
BookCrossing: Die Wochenzeitung – Der Freitag – erhält den Roman „Der Tausendfüßler“ auf der Leipziger Buchmesse
Ein Exemplar von „Der Tausendfüßler“ wechselt alla BookCrossing den Besitzer
BookCrossing. Die erste Übergabe ist vollbracht. Ich muss gestehen, dass es wirklich eine Übergabe war. Denn ich habe mich fast nicht entscheiden können, wo ich den Roman wirklich ablege, verliere, oder vergesse. Möglichkeiten gab es zu Hauff. Aber irgendwie wollte ich dann doch noch etwas die Kontrolle behalten und einen sinnvollen Transfer starten. So habe ich mich dann laut den Erklärungen und Regeln von bookcrossing.com mich auch an diese Gehalten, eben dass es keine Regeln für die „Freilassung“ gibt. Es steht jedem frei das Buch auf die eigene phantasievolle Art an den Mann oder die Frau zu bringen. Darunter zählt auch die persönliche Übergabe des Buches an eine Person der freien Wahl. Nachdem ich mit ein paar Fachbesuchern über mein Vorhaben gesprochen hatte, rieten mir diese doch auf der Messe die Hand-zu-Hand-Variante zu wählen. Gesagt getan.
Die Wochenzeitung der freitag erhält den Roman am Stand auf der Leipziger Buchmesse
Nach einigen Stunden Messebesuch und gedanklichem Hin und Her, wer wohl dafür prädestiniert wäre, entschloss ich mich den BookCrossing-Roman „Der Tausendfüßler“ an die Wochenzeitung der Freitag zu geben. Genauer gesagt an eine Dame am Stand, der ich persönlich den Roman in die Hand drückte. Auf doch etwas perplexes und überraschtes Nachfragen der Mitarbeiterin der Wochenzeitung erläuterte ich ihr genau was es mit dieser Aktion auf sich hat. Das Thema BookCrossing schien ihr relativ unbekannt zu sein. Als Autor konnte ich mir irgendwie nicht verkneifen als weiteres Kriterium der Freigabe auch die Option über die Kulturredaktion zu erwähnen. Mit einem doch schelmischem Lächeln wartete ich auf eine Reaktion. „Na mal sehen, ob das Buch den Weg über die Redaktion findet“, antwortete sie mir freundlich. „Wie auch immer“, meinte ich und es fiel mir keine andere Phrase als diese abgedroschene Redewendung ein: „Alles kann, nichts muss.“ Ich gab ihr noch ein zwei Erklärungen zur Weitergabe und Registrierung des Romans bei bookcrossing.com und hoffentlich auch auf meinem Blog dertausenfuesslerroman.wordpress.com (neu: der-tausendfuessler.blog)und verabschiedete mich mit den Worten: „Viel Spaß beim Lesen beziehungsweise beim Weitergeben!“ Dann trollte ich mich von dannen, nicht ohne ein Exemplar von der Wochenzeitung der freitag mitzunehmen.
Geht es zurück an Berlin?
In zweiter Instanz vieler nachfolgender Gedanken zur Tausendfüßler-BookCrossing-Aktion fiel mir auf, dass durch die Übergabe des Romans auf der Leipziger Buchmesse am Stand von der freitag, dass Buch irgendwie – also mit Sicherheit – zurück nach Berlin gelangen wird. Denn der Verlag hat seinen Sitz in der Hauptstadt. Nun gut, warum nicht, dachte ich mir. Von da aus kann es ja sowieso in die weite Welt weiter gehen, je nachdem wo die zweite Station einer neuerlichen Freilassung stattfinden wird. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf das Ergebnis meiner Aktion. Ob der freitag ein book-on-demand-Buch wohl rezensiert? Wir werden es sehen. Noch mehr gespannt bin ich natürlich als Autor auf den zukünftigen Wanderweg meines Romans.
DER TAUSENDFÜSSLER – BOOKCROSSING auf der Leipziger Buchmesse 2010
Ein Exemplar des Liebesromans „Der Tausendfüßler“ von Jens Böhme wird für BOOKCROSSING frei gegeben
Was ist eigentlich Bookcrossing? Bookcrossing ist eine kostenlose Weitergabe von Büchern. Das kann für alle Genres gelten. Primär werden aber Romane an unbekannte Personen weiter gegeben. Irgendwo an einem geeigneten Platz, wo Bücher grundsätzlich einem freudigen Finder in die Hände gelangen. Es sind die unterschiedlichsten Plätzen an denen die Bücher frei gegeben werden, das kann zum Beispiel ein Cafè, eine Parkbank im Sommer, vielleicht auch ein Kino oder in einem Restaurant bzw. einer Bar sein. Es kann sogar irgendjemanden einfach in die Hand gegeben werden. Der Finder oder Empfänger nimmt dann das Buch auf. Entweder er weiß schon, wo das Buch zu finden ist oder er findet es zufällig. Er nimmt es an sich und liest es, muss er aber nicht. Anschließend nach einer Registrierung gibt er es wieder frei. Das Buch steht erneut wieder in den Startlöchern, bereit für den nächsten Leser, der sich an einem kostenlosen Buch erfreuen kann.
Bookcrossing ist eine weltweite Bewegung. Die Mitglieder eines solchen Zirkels nennen sich BookCrosser. Über eine zentrale Datenbank, dies ist das Portal von bookcrossing.com können Leser den Weg des Buches verfolgen.
Aber nur, wenn das Buch auch auf dem Portal registriert worden ist und letztendlich vom Finder auch wieder frei gelassen wird. Die Registrierung geschieht anhand einer BCID (BookCrossingIDentnumber), die jedes Buch erhält. Diese muss der Finder auf bookcrossing.com eingeben. Es gibt auch eine deutsche Seite für BookCrosser, diese ist jedoch sehr eng mit der englischen Seite verwoben. Die deutschsprachige Webseite bookcrossing.de ist zwar via Google separat zu finden, aber letztendlich ein Forum von bookgrossing.com. Nach der Eingabe der BCID können BookCrosser in einem Journal angeben, wo sie das Buch gefunden haben. Natürlich besteht auch die Möglichkeit seine Meinung zum Inhalt des Buches über diesen Weg kund zu tun.
Auf der Leipziger Buchmesse 2010 erlangt „Der Tausendfüßler“ Freiheit
Schon bald wird über bookcrossing ein Exemplar des Romans „Der Tausendfüßler“ auf der Leipziger Buchmesse ausgesetzt. „Ausgesetzt klingt jetzt etwas sehr stiefmütterlich. Der Roman ist schließlich eines meiner Textbabys“. Ich meine: Es wird im Sinne von „bookcrossing“ ein Exemplar frei gegeben. Die Vorbereitungen dazu laufen schon. Das Buch wurde auf bookcrossing.com schon registriert und ein dazugehöriges Etikett ausgesucht und beschriftet. Ich muss zugeben, dass ich immer neugieriger werde. Bin gespannt, wem ich den Roman in die Hand drücke oder wo ich diesen einfach liegen lasse. Mal schauen wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und es mir in den Fingern kribbelt. Die Neugier wird sicherlich auch so groß sein, dass ich möglicherweise von weitem Ausschau halte und beobachte, wer das Buch wohl aufnimmt. Aber vielleicht entgeht mir letztendlich in der Masse der Messeteilnehmer in Leipzig dieser Akt des Buchübergangs? Egal was ich machen werde, durch bookcrossing wird der Roman bestimmt einen Leser finden; auch wenn ich es nur ablege und einfach weiter gehe.
Das Buch wird von mir signiert und auf der Innenseite zusätzlich mit einem kleinen Text versehen sein, mit der freundlichen Bitte, dass der Finder des Buches den Fund ebenso auf meinem Blog (Der Tausendfüßler – Das Blog zum Roman) registrieren möge. Einfach nur angeben wo er oder sie das Buch gefunden haben. Natürlich schwingt da auch die Hoffnung ein ehrliches Feedback oder eine Geschichte rund um den Fund zu erhalten und die Diskussion anzuregen. Analog soll dies natürlich im Forum von bookcrossing.de geschehen.
Bookcrossing-Aktion des Romans soll auch in Berlin stattfinden
Jedenfalls bin ich schon sehr aufgeregt und die gedanklichen Vorbereitungen auch für eine Aktion in Berlin laufen schon freudig an. Geplant ist die Freigabe eines Exemplars mitten im Berliner Großstadtdschungel.
Mal sehen, ob der Roman nach der Freigabe sein ungewisses„Textwesen“ nur innerhalb der Berliner Stadtgrenzen treibt oder sogar darüber hinaus gelangt? Geplanter Ort und Zeitpunkt, wann der Roman in Berlin die Freiheit erlangt, werde ich zeitnah auf meinem Blog in der Rubrik „Bookcrossing“ und bei facebook in der Gruppe „Der Roman – Der Tausendfüßler“ mitteilen. Ich kann nur hoffe, dass meinem Roman eine interessante Reise bevor steht.
Lesung von Martin Suter „Der Koch“ im Babylon Berlin Mitte

Buchpremiere von Martin Suters Roman „Der Koch“ (Diogenes Verlag) im Kino Babylon. Ein Bericht von der Lesung Martin Suters in Berlin Mitte am 8. März 2010. Martin Suter (29. Februar 1948 in Zürich geboren) ist Schriftteller, Kolumnist und Drehbuchautor. Bevor er sich ganz dem Schreiben von Büchern widmen konnte, verdiente er sein Geld als Werbetexter und Creative Director. Er lebt mit seiner Familie in Spanien und Guatemala. 2010 ist er nun zu Besuch in Deutschland und stellt seinen neuen Roman vor. „Literatur Live!“ wird von den Thalia Buchhandlungen Berlin und dem Kino Babylon veranstaltet.
- Martin Suter „Der Koch“ – Ein Bericht von Jens Böhme
- Martin Suter stellt seinen neuen Roman „Der Koch“ vor –Ein Bericht von Jens Böhme
- Martin Suter kämpft mit einer Leselampe
- Martin Suter antwortet Knut Elstermann
- Nach der Lesung – Signierstunde und Rezepte zum nachmachen
- Ein kleiner Epilog
Martin Suter „Der Koch“ – Ein Bericht von Jens Böhme
Autoren sind auch Leser. Vor allem bin ich ein begeisterter Leser von Martin Suters Romanen. Als ich ihn mit „Lila Lila“ durch eine Rezension in einer Tageszeitung entdeckte, war meine Leidenschaft für seine Schreibe nach dem Buchkauf entfesselt. Ich wollte mehr lesen und war neugierig. „Lila Lila“ war quasi für mich der Einstieg ins Sutersche Textuniversum. Es folgte „Die dunkle Seite des Mondes“ und „Small World“. Als Süchtiger verlangte mein Geist nach mehr. Nach und nach gesellten sich weitere Texte von Martin Suter in meine heimische Bibliothek bis zum heutigen Tag. Nun ist die Sutersche Sammlung von Jens Böhme komplett und darauf bin ich stolz.
Als ich dann erfuhr, dass er eine Lesung zum Roman „Der Koch“ und zudem noch seine Buchpremiere in Berlin geben wird, war ich hin und weg. Ich würde auf alle Fälle da sein; im Kino Babylon in Berlin Mitte, gegenüber der Volksbühne. Demzufolge stand am 20. März dick und fett in meinem Kalender: Lesung Suter!
Martin Suter stellt seinen neuen Roman „Der Koch“ vor –Ein Bericht von Jens Böhme
Mit dem Eintrittsticket für die Lesereihe der Thalia Buchhandlungen Berlin „Literatur Live!“ stand ich dann 18:45 Uhr vor dem Kino. Frecherweise hatte ich meine noch nicht signierten Bücher im Rucksack und hoffte auf die Signierlaune und Gnade von Herrn Suter. Zuvor jedoch stand eine eineinhalbstündige Lesung an. Etwas verlassen, stand ich also viel zu zeitig vor dem Kino und wartete auf den Beginn der Veranstaltung. Da ich noch etwas frische Luft schnuppern wollte, kam ich in den Genuss der Ankunft des Schriftstellers. Ein paar Leser hatten sich mit der Weile ebenso wie ich in der Kälte vor dem Kino eingefunden. Sie stauten nicht minder erfreut als einer der bekanntesten Schweizer Autoren sich durch die Türen des Babylon ins Innere des heutigen Lesungstempels begab – es war Punkt 19 Uhr.
Noch eine halbe Stunde und dann bekamen auch die Fans Einlass. Der Vorraum hatte sich schon arg gefüllt, überwiegend mit weiblichen Verehrern seiner Texte. Da es freie Platzwahl gab, wollte jeder soweit wie möglich vorn sitzen. Meine Befürchtungen, dass es zu einem Kampf mit Händen und Füßen, sowie verbalen Spitzfindigkeiten um die freien Plätze kommen würde, zerschlugen sich; auch wenn es einen kleinen Anflug davon gab. Denn ich konnte mich nicht auf einen der Außenplätze von Reihe 9 setzen. Eine Dame hatte 3 Plätze in dieser Reihe okkupiert und verteidigte diese vehement.
„Ich dachte wir haben frei Platzwahl ohne Platzhalter“, war meine zugegebenermaßen etwas schnippige Antwort. Aber diplomatisch und keine Lust auf eine Diskussion setzte ich mich einen Platz weiter nach hinten; links außen auf die Sitzreihe 10. Da saß ich letztlich genau so gut. Ich mag es sowieso nicht, ganz vorn zu sitzen, von der Mitte aus bekommt man genau so viel mit. Zudem kann man von da aus jederzeit aufstehen und rausgehen. Das ist der Vorteil wenn man an der Seite sitzt. Es werden nicht alle Leute aufscheucht und jeder glotzt einen dann mehr oder weniger wohlwollend an.
Martin Suter kämpft mit einer Leselampe
20 Uhr sollte es losgehen, aber wie alle Künstler machte es auch Martin Suter spannend und nutzte das akademische Viertel. Zusammen mit Knut Elstermann betrat er dann 20:15 Uhr die Bühne. Das Publikum applaudierte und der Abend mit Martin Suter begann. Gleich zu Beginn nach dem ersten interessanten Dialog zwischen Elstermann und Suter kam es jedoch zu einem für die Zuschauer interessanten Zwischenspiel. Es entwickelt sich aufgrund der Anmerkung einer Dame im Publikum eine Interaktion zwischen den Interviewteilnehmern Knut Elstermann und Martin Suter, sowie dem Publikum. In diesem Fall der sich äußernden Dame, die quasi für das Publikum stand. Der Rest der Zuschauer lachte nur hin und wieder und verfolgte gebannt die Szenerie. Denn bevor Martin Suter die erste Leserunde beginnen wollte, intonierte eine Frau von Reihe 10: „Können Sie bitte die Lampe ausmachen oder etwas dimmen, Herr Suter? Man kann sie gar nicht sehen. Die Lampe blendet so.“
Vermutlich wurde die ältere Dame aus Reihe 10 arg und in direkter Linie von der Lampe geblendet und konnte so ihren Lieblingsautor nicht sehen. Gegen diesen Zustand der Ungerechtigkeit musste sie natürlich intervenieren. Es entstand eine rege Auseinandersetzung um die optimale Position der Leselampe. Natürlich probierten die Herren auf dem Podest bestmöglich darauf einzugehen und versuchten die Lampe vorteilhaft für alle Beteiligten zu drehen. Aber der Dame half das wenig. Ein allgemeines Raunen und Gelächter dieser doch komischen Situation ging durch die Reihen, da sich nun nur noch alles um die Leselampe an Martin Suters Tisch drehte. Etwas hilflos aber sichtlich bemüht, versuchten Elstermann und Suter und sogar ein Techniker dem nachzukommen. Nachdem Herr Suter kurz die Lampe ausknipste meinte er:
„Ich sehe die Buchstaben nicht mehr!“ Er lachte. „Ich habe das Buch schon oft gelesen, aber nicht so viel, dass ich es schon auswendig könnte.“
Die Lampe wurde mal da und mal dort hin gedreht, auch hin zu Suters Gesicht und dessen Hand, die beim Lesen das Buch hielt. „Oh, es wird heiß.“ Er war einfach zu nah an der Glühbirne der Leselampe. Letztendlich gab es hier und da Bewegung auf der Bühne und einige Versuche den vorher festgesetzten Status Quo der Lampe zur Zufriedenheit der Dame zu ändern. Wie es mir am Ende der Szene schien, wurde dann doch ein Konsens erzielt. Herr Suter wurde ein wenig geblendet, aber gleichzeitig erhielt das Publikum, welches in direkter Linie zu ihm und der Leselampe saß einen befriedigenden Blick auf den Autor. Wahrscheinlich erschien Herr Suter zu diesem Zeitpunkt mit einem Nimbus hervorgerufen durch die Leselampe etwas fassbarer als zuvor für den Zuschauerblick dieser optisch Unterprivilegierten des Publikums. Allen voran, die Dame aus der zehnten Reihe.
Martin Suter antwortet Knut Elstermann
Mit seiner angenehmen tiefen sonoren Stimme und Akzent begann Martin Suter zu lesen. Insgesamt gab es drei Leseeinheiten. Er stieg am Anfang des Buches ein. Nach der ersten Leseeinheit gab es wie erwartet Applaus und Knut Elstermann begann sogleich den Dialog mit Martin Suter. Einige wenige interessante Dialoganekdoten, die mir in Erinnerung geblieben sind und die ich zum Teil notiert habe, möchte ich kurz anreißen. Interessant war zum Beispiel die Frage von Elstermann, ob Suter seine Figuren mag. Herr Suter antwortete darauf: „Man umgibt sich mit Menschen, die man mag, deshalb muss ich meine Figuren auch mögen. Im Roman ´Die dunkle Seite des Mondes´ war es durchaus anders. Der Protagonist war schon eine sehr zwiespältige Figur, die ja durch die Pilzeinnahme ein völlig anderer Charakter wurde. Nicht eben ein angenehmer Mensch. Aber es ist mir gelungen, glaube ich, damit umzugehen und auch diese Figur zu lieben. Ich mag auch den Dalmann [Figur in „Der Koch“]. Ich glaube ein Essen mit ihm“, er überlegte kurz, „ … ist glaube ich auch ganz amüsant.“
„Der Koch“ – Liebe geht durch den Magen
Da es im Buch auch um kulinarische Gerichte geht und Martin Suter die Liebe, das Erotische, den Genuss mit eben diesem Aspekt verbindet, gehörte natürlich auch so eine Frage mit zum Repertoire von Elstermann:
„Sie sind ja bekannt als Feinschmecker und das sie selbst kochen. Ihre Frau ist demnach aus der Küche verbannt? Sie hat da nichts zu suchen oder?“ Martin Suter antwortet ernsthaft. „Doch doch, wenn sie in der Küche ist, dann ist sie so zuständig für Logistik und Technik, eben abwaschen etc.“ Er lacht. „ Nein nein! Ein Scherz. Seit wir uns kennen, habe ich einfach diesen Part übernommen.“
Knut Elstermann: „Der Roman ist ja auch irgendwo ein Wirtschaftskrimi. Erotik und Essen werden thematisiert. Waffen und Liebe. Liebe geht durch den Magen heißt es. In unserem Fall: Kann das Essen, können gute Gerichte die Liebe heilen? “
Martin Suters Antwort: „Ich glaube nicht, dass Liebe derart über den Magen geht, wie es ihr zugeschrieben wird und das man eine Ehe damit reparieren kann, aber doch um sie damit zu beflügeln. Gute Gericht wirken unterstützend, denke ich.“
In Bezug auf das Thema Liebe und Partnerschaft und die langjährige Beziehung zu seiner Frau meinte Herr Suter: „Meine Erkenntnis: Es ist wichtig, dass man nicht durch die Welt läuft und denkt man verpasst etwas. Man verpasst nie etwas.“
Knut Elstermann: „Ihr Roman ist wie ein Gericht von dem man nicht genug bekommt.“ Martin Suter lächelt freundlich. „Wenn sie meinen Roman wie ein Gericht vergleichen, das schmeckt und von dem der Genießer nicht satt davon wird, dann ist das ein Kompliment und bedanke mich dafür.“
Nach der Lesung – Signierstunde und Rezepte zum nachmachen
Der Leser ist zugleich auch ein Koch! Das behaupt ich einfach mal. In meinem Fall bin ich Autor und Leser und mit Sicherheit auch gleichzeitig ein Koch. Wir stehen schließlich alle tagtäglich in der Küche und mutieren zum Koch alla Büchsenschnellgericht oder zum 5 Sternekoch; je nach Fasson. Bei Martin Suters neuem Roman mutieren wir aber erst nach der leckeren Lektüre zum Koch. Warum? Nun, im Buch „Der Koch“ von Martin Suter befinden sich am Ende des Romans vollständige Rezepte. Einer Verwandlung von einem Leser in einen Koch, in einen Entdecker neuer oder auch altbekannter Speisen steht nichts im Weg. Bin gespannt, ob mir das ein oder andere Gericht gelingen wird. Zuvor jedoch heißt es den textlichen Gaumenschmaus, den uns Herr Suter mit dem Buch „Der Koch“ bietet, mit den Augen zu genießen.
Nach einem gefeierten Applaus verabschiedete sich Herr Suter beim Publikum. Sehr höflich und sehr freundlich strahlend bedankte er sich für die Aufmerksamkeit der Leser und trat von der Bühne. Es begann die Signierstunde. Natürlich gab es regen Andrang und da ich keine Lust auf langes Anstehen in der Schlange hatte, bin ich erst einmal vor das Gebäude und habe mich abklimatisiert. Vor dem Kino Babylon stehend, kam ich mit dem ein- oder anderen Literaturbegeisterten ins Gespräch. Es verging eine knappe Stunde bevor die Schlange kleiner wurde. Ich vertrieb mir die Zeit mit interessanten Gesprächen und fachsimpelte mit anderen Lesern über die Texte von Martin Suter und Literatur allgemein. Am Anfang schlängelte sich die Schlange vom Eingangsbereich die linke Treppe hinauf, den Gang entlang bis zu einem separaten Raum im oberen Bereich. In diesem saß Martin Suter an einem Tisch und signierte alles was signiert werden sollte.
Obwohl vom Veranstalter vorher gebeten wurde, auf großartige Widmungen zu verzichten, damit es zeitlich nicht ausartet, haben die meisten doch diese Bitte ignoriert. Warum auch nicht? Schließlich sind die Signierwünsche nicht nur die Anerkennung, der Lohn des Autors an seinem Werk, sondern auch das Geschäft des Autors. Ein Autor sollte bei solcherlei Popularität ebenso Standhaftigkeit beweisen wie sein Publikum. Es ist immer ein „Geben und Nehmen“ und wenn man in die freudigen Gesichter der Leser schaut, dann ist dies sicherlich zusätzlich erquickend für den Autor. Martin Suter hat durchgehalten, bis zum Schluss und der letzte Fan aus dem Publikum, nun, der war wieder einmal ich. Wie schon erwähnt hatte ich mir Zeit mitgebracht. Außerdem hatte ich ja nicht nur ein Buch dabei und wollte Herrn Suter nicht schon zu Beginn erschlagen. „Doch wann habe ich schon mal die Chance Herrn Suter live zu treffen und meine Bücher signieren zu lassen“, hatte ich fragend vor ihm stehend zu einer Person zu seiner Linken gesprochen, die ihn begleitete und die mir persönliche Herrn Suter vorstellte. „Na aller zwei Jahre“, antwortete Martin Suter daraufhin. „Ich nehme sie beim Wort, Herr Suter“, gab ich zurück und legte ihm meine Bücher und ein Hörbuch auf den Tisch. Relativ fix signierte der Autor Martin Suter meine Exemplare. Danach verabschiedete ich mich von ihm. Hinter mir stand schon die Riege der Organisatoren, ebenfalls mit einem mir nachahmenden „unverschämt“ großen Stapel an Büchern unter den Armen zum signieren. Sicherlich für Hinz & Kunz und überhaupt … für die ganze Welt des literarischen Establishment.
Ein kleiner Epilog
Es war 23:10 Uhr als ich das Kino Babylon verließ und mich Richtung Alexander Platz begab. Die signierten Bücher hatte ich vorher sorgfältig im Rucksack verstaut. Die Berliner Luft war kalt. Es nieselte leicht. Auch wenn mir der Tag noch etwas in den Knochen steckte, ich zwischendurch die eigene Müdigkeit arg spürte, so war ich doch zu jenem Zeitpunkt hellwach. Mit einem warmen Gefühl der Befriedigung und einem schönen Tagesabschlusses ging ich nach Hause. Die nächtlichen Lichter der Großstadt verfolgten meinen Weg und die Lesung von Martin Suter war vorbei.
Anmerkung des Autors: Etwaige Dialog- bzw. Interviewsequenzen wurden von mir paraphrasierend wieder gegeben.
Bericht von der Lesung T.C.Boyle „Die Frauen“ im Kino Babylon im März 2009.
Martin Suter Inhalt & Rezension des Romans „Der Koch“ (faz.net von Sandra Kegel)
Leipziger Buchmesse 2010 – Die „Autoren und Publikumsbuchmesse“ lädt ein
Das Lesefest der Leipziger Buchmesse
Die Buchmesse in Leipzig gleichfalls als „Autoren- und Publikumsmesse“ bekannt, lädt auch 2010 alle Literaturbegeisterten ein. Vom 18. – 21. März 2010 stehen die Tore offen. Verlage und Autoren geben sich die Ehre. Große Namen wie die Literaturnobelpreisträgerin 2009 Herta Müller und Günter Grass (Literaturnobelpreisträger 1999) kommen nach Leipzig, ebenso Martin Walser, Christoph Hein oder Axel Hacke oder Jostein Gaarder. Aber das ist noch nicht alles. So ist zum Beispiel auch der frisch gekürten Echo-Preisträger Silbermond zu Gast auf der Leipziger Buchmesse 2010. Am Donnerstag, 18. März 2010 signiert die Band von 13:00 bis 14:00 Uhr ihr neues Liederbuch. Mit „Leipzig liest“ ist die Leipziger Buchmesse das größte europäische Lesefest mit über 1.900 Veranstaltungen an 350 Veranstaltungsorten.
Preis der Leipziger Buchmesse – Die Nominierungen
Auch dieses Jahr wird wieder der „Preis der Leipziger Buchmesse“ vergeben. Seit 2005 ist dieser der Nachfolgepreis des zuvor vergebenen Peis des „Deutschen Bücherpreises“. Von einer siebenköpfigen Jury wird der hoch dotierte Peis von 45.000 Euro vergeben. Zu gleichen Teilen wird er in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Essayistik sowie Übersetzung verliehen.
Preis der Leipziger Buchmesse 2010 – Kategorie Belletristik
- Jan Faktor: „Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
- Helene Hegemann: „Axolotl Roadkill“ (Ullstein Verlag)
- Georg Klein: „Roman unserer Kindheit“ (Rowohlt Verlag)
- Lutz Seiler: „Die Zeitwaage“ (Suhrkamp Verlag)
- Anne Weber: „Luft und Liebe“ (S. Fischer Verlag)
Preis der Leipziger Buchmesse 2010 – Kategorie Sachbuch/Essayistik
- Michael Hampe: „Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück“ (Carl Hanser Verlag)
- Steffen Martus: „Die Brüder Grimm“ (Rowohlt Berlin Verlag)
- Ulrich Raulff: „Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben“ (Verlag C.H. Beck)
- Frank Schirrmacher: „Payback“ (Blessing Verlag)
- Wolfgang Ullrich: „Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen“ (Verlag Klaus Wagenbach)
Preis der Leipziger Buchmesse 2010 – Kategorie Übersetzung
- Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrich Blumenbach – David Foster Wallace: „Unendlicher Spaß“ (Kiepenheuer & Witsch)
- Aus dem Spanischen von Christian Hansen – Roberto Bolaño: „2666“ (Carl Hanser Verlag)
- Aus dem Französischen von Grete Osterwald – Hédi Kaddour: „Waltenberg“ (Eichborn Verlag)
- Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze – Lew Tolstoi: „Anna Karenina“ (Carl Hanser Verlag)
- Aus dem Jiddischen von Hubert Witt – Abraham Sutzkever: „Wilner Getto 1941–1944 – Gesänge vom Meer des Todes“ (Ammann)
Interview mit der Berliner Band Berge auf Hauptstadtstudio
Interview mit der Band Berge zum Debütalbum „Keine Spur“
Vor kurzem habe ich hier in der Rubrik „Videos auf dem Blog“ das Lied „Die fetten Jahre sind vorbei“ von Berge vorgestellt. Hauptstadtstudio hat 10 neugiere Fragen an die Band gestellt, die Rocco, einer der vier Bandmitglieder, mir gern beantwortet hat. Mehr Informationen zur Berliner Band Berge wie Twitter, Homepage, Debütalbum „Keine Spur“ und natürlich das Interview können Interessierte auch auf hauptstadtstudio.com lesen.
Es folgt der Artikel mit dem Interview der Band Berge:
„Keine Spur“ das Debütalbum der Berliner Band Berge
In Berlin steckt viel Musik. In den Clubs, auf den Straßen, in Proberäumen, in den Zimmern von Wohngemeinschaften, auf der Sommerwiese im Tiergarten oder auf den öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel dem Alexanderplatz; letztendlich in den hiesigen Konzerthallen. In der Hauptstadt tummeln sich viele Künstler, vor allem auch Musiker unterschiedlicher Genre. Einsame Solisten, erquickende Duos, aber auch Zusammenschlüsse mehrerer Musiker – leidenschaftliche Liebhaber von Melodien und Texten – zu einer Band, sind hier auf ihren Instrumenten unterwegs.
Die Berliner Band Berge kommt direkt von der Spree. Berge, das sind vier gebürtige Berliner, die neuen Schwung in das deutschsprachige Popkarussell bringen. Die Band, deren Stimme die Sängerin Marianne ist, besteht seit dem Jahr 2007. Mit den drei Musikern Rocco, Jakob und Rüdiger komplettiert sich das Band-Quartett. Am 6. Februar 2010 erschien das Debütalbum „Keine Spur“. In Online-Shops wie zum Beispiel iTunes, Musicloadoder bei Amazon ist das Album bereits erhältlich. Musik und Texte produzieren und schreiben Berge selbst. Die Band gestaltet eigenhändig das Artwork, ihre Videos und Kurzfilme. Das Hauptstadtstudio war neugierig und stellte der Band Berge 10 Fragen. Rocco „einer der 3 Kerle“ aus der Band stand Rede und Antwort.
10 Fragen an die Berliner Band Berge
Jens: Hallo „Berge“ ich grüße Euch und bin neugierig. Ich kann mir vorstellen, dass Ihr die Frage schon oft gehört habt. Also die nervigste Frage zu Beginn: Wie seid Ihr auf den Bandnamen „Berge“ gekommen?
Berge: Na dann legen wir mal los …Der Name war eine teilweise intuitive und am Ende eine rationale Entscheidung. Einer unserer Songs fängt mit diesem Wort an und heißt auch so, dadurch hat sich das Wort lange Zeit in die Köpfe gebrannt als wir noch keinen Namen hatten. Und als es dann um die Namensfindung ging, sollte der Bandname auch ein paar Kriterien erfüllen: Kurz sollte er sein. Er sollte deutlich erkennbar machen, dass es sich um eine deutschsprachige Band handelt. Er sollte viele Bilder hervorrufen, ohne ein Phantasiewort zu sein. Da war die Entscheidung recht schnell da.
Jens: Wer schreibt bei Euch die Texte und welche Begebenheiten inspirieren Euch dabei? Wo sucht Ihr die Kreativität?
Berge: Die Texte und die Musik schreiben Rocco und Marianne zusammen. Die Themen dafür sind weit gefächert, oft einfach nur von dem abhängig, was einem in der Zeit gerade beschäftigt. Grundsätzlich handeln die Texte irgendwie von der Natur des Menschen, von Denkweisen oder eigenen Beobachtungen, ohne dabei zu sehr vorzuschreiben, was jeder einzelne zu hören hat. Kreativität ist eigentlich immer da, wenn man sie zulässt und nicht zu angestrengt ein ganz bestimmtes Ergebnis erzwingen will. Sobald eine Textpassage oder ein paar bestimmte Klänge einen berühren, entsteht der Rest des Songs von selbst.
Jens: Seit 6. Februar ist Euer Debüt-Album „Keine Spur“ in den Online-Shops zu bekommen. Wie lange habt ihr an dem Album gesessen?
Berge: An dem Album Haben wir ca. ein Jahr gesessen und es in unserem alten Proberaumstudio aufgenommen. Inklusive Songs schreiben und allem was dazu gehört. Es war ein langer Weg, der sich für uns aber gelohnt hat, denn wir konnten alles so umsetzen wie wir uns das gewünscht haben.
Jens: Was ist der Hintergrund des Titels „Keine Spur“, der sowohl Albumtitel als auch Titel einer der Songs ist?
Berge: Auch hier gilt wieder: Jeder kann sein eigenes Bild vom Song bzw. vom Titel haben. Der eine hört vielleicht einen Dialog zwischen zwei Menschen aus dem Songtext, ein anderer vielleicht einen Text über Vergänglichkeit und das am Ende eh alles wieder zu Staub wird. Im Zuge des CD Titels ging es darum, dass Musikhören in der heutigen Zeit wie ein Rummelbesuch, kurzlebig und ohne Nachhaltigkeit, funktioniert. Vor 10 Jahren hat man jede CD deutlich öfter gehört und auch mehr geschätzt. Das ist sicherlich nicht pauschal bei jedem so, aber in der Masse kann man die Entwicklung erkennen und darum geht’s in diesem Albumtitel.
Jens: Ihr seid harmoniesüchtig und Romantiker habe ich gehört und gelesen. Der Song „scheinbar“ drückt dies, meines Erachtens, sehr stark aus. Was bedeutet das Wort „Romantik“ für Euch und Eure Musik?
Berge: Romantik ist für uns auf jeden Fall kein klischeebehafteter oder kitschiger Begriff, eher ein Ausdruck mutig mit Emotionen jeglicher Art umzugehen. Wirklich romantisch sind wir aber eher nicht, vielmehr harmoniesüchtig im Sinne der musikalischen Harmonien. Pop ist nun mal Pop und wir alle sind unter anderem auch mit Popmusik groß geworden.
Jens: Neben anderen interessanten Schlagwörtern zu „Berge“ definiert Ihr Euch mit der Phrase „Suche nach besonderen Momenten“. Wo sucht Ihr diese Momente für Euch? Wie stark könnt Ihr diese in der Musik festhalten?
Berge: Ob ein Moment etwas Besonderes ist oder nicht bestimmt nicht der Umstand, sondern die Betrachtungsweise. Sprich: Wir suchen eigentlich in den meisten Momenten eine Besonderheit. Egal ob man auf dem schönsten Konzert seines Lebens ist oder einfach nur aus dem Fenster schaut und Tauben beobachtet. Wenn man Interesse hat genauer hinzusehen, dann kann man viel entdecken wo man oft vom Alltag abgelenkt ist. Mit der Musik ist das ähnlich, du kannst einen Song schreiben und danach auch versuchen ihm kleine Besonderheit zu verleihen, egal ob im Text oder im Sound.
Jens: Unabhängig davon, dass Ihr mit Sicherheit Eure eigene Note habt. Provokativ gefragt: Was sagt Ihr zu einem Vergleich mit Silbermond?
Berge: Wir sind eine deutschsprachige Pop/Rock Band mit einer dunkelhaarigen Sängerin und 3 Kerlen, welche die typischen Rockband Instrumente spielt. Da können sehr viele Ähnlichkeiten gefunden werden. Man kann es aber auch lassen und sehen was an Berge eigen ist. Der Vergleich wäre berechtigt, wenn wir bewusst Silbermond kopieren würden, das ist aber nicht der Fall, daher ist der Vergleich für uns hinkend. Es ist ja auch irgendwie nachvollziehbar das man, wenn man nicht bekannt ist, erst mal mit etwas Bekanntem in Verbindung gebracht wird.
Jens: Beim Titel „Die fetten Jahre sind vorbei“ muss ich unweigerlich assoziativ an den Film mit Daniel Brühl denken. Aber lassen wir das. Wie ist der Titel „Die fetten Jahre sind vorbei entstanden“? Gibt es dazu ein Geschichte?
Berge: Die Refrainmelodie und die Textzeile kamen mir (Rocco) beim Hören eines Foo Fighters Songs in den Kopf; ohne dass ich in jener Zeit den Film gesehen habe. Es war durchaus in der Band ein Thema, ob wir den Text abändern sollten, aber irgendwie passte die Melodie nur mit dem Text zusammen. Also haben wir’s so gelassen. Die Zeile hat jedenfalls keinen Bezug zum Film gehabt.
Jens: Wo und wann können Fans Euch dieses Jahr auftreten sehen? Gibt es schon Termine?
Berge: Wir spielen am 18.03.2010 in München im Ampere. Weitere Termine folgen ganz bald.
Jens: Wie sieht Eure Zukunft aus, was habt Ihr demnächst vor und ist schon ein 2. Album geplant?
Berge: (Rocco lacht) Album 2 – so etwas ist, glaub ich, immer geplant oder nicht? … Wir schreiben neue Songs, spielen ein paar Mal live und toben uns noch mehr aus was Animationsfilme etc. angeht. Wir wollen vor allem live eine Menge mehr auf die Bühne zaubern als nur 4 Musiker mit ihren Instrumenten. Es steckt alles noch in den Kinderschuhen, aber man kann schon ganz gut erkennen, wo die Reise hingehen soll. Kommt vorbei und schaut es euch einfach an.
(Das Interview führte Jens Böhme mit der Band „Berge“)
(Interview mit der Berliner Band Berge ehemals veröffentlicht auf hauptstadtstudio.com siehe auch Link zur ehemaligen Seite WayBackMaschine)
Kolumne vom 15. Februar 2010: Ein Art „Temple Bar“ von Berlin – Die Flaniermeile Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain lädt zum Brunch
Eine der bekanntesten Adressen in Berlin für Restaurant- und Kneipenkultur – Das Areal um die Simon-Dach-Straße
Durstig nach Menschen, hungrig nach Musik und noch lange nicht bereit schlafen zu gehen? Dann ist die Simon-Dach-Straße bzw. das Gebiet um die Simon-Dach-Straße das geeignete Domizil für die Nacht. Dieses Areal ist eine Art „-Temple Bar- der Restaurants“ von Berlin. Vor allem im Sommer sind hier jene Flaneure und Philanthropen richtig, die eine gute Kneipenkultur zu schätzen wissen. Dass dies nicht nur in der kalendarischen Sonnenhochburg des Sommers für Berliner und Touristen attraktiv sein kann, sondern auch im Winter, zeigt ein kleiner Selbsttest der anderen Art, denn es ist Brunch-Time. Wer wenige Stunden vor Mitternacht im Sommer die Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain entlang flaniert, weiß um den Geräuschpegel in dieser Gegend. Ich habe es oft genug miterlebt. Durfte mir auch schon genügend Diskussionen von Bekannten anhören, wenn es darum ging eine Wohnung in Friedrichshain zu finden; “… am besten nahe Simon-Dach-Straße.” Für die einen genau das Richtige, für die anderen „Ne ne, das ist mir echt zu laut, von allem zu viel und überhaupt.“
„temple bar“ von Dublin lässt grüßen – Brunch-Time in Berlin Friedrichshain
Wer die „Temple Bar“ Berlins und dazu noch gastronomische Abwechslung sucht, den treibt es früher oder später in die Nähe des Ostkreuzes. Feiernde Menschen, die aus den Kneipen kamen und vor Stunden in die Kneipen gingen, gehören hier zum all abendlichen Vorspiel der Nacht. Musik dringt aus den Bars und Kneipen oder direkt aus der Kehle manch eines Besuchers dieser bekannten Kneipenmeile von Berlin. Im Sommer sind die Bürgersteige zusätzlich mit Sitzmöglichkeiten gefüllt; jedoch nicht in diesen kalten Zeiten. Ist halt nicht Saison. Gut es gibt auch einige Gastronomen, die in dieser Jahreszeit, eine Art Plastikwintergarten haben; nach neuesten Rauchergesetzen versteht sich. Wie zum Beispiel das Plus-0. Aber die zählen alle nicht. Was zählt, ist natürlich: „Wo kommst’e und kannst’e rin, wenn de Hunger hast?“ Als ich endlich meine alte Leidenschaft „brunchen zum Sonntagmittag“ kurz nach Silvester wieder erweckt hatte, musste ich mich davon überzeugen, dass auf der Simon-Dach-Straße auch um die Mittagszeit bis in den Sonntagnachmittag mächtig was los ist. Ich bin echt nicht der Einzige hier! Es ist schwer was los und noch schwerer einen Tisch zu bekommen. Vor allem zur Brunch-Time an einem ganz normalen Stino-Sonntag. Gut, allein hat man immer eine Chance, aber zu zweit, zu dritt, wird es schon eng und zu viert schon problematisch. Vorbestellen ist angesagt und es lohnt sich.
Brunch und im Lachsrausch von EM-BAR und EUPHORIA
Im Selbsttest zu diesem Thema kann ich das leckere Buffet in der EM-BAR am Boxhagener Platz und dem Restaurant EUPHORIA Grünberger Straße Ecke Simon-Dach-Straße empfehlen. Denn neben all den leckeren Speisen gab es in der EM-BAR meine Lieblingslachsvariante. Geräucherter saftiger Lachs in Scheibenformat für herrliche Lachsschnittchen. Da ich zu den Verehrern von Lachsschnittchen, also dieser ganz speziellen Variante der Lachskonsistenz gehöre, ist es für mich äußerst wichtig diesen bei einem Brunch vorzufinden. In der EM-BAR war dies der Fall und er hat mir da besonders gut geschmeckt. Zudem wurde die leere Platte rasch wieder aufgefüllt. Das war mir und meinen Begleitern beim EUPHORIA nicht widerfahren. Dafür gab es dort eine reichhaltigere Auswahl an Meeresfrüchten. Ach ja, und ohne eine deftige Rühreiportion wäre die Definition von Brunch bzw. einem gutem Sonntagsfrühstück für mich nicht erfüllt. Beide Restaurants haben das Rührei doch ganz unterschiedlich, aber zugleich köstlich kreiert. Unabhängig von beiden selbst erwählten Lieblingsdelikatessen – Lachs & Rührei – fängt die Klaviatur der Geschmacksrichtungen und der vielfältigen Auswahl in beiden Restaurants erst an. Am besten überzeugt der Leser sich einmal selbst vor Ort. Ich jedenfalls „beim heiligen Schlaraffenland“ muss gestehen, dass ich es vorletzte Woche wieder mal übertrieben habe. Wie im Trickfilm mit dem Teufelchen, das alle 40 Pfannkuchen geklaut und auf einmal verdrückt hat, habe ich mich anschließend den Sonntagnachmittag gefühlt. Das hat man nun davon, wenn die Geschmacksnerven und die Augen größer als der Magen sind. Da wünscht man sich wie Alf drei Mägen zu besitzen. Ob kulinarisches Restaurant, hippe Bar oder urige Kneipe überall kann bachanalen Gelüsten, Hopfenbegierden, dem kleinen oder dem großen Hunger auf der Simon-Dach-Straße gefrönt werden. -The „Temple Bar“ of Börlin- hat neben ihrem nächtlichen Ruf „eine der coolsten Kneipenmeilen von Berlin zu sein“ auch noch zu anderen Stunden ein vielfältiges Ambiente der Unternehmung zu bieten und einen Ruf zu gewinnen: Nämlich zur Brunch-Time. Na dann, juten Hunger bei einem saftigen Lachsbrötchen.
(Kolumne „Ein Art ‚Temple Bar‘ von Berlin – Die Flaniermeile Simon-Dach-Straße in Berlin Friedrichshain lädt zum Brunch“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)
Ohrwurm – Die Band „Berge“ mit „Die fetten Jahre sind vorbei“
Video und Lied: „Die fetten Jahre sind vorbei“ bei YoutTube*
8. f6 Music Award im Postbahnhof Berlin
„Hey, das klingt echt gut“, habe ich zu meiner Begleitung gesagt und mit genickt. Somit hatte sich mit dem Song „Die fetten Jahre sind vorbei“ der Band „Berge“ auch schon ein Ohrwurm beim mir eingeschlichen. Zu Hause angekommen, wurde sogleich nach dem Lied von „Berge“ gegoogelt. In einer für mich typischen Endlosschleife lief dann das Lied am Wochenende hoch und runter. Damit meine Leser diesen Song kennen lernen, gibt es das 2. Video auf meinem Blog. Auftritt von „Berge“ live bei KenFM.
Zum achten Mal wurde am Samstag den 6. Februar 2010 der f6 Music Award im Postbahnhof Berlin vergeben. Gewinner des Contests war die Band „Neon Pingu Pusses“ aus Sachsen. Die Band „Berge“ aus Berlin gehörte als 2. Act ebenso zu den Teilnehmern des Musikerwettstreits.
* Video mit freundlicher Genehmigung der Band „Berge“
Hauptstadtstudiokolmune vom 1. Februar 2010: Dachlawinen und Currywurst Museum Berlin
Kolumne: Berliner Dachlawinen und das Deutsche Currywurst Museum in Berlin
Vorsicht Dachlawine! – Alles Gute kommt von oben …
… „Alles Gute kommt von oben“, sagt ein Sprichwort. Na! Wer es glaubt? Ich jedenfalls bin davon nicht mehr so ganz überzeugt. Aus Angst vor Dachlawinen bin ich in den letzten Tagen doch sehr vorsichtig an den Berliner Häuserfronten entlang marschiert. Soll heißen, dass ich mir öfter mal Gedanken zu herabstürzenden Schneemassen machte und zu gegebener Zeit neugierig nach oben lunchte. Nicht ohne Grund.
Denn mit einem Kollegen habe ich am Donnerstag letzte Woche in der Mittagspause auf der Zimmerstraße nahe Axel-Springer eine solche Dachlawine ganze fünf Stockwerke hinunterstürzen sehen. Von der anderen Seite und in sichere Entfernung blieb uns der Mund sichtlich offen stehen und erschrocken starrten wir uns anschließend an. Was wir miterlebten, war schon ein Szenario abstürzender Schneemassen der Extraklasse. Wie in einem schlechten Katastrophenfilm kam da richtig was runter, dicke Schneemassen in Verbund mit Eisschollen nahmen im Namen der Physik fahrt in die Tiefe unsere Gehwege auf. Die Vorstellung ein Mensch wäre gerade da entlang gelaufen, lies mir bei den momentanen Temperatur noch einen Zacken schärfer das Blut in den Adern gefrieren. So bin ich dann heute mit diesem Gedanken schielend an eben dieser Stelle schnurstracks vorbei marschiert mit dem Blick nach oben. Zurzeit kann der Berliner aber auch nur marschieren. Hundekälte, wahrlich. Wer das Blut nicht in Wallung bringt, droht auf der Stelle einzufrieren. Der Spree dürfte das bald gelingen. Eine Menge Schollen sind auf ihr zu sehen, die sich möglicherweise bald vereinen oder zum Teil schon miteinander verschmolzen sind.
Das Deutsche Currywurst Museum in Berlin mit Currywurstzähler
Mit Temperaturen unter 15 Grad Minus ist die Gefahr von Schneelawinen zwar nicht so groß, passiert ja eher wenn es taut, aber der Gedanke lässt doch ein kleines Horrorszenario in Splatterformat zu. Angelangt auf der Schützenstraße 70, mein Blick ging wieder einmal von oben nach unten, blieb dieser gebannt auf einen höchst überraschenden Schriftzug stehen: Deutsches Currywurst Museum Berlin. Tatsächlich, es gibt in Berlin ein Museum für die Currywurst. Erstaunt habe ich mich von sämtlichen Dachlawinengehirngespinsten verabschiedet und nur noch Gedanken an die Berliner Currywurst. Mein Magen knurrte. „Ne, das gibt es doch nicht“, ging es mir durch den Kopf. Aber die Realität belehrte mich eines Besseren. Ich trat etwas näher heran und sah durch die Schaufenster des Museums. Zur rechten Seite, neben der automatischen Tür, stand ein Currywurst-Imbisswagen in den Ausstellungsräumen. Wahd für’n Ding – einfach eine Messe. Ein paar Schritte weiter hinein lunchte ich neugierig in die heiligen Hallen kulinarischen Wursterlebnisses. Mitten in der Schauhalle, nicht weit vom Eingang, hang ein Currywurstzähler; einmal für Berlin und einmal für ganz Deutschland. Letzterer bewegte sich in einem rasend schnellen Tempo. „Na wenn das man richtig ist“, fragte ich mich. Überlegte, ob es realistisch sei. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass dieser Zähler geschätzt ist. Außerdem, dass das Deutsche Currywurst Museum seit Mitte 2009 schon zu existiert. Was heißt hier „schon“? Es ist doch noch ziemlich jung an Monaten. Der Berliner Currywurstzähler war etwas langsamer unterwegs, aber ich konnte es am schnellen Wechsel dr Zahlen sehen, wie sehr die Berliner nach Currywurst gierten. Mein Magen begann noch lauter zu knurren.
„Currywurst mit oder ohne Darm?“ – Das ist hier die Frage.
Wie beim Pawlowschen Reflex lief mir das Wasser im Mund zusammen und es stieg sogleich der Wunsch nach eben dieser Wurst mit Brot oder Pommes und entsprechender Soße in mir auf. Dazu muss ich sagen, dass ich einer von denen bin, wenn es heißt: „Mit oder ohne Darm?“, der dann die leckere Würstchenvariante – ohne Darm – bevorzugt. Warum das so ist, weiß ich auch nicht, mag ich nur einfach lieber. Doch genau da scheiden sich schon mal die Currywurst-Geister. Wenn ich beispielsweise an so mancher Currywursttheke in Berlin stehe, nehme ich ganz nebenbei, während ich auf meine Bestellung warte, so einige interessante Currywurst-Diskurse wahr. Die Frage „Was nun besser schmeckt oder einfach cooler zu verzehren ist?“ steht dann nicht lange im Raum. Jeder gibt seinen Senf dazu, obwohl es ja eher Curryketschup ist, der über die Wurst gegossen wird. Selbst mit meinen Freunden, wenn uns der Hunger packt und es eben diese Fleischwurst mit jenem gelben Gewürzpulver in der Ketschupsoße sein soll, selbst mit ihnen bin ich noch nicht auf einen Vor- bzw. Nachteil der ein oder anderen Currywurstvariante gekommen. Für diese Erkenntnis sollte ich mich klugerweise einmal ins Currywurstmuseum begeben. Jedenfalls stand ich später wieder völlig überwältigt vor den Fenstern des Deutschen Currywurst Museums Berlin und versuchte mich loszueisen. Bei diesen Temperaturen ist dies wohl die richtige Formulierung. Mit einer Broschüre vom Museum in der Hand ging es weiter im Marschschritt zur U6 Stadtmitte, denn ich hatte noch einiges vor. Unter anderem so schnell wie möglich an eine Original Berliner Currywurst zu gelangen und dabei unterwegs gefährlichen Dachlawinen auszuweichen.
(Kolumne „Berliner Dachlawinen und das Deutsches Currywurstmuseum in Berlin“ ehemals auf hauptstadtstudio.com)
Kolumne vom 18. Januar 2010 auf Hauptstadtstudio – „Sex an the City“ und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg
Kolumne: “Sex and the City” und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg
Ist Berlin wie New York? – Gibt es hier „Sex and the City“?
Was hat Berlin eigentlich mit „Sex and the City“ zu tun? Nichts. Wirklich nichts? – Es folgt eine kurze dramaturgische Pause einer kleinen Überlegung. – Falsch. Berlin hat so einiges mit „Sex and the City“ zu tun. Klar, die Serie spielt nicht in der Bundeshauptstadt, doch die Themen der vier Damen sind auch hier mitten in Europa, hier an der Spree topaktuell. Schuhe, Handtaschen, Hochzeit, Mr. und Ms. Right, das Universum rund um die Liebe mit all seinen Irrungen und Wirrungen, all das existiert auch hier unter dem Wappen des kuscheligen Bären.
Man muss nur die Augen aufmachen, die Ohren spitzen und auf seine eigenen Worte achten und schon wird MANN und FRAU fündig. Wie ich dabei auf „Sex and the City“ komme? Nun, am Wochenende kam ich endlich dazu mir den Film zur Serie anzuschauen. Bereitwillig habe ich mich auf die Couch begeben und bin mit Carrie Bradshaw und ihren Freundinnen ins Hochzeitsfieber und das immer wieder spannende Thema Liebe eingetaucht. Ja, auch wenn es sich komisch lesen lässt, als Mann kann ich durchaus diesem Film so einiges abgewinnen. Im Namen der “gesucht und gefunden Liebe” habe ich mit den Protagonistinnen gelitten und gelacht. Herzhaft gelacht, auch wenn ich so manchen szenischen Plot schon im Voraus irgendwie erahnen konnte.
“Love and the City” und die kultigen Berliner Photoautomaten
Im Film hat Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw endlich die Liebe gefunden und es ging grundsätzlich darum, wie man sie sich bewahrt; mit oder ohne Hochzeit, mit viel oder wenige „Sex in the City“. Ich möchte hier nicht den Film wiedergeben, denn auch dieser hat letztendlich kein Patentrezept zum Besten gegeben. Aber wenigstens darauf aufmerksam machen, dass es gewisse, ganz bestimmte große und kleine Momente sind, die DIE LIEBE erblühen lassen und – in großer Hoffnung für alle Liebenden – sie auch erhalten können. Symbolische dafür steht ein allbekanntes Optikinstrument, ein kultischer Reigen auf der Photoklaviatur historischer Kuschelkisten – der Photoautomat. Er trägt wesentlich zu dieser Momentaufnahme bei. Ich rede hier von den alten klassischen Photoautomaten, die hier in Berlin noch an bestimmten Ecken zu finden und durchaus sehr stark frequentiert sind. MANN und FRAU, FREUND und FREUNDIN oder gleich mehrere lustige sich mögende Grüppchen können in diesen kleinen Boxen der Momentaufnahme ihren gemeinsamen Augenblick für immer fest halten. Ein Moment der Liebe oder der Freundschaft ist es. Mit 2 Euro ist der Photoautomatenfan dieser kleinen nicht standardisierten Passbilder dabei und erhält nach ca. vier Minuten Wartezeit 4 Bilder.
2 Historische Photoautomaten in der Kastanienallee – 4 Bilder in schwarz-weiß
Schwarz-weiß Photos: Ich habe sie gesehen, die Pärchen, die Freunde, die Touristen und natürlich auch die Photos. Habe gesehen, wie sie zielstrebig den Photoautomat auf der Kastanienallee aufgesucht haben oder zufällig freudestrahlend diesen entdeckten. Da war er, der Moment der Liebe „… and the City“. Jener Moment im Blitzgewitter bei dem Freundschaften besiegelt oder Küsse ausgetauscht werden. Ein lebendiges Gefühl des Miteinanders und die Photografie als Zeitzeuge des Hier & Jetzt und für das, was kurz darauf kommen mag. … Sonntagabend, Prenzlauer Berg, Kastanienallee im Schnee. Zwei Photoautomaten stehen wie in die Jahre gekommene Zwillinge nebeneinander. Ihr Unterscheidungsmerkmal: Einmal Querformat bitte und einmal Hochformat. Dunkel ist es, die Winternacht hat Berlin schon längst in Besitz genommen. Aber im Inneren der beiden Photoautomaten ist es kuschelig warm und im Vierminutentakt äußerst lebhaft. Vier Mal blitzt es, dann tritt heraus, wer vorher alles hineingepasst hat. Die Neugier potenziert sich je näher der Zeitpunkt kommt an dem der Automat die vierer schwarz-weiß Photoreihe ausspuckt. Die Ungeduld erreicht ihren Höhepunkt auf das „Wie?“ und „Hat es wirklich geklappt?“ Jedem einzelnem Menschen ist es anzusehen. Plötzlich erscheint das erste sichtbare Stück Photopapier. Zitternd und gespannt greift eine Person in die Öffnung des historischen Photoautomaten. Plötzlich ist er da, der Moment von „Love in the City“ Berlin, der Emotionen in schwarz-weiß für alle Beteiligenten auf Papier festhält. Wenn Berlin auch nicht New York ist und Carrie Bradshaw die Häuserschluchten von Big Apple vorzieht, so ist auch hier „Sex and the City“ an der Spree nicht wegzudenken. Überall sind die Themen der vier Damen zu finden und sei es auch nur neben einem historischen Photoautomaten in der Kastanienallee. Willkommen zu: „Love and the City“.
(Kolumne „Sex and the City und die Photoautomaten in der Kastanienallee Prenzlauer Berg“ ehmals auf hauptstadtstudio.com)
















