz bei Seite. Ich musste früher viele Hausaufgaben machen, musste viel sitzen und auch viel schreiben und irgendwie hat sich das so fortgesetzt und ist zur Sucht geworden.

Haben Sie auch Protagonistinnen?

Helmut Krausser: (überlegt kurz) Ja, doch … die ‚Kartongeschichte‘, da ist eine Protagonistin. Außerdem im Roman ‚Die letzten schönen Tage‘. Okay dies ist jetzt eher eine Dreiergeschichte, also drei Protagonisten kann man sagen. Aber, da spielt auch eine Protagonistin mit. (kurze Pause) Dreiergeschichte, ich stehe auf Dreier-Kombinationen!

* Helmut Krausser: Nicht ganz schlechte Menschen, Nachbemerkung S. 575, DuMont Bucherlag 2012.

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Buch-Tipp:

Herr mit Lyriksammlung in der S-Bahn Berlin – Ein Obdachloser zitiert

Kreativer Bettler in der Berliner S-Bahn mit ausgewählten Gedichten

Es ist schon ein Weilchen her, aber der Vierzeiler eines Obdachlosen, der in der S-Bahn zwischen Warschauer Straße und Hauptbahnhof mitfuhr, geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Hab im Stillen interessiert gelauscht und mir das letzte seiner Gedichte schnell noch im Smartphone notiert. Warum? Nun, weil mir dieser Vierzeiler ein Lächeln auf die Lippen zauberte und irgendwie lustig, irgendwie … total peppig klang; trotz leichter melancholischer Note.

Ich saß so da, in der vollen S-Bahn und hörte einen Mann vor sich hinbrabbeln. Es war ein älterer Mann, ein Obdachloser aus Berlin, der für zwei Stationen hintereinander weg Sprüche, Gedichte und kleine Anekdoten rezitierte. Er war nicht gut anzusehen, aber das hat ja nichts zu sagen und wir wissen alle, dass das Leben auf der Straße mit Sicherheit kein Ponyhof ist. Ich glaube, die wenigsten Mitfahrer haben genau hingehört. Wenn sie es denn getan hätten, dann wäre wohl auch dieses kleine lyrische Gedicht am Ende an ihre Ohren gedrungen und hätte ein Lächeln über ihre Lippen gezaubert – so wie es bei mir der Fall war.

Ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe?

Angeblich soll das Gedicht, der aufgesagte Spruch, dieser echt lustige Kalauer in der S-Bahn am Feierabend von Johann Wolfgang von Goethe sein. Irgendetwas in dieser Richtung hatte der obdachlose Herr am Ende noch in seinen Bart gemurmelt. Sollte ich bei der Recherche danach fündig werden zu welchem Autor der Vierzeiler wirklich gehört, werde ich dies in der Kommentarfunktion oder hier im Artikel direkt vermerken. Möglicherweise ist das Gedicht ja auch der Kreativität des Obdachlosen entsprungen? Ich bin mir nicht sicher. Die Leser meines Blogs, die den lyrischen Text erkennen und zuordnen können, sind herzlichst aufgefordert das Geheimnis um dieses Gedicht zu lüften. Vielen Dank und nun viel Spaß beim Lesen des angeblichen Gedichtes von Herrn Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe.

Der Vierzeiler des rezitierenden Berliner-Obdachlosen:

Man müsste noch mal 20 sein,
verliebt und blonde Locken,
dann dürft die Butter auch mal ranzig sein,
und der Toast schmeckt auch mal trocken.

(Artikel aktualisiert 26.02.2026)

Bücher von Jens Böhme:

Pressestimmen zu T.C.Boyles Lesereise 2012 und neuem Roman von ihm „Wenn das Schlachten vorbei ist“

Lesereise des Schriftstellers T.C.Boyle

Nun ist sie vorbei, die Lesereise des Pop-Titanen der amerikanischen Literatur T.C.Boyle.

Wenn das Schlachten vorbei ist“, ist Boyles neuester Roman. Dafür und „weil es mal wieder Zeit war“ (würde der Fan jetzt sagen) reiste Boyle 2012 durch Europa und stellte in seinen Lesungen die Thematik des Buches und sich selbst vor.

T.C.Boyle in Berlin – Volksbühne Berlin

Ich war live vor Ort auf der Lesung von Thomas Coraghessan Boyle in Berlin in der Volksbühne. Wer in Berlin dabei war oder eine der anderen Lesungen von ihm besucht hat, weiß, dass es immer eine fabelhafte Show mit ihm ist. Äußerst gut besucht von Fans beider Geschlechter und immer im Wechsel auf Englisch und – hierzulande – auf Deutsch durch einen Moderator. In Berlin fehlte dieser Wechsel leider, die Übersetzungen für das deutschsprachige Publikum lies arg zu wünschen übrig. Die Lesung war trotzdem sehr sehens- und hörenswert. Überraschend und interessant war dieses Mal der dritte Punkt im Triangel der Übersetzung. Auf der Bühne befanden sich zusätzlich Dolmetscher für Gehörlose, die den rezitierten Text sowie das Interview in der Gebärdensprache übersetzen. Zurückzuführen ist diese Besonderheit auf den Roman TALK TALK von Boyle aus dem Jahr 2006, wo er diese Thematik literarisch spannend verarbeitete.

T.C.Boyle Eintrittskarte Volksbühe Berlin - Wenn das Schlachten vorbei-ist - Lesereise von 2012
T.C.Boyle Eintrittskarte Volksbühe Berlin – Wenn das Schlachten vorbei ist – Lesereise von 2012

Ein neuer Roman von Boyle ist schon wieder in Produktion

Während die Fans von T.C.Boyle noch am Lesen des neuen Romans „Wenn das Schlachten vorbei ist“ sind, ist ein weiterer Roman schon längst abgeschlossen, in Produktion und in Englisch erhältlich. Die Rede ist von „San Miguel“. Mit der Lektüre von „San Miguel“ auf Deutsch muss sich das Publikum hierzulande noch bis nächstes Jahr gedulden. Aber – Gott sei Dank! – haben wir ja für dieses Jahr aus der Boylschen Feder den Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ erst einmal zu lesen. Obwohl: Wenn der Roman verspricht, was Pressestimmen behaupten und bei dem was ich bei meinen bisher ersten 150 Seiten gelesen habe, dann ist das Lesevergnügen sicherlich nur kurz. Zu schnell liest sich aus Neugier, Spannung und stilistischem Lesegenus T.C.Boyles neuer Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“.

Pressestimmen zum Boyle-Roman

Die deutschsprachige Presse hat sich wieder mal überschlagen und überall im Netz sind größere oder kleinere Rezensionen zu seinem neuen Roman erschienen. Hier und da auch mal ein Video, wie z. B. „«Strassenliterat» T. C. Boyle“  (tagesanzeiger.ch – Video: Jan Derrer, Chantal Hebeisen – 10.05.2012) oder auch das hauseigene Video des Carl Hanser Verlags „T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist“ (siehe auch Blogartikel auf dem Tausendfüßler-Blog „Buchtrailer von T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist“).

Es folgt ein …

Kleines Konvolut an Rezensionen zu T.C.Boyles neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist

handelsblatt.com

Rezension Boyle-Neuwerk – Töten, um zu überleben

„Darf man Tausende profane Organismen töten, nur um ein seltenes Tier vor dem Aussterben zu retten? Im neuen Roman des Autors T. C. Boyle geht es um die Frage, wie weit der Mensch beim Naturschutz gehen darf. Eine Kritik.“

von Thorsten Giersch 14.05.2012

fr-online.de

Schriftsteller T. C. Boyle

Der Punk-Autor und die Natur

T. C. Boyle stellte in der ausverkauften Volksbühne seinen neuen Roman „Wenn das Schlachten vorbei ist“ vor.

Thorkit Treichel 07.04.2012

fr-online.de

Lesung in der Berliner Volksbühne

Ihre Fragen an T.C.Boyle

Das Gespräch führte Martin Scholz. 05.04.2012

taz.de

Die One-Man-Show

T. C. Boyle ist für seine literarische Liebe zu Umweltaktivisten, Marihuana und Hippies berühmt geworden. Wenn er die Bühne betritt, ist der Jubel groß.

von Susanne Messmer 07.05.2012

orf.at

T. C. Boyle auf Tour in Wien – Der Rockstar unter den Literaten

Er gehört zu den absoluter Vielschreibern seines Fachs, denn fast jedes Jahr publiziert der US-amerikanische Kultautor T. C. Boyle einen Roman oder eine Sammlung von Kurzgeschichten. …

von Christine Scheucher 02.05.2012

blick.ch

Bestseller-Autor T.C Boyle im Interview – «Beim Schreiben werde ich high»

Der schrägste Pop-Literat der Welt ist 63 Jahre alt, kämpft gegen den Sex und wäre gern wieder ein Baby.

Von Cinzia Venafro 11.05.2012

stuttgarter-zeitung.de

Begegnung mit T. C. Boyle

Der optimistische Pessimist

Von Ulla Hanselmann 02.06.2012

beobachter.ch

T. C. Boyle

«Ich wäre gern 
spirituell»

Von Tatjana Stocker 31.06.2012

shz.de

HUSUMER NACHRICHTEN

„Ich bin ein Killer“

Von Martin Schulte 31.06.2012

(INFO: Dieser Artikel wurde am 11.02.2025 überarbeitet und enthält Werbelinks.)

Buchtrailer von T.C. Boyles Roman: „Wenn das Schlachten vorbei ist“

Thomas Coraghessan Boyles neues Buch „Wenn das Schlachten vorbei ist“ als Buch-Trailer

Echt genial gemacht!

Ein Buchtrailer ist ein kurzer Film über den Inhalt des Buches. Ähnlich dem Film-Trailer zu einem klassischen Kinofilm. Mit einem Video-Trailer zum Buch hat ein Autor oder der Verlag die Möglichkeit einen weiteren Marketing-Kanal zu nutzen. Diese zusätzliche Form der Vermarktung des eigenen Buches nimmt immer mehr zu. Wenn das Know-how oder das Marketing-Budget es zulässt, macht es durchaus für jeden Autor Sinn diese Marketingmaßnahme zu nutzen. Aber sind wir mal ehrlich: Diese Art der Vermarktung wird in erster Instanz eher bekannten Autoren bzw. deren Verlagen in Anspruch genommen.

Video-KI und Co. – Buch-Trailer für alle Autoren

Im Zeitalter von künstlicher Intelligenz und den unterschiedlichen KI-Tools besteht nun im Jahr 2026 die Möglichkeit, dass auch unbekannte Autoren bzw. Autoren mit wenig bis gar keinem Werbebudget Buch-Trailer produzieren können. Ein wenig Know-how gehört selbstverständlich auch hier dazu.

Aber genießt hier erst einmal den Buch-Trailer zu „Wenn das Schlachten vorbei ist“:

Quelle: Carl Hanser Verlag youtube.com (http://www.youtube.com/user/HanserVerlag/videos)

Was ist ein Buchtrailer (englisch: book trailer) ?

Weiteres Video von und mit T.C.Boyle auf dem YouTube-Kanal des Verlages Hanser zu seinem Buch „No Way Home„:

(Artikel aktualisiert 22.02.2026)

Bücher von Jens Böhme:

Martin Walker stellt sein neues Buch „Delikatessen“ vor – Lesung in der Thalia-Buchhandlung in Berlin mit Moderatorin Margarete von Schwarzkopf

Buchmesse Leipzig, Diogenes Verlag und Martin Walkers „Bruno, Chef de Police“ …

Entdeckt habe ich Martin Walker auf der Buchmesse 2010 am Stand des Diogenes Verlags. Ich erhielt überraschenderweise ein noch nicht rezensiertes Exemplar mit dem Vermerk es nicht vor dem 27. Mai 2010 zu besprechen. Angetan vom Cover des Buches und mit einer gehörigen Portion Neugier habe ich mich noch am selben Abend in den 2. Fall des Protagonisten von Martin Walker „Bruno, Chef de police“ gestürzt; ohne den 1. Fall zu kennen.

Alles begann mit dem Roman „Grand Cru“ dem 2. Fall von Bruno, Chef de police

Martin Walker - Bruno-Zyklus - Alle bisher erschienen Romane
Martin Walker – Bruno-Zyklus – Alle bisher erschienen Romane

Natürlich begann es nicht mit „Grand Cru“, sondern mit dem Roman „Bruno, Chef de police,“ welches dann der erste Fall war (siehe Chronolgoie des Bruno-Zykluses am Ende des Artikels). Das Cover hatte es mir jedoch wahrlich angetan. Ich muss zugeben, ich bin jemand, der seine Kaufentscheidung zwar primär vom Inhalt, aber eben auch vom Cover abhängig macht. Ein schönes Cover, bleibt ein schönes Cover! Mehrere Weinfässer waren darauf zu sehen und meine Phantasie erträumte sich einen richtig guten Krimi auf dem Lande. Das „Grand Cru“ mehr war als nur ein Kriminalroman, sondern auch eine Geschichte zum Thema Liebe, die vom 1. Walker-Roman „Bruno, Chef de police“ weiter gesponnen wurde, erfuhr ich erst während der Lektüre. Neben interessanter Historie, passend zum Fall, mit entsprechenden Fakten für den Leser, wandelte ich gleichzeitig bei Martin Walkers Romanen mit zusätzlich mit meinem Gaumen über die Zeilen jedes Buches. Denn in seinen Romanen wird von guten Weinen, selten und gutschmeckenden Pilzen wie „Schwarze Diamanten“ sowie vorzüglichen Gerichten berichtet und liebend gern möchte man sich beim Lesen mit an den Tisch der jeweiligen Szenerie setzen. Und am Ende seiner Romane hat der Leser große Lust das Fleckchen Erde zu besuchen, wo die Geschichten von Martin Walker spielen, nämlich im Städtchen Saint-Dennis im Perigord in Frankreich. „Meine Bücher sind ein bisschen Reisebuch, Kochbuch und Geschichtsbuch. Ich wäre gelangweilt von nur Mord und Totschlag“, sagte Martin Walker bei seiner Lesung.

Martin Walker Lesung in Berlin

Martin Walker signiert
Martin Walker signiert

Die Lesung zu seinem neuen Roman „Delikatessen“ fand am 04.05.2012 in der Thalia-Buchhandlung in den Hallen „Am Brosigturm“ in Berlin statt. 20:15 Uhr ging es los und schon zu Beginn tummelten sich Leser am Stand der Weinverkostung, die gleichzeitig zu Walkers Lesung als Extra-Schmankerl dazu gehörte. Es gab Weine aus dem Bergerac von denen der Autor selbst ein Loblied singen konnte. Zusammen mit der Journalistin und Moderatorin an diesem Abend, Margarete von Schwarzkopf, gestaltete sich ein amüsanter und höchst abwechslungsreicher Leseabend.

Archäologie und das Leben im Perigord im Roman „Delikatessen“

Im wundervoll moderierten Dialog zwischen Margarete von Schwarzkopf und Martin Walker erfuhren die Teilnehmer der Lesung mehr und mehr über den Autor und über seinen neuesten Roman wie z.B., dass es in ihm um Archäologie, um Geschichte geht, dass auch die ETA sowie das Thema Stopfleber und die Organisation PETA eine große Rolle spielen. In seinem neuen Roman taucht Martin Walker tief in die Vergangenheit ab, ganze 40.000 Jahre geht es zurück. Es geht um die Menschen die damals im Gebiet von Perigord gelebt haben. Es geht um den Neandertaler. Es geht aber auch um jene Menschen, die heute in dieser Gegend leben und selbst das Essen anbauen, das Obst von Hand pflücken und eigenes Geflügel halten. Martin Walker erzählt, das er die Leser teilhaben lassen möchte, von dem Leben der Menschen im Perigord. „Die Leute leben von diesem Land“, sagte er. Er selbst praktiziert es so auf seinem eigenen Landstück. „Eigenes Geflügel und die gelegten Eier selbst essen.“ Scherzhaft erzählte Martin Walker, dass er seinen Hähnen und Hühnern Politikernamen gegeben hat und mit einer witzigen Poente meinte er: Huhn „Frau Merkel“ legt die größten Eier (kann sein, dass es auch die meisten Eier waren). Das Publikum lachte. Ob dies wirklich stimmt, sei noch zu beweisen.

Thema: ETA, Delikatessen und Bruno auf der Leinwand

Margarete von Schwarzkopf und Martin Walker im Dialog - Lesung in Berlin
Margarete von Schwarzkopf und Martin Walker im Dialog – Lesung in Berlin

Im Roman selbst geht es um einen Toten in einer Höhle, der eine Armbanduhr trägt, eine Swatch. Die gab es vor 1983 nicht. Also stimmt da etwas nicht und somit hat Bruno wieder einen Fall. Die Idee zum Buch selbst habe er tatsächlich gehabt als wahrhaft ein französischer Polizist von der ETA erschossen wurde, so der Autor. Zusätzlich wurde im Dialog von Margarte von Schwarzkopf mit dem Autor Martin Walker ein weiteres Geheimnis gelüftet. Auf die Frage nach der Verfilmung des Polizisten erfuhren wir, dass er sich schon am nächsten Tag, hier in Berlin, in Gespräch mit dem ZDF und ARTE befinden würde. Es wird also auch spannend im cineastisch Sinne rund um den literarischen Protagonisten Bruno aus „Delikatessen“, der auch mit der Liebe und demzufolge mit den Frauen so seine Problemchen hat. „Bruno ist kein Gigolo“, erklärte Martin Walker, „er will wie viele andere Männer auch eine Familie. Seine Geschichte ist die wie von vielen anderen: Die eine Liebe geht, verlässt ihn. Geht in eine andere Stadt. Eine neue Frau kommt und irgendwann kommt die alte Liebe wieder und das … das bringt eben Probleme. Aber genau das sind die Geschichten aus dem Leben. Sagen wir – die Komplikationen aus dem Leben.“ Genau das macht diesen Bruno auch „Dsympathisch, meinte schon zu Beginn der Lesung Frau Margarete von Schwarzkopf, er ist kein Schürzenjäger und trotzdem hat er Problem mit den Frauen. Gerade als „Frau“ war Margarete von Schwarzkopf wie sicherlich viele Leserinnen am Liebesleben von -Bruno, Chef de police- im nunmehr 4. Fall „Delikatessen“ interessiert und harkte oft in dieser Thematik nach. Martin Walker stand mal auf Deutsch und mal auf Englisch der Journalistin Rede und Antwort, die während der Lesung den deutschen Part las. Martin Walker hingegen las auf Englisch und am Ende erfuhren wir, dass beide Damen aus den bisher erschienen Romanen wieder ein Thema sein werden.

Disziplin als Autor – Tipps von Martin Walker

Martin Walker - Delikatessen - Diogenes Verlag
Martin Walker – Delikatessen – Diogenes Verlag

Bei der Frage von Margarete von Schwarzkopf an Martin Walker wie er neben seinen vielen Tätigkeiten seine Disziplin für ein neues Buch alljährlich halten könne, antwortete dieser auf interessanter Art und Weise: Als Journalist war es kein Problem 1.000 – 1.500 Wörter am Tag zu schreiben. Es fiele ihm leicht und es macht ihm Spaß. Genau das ist der Grund warum am Ende des Tages auch 1.000 Wörter auf dem Papier stehen sollten. 1.000 Wörter, das ist meine Disziplin und die brauche ich als Autor auch. Und da hat er vollkommen Recht! Diesen Tipp muss ich mir merken und sicherlich hilft dieser Schreibtipp auch so manch anderem Autor. Wir können nur hoffen, dass Martin Walker auch in diesem Jahr seine Disziplin hält, so dass wir im nächsten Jahr einen weiteren Bruno Roman aus dem Bruno-Zyklus zu lesen bekommen. Vorerst jedoch können wir uns nun mit der „Lese-Delikatesse“ des 4. Falls für Bruno -Chef de police- begnügen: Delikatessen. Allseits guten Lesehunger!

Sämlichte bisher erschienen Romane des Bruno-Zykluses des Autors Martin Walker:

  • Bruno Chef de police, Diogenes, Zürich 2009.
  • Grand Cru. Der zweite Fall für Bruno, Chef de Police, Diogenes, Zürich 2010.
  • Schwarze Diamanten. Der dritte Fall für Bruno, Chef de Police, Diogenes, Zürich 2011.
  • Delikatessen. Der vierte Fall für Bruno, Chef de Police, Diogenes, Zürich 2012.

Die Figur Seppo Sorjonen und eine Liste der deutschen Buchpublikationen des finnischen Autors Arto Paasilinna

Der finnische Autor Arto Paasilinna

Arto Paasilinna, er gehört zu meinen Top 3 Lieblingsautoren (siehe auch: Meine literarische Hitliste). Wie T.C.Boyle und Martin Suter schreibt Paasilinna Texte für die ich mich sehr begeistern kann. Bettlektüre, für unterwegs in der S-Bahn oder einfach im Liegestuhl einer Strandbar, die Romane von Arto Paasilinna zu lesen, macht Spaß und erheitert ungemein das Gemüt. Seine Texte sind oft skurril, manchmal phantastisch, aber immer mit den Stärken und Schwächen der Menschen; vorwiegend seiner finnischen Protagonisten. In einem lockeren, ein einem „federleichten“ Schreibstil und mit zwischenmenschlichen interessanten Beziehungen treten die von Arto Paasilinna erschaffenen Charaktere in seinen Geschichten auf. Wer die Texte von Paasilinna liest, der muss unweigerlich Schmunzeln. Mit viel Humor, oft auch schwarzen Humor, und einer Leichtigkeit in der Handlung passieren die sonderbarsten Geschichten inmitten seiner finnischen Landsleute und beinahe könnte der Leser in Versuchung geraten diese für bare Münze zu nehmen. Arto Paasilinna wird nicht umsonst als „Meister des skurrilen Humors“ bezeichnet.

Der Taxifahrer Seppo Sorjonen – Ein Insider-Name

Höchst interessant: Die Person Seppo Sorjonen! … Es gibt da einen Taxifahrer namens Seppo Sorjonen (Insider dieser Geschichten werden mir beipflichten und sicherlich das ein oder andere Schmunzeln auf den Lippen haben) ist in vielen seiner Bücher vertreten. Mehr oder weniger spielt er eine wichtige Rolle. Ob als einer der Hauptprotagonisten wie in „Zehn zärtliche Kratzbürsten“ und in „Der Sommer der lachenden Kühe“ oder als Statist, es erfreut den Leser von Seppo Sorjonen zu lesen. Als Taxifahrer erlebt er hautnah die Geschichten seiner Klienten mit und vielmals hat Sorjonen den einen oder anderen Anteil am Fortgang der Geschichte.

Jedes Mal beim Lesen fragt man sich als Leser, wann kommt der Herr Sorjonen noch oder wieder in Aktion?

Verraten kann ich hier schon mal die Auftritte von Seppo Sorjonen in folgenden Romanen:

Weiterhin vertreten ist Arto Paasilinnas Taxifahrer in den Romanen „Der wunderbare Massenselbstmord„, „Nördlich des Weltuntergangs“ und in „Adams Pech, die Welt zu retten„. In diesen Büchern spielt Herr Sorjonen eine mal mehr oder weniger gewichtige Rolle. Aber egal was Herr Sorjonen beizutragen hat, er ist ein gern „gelesener“ Charakter in Paasilinnas Büchern. Überzeugt Euch selbst!

Zum Autor Arto Paasilinna

Arto Paasilinna ist ein finnischer Autor. Geboren wurde er am 20. April 1945 in Kittilä und ist der populärste Autor Finnlands. Er lebt heute im südfinnischen Espoo-Westend in der Nähe von Helsinki. Viele Leser freuen sich auf den „jährlichen Paasilinna“. Seine Bücher wurden in 45 Sprachen übersetzt, unter anderem auch in Deutsch. Ein bekanntes Hörbuch in Deutsch ist der Roman „Adams Pech, die Welt zu retten“, 4 CDs bei Lübbe Audio gelesen vom Komiker Jürgen von der Lippe. Ein geniales Buch, das durch seinen Vorleser noch mehr an Witz und Spannung gewinnt. Erfolgreichstes Buch des Autors ist „Das Jahr des Hasen“.

Persönlich präferiere ich die bisher gelesenen Romane „Der wunderbare Massenselbstmord“ auf Platz 1, „Der Sommer der lachenden Kühe“ mit Platz 2 und „Im Wald der gehenkten Füchse“ für den Medaillen-Rang 3. Es ist jedoch schwierig dieses Ranking festzusetzten, da alle Geschichten ihren unverwechselbaren Stil und gleichzeitig ihre unverwechselbare Geschichte haben. Jeder Roman für sich, ist fantastisch zu lesen. Was für mich „Der wunderbare Massenselbstmord“ auf Platz 1 ist für einen anderen die Geschichte „Zehn zärtliche Kratzbrüsten“.

Es folgt die Liste zur allgemeinen Übersicht der bisher auf Deutsch erschienen Romane von Arto Paasilinna:

  • Paratiisisaaren vangit (1974) – auf Deutsch 2004: Vorstandssitzung im Paradies
  • Jäniksen vuosi (1975) – auf Deutsch 1999: Das Jahr des Hasen
  • Onnellinen mies (1976) – auf Deutsch 2002: Die Rache des glücklichen Mannes
  • Herranen aika (1980) – auf Deutsch 2004: Im Jenseits ist die Hölle los
  • Ulvova mylläri (1981) – auf Deutsch 1999: Der heulende Müller
  • Hirtettyjen kettujen metsä (1983) – auf Deutsch 2000: Im Wald der gehenkten Füchse
  • Ukkosenjumalan poika (1984) – auf Deutsch 1999: Der Sohn des Donnergottes
  • Suloinen myrkynkeittäjä (1988) – auf Deutsch 1998: Die Giftköchin
  • Auta armias (1989) – auf Deutsch 2008: Der liebe Gott macht blau
  • urmaava joukkoitsemurha (1990) – auf Deutsch: Der wunderbare Massenselbstmord
  • Elämä lyhyt, Rytkönen pitkä (1991) – auf Deutsch 2001: Der Sommer der lachenden Kühe
  • Maailman paras kylä (1992) – auf Deutsch 2003: Nördlich des Weltuntergangs
  • Aatami ja Eeva (1993) – auf Deutsch 2008: Adams Pech, die Welt zu retten
  • Rovasti Huuskosen petomainen miespalvelija (1995) – auf Deutsch 2005: Ein Bär im Betstuhl
  • Tuomiopäivän aurinko nousee (1997) – auf Deutsch 2010: Vom Himmel in die Traufe
  • Kymmenen riivinrautaa (2001) – auf Deutsch 2008: Zehn zärtliche Kratzbürsten
  • Tohelo suojelusenkeli (2004) – auf Deutsch 2011: Schutzengel mit ohne Flügel
  • Suomalainen kärsäkirja (2005) – auf Deutsch 2006: Ein Elefant im Mückenland

 

Mario Vargas Llosa – Literaturnobelpreisträger 2010 kommt aus Peru

Schriftsteller und Politiker Mario Vargas Llosa

Der diesjährige Literaturnobelpreisträger ist der spanisch-peruanische Autor Mario Vargas Llosa. Er erhält den mit 1,1 Millionen Euro dotierten Preis, der jährlich von der Schwedischen Akademie im Auftrag der Nobel-Stiftung verliehen wird.  Damit geht nach 20 Jahren der Literaturnobelpreis wieder nach Südamerika; der letzte südamerikanische Schriftsteller war Octavio Paz Lozano. Der 74-Jährige Autor Mario Vargas Llosa lehrt derzeit an der Universität in Princeton.

Mario Vargas Llosa sieht vor allem im Nationalismus die größte Bedrohung der Gegenwart und „[…] kritisiert häufig undemokratische und korrupte links- oder rechtsgerichtete Systeme, die niedrige Schwelle zur Gewaltbereitschaft, und die teilweise rassistische Klassenordnung in Peru und Lateinamerika. […]“ (wikipedia.org)

1996 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (weiterhin den Cervantes Preis 1994, Jerusalempreis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft 1995 und den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung 2008).

Zu den bekanntesten Werken des Literaturnobelpreisträgers 2010 gehören „Das Fest des Ziegenbocks“ und „Das Paradies ist anderswo„.

Bisherige Literaturnobelpreisträger auf wikipedia.org

Im vergangenen Jahr 2009 ging der Nobelpreis für Literatur an die deutsche in Berlin lebende Autorin Herta Müller.

Für Neugierige, die sich für bisherige Literaturnobelpreisträger interessieren, gibt es auf Wikipedia eine Liste sowie einen umfassenden Überblick mit Fotos der Literaturnobelpreisträger von 1901 bis 2010.

(Artikel aktualisiert 08.03.2026)

Frankfurter Buchmesse – Der Literaturzirkus öffnet wieder seine Pforten

Die Frankfurter Buchmesse findet jährlich im Oktober statt!

Hier geht es zur Webseite der Frankfurter Buchmesse

  • Nächste Frankfurter Buchmesse findet vom 07. – 11. Oktober 2026 statt.

Es folgt ein älterer Bericht zur Frankfurter Buchmesse:

Frankfurter Buchmesse 2010 – Ehrengast dieses Jahr: Argentinien

Im Oktober heißt es wieder: Umblättern! Die Frankfurter Buchmesse öffnet vom 6. bis 10. Oktober 2010 erneut ihre Tore und die Macher der Branche wie Verleger, Buchhändler, Agenten, Filmproduzenten und Autoren sind wieder in den heiligen Hallen der Frankfurter Messe zu Hause. In diesem Jahr ist der Ehrengast das Land Argentinien. Über 7.300 Aussteller aus 100 Ländern sind vertreten. Thematischer Schwerpunkt des Programms der Buchmesse ist „Die Digitalisierung in der Buchbranche“.

Öffnungszeiten für das Lesepublikum

Vom 9. und 10. Oktober 2010 finden jeweils die Publikumstage statt.  Die Tageskarte für Privatbesucher kostet 14€. Mit 12€ pro Person ist der Literaturfan im Gruppentarif dabei. Schüler bezahlen 7€ (den Nachweis nicht vergessen). Ein Wochenendticket kostet  20€. Weitere Preise für Fachbesucher, Sortimenter, Bibliothekare und Studenten außerhalb der Publikumstage sind auf der Homepage der Frankfurter Buchmesse zu finden.

Es heißt wieder: Umblättern!
Es heißt wieder: Umblättern!

Die Frankfurter Buchmesse ist weltweit bekannt. Daher ist sie auch der bedeutendste Handelsplatz für Bücher, Medien, Rechte und Lizenzen. „Entdecken Sie Neues“, heißt es auf der Homepage der Frankfurter Buchmesse. Wer nicht weiß, was digitaler Content ist, wird auf der Messe mit Sicherheit Gesprächspartner finden, mit denen dieses Thema besprochen werden kann.

Deutscher Buchpreis 2010

Auch in diesem Jahr vergibt der „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ wieder den – Buchpreis 2010 –. Mit diesem Preis zeichnet der „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ den besten Roman in deutscher Sprache aus. Sechs Finalisten stehen zur Auswahl. Die Preisverleihung findet am 4. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt.

Die nominierten Romane:

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Während der Messe wird ebenfalls der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Im Gegensatz zum – Buchpreis 2010 – steht hier der Autor des Preises schon fest. Es ist der israelische Schriftsteller David Grossmann. Er erhält den 25.000€ dotierten Friedenspreis. Die Begründung des Stiftungsrates lautete: Das sich Grossmann „aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern“ einsetzte. Sein zu letzt erschienener Roman trägt den Titel „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“.

Mehr Informationen zum Programm, zu Themen u.v.a. zur Buchmesse in Frankfurt finden Interessierte stets auf der Homepage der Frankfurter Buchmesse.

Artikel zum diesjährigen Friedenspreisträger David Grossmann:

FAZ online: „Der Rufer in der Wüste“ von Anja Hirsch“ (Artikel existiert nicht mehr)
ZEIT online: „David Grossman, ein verzweifelter Optimist“ von Gerrit Bartels

(Artikel aktualisiert am 10.03.2026)

Bücher vom Autor Jens Böhme:

Lido Berlin lädt zum Kreuzberg Slam ein

Kreuzberg Slam
Kreuzberg Slam

Der so genannte Kreuzberg Slam ist eine regelmäßige Poetry-Slam-Veranstaltung im Lido Berlin im Bezirk Kreuzberg. Die Literaturveranstaltung ist die für ihre lebendige Atmosphäre bekannt. Aktuelle Informationen zu den Terminen finden interessierte Leser des Literatur-Blogs | Der Tausendfüßler auf der offiziellen Webseite des Lido Berlin.

Der Charakter der Literaturveranstaltung: Eine Mischung aus Poetry Slam, Literatur und Performance

  • Veranstaltungsort: Lido Berlin, Cuvrystraße 7, 10997 Berlin (Kreuzberg)

Jeden ersten Dienstag im Monat veranstaltet das Lido Berlin in Kreuzberg einen „Kreuzberg Slam“. Das Motto lautet: Dein Text. Deine Bühne. Deine fünf Minuten! [Anmerkung des Autors: Dieser Hinweis galt bei zur Zeit der Entstehung des Beitrags im Jahr 2010. Nach aktueller Recherche – siehe Artikelaktualisierung – scheint der KREUZBERG SLAM nicht mehr statt zu finden. Zumindest sind im Jahr 2026 keine nach heutigem Stand keine Poetry-Slams geplant.]

Bild: Screenshot von der Webseite Lido Berlin (Beispiel: Ankündigung zum KREUZBERG SLAM 2018)
Bild: Screenshot von der Webseite Lido Berlin (Beispiel: Ankündigung zum KREUZBERG SLAM 2018)

(Artikel aktualisiert 13.03.2026)

Bücher von Jens Böhme:

Deutsche Bücherei in Leipzig – Deutsche Nationalbibliothek?

Die Deutsche Nationalbibliothek ist das Gedächtnis der Nation

Die Deutsche Nationalbibliothek (abgekürzt DNB) ist das zentrale Archivbibliothekssystem Deutschlands. Sie sammelt, dokumentiert und archiviert alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen seit 1913. Dazu gehören Bücher, Zeitschriften, E-Books, Karten, Musiknoten, Hörbücher und viele weitere Medienformen. Ziel der Institution ist es, das kulturelle und geistige Schaffen Deutschlands dauerhaft zu bewahren und für Forschung sowie Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Hauptstandorte der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek hat zwei Hauptstandorte: Frankfurt am Main und Leipzig. Während in Frankfurt vor allem neuere Publikationen und Teile der Verwaltung angesiedelt sind, befindet sich in Leipzig der historische Ursprung der Einrichtung. Beide Häuser arbeiten als eine gemeinsame Institution und teilen sich die Aufgaben der Sammlung, Archivierung und bibliografischen Erfassung.

Ist die „Deutsche Bücherei“ in Leipzig gleichzeitig auch die Deutsche Nationalbibliothek?

Eine häufige Frage lautet: Ist die Deutsche Bibliothek in Leipzig identisch mit der Deutschen Nationalbibliothek? Historisch betrachtet ja; zumindest teilweise. Die Leipziger Einrichtung wurde 1912 als „Deutsche Bücherei“ gegründet. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde sie mit der „Deutschen Bibliothek“ in Frankfurt zusammengeführt. Seit 2006 tragen beide Standorte offiziell den gemeinsamen Namen Deutsche Nationalbibliothek.

Ein Besuch in Leipzig - Deutsche Bücherei Leipzig

Damit ist die Leipziger Bibliothek heute kein separates Institut, sondern ein zentraler Standort der Deutschen Nationalbibliothek. Gemeinsam sichern die beiden Häuser das schriftliche kulturelle Erbe Deutschlands und stellen sicher, dass Publikationen dauerhaft dokumentiert und auffindbar bleiben.

Auch meine Bücher – die Bücher von Jens Böhme – sind in der Deutschen Nationalbibliothek hinterlegt:

Nutzen interessierte den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek können sie alle Publikationen von deutschsprachigen Autoren und Autorinnen finden, die in dieser Institution katalogisiert wurden. Wen ein Buch eine ISBN-Nummer hat, dann ist es definitiv im DNB-Katalog vorhanden.

(Artikel aktualisiert 14.03.2026)

Eine Anekdote: Männliches Interesse an Literatur

Wahre Anekdoten – gehört und mitgeschrieben

Männliches Interesse an Literatur

Frau und Mann liegen gemütlich in der Badewanne. Die Frau liest ein Buch, der Mann interessiert sich nicht wirklich für Literatur und wenn, dann doch eher für technische Fachbücher. Die Frau ist gerade in das Buch von Daniel KehlmannDie Vermessung der Welt“ vertieft, während der Mann gedankenverloren die entspannte Atmosphäre der Badewanne genießt.

Nach ca. zehn Minuten fällt der Blick des Mannes auf den Buchtitel.

Mann: Hey Du?

Frau: Ja?

Mann: Sag mal … seit wann interessierst Du Dich eigentlich für Landkunde und Geografie?

Frau: Typisch. Das ist mal wieder typisch. (sie schüttelt den Kopf und liest grinsend weiter)

Bei genauerer Betrachtung ist Daniel Kehlmanns Roman dann doch wohl kein Schulbuch im Sinne klassischer Geografie.

(Artikel aktualisiert 15.03.2026)

Bücher von Jens Böhme:

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